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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2020

Sie weiß, das Ihr lebt...

Die brennenden Kammern
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Vor dem Hintergrund der Hugenottenkriege, die gelungen in diese Geschichte eingeflochten sind, spielt die Geschichte der 19jährigen Minou, die nach dem frühen Tod der Mutter allein mit ihrem Vater und ...

Vor dem Hintergrund der Hugenottenkriege, die gelungen in diese Geschichte eingeflochten sind, spielt die Geschichte der 19jährigen Minou, die nach dem frühen Tod der Mutter allein mit ihrem Vater und ihren beiden jüngeren Geschwistern in Carcassonne lebt. Die Nachricht „Sie weiß, dass Ihr lebt“ bringt ihr Leben und das ihrer Familie gründlich durcheinander.
Für zusätzliche Schwierigkeiten sorgt die Begegnung mit dem jungen Hugenotten Piet Reydon, der eigene Pläne verfolgt.
Bereits der Einstieg mit der Vorbemerkung zu den Hugenottenkriegen sowie das übersichtliche Personenverzeichnis zeugen von einen fundiert recherchierten historischen Roman. Die Zwistigkeiten aufgrund der unterschiedlichen religiösen Interessen überlagern meines Erachtens jedoch etwas die Handlung um Minou. Diese selbst ist spannend, gern habe ich ihr Schicksal verfolgt, mit ihr gelitten und gefiebert.Sehr gut dargestellt sind die krankhaften wahnsinnigen Ansichten Minous Gegenspielerin Blanche, als auch die religiös fanatischen Absichten ihres Unterstützers Vidal.
Insgesamt eine stimmige Handlung, die sich aufgrund der Kampfschilderungen jedoch leider etwas zieht. Ich weiß nicht, ob ich die Folgebände lesen würde – jedoch sollte sich jeder Leser selbst eine eigene Meinung darüber bilden.

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  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 16.03.2020

Auftakt zu einer außergewöhnlichen Familiensaga

Morgan's Hall
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Die Familiensaga beginnt 1938 in Wien, als sich die Amerikaner John Morgan und Richard (Dickie) Cooper in die Halbjüdin Isabelle verlieben. Was als (Liebes)Spiel zwischen allen Drein beginnt, bildet die ...

Die Familiensaga beginnt 1938 in Wien, als sich die Amerikaner John Morgan und Richard (Dickie) Cooper in die Halbjüdin Isabelle verlieben. Was als (Liebes)Spiel zwischen allen Drein beginnt, bildet die schwierige Basis für die weiteren Geschehnisse. Isabelle erwidert die Liebe zu dem Frauenheld Dickie, sehr zum Leidwesen von John, der sich unsterblich in sie verliebt hat. Als das Leben für die Juden in Österreich zu gefährlich wird, schmiedet John einen unglaublichen Plan: getarnt mit falschen Papieren will er Isabelle als seine Frau nach Amerika retten, in der Hoffnung das sie ihm das mit ihrer Liebe dankt. In einem fremden Land gefangen in Freiheit, fügt sich Isabelle widerwillig ihrem Schicksal, doch ihr Herz gehört Dickie…
Sicher hat John vieles (aber eher eins bedingt durch das andere) falsch gemacht – aber er hat ihr letztendlich doch das Leben gerettet. Das scheint oder will Isabella nicht begreifen! Doch anstatt das (sachliche) Gespräch mit John zu suchen, verrennt sie sich in einem Geflecht von Hass und Intrigen mit weitreichenden Folgen. Sie spielt mit den Gefühlen anderer wie es ihr beliebt, da ist es fast nicht verwunderlich, dass sie deren Rache zu spüren bekommt.
Positiv hervorzuheben ist, dass dieses Buch nicht dem typischen „Heile-Welt-Klischee“ entspricht, sondern durch widerspenstige Charaktere besticht. So richtig ist mir keiner der Akteure sympathisch. Immer wenn ich den Eindruck hatte, er oder sie zeigen eine Spur Menschlichkeit, kam es postwendend anders. Und gerade dies macht das Buch so spannend und unberechenbar. Diese Geschichte vor einem schwierigen geschichtlichen Hintergrund anzusiedeln rundet das Ganze zusätzlich ab.
Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Leseempfehlung – und ich freue mich schon auf den nächsten Teil!

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Veröffentlicht am 10.02.2020

Erzähl mir was Schönes!

Erzähl´ mir was Schönes
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Ein sehr trauriges Thema, das jedoch mit einem lockeren Einstieg beginnt. Die todkranke Isabella und ihre beste Freundin Julia verbringen einen(letzten gemeinsamen Urlaub. Doch die Idylle trügt und Isabella ...

