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Veröffentlicht am 02.04.2024

Ein Umeinanderherumtänzeln

The Love Code. Wenn die widersprüchlichste Theorie zur großen Liebe führt
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Aufmachung und Werbung richten sich an LeserInnen von Ali Hazelwood - welche ich liebe, sodass ich dieses Buch super gerne hören wollte. Der Beginn ist noch recht vielversprechend, denn hier steigen wir, ...

Aufmachung und Werbung richten sich an LeserInnen von Ali Hazelwood - welche ich liebe, sodass ich dieses Buch super gerne hören wollte. Der Beginn ist noch recht vielversprechend, denn hier steigen wir, ganz wie es die Inhaltsangabe verspricht, in Melodys Collegezeiten ein, zu welcher Jeremy sie vor einem pöbelnden Mann rettet und die beiden schließlich miteinander schlafen. Hier stimmte die Chemie zwischen den beiden und ich freute mich sehr, von ihrer Reise zu lesen.

Danach verliert sich die Geschichte jedoch leider in vielen wirren Abbiegungen. Auch das Fake-Dating-Szenario ist nur ein kleiner Teil des Plots, so verschwindend gering, dass ich mir definitiv etwas anderes vorgestellt habe. Zunächst zieht Melody aufgrund ihres Traumjobs nach LA, wo sie Kontakt zu Jeremy sucht. Schnell verschmelzen die Freundeskreise der beiden. Hier fand ich es auch unglaublich schade, dass Melody scheinbar keine alten Freunde hat, denn in ihrer ersten Zeit ist sie sehr einsam, ehe sie sich mit Jeremys Freundin anfreundet und ihren Kreis hier ein wenig öffnet. Auch auf der Arbeit knüpft sie keine neuen Kontakte, auch hier ist Jeremy zur Stelle, sodass sich alles um dieses kleine Universum dreht. Dadurch konnte ich Melody schwieriger kennenlernen.

Danach geht es mehr um Jeremys ehemalige/ jetzige Beziehungen oder gar um die Beziehungen der Nebencharaktere, als um die beiden. Mit der Zeit ging für mich dadurch die Chemie verloren, sodass es mir irgendwann nicht mehr wichtig war, dass die beiden zueinander finden. Zudem war Jeremys Charakter recht stereotyp (gut aussehender, reicher Charakter mit wechselnden Frauengeschichten). Melody wirkte hier auf jeden Fall authentischer. Beim Hören gefiel mir der Schreibstil recht gut, aber alles andere konnte mich leider so wenig abholen, dass auch dieser nichts rausreißen konnte.

Die Sprecherin war sehr angenehm.

Alles in allem leider nichts für mich.

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Veröffentlicht am 31.03.2024

Wenn die Hörbuchsprecherstimme zum Anker wird

Zeilenflüstern (Sweet Lemon Agency, Band 1)
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Klara arbeitet in der Sweet Lemon Agency, in der durch eine glückliche Fügung nach einem Hörbuchsprecher gesucht wird. Auserwählt wird nicht irgendein Sprecher, sondern Noel - derjenige, der Klaras liebstes ...

Klara arbeitet in der Sweet Lemon Agency, in der durch eine glückliche Fügung nach einem Hörbuchsprecher gesucht wird. Auserwählt wird nicht irgendein Sprecher, sondern Noel - derjenige, der Klaras liebstes Hörbuch eingesprochen hört und dem sie seitdem quasi jeden Abend lauscht. Als die beiden aufeinandertreffen, sprühe sofort die Funken.

Erzählt wird abwechselnd aus Klaras und Noels Sicht. Kyra Groh hat wirklich eine Gabe, den Protagonisten Leben einzuhauchen. Die stille, gutmütige Klara, die als CODA Kind bereits einige negative Erfahrungen sammeln musste und sich daher nicht mehr traut, in jeder Situation sie selbst zu sein, trifft hier auf den zutiefst verunsicherten Noel, der sich selbst verloren hat und dadurch eine große Wut auf die Welt mit sich herumträgt. Auch die Nebencharaktere wurden unfassbar stark charakterisiert, beispielsweise Noels Familie, die als Kleinbetrieb aus der alten Schule bestimmte Werte haben, die sich mit Noels nicht vereinen lassen oder die Mitarbeiter der Sweet-Lemon-Agency, die ein wilder, bunter und spaßiger Haufen sind.

