Dunkle Elemente - aber für mich kein Dark Romance
Limerence“Limerence“ ist ein Buch mit vielen Facetten. Es überzeugt mit einem tollen Schreibstil und die Dynamik zwischen den Hauptprotagonisten Poppy und Adrian hat mir gut gefallen.
ABER vorab: Ich würde es ...
“Limerence“ ist ein Buch mit vielen Facetten. Es überzeugt mit einem tollen Schreibstil und die Dynamik zwischen den Hauptprotagonisten Poppy und Adrian hat mir gut gefallen.
ABER vorab: Ich würde es definitiv NICHT als klassische Dark Romance ab 18 Jahren einordnen, sondern eher als New Adult-Romance mit einigen dunklen Nuancen… hier finde ich die Verlagseinordnung nicht passend. Infolge des Stickers („Empfehlung ab 18 Jahren“) bin mit anderen Erwartungen an das Buch herangegangen und habe mich oft gefragt, wann das Buch denn nun in die Richtung „Dark Romance“ einschlägt. Wer hier viel Spice erwartet, wird ihn nicht finden.
Zu Beginn hat man das Gefühl eher einen Thriller oder eine Suspense Romance zu lesen. Wie der Klappentext verrät, geschieht auf dem Schulcampus ein tödliches Ereignis und Poppy will herausfinden, was passiert ist, weil sie nicht an einen Suizid glaubt. Ihr Gefühl führt sie unweigerlich zum Goldjungen der Schule, Adrian Ellis. Hier erfüllt das Buch einige typische Rollenklischees. Dich nicht alles ist auf den ersten Blick, wie es scheint.
Mir hat es gut gefallen, wie sich die Spannung zwischen den beiden langsam aufgebaut hat. Es hat auf mich authentisch gewirkt und besonders die Dialoge haben teile eine Tiefe in Bezug auf Ehrlichkeit und Offenheit gehabt, die ich wirklich toll fand! Man hatte das Gefühl hier wirklich das wachsende Vertrauen zu spüren, tolle Darstellung der Vertrauensentwicklung!
Die Geheimnisse und dunkle Elemente haben die Geschichte begleitet, aber nur punktuell Raum eingenommen. Hier fehlte es mir an einigen Stellen an wirklichen Auseinandersetzung oder gar Infragestellung. Es fühlte sich eher so an, als wären Handlungsweisen schnell erklärbar und dadurch legitimiert - eine moralische Betrachtung bliebt hingegen schwach. An dieser Stelle also vielleicht doch berechtigt, eine Empfehlung erst ab 18 Jahren auszusprechen.
Bei manchen Szenen frage ich mich im Nachgang, warum es sie konkret gab. Manchmal wirkte es auf mich so, als müsste etwas erzählt werden, damit man dann ein kleines Mosaik daraus wieder verwenden kann (z. B. den Dinerbesuch von Liz und Poppy und generell die Rolle von Liz). Die dargestellten Erwachsenen waren oft ohne Tiefe, so fehlte es dem Schuldirektor an Autorität, Rückhalt und Verantwortungsbewusstsein, Poppys Mutter hat sich hauptsächlich kindisch und gehässig verhalten und Rick war nur eine leere Hülle für Konfliktpotenzial…
Die „Liebesgeschichte“ baut sich schon fast keusch auf, sodass man seeeeeehr lange wartet, bis die beiden überhaupt körperlich aufeinander zugehen. Beide Charaktere wirkten auf mich teils älter als 18 Jahren und haben zugleich manchmal sehr einfach und impulsiv agiert.
Im hinteren Teil nahm die Geschichte dann langsam Fahrt auf, um dem Genre Dark Romance anzugehören. Ich hoffe, dass Band 2 hier mehr Spannung reinbringt, den Grundstein hat Band 1 aus meiner Sicht gelegt.