Profilbild von Tine13

Tine13

Lesejury Star
offline

Tine13 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tine13 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.05.2019

Aktuell, rasant und spannend:)

Zara und Zoë - Rache in Marseille
0

Zwillingsschwestern unterschiedlich wie Tag und Nacht. Zara, korrekte und erfolgreiche Profilerin bei Europol, Zoë, eine eiskalte skrupellose Mafiosa.
Als Zara zu einem grausamen Mordfall an einer jungen ...

Zwillingsschwestern unterschiedlich wie Tag und Nacht. Zara, korrekte und erfolgreiche Profilerin bei Europol, Zoë, eine eiskalte skrupellose Mafiosa.
Als Zara zu einem grausamen Mordfall an einer jungen Migrantin nach Marseille beordert wird, kommt sie ihrer Schwester und ihren Wurzeln sehr nahe und erkennt, um im Milieu erfolgreich einzugreifen braucht sie dringend die Hilfe ihrer verhassten Schwester…denn hier hält sich niemand an Regeln!


Der Autor Alexander Oetker startet mit einer neuen Krimiserie „Zara und Zoë“ Teil 1: „Rache in Marseille“, die seine Leser natürlich auch wieder nach Frankreich führt. Der Thriller ist mit zwei wirklich interessanten Charakteren besetzt. Zwillingsschwestern mit zwei völlig konträren Lebensentwürfen, die eine brav und anständig, die andere eine Frau die nicht lange fackelt und keine Grenzen kennt.
Die Handlung ist rasant, auch der Schreibstil ist prägnant, energisch und kraftvoll darauf ausgerichtet. Kurze Kapitel unterstützen den schnellen Plot und die drastische Entwicklung der Geschehnisse. Jede Person hat einen individuellen Stil, angepasst an Wesen und Niveau. Ein recht eigenwilliger Stil, der aber gut zu dem Verlauf der Story passt, gefällt mir sehr!
Die Idee mit dem Zwillingspaar finde ich großartig, sie gibt den Ermittlungen eine ganz eigene Dynamik. Die Location Marseille hat dazu auch diesen Gegenpol-Charakter mit Vorzeigekulisse und schäbiger Vorstadtcité, das ergibt ein wirklich gelungenes Bild.
Brandaktuelle Probleme werden im Buch aufgegriffen, die mit Islamismus, Fremdenhass, Drogenproblematik, Populismus, Politik, Korruption und Anschlägen zu tun haben. Die schöne Kulisse auf dem Cover mit dem braunen Hintergrund ist dafür wohl Symbolik. Schön gemacht: Zur einfacheren Ortsorientierung bieten die beiden Innencover zwei Karten der näheren Umgebung.


Ein unterhaltsamer Thriller, mit brutalem und aktuellem Stoff. Die Lektüre ging unglaublich flott voran, durch die interessante Form des Handlungsverlaufs und dessen geschickte Verabreichung.

Freue mich schon auf weitere Fälle mit den beiden coolen Schwestern:) es war ein wirklich prima Auftakt!

Veröffentlicht am 08.05.2019

Gelungener zweiter Fall für Commissaire Luc Verlain

Château Mort
0

Es ist heiß und nicht viel los in der Aquitaine….. Commissaire Luc Verlain hat Besuch von seinem Freund und Pariser Kollegen Yacine und die beiden genießen das Leben und die letzten Tage des Sommers am ...

Es ist heiß und nicht viel los in der Aquitaine….. Commissaire Luc Verlain hat Besuch von seinem Freund und Pariser Kollegen Yacine und die beiden genießen das Leben und die letzten Tage des Sommers am Strand. Eine nette Abwechslung ist da der berühmten Marathon du Médoc, für den sie sich als Begleitschutz gemeldet haben. Sie machen mit ihren Motorrädern die Strecke frei und bewundern die lustig verkleideten Marathonläufer, die sich durch die Hitze kämpfen. Als Erfrischung dient bei diesem Marathon nicht nur Wasser, die Läufer werden auf den Chateaus sogar mit edlen Weinen bedient. Bei einer Pause auf dem Chateau von Lucas Schulfreund Richard passiert es, ein Streckenpasten meldet per Funk mehrere kollabierte Teilnehmer. Luc und Yacine eilen zu den Verletzten, doch für einen der Teilnehmer kommt die Hilfe zu spät……

„Chateau Mort“ ein Aquitaine-Krimi von Autor Alexander Oetker ist der Nachfolgeband von „Retour“, also sozusagen der zweite Fall für den sympathischen Commissaire Luc Verlain.
Neben dem bekannten Marathon spielen auch Trauben eine große Rolle, denn alles im neuen Mordfall von Luc dreht sich um das Weinanbaugebiet Médoc, seine Chateaus und den „Grand Cru“ einen Wein der Spitzenklasse. Der Hang zum süßen Leben und sein Faible für schöne Frauen wird Luc auch dieses Mal beinahe zum Verhängnis, er ist eben ein Filou der Spitzenklasse;) eben typisch Franzose!
Das Buch ist wieder sehr amüsant, spannend und flüssig zu lesen, einfach ein Krimi-Genuss! Aber Vorsicht, bitte nicht hungrig an die Lektüre machen, denn sonst kann ich für nichts garantieren;)
Ab und an war ich schon in Versuchung mich ins Auto zu setzen und gen Frankreich zu fahren, das nächste französischen Lokal aufzusuchen, oder wenigstens eine Flasche Wein aus dem Keller zu holen.



