Profilbild von Tine

Tine

Lesejury Star
online

Tine ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tine über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.09.2025

Teilweise etwas überzogen, aber trotzdem sehr liebenswert

Sweet like you
0

Zu Beginn des Buches lernen wir Cassie in ihrem Job in New York kennen. Sie ist eine zielstrebige Karrierefrau und möchte Teilhaberin in der Marketing-Agentur werden. Nachdem sie die Beerdigung ihrer Tante ...

Zu Beginn des Buches lernen wir Cassie in ihrem Job in New York kennen. Sie ist eine zielstrebige Karrierefrau und möchte Teilhaberin in der Marketing-Agentur werden. Nachdem sie die Beerdigung ihrer Tante Etta verpasst hat, fliegt sie kurz für ein Wochenende zur Testamentseröffnung nach Honey Springs. Dort erbt sie überraschend Ettas Honigbienen-Farm und soll auch noch übergangsweise für drei Wochen deren Bürgermeisteramt übernehmen. Wenn auch widerwillig bleibt Cassie ihrer Tante zuliebe in der Stadt, in der sie als Jugendliche kurz lebte und sich damals in Nick verliebte.

Diesen Kontrast am Anfang zwischen Cassies bisherigem Leben und der kleinen Stadt Honey Springs hat mir sehr gut gefallen. In Honey Springs ist alles nach den Bienen ausgerichtet, von den Namen der Läden bis zur Basketballmannschaft. (Sogar die Sprache der Autorin hat sich immer wieder darauf bezogen, was sehr passend ist.) Außerdem sind die Bewohner des Städtchens sehr eigen und zu Beginn erlebt man direkt eine Babyparty für eine Katze mit. Ich hab mich sofort wohlgefühlt in Honey Springs. Der Szenenwechsel zwischen New York und Honey Springs hat die Besonderheiten der Kleinstadt noch mehr hervorgehoben. Obwohl ich das Setting sehr mag, sind einige kleine Dinge eher unrealistisch und überzogen, z. B. die Fähigkeiten der Katze. Aber das finde ich nicht wirklich schlimm, weil es amüsant war und ich es deshalb als Eigenheit der Stadt akzeptiert habe.

Einzig gestört hat mich die Rolle einer Bewohnerin, Bea. Neben der Liebesgeschichte zwischen Cassie und Nick und ihren Versuchen sich ins Bürgermeisteramt einzufinden, nimmt diese Buchfigur plötzlich viel Platz ein. Bea führt das Diner der Stadt und ist dementsprechend auch für Klatsch und Tratsch zuständig, aber dass ihr eine viel bedeutenderer Rolle im Buch eingeräumt wurde, die der Bienenkönigin, habe ich nicht verstanden. Einerseits hat es für mich Ettas Bemühungen als ehemalige Bürgermeisterin herabgesetzt und andererseits wurde mir Bea bis zum Schluss nicht sympathisch.

Das Ende passt zur Geschichte und ich finde es schön. Obwohl die Liebesgeschichte zwischen Cassie und Nick bezüglich ihrer Trennung in der Jugend sehr verwirrend war, bin ich auch mit deren Abschluss vollsten zufrieden.


Fazit:
„Sweet like you“ umfasst nicht nur die liebenswerte und etwas skurrile Stadt Honey Springs, in der sich alles um Honigbienne dreht, sondern auch eine schöne Liebesgeschichte. Einzig eine Buchfigur und deren Rolle mochte ich bis zum Schluss nicht. Ach übrigens, das Rezept in der vorderen Innenklappe ist wirklich unheimlich lecker!

Veröffentlicht am 09.09.2025

Eine besondere Geschichte, die mich leider nicht gänzlich überzeugen konnte

Das Knistern der Sterne
0

Stella hat es momentan schwer im Leben, denn ihre Ehe ging in die Brüche, sie hat ihr Gespür für ihre Arbeit als Masseurin verloren und diesen Job nun ebenfalls. In dieser Situation findet der ältere Balthasar ...

