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Veröffentlicht am 03.05.2022

Historischer Wien-Roman voller spannender Charaktere

Seidenwalzer
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Lebendigkeit, Liebe, Schönheit, aber auch Tragik bekommen im Roman ein Gesicht

Wien 1815, – der Krieg gegen Napoleon befindet sich in seiner Endphase und die meisten jungen Männer befinden sich an der ...

Lebendigkeit, Liebe, Schönheit, aber auch Tragik bekommen im Roman ein Gesicht

Wien 1815, – der Krieg gegen Napoleon befindet sich in seiner Endphase und die meisten jungen Männer befinden sich an der Front. Die blutjunge schwangere Fanny versucht ihrer nervigen Schwiegermutter zu entfliehen und tröstet sich mit einem Geliebten. Auch ihre Schwester Sophie flüchtet enttäuscht von ihrer Ehe aus England ins heimatliche Wien. Ein aufregender Sommer wartet dort auf die Schwestern, ihre Familie und Freunde!

Der historische Roman „Seidenwalzer“ von Autorin Michaela Baumgartner, ist ein sehr lebendiges und aufregendes Gesellschaftsporträt der damaligen Zeit und Fortsetzung zum Band „Debütantenball“. Es war aber zum Glück kein Problem, diesen nicht zu kennen, um sich hier im Buch wohlzufühlen.
Die Autorin legt ein großes Augenmerk auf die damalige Mode und deren Entstehung. Auch Politik, Zeitgeist und Gesellschaftsschichten spielen im Buch eine große Rolle. Die Figuren sind allesamt sehr spannend angelegt, jede Einzelne ist hervorragend charakterisiert. Besonders ins Herz geschlossen habe ich dabei die lebenslustige und ein wenig frivole Fanny, samt ihrer Tante Louise. Aber auch die gutmütige Sophie und ihre ambitionierte Freundin, Modefachfrau Emilia habe ich sofort ins Herz geschlossen. Das Cover ist wunderschön und charakteristisch für die Geschichte, zeigt es ein edles Seidenkleid, symbolisch für die exquisite Modebewegung im damaligen Wien, mit seiner entstehenden Seidenproduktion in Konkurrenz zu Paris.

Mein Fazit:
Genau mein Ding, dieser faszinierende Roman einer absolut interessanten Zeitepoche. Die Politik, das damalige Lebensgefühl und der Zeitgeist sind grandios dargestellt. Es hat großen Spaß gemacht, sich auf diese Zeitreise einzulassen und die Seiten flogen nur so dahin:). Nun bin ich auch absolut neugierig auf Teil 1.

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Veröffentlicht am 29.04.2022

Geschickt und spannend inszenierte Lebensverläufe einer emanzipierten Frau

Die neun Leben der Rose Napolitano
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Rose möchte ein Leben als erfolgreiche Hochschul-Professorin führen. Ein Kind kommt in ihren Plänen auf keinen Fall vor, das ist auch ihrem Mann Luke bekannt. Doch mit der Zeit entsteht bei Luke der Wunsch ...

Rose möchte ein Leben als erfolgreiche Hochschul-Professorin führen. Ein Kind kommt in ihren Plänen auf keinen Fall vor, das ist auch ihrem Mann Luke bekannt. Doch mit der Zeit entsteht bei Luke der Wunsch nach Nachwuchs, auch seine Eltern setzen Rose unter Druck. Nun ist es an Rose, zu reagieren.



„Die neun Leben der Rose Neapolitano” ist ein Debütroman der Amerikanerin Donna Freitas. Wie ihre Romanfigur Rose ist auch die Autorin Wissenschaftlerin und Professorin. Ihre Idee, den Lebensverlauf und die Entscheidungen einer Frau von allen Seiten zu betrachten und dabei aufzuzeigen, wohin diese kleinsten Veränderungen Protagonistin Rose in ihrem Leben führen, finde ich absolut spannend! Denn es kann ja wirklich die unterschiedlichsten Perspektiven geben, das wird hier deutlich.

