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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.06.2019

Die Welt hinter Instagram

So schöne Lügen
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Dieses Buch wird sicher auch ein wenig polarisieren, denn Tara Isabella Burton hat einen ausgefallenen und vielleicht auch gewöhnungsbedürftigen Schreibstil. Ich muss zugeben, dass ich ihn toll finde und ...

Dieses Buch wird sicher auch ein wenig polarisieren, denn Tara Isabella Burton hat einen ausgefallenen und vielleicht auch gewöhnungsbedürftigen Schreibstil. Ich muss zugeben, dass ich ihn toll finde und die vielen Einschübe, Klammern, Gedankenstriche und kurzen Sätze (die teilweise aus zwei oder sogar nur einem Wort bestehen) liebe. Mich hat sie mit ihrer Art überzeugt, wer sich unsicher ist, sollte unbedingt die Leseprobe ansehen.

In diesem Buch geht es um Louise, die bald 30 wird und New York – der Stadt der Träume – lebt. Ihr Traum ist es Schriftstellerin zu werden. Oder vielleicht auch etwas anderes, Hauptsache sie wird irgendjemand der gut von ihrem Einkommen leben kann. Denn das ist nicht so einfach, wenn man nicht von zu Hause schon genug Geld hat. Und genau das hat Lavinia. Sie ist It-Girl, das bedeutet ihre Arbeit ist es auf die tollsten Partys zu gehen und noch tollere Fotos davon zu posten. Lavinia sieht umwerfend aus, trägt die schönsten Kleider und hat eine Menge Freunde. Sie lernt Louise kennen und führt sie in die Glitzerwelt New Yorks. Vielleicht beneidet man Louise anfangs darum, dass sie in die angesagtesten Clubs kommt und dort Champagner trinkt. Aber alles hat Schattenseiten und je enger der Kontakt der beiden jungen Frauen wird, desto mehr muss Louise lügen. Ihr Alter, ihre Kleider, ihre Haare – alles ist irgendwann falsch und aus dieser Spirale kann sie nicht entkommen.

Mich hat dieses Buch gefesselt, weil es schonungslos die Welt hinter Instagram und Co zeigt. Perfekte Fotos von wunderschönen (blonden) Frauen: Schlank, durchtrainiert und unheimlich glücklich. Vor den schönsten Sonnenuntergängen in einer der interessantesten Städte der Welt. Natürlich ist die Welt dahinter nicht immer so dramatisch, aber es macht Spaß mit Louise hinter den Vorhang zu blicken und sich vorzustellen, wie es sein könnte.

Veröffentlicht am 22.06.2019

Ein Buch, um sich in die Provence zu träumen

Die Katze im Lavendelfeld
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Das Buch beginnt damit, dass Alice ein Haus für sich und ihren Mann sucht. Sie hat bestimmte Vorstellungen, der Makler versucht zu überzeugen… das ganze vor der herrlichen Kulisse der Provence. Alice hat ...

Das Buch beginnt damit, dass Alice ein Haus für sich und ihren Mann sucht. Sie hat bestimmte Vorstellungen, der Makler versucht zu überzeugen… das ganze vor der herrlichen Kulisse der Provence. Alice hat Freunde, zwei Katzen und lebt ein beschauliches und glückliches Leben im Süden Frankreichs.
Dann wird klar, dass es ein paar Risse gibt, die zunächst ganz fein sind: Jeanin, eine gute Bekannte und Freundin von Alice vergisst immer mehr. Bald lässt sich nicht mehr leugnen, dass sie dement wird. Eine kleine Findelkatze heitert sie nur kurz auf, denn schon bald weiß sie nicht mehr woher die junge Glückskatze kommt. Alices Freund scheint sich nicht zu melden – oder nicht melden zu können? Und dann ist da noch George, der ein kleines Restaurant führt, aber auch nicht wirklich glücklich ist.

Dies ist ein Liebesroman und natürlich wendet sich am Ende alles zum Guten. Aber der Weg dorthin ist turbulent und auch ein wenig spannend, was dieses Buch interessant macht. Mich hat es jedenfalls gut unterhalten – besser noch als die beiden Vorgänger.
Nur wer keine Katzen mag oder gerade eine Diät macht, sollte die Finger von diesem Buch lassen. Die provencalischen Köstlichkeiten werden ausführlich beschrieben und dazu gibt es natürlich immer einen guten Wein. Man möchte auf der Stelle umziehen und sich ganz in der Nähe von Alice, George und Jeanine niederlassen!

Veröffentlicht am 20.06.2019

Nicht der beste Band dieser Reihe

Eine unbeliebte Frau (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 1)
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Ich habe einige neuere Bücher dieser Reihe gelesen und wollte nun (nach langer Zeit noch einmal) den Anfang dieser Reihe lesen. Ehrlich gesagt halte ich es nicht für das beste Buch von Nele Neuhaus, stellenweise ...

Ich habe einige neuere Bücher dieser Reihe gelesen und wollte nun (nach langer Zeit noch einmal) den Anfang dieser Reihe lesen. Ehrlich gesagt halte ich es nicht für das beste Buch von Nele Neuhaus, stellenweise empfand ich das Zuhören eher als anstrengend.