Stella hat es momentan schwer im Leben, denn ihre Ehe ging in die Brüche, sie hat ihr Gespür für ihre Arbeit als Masseurin verloren und diesen Job nun ebenfalls. In dieser Situation findet der ältere Balthasar Stella und bittet sie, mit ihm die Reise auf einem Kreuzfahrtschiff anzutreten. Das Arrangement sieht folgendermaßen aus: Balthasar kommt für die Reise auf, lässt Stella freie Hand und möchte zum Abendessen ihre Gesellschaft und währenddessen hören, was sie den Tag über erlebt hat.

Beide Protagonisten waren mir anfangs sehr sympathisch und ich konnte ihre Situation mitfühlen. Auch wenn noch lange geheim bleibt, was in deren Leben vor sich geht, so konnte die Autorin die Gefühle von Stella und Balthasar nachvollziehbar beschreiben. Der Schreibstil ist definitiv etwas Besonderes. Clarie Hoffmann nutzt zwar viele Schachtelsätze, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und kann die Geschichte durch die besondere Atmosphäre des Erzählstils genießen.

Leider wurden mir die beiden Protagonisten mit jeder Seite immer fremder. Balthasar kommt man bis zum Ende hinweg gar nicht mehr nah. Das liegt daran, dass die Geschichte aus Stellas Perspektive beschrieben wird und der Leser nur noch beim Abendessen auf Balthasar trifft. Hier hat die Autorin ein besonderes Mittel zum Erzählen verwendet, da man nur dem Dialog der beiden Protagonisten folgt. Es gibt keine Tätigkeiten der beiden, keine Mimik, keine Gestik. Einfach nichts, das mich durch die oft philosophischen Gespräche führt. Dadurch wurde es mühsam dem Gespräch zu folgen und ich hatte dadurch oft das Gefühl in der Kabine nebenan zu sitzen und zu lauschen. Dabei bin ich der Typ Leserin, der mitten in der Handlung sein und sie direkt miterleben möchte. Weil der Fokus ebenfalls auf das tägliche Abendessen gelegt wird, sind Stellas übrige Stunden auf dem Schiff mit der Zeit eher langweilig. Manche Kapitel sind nur kurz und sehr knapp beschrieben, deren entstandene Lücken erst beim Abendessen mit Balthasar gefüllt werden. Aber es wird auch wirklich alles, das mal angesprochen oder angedeutet wird und in dem Moment fehlt, später wieder aufgegriffen und abgeschlossen. Leider schwand auch meine anfängliche Sympathie und Anteilnahme gegenüber Stella, da sie meinem Empfinden nach auch gemein und manchmal rücksichtslos ist.

>>Es gibt auf Erden keine größere Macht als einen glücklichen Menschen. Und Luis war an diesem vollkommenen Tag das beste Beispiel dafür, dass dieser Satz der Wahrheit entsprach.<< S. 211

Die ganze Geschichte erscheint mir sehr entrückt. Ich mag besondere Geschichten, die etwas anders sind und das hat mir hier auch gut gefallen. Durch die Reise auf dem Meer ist ein Teil der Realität gefühlt weit weg. Auch wenn mir die beiden Protagonisten nicht immer sympathisch waren, sind Stella und Balthasar alles andere als 0815, vor allem Stella mit ihrer Gabe. Und insebesondere der Junge Luis hat mir sehr gut gefallen – mein Lieblingscharakter! Man spürt oftmals die Fantasie der Autorin, z. B. auch darin, dass der Buchtitel in einem unwirklichen Moment aufgegriffen wird.

Das Ende finde ich schön. Es rundet die ganze Geschichte ab, ist mir aber etwas zu rosarot, wird teilweise sogar tiefgründig und bringt einem auch die beiden Protagonisten wieder näher. Wie Stella mit ihren Schicksalsschlägen schlussendlich umgeht um einen Neuanafang starten zu können, hat mir gut gefallen. Auch als Balthasars Vergangenheit gelüftet wurde, hab ich mich wieder in ihn hinein fühlen können und hatte trotz allem Mitleid mit ihm. Ein Detail bezüglich Balthasars Ende der Kreuzfahrt hat mich sehr gestört, aber ich hab das Buch trotzdem zufrieden und mit einem guten Gefühl schließen können.