Mein Fazit: Eine tolle Fortsetzung des ersten Falles, auch dieses Mal wieder mit reichlich Lokalkolorit und einem wirklich grandios konstruierten Mordfall, der bis zur letzten Seite spannend bleibt!
Ein Muss für Krimi und Frankreich-Fans, natürlich auch für die, die es werden wollen;) bei mir weckt das Buch mein Fernweh und natürlich die Vorfreude auf Sommer, Reisen und schöne Gegend!
Ein Tipp, vorher auch den ersten Band der Reihe lesen, das sorgt für mehr Verständnis, denn es tauchen viele lieb gewonnene Protagonisten aus Buch 1 auf.

Veröffentlicht am 06.05.2019

Klein wenig verwirrender Pariser Nachkriegskrimi

Die Blüten von Pigalle
1

Paris 1945- In den Wirren der Nachkriegszeit werden die Überlebenden des Krieges im Luxushotel Lutetia untergebracht, registriert und befragt.
Camille Laval wird dort, dem Konzentrationslager entronnen, ...

Paris 1945- In den Wirren der Nachkriegszeit werden die Überlebenden des Krieges im Luxushotel Lutetia untergebracht, registriert und befragt.
Camille Laval wird dort, dem Konzentrationslager entronnen, leider erschlagen in seinem Zimmer aufgefunden. Der junge Inspector Jean Ricolet beginnt mit seinen Ermittlungen und auch seine Freundin, die Kunststudentin Pauline Ducrat vertieft sich mit in den Fall, war doch das Opfer zufällig auch der Verlobte ihrer besten Freundin. Die beiden stoßen bei ihren Nachforschungen auf Kollaborateure, ein korruptes Netz von Kriegsgewinnlern und Geschäftsleuten, denen sie dabei gefährlich nahe kommen…..

„Die Blüten von Pigalle“ ist ein interessanter Kriminalroman, von Michelle Cordier, der den Leser in ein Paris der Nachkriegszeit führt. Der junge Ermittler Jean Ricolet ist ein sehr sympathischer Charakter, ebenso seine aufgeweckte Freundin Pauline, die auf mich ein wenig naiv und unbedarft wirkt.
Ihre persönlichen Verstrickungen mit den verdächtigen Personen und deren Zusammenhang mit dem Kriminalfall, waren mir manchmal zu konstruiert und unrealistisch. Die Geschichte selbst ist aber spannend aufgebaut, durch die vielen Protagonisten und Nebenschauplätze auch ein wenig verwirrend, man muss schon aufpassen, um die gesellschaftlichen und kriminellen Verstrickungen zu kapieren! Schön waren die Beschreibung der Stadt und der gewählten Locations, mit ihrem Pariser Flair.

Ein Krimi, mit Überraschungsmanövern, der mich gut unterhalten, aber nicht unbedingt gefesselt hat. Die Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen hätte ich mir noch intensiver gewünscht, weniger persönliche Konflikte und Kontakte. Dieser Kriminalfall ist schon der zweite in Serie für das Ermittler Duo, leider kenne ich den ersten Band dazu nicht. Vielleicht hätte das mich den Personen noch ein wenig näher gebracht, denn Potenzial haben die Charaktere auf alle Fälle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Spannung
  • Geschichte
  • Charaktere
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 04.05.2019

Ein Roman voller Spannung und Überraschungsmomenten

Das Verschwinden der Stephanie Mailer
0

Während des ersten Theaterfestivals von Orphea, kommt es im Sommer 1994 zu einem grauenhaften Vierfachmord, in dieser Kleinstadt im Staat New York. Der Fall scheint geklärt, doch 20 Jahre nach der Gewalttat ...

Während des ersten Theaterfestivals von Orphea, kommt es im Sommer 1994 zu einem grauenhaften Vierfachmord, in dieser Kleinstadt im Staat New York. Der Fall scheint geklärt, doch 20 Jahre nach der Gewalttat behauptet die Journalistin Stephanie Mailer die Polizei hätte sich im Täter geirrt. Nachdem sie dem damals ermittelnden Beamten Jesse Rosenberg ihren Verdacht eröffnet hat, verschwindet die junge Frau spurlos. Bei Jesse, der sich eigentlich von seinem Polizeijob verabschieden wollte, hat Stephanie Eindruck hinterlassen. Als ihm am Folgetag, dann ihre Vermisstenanzeige vorliegt, beschließt er spontan der Sache nachzugehen…..

