Wenn Dunkelheit zur Stärke wird
Shadowrunner 1. Aufbruch ins Reich der Schatten,Shadowrunner 1, Aufbruch ins Reich der Schatten“ von Melissa C. Hill & Marie Beschorner ist ein Buch, das mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen hat. Die Idee, in eine dunkle, magisch schillernde ...
,Shadowrunner 1, Aufbruch ins Reich der Schatten“ von Melissa C. Hill & Marie Beschorner ist ein Buch, das mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen hat. Die Idee, in eine dunkle, magisch schillernde Welt einzutauchen, in der Licht und Schatten nicht nur atmosphärisch, sondern auch erzählerisch eine Schlüsselrolle spielen, fand ich einfach fantastisch.
Was mich gleich begeistert hat, ist die Prämisse: Quinn, ein scheinbar normales Mädchen, das nie am Tag das Haus verlassen darf, weil die Sonne ihr angeblich schaden könnte, entdeckt, dass sie in Wahrheit mächtige Schattenkräfte besitzt und in eine andere Welt stürzt, Noctura, ein Reich, in dem Dunkelheit mehr Bedeutung hat als irgendwo sonst. Diese Grundidee wirkt mysteriös und anziehend zugleich, wie ein dunkles Tor, durch das man selbst unbedingt hindurchtreten möchte.
Optisch ist das Buch auch ein echter Hingucker. Das Cover hat eine Mischung aus düsteren Farben, leuchtenden Akzenten und Geheimnissen im Hintergrund, genau das richtige für eine Geschichte, in der Schatten lebendig sind. Es passt perfekt zur Stimmung des Buches und macht einfach Lust, direkt reinzulesen. Außerdem sind die Illustrationen von Marie Beschorner ein kreatives Highlight, das die Atmosphäre noch unterstreicht und ein bisschen wie ein visuelles Fenster nach Noctura wirkt.
Die Charakterentwicklung von Quinn ist aus meiner Sicht das Herzstück dieses ersten Bands. Am Anfang ist sie unsicher, hat kaum Erfahrungen mit anderen Menschen und muss lernen, sich selbst zu verstehen, mit allem, was sie in Noctura entdeckt. Ihre Entwicklung von einem zurückgezogenen Mädchen zu jemandem, der lernt, seine Schattenkräfte zu akzeptieren und Verantwortung zu übernehmen, hat mich wirklich mitgenommen. Auch ihre Beziehungen zu Robin und Morgan, ihren neuen Freunden, sind glaubwürdig und warmherzig beschrieben.
Natürlich gibt es auch Momente, die man kritisch sehen kann: Für ältere Fantasyfans wirken manche Elemente vielleicht ein bisschen klassisch oder vertraut, Internat, magische Ausbildung, Abenteuer im Schattenreich. Aber gerade für die Zielgruppe (empfohlen ab etwa 10 Jahren) sorgt genau dieser vertraute Mix dafür, dass die Geschichte schnell zugänglich und spannend ist.
Was ich außerdem sehr gelungen fand, ist, wie spannend und atmosphärisch sich die Welt entfaltet. Man merkt richtig, wie viel Liebe zum Detail in die Beschreibung von Noctura gelegt wurde, die Stimmung, die Geheimnisse, die ersten Herausforderungen für Quinn: alles fühlt sich stimmig an. Und obwohl manche Wendungen vielleicht vorhersehbar sind, hat mich das überhaupt nicht gestört, im Gegenteil, es war einfach schön, mitzufiebern und Quinn auf ihrem Weg zu begleiten.
Ein kleiner Kritikpunkt, den ich anmerken möchte: An manchen Stellen wirkt der Schreibstil etwas jugendlich einfach, was aber wiederum perfekt zur Zielgruppe passt. Für Fans komplexerer Fantasy kann das eventuell zu schlicht wirken, aber hey, für mich war genau diese Leichtigkeit ein Pluspunkt, weil ich so super durch die Kapitel „durchgerutscht“ bin!
Alles in allem hat mich „Shadowrunner 1“ voll überzeugt. Es ist fesselnd, stimmungsvoll und liebevoll gestaltet und genau so ein Buch, das man gerne jungen Leserinnen und Lesern in die Hand geben kann, die Lust auf ein Fantasyabenteuer haben, das sowohl Herz als auch Neugierde anspricht. Die Charaktere wachsen einem ans Herz, die Welt ist faszinierend, und nach dem Ende wollte ich sofort mehr wissen!
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen, weil es einfach Spaß macht, Quinns Reise zu begleiten, in die Schattenwelt Noctura einzutauchen und sich auf den zweiten Band zu freuen!