Fazit:
„Das Knistern der Sterne“ ist ein besonderes Buch, auch wenn es mich zwiegespalten zurücklässt. Die Geschichte wirkt entrückt, die Protagonisten sind nicht einfach nur gewöhnlich und der Schreibstil ist auch besonders. Leider hing der Mittelteil bezüglich der beiden Hauptfiguren und der Handlung etwas durch. Wenn man kein Problem mit einem kargen Dialog hat, vielleicht sogar gerne Drehbücher oder Theaterstücke liest, wird man definitiv mehr gefallen an der Geschichte finden als ich. Auch wenn ich einiges zu bemängeln habe und das Buch nur bedingt weiterempfehlen kann, muss ich nach einem zeitlichen Abstand nach Beenden des Buches nun sagen, dass ich die Geschichte doch recht gerne gelesen habe und es in meinen gelesenen Büchern nicht missen möchte.

Veröffentlicht am 09.09.2025

Wie ich mir SciFi wünsche

Behemoth
0

Die Erde ist mehr denn je zerstört und die Menschen leben mittlerweile auf dem Mond und dem Mars. Eines Tages wurden drei Raumschiffe losgeschickt, um zu einem weit entfernten Sonnensystem zu gelangen. ...

Die Erde ist mehr denn je zerstört und die Menschen leben mittlerweile auf dem Mond und dem Mars. Eines Tages wurden drei Raumschiffe losgeschickt, um zu einem weit entfernten Sonnensystem zu gelangen. Nach mehreren hundert Jahren hat sich die Gesellschaft der drei Generationsschiffe unterschiedlich entwickelt. Das eine hat sich biomedizinisch enorm weiterentwickelt, das andere hat immer noch mit den Auswirkungen eines Unglücks zu kämpfen und vom dritten, in dem sich die meiste Bevölkerung im Kryoschlaf befindet, hat schon lange niemand mehr etwas gehört. Kurz vor Erreichen ihres Ziels taucht ein unbekanntes Objekt auf, nach dem alle Raumschiffe gieren, denn das Objekt könnte den nach Jahrhunderten angeschlagenen Schiffen benötigte Ressourcen bieten. Die Leser/innen begleiten während der Geschichte Laohu, einem Sicherheitsbeamten auf dem Weltschiff Zeng He und das Ehepaar Rangi und Helen, die auf dem Weltschiff Tereschkowa Außeneinsätze durchführen um das Schiff zu warten.

Zu Beginn des Buches wird auf ein Namensverzeichnis und Glossar hingewiesen, die hinten im Buch zu finden sind. Das ist gut gemacht, denn sonst finde ich die Lesehilfe immer erst nach dem Beenden der Geschichte. Doch hier braucht man es eher selten, da trotz der vielen Schauplätze in Gegenwart und Vergangenheit die vielen Charaktere doch so unterschiedlich und toll gezeichnet sind, dass man sich gedanklich immer gut in dem entsprechenden Kapitel wiederfindet. Und auch technische Details und alle anderen Informationen werden von dem Autorenduo sehr verständlich dargestellt.

Die Geschichte ist sehr mitreißend und zwar nicht erst, als die Raumschiffe das unbekannte Objekt im All erreichen. Auch davor ist die Erzählung sehr spannend, weil man verfolgen kann, wie unterschiedlich die Bevölkerungen auf den drei Schiffen leben – sehr faszinierend – und auch einiges aus der Vergangenheit erfährt. Ab und zu wird nämlich von Oren auf dem Mars berichtet. Auch der Grund, weshalb die Raumschiffe ins weite Weltall geschickt wurden, hat mir gut gefallen und zur Spannung beigetragen. Das Autorenduo hat eine mitreißende und beeindruckende Geschichte mit vielschichtigen Charakteren geschaffen!

>>Dieses plötzliche ungeschönte Erkennen, wie winzig das alte Weltschiff war und um wie viel unbedeutender man selbst im Vergleich dazu. Es gab nichts, was einen Menschen darauf vorbereiten konnte. Lautlos glitten die drei anderen Shuttles neben ihnen aus der Schleuse, jedes eine zerbrechliche Blase aus Atemluft, gefüllt in wenig mehr als einen Huch schimmernder Aluminiumfolie, voll mit winzigen Zellkolonien, die sich in genau diesem Moment ihrer Unwichtigkeit bewusst wurden.<<, S. 213

Fazit:
„Behemoth“ ist eine sehr spannende und mitreißende Geschichte über drei Generationsraumschiffe während ihres Wettrennens zu einem weit entfernten Ziel, als sie ein unbekanntes Objekt im All finden. In der Geschichte gibt es nichts, was mich gestört hätte. „Behemoth“ ist so, wie ich mir einen SciFi-Roman im Weltall vorstelle.

