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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2019

Ein wundervolles Buch

Ein Kuchenstück zum Liebesglück
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Vor ein paar Jahren (um genau zu sein im Mai 2015) habe ich schon ein Buch von Britta Orlowski gelesen. („Land oder Liebe„). Auch wenn in einem anderen Verlag erschienen, und jeweils einzeln lesbar, hängen ...

Vor ein paar Jahren (um genau zu sein im Mai 2015) habe ich schon ein Buch von Britta Orlowski gelesen. („Land oder Liebe„). Auch wenn in einem anderen Verlag erschienen, und jeweils einzeln lesbar, hängen die Bücher miteinander zusammen. Sie spielen nämlich alle auf dem Mehrgenerationenhof in Bützer.

Zur Bützer-Reihe gehören:
– Land oder Liebe
– Liebe misst man nicht in Jahren
– Solange deine Schatten flüstern
– Ein Kuchenstück zum Liebesglück
(Und „Maistöcke“ – aber das ist ein historischer Roman)

Jedes Buch hat also seine Hauptcharaktere, aber man trifft auch alte Bekannte wieder.
In „Ein Kuchenstück zum Liebesglück“ steht die 19-jährige Cosima im Vordergrund, die schon vor einer Weile auf den Hof gezogen ist, sich mittlerweile eingelebt hat und das Hof-Café führt. In der Thematik des Backens geht Cosima sehr auf. Toll finde ich, dass einige der beschriebenen Rezepte im Buchanhang zu finden sind. Auch mit der Dekoration des Cafés gibt Cosima sich sehr viel Mühe.
Dann wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Denn Vincent taucht immer wieder auf dem Hof auf, den sie von früher kennt, weil ihre Eltern in denselben gehobenen Kreisen verkehren.
Weil sie in den Hofbewohnern eine richtige Familie gefunden hat, in der aufeinander geachtet und sich gegenseitig unterstützt wird, hat sie sich verändert – was auch Vincent nicht entgeht. Und plötzlich gerät auch seine Welt ins Wanken.

Das Cover finde ich zuckersüß – und natürlich auffällig. Die Cover der ersten beiden Bützer-Bände haben mir besser gefallen und es wäre natürlich schön gewesen, wenn sich die Cover der Bände ähneln würden, damit man einen Wiedererkennungswert hat – das ist bei verschiedenen Verlagen aber natürlich schwierig.
Im Vergleich zu anderen Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, wird in diesem viel gesprochen und wenig „bildgewaltig die Umgebung beschrieben“. Am Anfang fand ich das ein bisschen irritierend – andererseits habe ich mich die ganze Zeit gefühlt, als säße ich daneben und würde einfach zuhören. Irgendwie gab mir das das Gefühl, als würde ich die Charaktere persönlich kennen – was sicherlich auch daran liegt, dass die Erzählperspektive zwischen Cosimas und Vincents Sicht wechselt.
Ich habe mich schon auf der ersten Seite wieder total wohl gefühlt auf dem Mehrgenerationenhof und ich bin immer noch geflasht von dieser Idee. Schon 2015 hat mich das beeindruckt. Jetzt sitze ich hier, in meinen eigenen vier Wänden … vor 2 Jahren haben mein Mann und ich ein Haus gekauft und sind in unsere Wahlheimat (ins wunderschöne Romantische Franken) gezogen. Natürlich kennen wir hier noch nicht so viele Leute. Da wäre ein Mehrgenerationenhof natürlich Gold wert … aber wenn ich den nicht haben kann, kann ich zumindest den sozialen Gedanken dahinter übernehmen – denn in unserer Nachbarschaft gibt es auch ganz liebe Menschen, die sich um uns kümmern und wir um sie. Als ich heute z. B. die leckeren Apfelrosen gebacken habe (Fotos auf Instagram), habe ich den Nachbarn natürlich welche rübergebracht. Ich finde es immens wichtig, dass man auf sein Umfeld achtet, andere umsorgt und unterstütz – und wenn man selbst auch Hilfe und Unterstützung bekommt, wenn man sie braucht.

Dieses Rezensionsexemplar habe ich über die Leserunde bei Lovelybooks bekommen. Daher geht ein Dank an Lovelybooks, einer an den Niemeyer Verlag und ein besonders großer an Britta Orlowski – denn die hat in ihrer Bützer-Reihe ein großes Stück Heimatgefühl, Geborgenheit und Liebe eingearbeitet.