Zugegeben, die Figur Rose war mir Anfangs nicht gerade sympathisch. Ihre strikte Ablehnung eines Kinderwunsches scheint schon fast eine Manie oder ein Schwur zu sein. Aber auch das Verhalten ihres Ehemannes Luke ist dabei nicht gerade normal zu bezeichnen. Allein der Aufhänger, ihren ständigen Streit um diese Schwangerschaftsvitamine fand ich etwas weit hergeholt. (Welcher Mann kümmert sich denn um so etwas?). Gerade dieser Plot wiederholt sich dann ständig, obwohl diese Standpunkte so eigentümlich festgefahren und starr wirken. Wahrscheinlich aus diesem Grund erstaunen die Entwicklungen der unterschiedlichen Lebensperspektiven dann eben so ungemein. Besonders gelungen fand ich in den Szenarien die Charaktere von Abbie und Thomas, die immer in anderen Kontext auftauchten. Diese Verläufe sind sehr geschickt inszeniert, mit all diesen unterschiedlichen Variationen, was ich ungemein spannend fand.



Mein Fazit:

Faszinierende Idee, das Leben an sich so von allen Seiten zu beleuchten. Das Thema Kinderwunsch wurde hier unheimlich intensiv in den Focus gerückt, das hätte es für mich gar nicht gebraucht, aber es sollte wohl der Aufhänger sein. Mich hat der Roman auf alle Fälle gut unterhalten, entweder hat mich der Handlungsverlauf berührt oder aber aufgeregt, es war wirklich ein ständiges Wechselbad der Gefühle;).

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Veröffentlicht am 16.04.2022

Katzenkrimi voller Witz und Tollerei;)

Miez Marple und die Kralle des Bösen
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Mein Lieblingszitat (Herr Kneifer, der Hummer):
„Heilige Makrele! Na, das ist ja ne' richtige Räuberpistole“

Kater Watson ist einem Drogenschmuggelring auf den Fersen und beobachtet bei einem seiner Streifzüge ...

Mein Lieblingszitat (Herr Kneifer, der Hummer):
„Heilige Makrele! Na, das ist ja ne' richtige Räuberpistole“

Kater Watson ist einem Drogenschmuggelring auf den Fersen und beobachtet bei einem seiner Streifzüge zufällig einen Mord. Schockiert eilt zu seiner Freundin, der ehemaligen Detektivin Miez Marple, um ihr zu berichten. Watson wird auch prompt als Hauptverdächtiger von der Katzenpolizei festgenommen! Deshalb muss Miez gezwungenermaßen ihren Ruhestand aufgeben und wieder ermitteln, um Watsons Unschuld zu beweisen.

Der Debütroman „Miez Marple und die Krallen des Todes“, von Autor und Slam Poet Fabian Navarro führt seine Leser in eine skurrile Parallelwelt, angefüllt mit tierischen Ermittlern, Stars und Halunken. Die Charaktere des Krimis sind außergewöhnlich angelegt, immer mit einem Augenzwinkern und mit Parallelen zur realen Welt. Das verraten uns meist schon die Namen. Sehr lustig fand ich dabei den verwöhnten Schlagerkater Florian Silberschweif und seine ins Katzische übersetzen Schlager, herrlich:).
Besonders gelungen sind die ironischen Dialoge zwischen den Tieren, die treffenden Zitate, Sprichwörter und anderen Anspielungen. Den Wortwitz und die Wortspielereien beherrscht der Autor wirklich aus dem Effeff. Der Schreibstil ist dabei flüssig, köstlich amüsant und überrascht mit immer neuen tierischen Finten.
Manchmal hat man im Text zwar den Eindruck, man hätte etwas aus der Vergangenheit von Miez Marple und Kater Watson verpasst, da solches immer wieder angedeutet wird, doch man befindet hier sich wirklich im ersten Teil;).