Veröffentlicht am 08.09.2025

DAS perfekte Herbstbuch! Absolutes Highlight!

Falling Like Leaves
0

Die New Yorkerin Ellis sieht ihre Zukunft schon vor sich: An der Columbia University Journalismus studieren. Dafür absolviert sie gerade ein passendes Praktikum im Büro ihres Vaters, arbeitet in der Schülerzeitung ...

Die New Yorkerin Ellis sieht ihre Zukunft schon vor sich: An der Columbia University Journalismus studieren. Dafür absolviert sie gerade ein passendes Praktikum im Büro ihres Vaters, arbeitet in der Schülerzeitung mit und hat die geeigneten Kurse für ihr letztes Highschooljahr rausgesucht. Doch dann trennen sich plötzlich ihre Eltern auf Zeit und Ellis soll für die nächsten Monate mit ihrer Mutter nach Bramble Falls ziehen. Eine Katastrophe, weil sie in der Kleinstadt nicht mehr Punkte für ihre Collegebewerbung sammeln kann. Wobei: Auf dem alljährlichen Herbstfestival wird jede Hand gebraucht und Ellis hat auch mit ihren neuen Freundinnen und Freunden viel Spaß. Wäre da nur nicht Cooper, mit dem sie vor drei Jahren ihren ersten Kuss erlebt hat, der ihr nun aber die kalte Schulter zeigt.

Das Setting ist wunderschön und passend für den Herbst. Bramble Falls kann nicht nur mit seiner typisch amerikanischen Kleinstadtidylle punkten, sondern auch mit den Festivitäten durch den Herbst hindurch. Start ist das Äpfelpflücken auf einer Plantage, weiter geht es unter anderem mit Kürbisschnitzen und einem Herbstwind-Rennen bis der Kürbis-Ball am Ende der Jahreszeit stattfindet. Aber auch durch Ellis' täglichen Harvest-Spice-Latte wird regelmäßig ein herbstlicher Funke ins Buch geweht. Gemütlichkeit bringen auch Ellis' Hobby an der Nähmaschine und das nächtliche Beisammensitzen auf dem Dach von Ellis' Tante. Am meisten zur behaglichen Stimmung tragen aber auch die Charaktere bei, die alle wirklich ausnahmslos nett und sympathisch sind und von der Autorin mit viel Liebe individuell gestaltet wurden.

Ich kann gar nicht genau sagen, was mir so besonders an diesem Buch gefallen hat – vermutlich einfach alles zusammen. Dadurch konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen und hab das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen, wozu mich eigentlich eher spannungsgeladene Bücher bringen, aber hier hat mich alles so begeistert und mitgerissen. Die Autorin hat auch einen wunderschönen angenehmen Schreibstil, mit dem sie die Charaktere lebendig werden lässt. Ich habe alle so sehr gemocht. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass Ellis einige Leser/innen an zwei Stellen kurzzeitig nerven könnte, ist sie so ein toller Charakter, der eben alterstypische Dinge mit der ersten Liebe und der beruflichen Zukunft durchmacht. Womit sich viele junge Leser/innen wiederum identifizieren könnten. Vor allem die Liebesgeschichte ist auch sehr nahbar und liebevoll beschrieben. Ellis möchte sich nicht von ihrer Collegebewerbung ablenken lassen, aber als sie erkennt, wie sehr sich verliebt und sich aber nicht von Cooper fernhalten kann, war das so ein besonderer Moment. So wunderschön, natürlich und voller Gefühl.

Und ja, das Cover muss ich nun auch unbedingt noch erwähnen: Die Zeichnung von Amber Day fängt perfekt die Protagonisten ein (wie auch die Autorin in der Danksagung erwähnt), sowie die Wärme und das gemütliche Herbstfeeling in der Geschichte.