Veröffentlicht am 19.04.2019

Glückssterne

Glückssterne
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Glückssterne war mein erstes Buch von Claudia Winter. Kennengelernt habe ich die Autorin auf der LitLove und irgendwann fiel mir eines ihrer Bücher an einem Mängelexemplartisch in die Hände – da habe ich ...

Glückssterne war mein erstes Buch von Claudia Winter. Kennengelernt habe ich die Autorin auf der LitLove und irgendwann fiel mir eines ihrer Bücher an einem Mängelexemplartisch in die Hände – da habe ich dann sofort zugegriffen.

In Glückssterne geht es vor allem um Josefine, die eine erfolgreiche Anwältin ist und kurz davor steht, einen ihrer Kollegen zu heiraten – was ihre Familie nicht ganz so toll findet.
Als ihre Cousine mit einem schottischen Straßenmusiker durchbrennt, reist Josefine ihr hinterher. Denn den Familienring hat Charlie auch noch mitgehen lassen – und den braucht Josefine für die Hochzeit unbedingt.
Bei der chaotischen Reise durch die schottischen Highlands muss Josefinde mehrmals all ihre Pläne über den Haufen werfen und gerät von einem Schlamassel in den nächsten.

Es war sehr amüsant, Josefinde auf ihrem Weg zum Glück zu begleiten. Wirklich identifizieren konnte ich mich aber nicht mit ihr, weil es einfach zu abgedreht war. Die Story würde als solche aber super in einen Hollywood-Film passen. Auch wenn ich mich beim Lesen wohlgefühlt habe, ist mir doch aufgefallen, dass die Autorin zur übermäßigen Nutzung von bescheibenden Adjektiven neigt. Dadurch wirkt das Buch zwar bildgewaltig, aber als Leser fühlt man sich „nur“ als Zuschauer, nicht als wäre man mittendrin. Schade fand ich auch, dass der männliche Protagonist zwar Konditor ist und im Buch Rezepte sind, die Protagonisten aber nie zusammen backen oder kochen (Josefine isst nicht mal von allem, was an Rezeptem im Buch ist etwas …).

Ich hatte also einige schöne, amüsante und schottlandsehnsüchtige Lesestunden.

Veröffentlicht am 11.04.2019

Band 2 der Lighthous-Saga

Sommerträume auf Cape Cod
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Andrew Hunter ist mit seinen Kräften und Nerven am Ende. Nach mehreren schlaflosen Schichten in der Notaufnahme, muss er raus aus der Stadt. Doch die Probleme auf der Arbeit sind nicht seine einzige Sorge. ...

Andrew Hunter ist mit seinen Kräften und Nerven am Ende. Nach mehreren schlaflosen Schichten in der Notaufnahme, muss er raus aus der Stadt. Doch die Probleme auf der Arbeit sind nicht seine einzige Sorge. Auch der Gesundheitszustand seines Vaters lässt ihm keine Ruhe.

Es ist Jahre her, dass er im Sommerhaus seiner Familie auf Cape Cod war. Eigentlich wollte er nie dorthin zurückkehren – denn Sunset Cove ist voller Erinnerungen … an bessere Zeiten, an ausgelassene Sommertage, an Holly – seine Jugendliebe – und an ein schreckliches Ereignis, das seine Familie entzweit hat.
Doch noch weitere Personen aus Andrews und Hollys Vergangenheit tauchen auf Cape Cod auf. Gerade als die beiden sich etwas näher kommen, drohen Schatten aus der Vergangenheit alles zu zerstören. Nicht nur die zarten Bande zwischen Holly und Andrew, auch das Freeway – das Restaurant, das Holly von ihren Eltern übernommen hat – und ihr kleiner Bruder, um den sie sich kümmert, sind in Gefahr.

Ein rasanter und dramatischer zweiter Teil der Lighthouse-Reihe mit Suchtfaktor! Besonders schön finde ich, dass es auch ein Wiedersehen mit Marie und Niclas aus Band 1 gibt und dass man schon erahnen kann, wer in Band 3 die Hauptrollen besetzen wird.

Ella Thompson hat einen unvergleichlich tollen schreibstil. Und die Cover der Lighthouse-Saga sind wunderschön (gestaltet von Eisele Grafik Design, München).

Veröffentlicht am 08.03.2019

Social Media vs Real Life

Nebenan funkeln die Sterne
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Dieses Buch trifft wirklich den Nerv der Zeit und regt auch zum Nachdenken an.

Sind die sozialen Medien Fluch oder Segen?

