Hat mich positiv überrascht
HomesickDie Londonerin Mara wohnt mit einem alten Freund aus der Heimat in einer WG, ist in einer langjährigen Beziehung mit Tom und hat einen Job in der Bibliothek. Überraschend erhält sie viel Geld und soll ...
Die Londonerin Mara wohnt mit einem alten Freund aus der Heimat in einer WG, ist in einer langjährigen Beziehung mit Tom und hat einen Job in der Bibliothek. Überraschend erhält sie viel Geld und soll sich dafür eine Wohnung kaufen. Wir begleiten Mara während 1 ½ Jahre, in denen es um ihre Beziehungen zu ihrer besten Freundin, ihrem Partner, ihrem Chef und ihren neuen Nachbarn im Haus geht. Der Klappentext vermittelt jedoch ein völlig falsches Bild: Tom hat nicht nur Heimweh! Es passiert etwas, was die Beziehung von den beiden stark beeinflusst. Dieses Buch handelt nicht einfach von Heimweh, sondern darum, wo Mara sich in ihrem Leben und ihren vielfältigen Beziehungen sieht und auch die Jahre der 20er, in denen man schon erwachsen ist, aber noch erwachsener wird.
Die Kapitel sind oft kurz gehalten, z. B. auch mal nur eine Seite lang. Der Schreibstil ist sehr lebendig und auch wenn ich die Geschichte nicht als humorvoll bezeichnen würde, schwingt oft so viel Leichtigkeit mit. Trotz auch ernster Themen, die angesprochen werden.
Wie schon erwähnt, folgen wir Leser/innen Mara über mehrere Jahreszeiten hinweg, was mir sehr gut gefallen hat. Durch viele Momentaufnahmen kommt man der Protagonistin sehr nahe. Ich finde sie auch sehr sympathisch und realistisch. In manchen Situationen hätte ich mir mehr Aktionismus von ihrer Seite aus gewünscht, aber in ihrem Alter und dem ersten Kontakt mit gewissen Themen hätte ich auch nicht anders gehandelt. Mara ist sehr lebendig und authentisch dargestellt. Die Geschichte enthält auch viele wichtige Themen wie Freundschaft, mentale Gesundheit, Alltagssexismus und Finanzen. Das Ende hingegen hat mich enttäuscht, weil mich etwas völlig kalt erwischt hat, das ich bis heute nicht verstehe (auch nicht nach Gesprächen mit anderen Leserinnen). Theoretisch und irgendwann in der Zukunft kann ich es nachvollziehen, aber zu dem Zeitpunkt im Buch überhaupt nicht, weil es keine Erklärung und keine Gefühle von den Protagonisten dazu gab. Hier hätte ich mir wenigstens einen kurzen Absatz über das Geschehene von der Autorin gewünscht.
Fazit:
„Homesick“ hat mich total überrascht, positiv überrascht, weil es vielfältiger und lebensechter ist, als der Klappentext vermuten lässt (der übrigens den Inhalt falsch widergibt). Es geht um Maras Beziehungen zu ihrem Partner, ihrer besten Freundin, ihrem Chef und ihren Nachbarn im Haus. Während auch wichtig Themen, wie Finanzen, mentale Gesundheit und Alltagssexismus einen Platz finden, ist die Geschichte aber auch sehr locker, leicht und kurzweilig geschrieben. Nur das Ende konnte mich nicht überzeugen.