Es beginnt mit einem Selbstmord, ein erfolgreicher Oberstaatsanwald wird erschossen aufgefunden. Kurze Zeit später wird unter einem Aussichtsturm die Leiche einer jungen Frau gefunden – auch ein Selbstmord? Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff ermitteln zum ersten Mal gemeinsam. Dies geschieht recht erfolgreich und sie haben schnell eine Vielzahl von Verdächtigen.
Die Tote war sehr hübsch und genauso unbeliebt, besonders bei anderen Frauen. Bei ihren Ehemännern hatte sie dagegen hin und wieder Erfolg.
Das Leben – der Toten und der anderen Hauptcharaktere – spielt sich dabei auf einem Reiterhof ab. Es geht um Geld, Pferdeverkäufe und Eifersucht. Praktisch jeder (und jede!) hätte am Ende ein Motiv für einen Mord, was die Spannung ein wenig gedämpft hat.
Das Setting war für mich nicht unbedingt reizvoll, mit Reiten habe ich eigentlich nichts am Hut. Für Pferdefans sicher ein toller Schauplatz für eine Verschwörung!

Veröffentlicht am 11.06.2019

Toller Syltkrimi mit viel Hintergrundinformation

Finsteres Kliff
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Für mich war es das erste Buch von Sabine Weiß – aber ich bin sofort ein Fan geworden. Die Reihe um die Kommissarin Liv Lammers werde ich sicher komplett lesen und weiter verfolgen.

Die Geschichte spielt ...

Für mich war es das erste Buch von Sabine Weiß – aber ich bin sofort ein Fan geworden. Die Reihe um die Kommissarin Liv Lammers werde ich sicher komplett lesen und weiter verfolgen.

Die Geschichte spielt auf Sylt, der Heimatinsel von Liv, die mittlerweile in Flensburg wohnt. Beim traditionellen Biike-Brennen wird ein junger Mann getötet. Er und seine Freunde sind Wikinger-Fans, mögen LARP und Schaukämpfe. Der Gerichtsmediziner geht von einer ungewöhnlichen Tatwaffe aus: Könnte es ein antikes Sax sein? Die Clique des Toten interessiert sich ebenfalls sehr für die Wikingerzeit und unter ihnen sind sogar zwei Sondengänger, die echte Schätze bergen.

Die Autorin erzählt den Kriminalfall mit unglaublich viel Liebe zum Detail. Es fängt mit den typischen Namen der Protagonisten an (Bente, Momke, Ionna) und geht weiter mit den politischen und geschichtlichen Besonderheiten Sylts. So wird weder die dänische Minderheit ausgelassen, noch die Grabhügel der Bronzezeit. Die Figuren sind alle lebendig und gut ausgearbeitet. Die Beschreibung der Insel ist phantastisch und auch wenn man Bekanntes entdeckt, so ist man meist abseits der Touristenpfade unterwegs.
Dann gibt es da natürlich auch noch den Mordfall (später kommt eine Entführung dazu). Mich hat der Fall absolut überzeugt, ich hatte bis zum Schluss keine überzeugende Theorie, wer der Täter sein könnte.

Veröffentlicht am 10.06.2019

Die Stollen von Zitrabyt

Kalt wie Eis
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Wir befinden uns an der kalten Küste des Firnmeeres, in der Küstenstadt Zitrabyt. Auf dem Cover erkennt man die beiden Helden der Geschichte: Gnom Baro und Vargin Marca. Die beiden reisen (aus Gründen ...

Wir befinden uns an der kalten Küste des Firnmeeres, in der Küstenstadt Zitrabyt. Auf dem Cover erkennt man die beiden Helden der Geschichte: Gnom Baro und Vargin Marca. Die beiden reisen (aus Gründen die mir nicht klar sind – aber das kennt man als Rollenspieler ja) durch die Welt. Dort warten jede Menge Abenteuer auf sie und in Zitrabyt wartet erst einmal die Hafenmeisterin, die den beiden sozusagen einen Auftrag erteilt. Es gibt Spannungen zwischen den großen Zwergensippen und der Frieden ist gefährdet. Zur Unterstützung wird den beiden die Gletscherzwergin Yalia an die Seite gestellt. Zusammen sollen sie das Rätsel um die merkwürdigen Ereignisse lösen.

Auch wenn Yalia hier selbst keine Einheimische ist, führt sich durch die Stollen der Hafenstadt und klärt Baro und Marca über die Eigenheiten der verschiedenen Sippen auf. Auch die Stadt selbst ist liebevoll beschrieben und man bekommt direkt Lust ein Abenteuer in Zitrabyt oder einer ähnlichen Hafenstadt zu schreiben.

Das Abenteuer selbst ist solide, aber nicht übermäßig spannend. Eine gute Basis bietet es aber und vor allem gute Gründe, in den Stollen der Hafenzwerge herumzuschnüffeln.
So richtig nah bin ich den Charakteren leider nicht gekommen, mir fehlte ein Hintergrund. Wo kommen sie her? Woher kennen sie sich? Es scheint wie in einer neuen Gruppe zu sein, man setzt sich zusammen, die Charaktere sind zufällig in der gleichen Hafenkneipe und nehmen einen Auftrag an: Kennenlernen abgeschlossen.