Während Klara und Noel sich näher kommen, müssen sie sich gleichzeitig ihren eigenen Dämonen stellen. Ich mochte die Entwicklung der beiden sehr, denn beide wissen eigentlich sofort, dass es die große Liebe ist und es gibt wenig Hin- und her. Auch interessant waren die Einblicke in Klaras Leben als CODA-Kind und ihre Ängste, die hiermit einhergehen, während Noel viel mit sich selbst gehadert hat und zutiefst unglücklich war. Meine liebsten Teile waren jedoch die Einblicke in die Agentur, weil es unfassbar Spaß gemacht hat, dieser Truppe beim arbeiten zuzusehen. Ein Glück gibt es noch zwei weitere Teile, die auch dort spielen. Der Schreibstil der Autorin hat dabei diese feinfühlige, sanfte Geschichte perfekt ergänz.

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Veröffentlicht am 24.03.2024

Ein kleiner, aber großherziger Werwolf

Rudi und das Gruselrudel − Rettung für den Wolf
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Rudi und das Gruselrudel ist der Beginn einer neuen Kinderbuchreihe rundum den Werwolf Rudi, der gemeinsam mit seinen Freunden Femi, der Mumie und Elli, dem Geist, Abenteuer in einer gespenstischen Welt ...

Rudi und das Gruselrudel ist der Beginn einer neuen Kinderbuchreihe rundum den Werwolf Rudi, der gemeinsam mit seinen Freunden Femi, der Mumie und Elli, dem Geist, Abenteuer in einer gespenstischen Welt erlebt. In diesem ersten Band entdeckt Rudi einen kleinen Wolf, der scheinbar seine Familie verloren hat und begibt sich sofort auf die Suche, um diese zu finden.

Die Geschichte beginnt im Skaterpark, wo man einen kurzen Einblick in die Freundschaftsdynamik erhält. Rudi ist ein mutiger kleiner Werwolf mit einem großen Herz, der, nachdem er das verlorene, einsame Wolfsjunge findet, sich sofort um ihn kümmern möchte. Seine Eltern sind zunächst jedoch nicht allzu begeistert, weshalb er sich alleine und mitten in der Nacht im Knarzborken-Wald alleine auf die Sucht macht und hier so allerlei verschiedenen Wesen begegnet.

Die Geschichte macht Spaß und ist kurzlebig, wozu insbesondere die spannenden Illustrationen mit ihren starken Kontrasten beitragen. Es gibt einige kurze, lehrreiche Momente, beispielsweise der Wunsch, Entscheidungen als Rudel zu entscheiden. Außerdem wird die Spannung durch die Atmosphäre und die Suche selber geschaffen und es gibt hier keinen klaren Bösewicht. Die Trolle oder das Skelett werden in die Geschichte verwickelt und haben so ihre Eigenarten, ohne Rudi und Wolfi etwas Böses zu wollen.

Ich hätte mir ein wenig mehr Einblicke in die Welt selber gewünscht. Eine Weile dachte ich beispielsweise noch, dass Wolfi möglicherweise auch ein Werwolf sei und sich verwandeln würde. Außerdem haben die Freunde von Rudi nur zu Beginn und zum Ende einen relativ kurzen Auftritt. Da sie im Einband vorgestellt wurden, hatte ich mir die drei als Einheit vorgestellt und hätte mir gewünscht, sie wären stärker mit einbezogen worden, aber vielleicht passiert das noch in den Folgebänden.

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Veröffentlicht am 24.03.2024

Übernatürlich-sarkastischer Lesespaß

Hunting Souls (Bd. 1)
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In "Hunting Souls" erzählt Tina Köpke die Geschichte von Katrina, einer Untoten, und Tate, einem Jäger von allem Unnatürlichen. Die beiden werden unfreiwilliger Weise aneinandergebunden und müssen sich ...

In "Hunting Souls" erzählt Tina Köpke die Geschichte von Katrina, einer Untoten, und Tate, einem Jäger von allem Unnatürlichen. Die beiden werden unfreiwilliger Weise aneinandergebunden und müssen sich gleichzeitig den Gefahren ihrer magisch-finsteren Welt stellen. Aus einer unfreiwilligen Allianz entsteht mit der Zeit ein richtiges Dream-Team.

Das Buch ist eine große Empfehlung für Fans der Adams-Familie oder der Netflix-Serie Wednesday. Sobald man mit "Hunting Souls" startet, fühlte ich mich in die Serie zurückversetzt, nicht zu Letzt aufgrund von Katrina und ihrer liebenswürdig-schrägen Familie. Die Charaktere sind ein großer Pluspunkt dieses Buches. Katrina bezeichnet ihre eigenen Gefühle als "in Watte gepackt" und verhält sich dementsprechend meist passiv-sarkastisch. Ziemlich vieles scheint ihr egal oder sie hat nur einen kurzen Spruch dafür übrig, allerdings würde sie für ihre Familie alles tun (woran man dann doch merkt, dass ihr doch nicht alles egal ist). Ihre Schwester Lyn dagegen ist ein glückseliges Feuerwerk, der ihr absolutes Gegenteil scheint. Ihr Bruder kommt nur kurz vor und ihre Eltern sind wohlwollend und sympathisch. Sie empfanden jeden - wirklich jeden - mit offenen Armen. Denn da wäre noch die Jäger-Familie, die ihnen gegenüber eingezogen ist und zu denen auch Tate gehört. Tate ist locker, freundlich und meist entspannt. Er ist der perfekte Gegenpart für Katrina.