Fazit:
„Falling like Leaves“ ist eine wunderschöne herbstliche Geschichte mit ganz viel Herz. Ich hab mich direkt in Ellis, das kunterbunte Herbstfestival und alle Einwohner*innen von Bramble Falls verliebt, sodass ich die gemütliche Geschichte an einem Tag durchgelesen habe. Ein schönes Herbstbuch, das von innen wärmt und die Seele umarmt. Ich liebe es! Und hoffe nun sehr, dass wir mit weiteren Charakteren (Ellis‘ Cousine?) nach Bramble Falls zurückkehren können!

Veröffentlicht am 07.09.2025

Fesselnder, anfangs gefühlloser Thriller

Not Quite Dead Yet
0

Die 27-jährige Jet lässt sich treiben und hat ihren Platz noch nicht gefunden, beruflich wie privat. Nachdem sie spätabends vom Halloween-Jahrmarkt heimkehrt, wird sie überfallen. Während sie im Familienanwesen ...

Die 27-jährige Jet lässt sich treiben und hat ihren Platz noch nicht gefunden, beruflich wie privat. Nachdem sie spätabends vom Halloween-Jahrmarkt heimkehrt, wird sie überfallen. Während sie im Familienanwesen auf dem Sofa sitzt, schlägt ihr jemand mehrmals auf den Kopf. Versuchter Mord, wie die Polizei ermittelt. Obwohl Jet im Krankenhaus nur benommen aufwacht, hat der unbekannte Eindringling jedoch sein Ziel erreicht: In sieben Tagen wird sie an einem Aneurysma sterben. Doch davor wird sie noch etwas Großes vollbringen, nimmt sich Jet vor, und zwar ihren eigenen Mord aufklären! Doch wer in ihrem Umfeld oder in ihrer Heimatstadt würde ihr so etwas antun?

Die Protagonistin Jet ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Dass sie beruflich schon einiges ausprobiert hat, aber nicht weiß, was sie dauerhaft machen möchte, finde ich okay. Aber sie ist auch egoistisch und stößt einige Leute vor dem Kopf, z. B. sollte sie ihren Eltern bei dem Auf- und Abbau ihres Standes auf der Halloweenparty helfen, doch hatte sie keine Lust dazu und lässt es dementsprechend bleiben. Allein, dass sie sich fest vornimmt ihren Mord aufzuklären und alles daran setzt, immer mehr Informationen zu sammeln, hat mir imponiert. Deswegen fand ich es anfangs eher schwer in die Geschichte einzutauchen. Man hat noch nicht viele Anhaltspunkte, was in der Halloweennacht geschehen ist und eine Protagonistin, die man nicht unbedingt als nett bezeichnen kann, was sollte mich da in der Geschichte fesseln? Trotzdem habe ich durchgehalten und es wurde zunehmend immer spannender.

Holly Jackson hat es einfach drauf: Sie erzählt diesen Thriller sehr geschickt und spannend. Jet findet nach und nach Geheimnisse oder Ereignisse über die Menschen in ihrem Umfeld heraus. Von Anfang an sind diese auch schockierend. Man taucht immer tiefer in die Geschichte ein und bekommt immer mehr Anhaltspunkte. Obwohl man doch einen recht überschaubaren Personenkreis hat, konnte ich trotzdem nicht bis zum Ende erraten, wer Jet umbringen wollte. Auch, als sich das Motiv langsam herauskristallisiert hat. Die Autorin hat mich überrascht, an die Seiten gefesselt und schlussendlich sogar berühren können. Denn mit jedem Tag zeigt Jet nicht nur immer mehr Symptome des wachsenden Aneurysmas, sondern auch mehr Menschlichkeit und Gefühl.


Fazit:
„Not quite dead yet“ ist wieder ein überaus spannender Thriller von Holly Jackson, auch wenn ich anfangs nicht mit der Protagonistin warm wurde und deshalb Probleme hatte, in die Geschichte zu finden. Aber diese wird zunehmend spannender, facettenreicher und schockierender. Holly Jackson hat es einfach drauf, einen überaus fesselnden Thriller zu gestalten.