„Das Verschwinden der Stephanie Mailer“ ist ein wirklich sagenhaft spannender Roman des Schweizer Autors Joël Dicker. Bislang kannte ich noch kein Werk des Autors, was sich nun sicherlich ändern wird, denn dieses Buch hat mich wirklich gefesselt! Der Schreibstil, die Konstruktion von Geschichte und die eigenwilligen Protagonisten haben es wirklich in sich! Das ganze Beziehungsgeflecht wird scheibchenweise dargeboten und enthüllt wirklich erst ganz am Ende sein großes Ganzes. Eine wirklich gelungene Darbietung, mit haufenweise Stoff, der Anfangs so gar nicht zusammenpassen will. Genau dieser Aufbau der Story macht den Reiz dieses Romans aus, der trotz der kriminellen Seite auch einen grandiosen Humor aufweist, sowohl kulturelle und zwischenmenschlich Probleme beleuchtet. Das alles in eine Form zu bekommen ist dem Autor jedenfalls hervorragend gelungen.

Das Buch hat mich wirklich großartig unterhalten, es hat mich zum Schmunzeln gebracht, gefesselt und überrascht! Ein gelungenes Potpourri an Geschehnissen rund um eine amerikanische Kleinstadt, mit Blick in den Abgrund manch menschlicher Wünsche, Bedürfnisse und deren Problemlösung.
Schön diesen Autor für mich entdeckt zu haben, freue mich auf weitere Bücher mit seiner Handschrift:)

Veröffentlicht am 01.05.2019

Interessanter Ausflug ins Jahr 1936 nach New York, eine Stadt voller Migranten

Eine eigene Zukunft
0

Der in New-York gestrandete Spanier, Emilio Arenas, holt im Frühjahr 1936 seine Frau und sein drei Töchter zu sich nach Übersee. Die drei jungen Frauen sind alles andere als begeistert, sie stäuben sich ...

Der in New-York gestrandete Spanier, Emilio Arenas, holt im Frühjahr 1936 seine Frau und sein drei Töchter zu sich nach Übersee. Die drei jungen Frauen sind alles andere als begeistert, sie stäuben sich nach Strich und Faden, wollen am liebsten sofort aufs nächste Schiff und zurück ins heimische Málaga.
Doch durch einen schrecklichen Unfall am Hafen, steht die Familie plötzlich vaterlos in der fremden Stadt, mutlos, ohne die Sprache zu beherrschen, ohne Geld und mit einem frisch gepachteten Lokal, durch das jede Menge Schulden anfallen. Nun sind die vier Frauen auf sich gestellt und plötzlich sind sie allesamt gezwungen Entscheidungen zu treffen, was ihre Zukunft angeht…….

Der Roman „Eine eigene Zukunft“ aus der Feder der spanischen Autorin María Dueñas, führt uns in eine Welt von frisch immigrierten Einwanderern, die sich mit dem „American Way of Life“, noch sehr schwertun. Entsetzt über ihren eigenen Mut, hinein katapultiert in eine ihnen völlig neue fremde Welt, zeigt sie uns vier andalusische Frauen, die mit dieser Situation völlig überfordert sind. Die Mutter Remedios versucht verzweifelt ihre Töchter weiterhin streng zu überwachen und zu kontrollieren. Doch die drei Schwestern, Victoria, Mona und Luz, lassen sich so leicht nicht bändigen! Mit ihrem andalusischen Temperament gehen die Geschwister die Sache an, ihre anfangs so unbändige Scheu vor der großen Stadt beginnt zu bröckeln.

Die Autorin beschreibt diesen Kampf perfekt, die Gefahren, die Männer, die Umstände. Immer wieder stolpern die Mädchen in gefährliche Situationen, doch mithilfe der spanischen Gemeinde, von Nachbarn und Freunden wird die fremde Welt auch ganz langsam annehmbar. Wunderbar episodenhaft wird die Geschichte erzählt, jede Schwester für sich ist einzigartig und ein flüssig bildhafter Schreibstil macht die Lektüre angenehm.

Es ist spannend die Schwestern durch die Straßen Manhattans zu begleiten, eine Stadt die gerade im Aufbruch steht, um eine Metropole zu werden. Man spürt den Elan und die Aufbruchstimmung, natürlich auch die Korruption und manchmal auch die eiskalte Gewaltbereitschaft. Die Drei erleben so manches brenzlige Abenteuer in spannenden Episoden.
Eine ganz wundervolle Einwandergeschichte, zum Mitfiebern, Mitleiden und natürlich auch zum Verlieben. Das Buch hat mich wirklich gut unterhalten:)