Ein Großteil des Buches stellt während der Hauptstory auch die Fraktionen Jäger und Übernatürlich gegenüber. Beide Seiten kämpfen hier mit so einigen Vorteilen. Es kommen daher sowohl einige verschiedene Jäger, als auch viele Arten an Übernatürlichen vor - und mitten Katrina und Tate, die sich nichts schenken.

Geliebt habe ich an diesem Buch den Schreibstil. Er lässt einen nur so durch die Seiten fliegen und auch am Alltag der beiden teilhaben. Die Dialoge sprühen nur so für Funken und man kann die Beziehung von Katrina und Tate Stück für Stück dabei beobachten, wie sie wächst. Inhaltlich gibt es mehrere Handlungsstränge, die es zu verfolgen gilt und die bereits zu Beginn des Buches aufkommen. Diese klangen super spannend und ich war voller Vorfreude, hier mit zu rätseln. Leider werden diese nur sporadisch weiterverfolgt, sodass sich hier kaum Entwicklungen zeigen. Dinge, die eigentlich wichtig erscheinen, rücken oftmals in den Hintergrund und man beobachtet dann doch eher den Alltag von Übernatürlichen und Jägern. Es bleiben daher viele offene Fragen für Band 2, auf den ich mich sehr freue. Und das Ende kommt dann auch nochmal mit einem Knall daher, der das Warten um einiges erschwert.

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Veröffentlicht am 24.03.2024

Große Liebe inmitten eines spezienübergreifenden Zerwürfnisses

Bride – Die unergründliche Übernatürlichkeit der Liebe
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Ich liebe Ali Hazelwood und auch bei diesem Buch ist ihr fantastischer, humorvoller, wissenschaftlicher und empathischer Schreibstil ein tragendes Element, welches "Bride" zu einem spaßigen Leseerlebnis ...

Ich liebe Ali Hazelwood und auch bei diesem Buch ist ihr fantastischer, humorvoller, wissenschaftlicher und empathischer Schreibstil ein tragendes Element, welches "Bride" zu einem spaßigen Leseerlebnis macht. Dies ist ihr erster Ausflug ins Fantasy-Genre und sie macht es auf so Ali-typische Weise, dass ich allein diesen Punkt unfassbar sympathisch finde.

In "Bride" geht es um Misery (ja, allein der Name ist schon eine einzige Parodie), eine Vampirin, die von ihrer Art zwangsverheiratet wird, um den Frieden zu sichern. Misery war bereits zuvor als Absicherung bei den Menschen, was dazu führte, dass sie sich nirgends heimisch fühlt und sich auch nicht immer wie eine typische Vampirin verhält. Ihr quasi Ehemann ist Lowe, der Alpha und damit Anführer der Werwölfe. Während Misery also gezwungenermaßen bei den Werwölfen lebt und sie und ihre Gebräuche näher kennenlernt, sucht sie gleichzeitig nach ihrer besten Freundin Serena, die plötzlich verschwunden ist und seitdem kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben hat.

Wie immer stecken Alis Charaktere voller Liebe. Sowohl Misery, als auch Lowe sind extrem empathische Charaktere, die einander trotz der physischen Unterschiede viel Verständnis entgegenbringen. Zu Beginn sind viele Interaktionen noch von gegenseitigem Umeinanderherumschleichens geprägt, da ihnen die Absichten des jeweils anderen nicht immer klar sind.

Inhaltlich ist es ein eher ruhiger Fantasy-Roman, der ohne große Action-Szenen auskommt. Tatsächlich macht Ali Hazelwood hier meist einen Cut, springt ins nächste Kapitel und erzählt das Geschehen lieber rückblickend. Der Roman entscheidet sich ebenfalls dahingehend, dass die Autorin auch hier einen wissenschaftlichen Aspekt hineinbringt und die Spezien darstellt, als wären sie evolutionär entstanden. Dieses Was-wäre-wenn war interessant und spannend und bringt den ein oder anderen, neuen Aspekt mit in das Genre.

Handlungstechnisch passierte insbesondere zu Beginn eher wenig. Hier erwischte ich mich leider immer wieder dabei, wie ich das Buch kurzzeitig bei Seite legte. Sobald Lowe und Misery einander jedoch näher kommen und deren Liebesgeschichte stärker im Vordergrund liegt, wollte ich das Buch nicht mehr beiseite legen.

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