Für Emma Martins ist Instagram die Chance, um so zu tun, als sei alles normal ...

Dieses Buch trifft wirklich den Nerv der Zeit und regt auch zum Nachdenken an.

Sind die sozialen Medien Fluch oder Segen?

Für Emma Martins ist Instagram die Chance, um so zu tun, als sei alles normal und als führe sie ein supertolles Stadtleben in London. Dabei spielt sich ihr Alltag nur in ihrer kleinen Wohnung mit Dachterasse ab.
Nach einem tragischen Ereignis in Deutschland, flüchtete sie sich nach London. Dort lebt sie monatelang zurückgezogen und mit der Außenwelt nur durch soziale Medien verbunden bis … ja bis der attraktive Nathan die Nachbarwohnung bezieht und sich mit ihr ab diesem Zeitpunkt die Dachterasse teilt. Von da an ist Emma gezwungen, offline Kontakt zu anderen Menschen zu haben und ihre Wohnung immer mal wieder zu verlassen.
Das bringt ihr wohlgeordnetes Leben durcheinander und birgt die Gefahr, dass ihre Happy-Life-Lügen auf Instagra auffliegen – und das will sie wirklich nicht; gleichzeitig möchte sie sich Nathan öffnen – aber beides geht eben nicht.

Das Cover finde ich super ansprechend gestaltet – es hat mich sofort angesprochen und ich wollte direkt wissen, worum es geht. Am Anfang hat es ein bisschen gedauert, bis ich mich in Emmas Alltag hineingelesen hatte, doch ab der Hälfte konnte ich es überhaupt icht mehr aus der Hand legen.

Ich fand dieses Buch wirklich toll – denn es behandelt eine brandaktuelle Thematik. Ich konnte mich gut in Emma hineinfühlen und ihre Gedanken nachvollziehen, obwohl ich mich gar nicht in so einer Lage befinde. Jedoch mache ich mir auch viele Gedanken um soziale Medien und die wirklichen sozialen Kontakte im wahen Leben. Ich verdamme die sozialen Medien an sich nicht – nur deren Missbrauch … übermäßige Nutzung oder deren manipulative Möglichkeiten. Gleichzeitig sehe ich viel Gutes in den digitalen Möglichkeiten, aber menschliche Nähe und tiefe Freundschaften sind durch social Media eben nicht zu ersetzten! Auch das greift Lilly Adams in ihrer Story um Emma auf. Deswegen sollte man seinen Blick nicht nur auf Displays wenden, sondern auch ab und an mal nach nebenan schauen … vielleicht Leuchten dort die Sterne.

Veröffentlicht am 03.03.2019

Ein schöner Roman

Ein Gefühl wie warmer Sommerregen
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Alis Rivers arbeitet bei der Küstenwache. Sie lebt für diesen Job und hat es dort als junge Frau erstaunlich weit gebracht.
Zu Beginn des Buches fisch sie mit ihrem Team einen Mann aus dem Wasser – einen ...

Alis Rivers arbeitet bei der Küstenwache. Sie lebt für diesen Job und hat es dort als junge Frau erstaunlich weit gebracht.
Zu Beginn des Buches fisch sie mit ihrem Team einen Mann aus dem Wasser – einen frechen und unverschämt charismatischen Tierarzt, der bei dem Versuch ein Schaf zu retten mitsamt diesem von den Klippen gestürzt ist.
Ab diesem Zeitpunkt gerät alles in Alis Leben durcheinander. Noch dazu muss sie zurück auf die Pferdefarm, um ihre kranke Mutter zu unterstützen.
Dort zu sein, wo sie ihre Kindheit verbrachte, weckt natürlich viele Erinnerungen – die guten wie die schlechten. Und dann läuft ihr auch noch der Tierarzt immer wieder über den Weg und lockt sie regelmäßig aus der Reserve.

Ella Simon hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Sie wechselt häufig die Perspektive, sodass man als Leser einen Gesamtüberblick über die Handlung bekommt. Das fand ich sehr erfrischend, denn es hat die hin und wieder auch ernste, traurige, dramatische Handlung aufgelockert.
Manchmal jedoch kam es mir vor, wie ein „Lückenfüller“, als würde die Haupthandlung um Alis nicht genug hergeben.
Dadurch lernt man aber auch weitere Charaktere kennen, die in Folgebänden ihre Geschichte erzählen dürfen.
Schade ist nur, dass die Cover so unterschiedlich sind, dass man gar keinen direkten Zusammenhang erkennt.