Ein sehr trauriges Thema, das jedoch mit einem lockeren Einstieg beginnt. Die todkranke Isabella und ihre beste Freundin Julia verbringen einen(letzten gemeinsamen Urlaub. Doch die Idylle trügt und Isabella verschweigt wie schlimm es wirklich um sie steht. Aber es gelingt ihr letztendlich nicht, ihren Zustand durch ihre gewohnte Fröhlichkeit zu überdecken. Das Wissen um eine Krankheit und das Erleben selbiger sind jedoch zwei verschiedene Dinge – so begreift auch Julia sehr rasch, dass bald nichts mehr so sein wird, wie es war. Und hinter allem schwellt ein Geheimnis, das nicht ans Licht kommen sollte….
Das Buch hat mich sehr positiv überrascht. Es ist nicht nur ein reines „ich trauere um dich“-Buch, sondern es geht viel tiefer. Durch Isabelles Tod wird Julia gezwungen sich auch mit sich selbst, ihren Leben, ihren Wünschen und ihren Vorstellungen auseinander zu setzten. Nicht alles ist angenehm, aber nur dadurch erfährt sie, was sie wirklich möchte – und setzt es auch (endlich) um. Natürlich kommt es auch hierbei zu Verwirrungen, aufgrund falscher Annahmen – noch eine weitere wichtige Botschaft: „redet miteinander!“.
Sehr berührt hat mich der Aspekt, dass man Totkranke nicht vor positiven Dingen, die einem widerfahren, schützen muss. Im Gegenteil, durch die Annahme, sie dadurch zu verletzten grenzt man sie noch mehr aus. Und dabei ist es noch das einzige bisschen Normalität, das sie haben – also: „Erzähl mir etwas Schönes“
Ein berührendes Buch, abseits vom Klischee, das ich weiterempfehlen kann!

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Veröffentlicht am 09.02.2020

Familienschicksal durch die Geschichte – welche ist die richtige Entscheidung?

Irmas Enkel
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Kriege, Zeit des Hoffens und Bangens sowie der Trauer und des Schmerzes prägten das Leben unserer (Ur)Großeltern. Einfache Menschen, durch die Geschichte getrennt oder zu Dingen gezwungen, deren sie sich ...

Kriege, Zeit des Hoffens und Bangens sowie der Trauer und des Schmerzes prägten das Leben unserer (Ur)Großeltern. Einfache Menschen, durch die Geschichte getrennt oder zu Dingen gezwungen, deren sie sich freiwillig nicht bekannt hätten. Das ist das Schicksal was die Generationen durchfließt und jeden mehr oder weniger prägt.
Leandra Moor ist es wunderbar gelungen die Lebensgeschichte ihrer Großmutter mit geschichtlichen Einflüssen und deren Auswirkungen zu verflechten. Vorhandene Lücken in der Familienbiografie wurden dabei stimmig gefüllt. Herausgekommen ist das überaus lesenswerte Buch „Irmas Enkel“, das mit Anni exemplarisch für viele Frauen ihrer Generation deren Leben durch Krieg, Besatzung und zwei deutsche Staaten schildert.
Mich hat dieses Buch sehr gefesselt und beeindruckt, viele neue, mir bisher noch nicht so bekannte Informationen konnte ich mitnehmen. Sehr gern empfehle ich es weiter!

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Veröffentlicht am 06.02.2020

Auftakt zu einem geschichtsträchtigen Epos

Der lange Krieg: Sohn des Achill
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Der greise Arimnestos erzählt rückblickend einer (offensichtlich zunehmenden) Menge an Zuhörern sein Leben. Als Sohn eines Bronzeschmiedes, wurde er nach den Kriegswirren um Theben in die Sklaverei nach ...

Der greise Arimnestos erzählt rückblickend einer (offensichtlich zunehmenden) Menge an Zuhörern sein Leben. Als Sohn eines Bronzeschmiedes, wurde er nach den Kriegswirren um Theben in die Sklaverei nach Ephesos verschleppt. Durch besonnenes Handeln erlangt er Ansehen und die Freiheit um sich dann einen Namen als Menschenschlächter zu machen.
Christian Cameron hat Hintergründe und geschichtliche Fakten gut recherchiert, jedoch fehlt diesem Wissenskompendium leider die Spannung. Die Kampfhandlungen ziehen sich sehr und sind meines Erachtens zu ausführlich, so dass ich oft gedanklich abgeschweift bin. Die vielen fremdländischen Namen und unbekannten Begriffen und Orte erschweren es zusätzlich, dem Geschehen folgen zu können (eine kurze Übersicht im Booklet bei der bereits enthaltenen Übersichtskarte wäre wünschenswert).
Erich Wittenberg als Sprecher gelingt es wieder hervorragend, die einzelnen Charaktere und Stimmungen wiederzugeben.
Im Großen und Ganzen eine solide Leistung, jedoch hat mich das Hörbuch leider nicht überzeugt (als Buch hätte ich es bestimmt schon längst aus der Hand gelegt).

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