Mein Fazit:
Dieser Krimi ist pures Vergnügen:). Der Wortwitz hat mich besonders begeistert, jeder neuen Andeutung und Metapher habe ich entgegengefiebert. Diese Gags fand ich fast spannender als die ganze Krimi-Story an sich. Amüsant, besonders für Leute, die Ironie verstehen;)

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Amüsantes Vorlesebuch mit Überraschungen

Das Buch, das wirklich nicht gelesen werden wollte
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Der erste Eindruck, vom David Sundins Leseexemplar „Das Buch, das wirklich nicht gelesen werden wollte“, wirkt allein schon einschmeichelnd durch die Wertigkeit seines Stoff-Einbands und die ausgefallene ...

Der erste Eindruck, vom David Sundins Leseexemplar „Das Buch, das wirklich nicht gelesen werden wollte“, wirkt allein schon einschmeichelnd durch die Wertigkeit seines Stoff-Einbands und die ausgefallene Illustrationen, die mir ausnehmend gut gefallen. Das Buch schmiegt sich an und lädt ein hineinzublicken, um das Rätsel seines abschreckenden Titels, der ja nicht gerade einladend wirkt, zu erkunden;).
Vom Inhalt will ich gar nicht viel verraten, er ist eine Mischung zwischen gezeichneter Illustration, Buchstaben-Spielereien und Texten. Alles sehr amüsant, eine perfekte Stimulation zu einer spielerischen Vorlesung, besonders für kleine Büchermuffel. Kinder haben sicherlich große Freude an einer ambitionierten Vorstellung der inhaltlichen Anweisungen, wenn sich der Vorleser geschickt anstellt;).

Mein Fazit:
Die Kombination der Texte und Zeichnungen mit mehrfarbigem Siebdruck sind großartig angelegt. Das Buch bietet dabei Spaß und Amüsement für Groß und Klein. Es hat sicherlich das Potenzial, sich zu einem abendlichen Ritual hinzuzugesellen.

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Veröffentlicht am 11.04.2022

Absolut grandiose Fortsetzung der historischen Wien-Serie um den Totengräber Augustin und den feschen Inspektor Leo

Das Mädchen und der Totengräber (Die Totengräber-Serie 2)
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Es gibt jede Menge Arbeit für die Mordermittler in Wien, anno 1894. Ein perfider Mörder hat es auf junge Männer abgesehen, um sie zu entmannen. Gleichzeitig entdeckt man im Kunsthistorischen Museum eine ...

Es gibt jede Menge Arbeit für die Mordermittler in Wien, anno 1894. Ein perfider Mörder hat es auf junge Männer abgesehen, um sie zu entmannen. Gleichzeitig entdeckt man im Kunsthistorischen Museum eine Mumie, bei der es sich leider um einen aktuell sehr berühmten österreichischen Professor handelt und nicht um einen 2000 Jahre alten Ägypter, während im Zoo auch noch ein Tierwärter ums Leben kommt. Skandale gilt es zu vermeiden, deshalb hat Inspektor von Herzfeldt alle Hände voll zu tun!

Bücher von Oliver Pötzsch sind ein Garant für spannende Stunden, auch der zweite Band, mit dem Titel „Das Mädchen und der Totengräber“ hat es dieses Mal wieder in sich! Der Kriminalroman dreht sich um Totenkulte, Flüche, ägyptische Entdeckungen, eine Mordserie und natürlich neuste Wissenschaft, also absolut hochinteressant! Die Handlung könnte kaum spannender angelegt sein, unglaublich was hier geboten wird, die Seiten flogen nur so dahin. Man staunt immer wieder, wie erstaunlich lebhaft und anschaulich sich der Erzählstil von Oliver Pötzsch anfühlt. Es ist als stünde man live daneben, in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort:), das ist einfach wunderbar! Allein die sorgsam beschrieben Charaktere sind mir schon sehr ans Herz gewachsen, allen voran der skurrile Totengräber Augustin Rothmayer, Tatortsfotografin Julia und ihr schmucker Inspektor Leopold von Herzfeldt.

Mein Fazit:
Ein fabelhafter historischer Krimi in Serie, der sogar Teil eins noch übertrifft, mich absolut gefesselt hat und beste Unterhaltung liefert. Eindeutige Leseempfehlung von mir! Freue mich gerne auf weitere spannende Episoden aus dem historischen Wien.

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