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Veröffentlicht am 08.07.2024

Vom Highlight zum Flop

Funny Story
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Daphne ist mit ihrem Verlobten Peter in seine Heimatstadt gezogen und hat das neue Haus eingerichtet, als er noch in der Nacht des Jungesselenabschieds mit ihr Schluss macht, weil er sich in seine Kindheitsfreundin ...

Daphne ist mit ihrem Verlobten Peter in seine Heimatstadt gezogen und hat das neue Haus eingerichtet, als er noch in der Nacht des Jungesselenabschieds mit ihr Schluss macht, weil er sich in seine Kindheitsfreundin Petra verliebt hat. Da Daphne nun schnell aus seinem Haus ausziehen muss, gründet sie mit Miles, dem Ex-Freund von Petra, eine WG. Aus gemeinsamem Liebeskummer wird bald eine gefakte Beziehung für die beiden Ex-Partner und Freundschaft – oder sogar mehr als das.

>>Er lächelt und schaut geradeaus. Sein Handrücken streift meinen. Mein Herz fühlt sich an wie ein ausgewickeltes Geschenk, und mein Körper entspannt sich.<<, S. 326f

Die Geschichte beginnt wirklich schön, als Daphne zunächst schildert, wie Peter ihre gemeinsame Kennenlerngeschichte erzählen würde, bis zur schicksalshaften Nacht des Jungessellenabschieds. Genauso bildhaft wurde von der Autorin auch das Telefonat zwischen Peter und Daphne, als er über die Einladung zu seiner Hochzeit mit Petra (ja, die beiden haben sich ernsthaft direkt verlobt) redet, beschrieben. Ich hab Daphne so scharf gezeichnet vor meinem inneren Auge gesehen, ihre Gefühle und Worte haben mich genauso schockiert und amüsiert wie alles zu Beginn dieser Geschichte. Man ist entrüstet über Peters Trennung, über seine Überheblichkeit und fehlendes Taktgefühl, zeitgleich aber auch amüsiert, wegen den vielen humorvollen Szenen. Emily Henry hat mich nicht nur mit ihrem Humor, sondern auch mit ihrer wunderschönen Wortwahl begeistert. Ich hab mich direkt zu Beginn absolut verliebt in die Geschichte, die mich emotional sofort erreicht und gleichzeitig ständig grinsen lassen hat. Und ich habe gewusst, dass diese Geschichte von Emily Henry mein absolutes Highlight von ihr, wenn nicht sogar eines meines Lesejahres werden wird…

…bis ich immer mehr in der Geschichte versunken bin und dann in der zweiten Hälfte des Buches die Probleme in Miles und Daphnes Beziehung aufkamen. Ich hab die Momente zwischen den beiden so genossen. Ob sie nun gemeinsam auf Farmen einkaufen waren, mitfühlend ihren Liebeskummer geteilt haben oder Miles Daphne an schöne neue Orte geführt hat. Oder es zunehmend romantischer wurde, als sie füreinander Gefühle entwickelt haben. Ich habe diese Liebesgeschichte einfach nur geliebt. Bis dann die Altlasten kamen. Daphnes Probleme mit ihrem Vater und ihre Gedanken über die Beziehung zu Peter konnte ich gut nachvollziehen und –fühlen, die beiden Männer haben mich oft so wütend gemacht! Dass Miles wegen seiner Probleme mit der Familie Daphne ständig von sich stößt, konnte ich nicht gänzlich verstehen. Hier hätte ich mir Kapitel aus seiner Sicht gewünscht, damit man nicht ratlos daneben stehen muss, sondern ich auch seine Gefühle hätte nachempfinden können. Dazu kommt noch, dass das Ende eher verwirrend beschrieben wurde. Einiges ist geschehen und plötzlich kommt heraus, dass noch andere Dinge passiert sind, anscheinend zeitgleich… ich bin jetzt noch verwirrt. Verwirrt davon, was passiert ist und wann. Ein Pluspunkt hatte das Ende dann aber doch noch für mich: Die Geschichte schließt sich mit Daphnes und Miles‘ Kennenlerngeschichte und schließt somit einen Bogen zum Anfang des Buches.


Fazit:
„Funny Story“ ist überaus amüsant, mitfühlend, romantisch und manchmal auch ernsthafter. Ich hab die Geschichte so geliebt! Bis dann aber die Probleme in Daphnes und Miles Beziehung aufkamen. Ich bin verwirrt, denn zeitlich und gefühlsmäßig kam ich irgendwann nicht mehr hinterher.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2024

Liebe, Humor und Überraschung

Die Orchideenfrauen
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Die Immobilienmaklerin Holly soll ein Haus an der englischen Küste verkaufen, doch die vielen Orchideen der älteren Eigentümerin Annabel stellen dabei ein Problem dar. Die wertvollen Orchideen möchte Annabel ...

Die Immobilienmaklerin Holly soll ein Haus an der englischen Küste verkaufen, doch die vielen Orchideen der älteren Eigentümerin Annabel stellen dabei ein Problem dar. Die wertvollen Orchideen möchte Annabel aber nur an eine bestimmte Person in Italien weitergeben, weshalb Holly mit der alten Dame nach Italien reist.

Der Prolog beginnt im 19. Jahrhundert mit einer talentierten Malerin, die Pflanzen zeichnet und eine blaue Orchidee betrachtet, die neu nach England verschifft wurde. Obwohl sie keine große Rolle im Geschehen spielt, finde ich den Anfang der Geschichte sehr gelungen, und später schließt sich auch der Kreis. Die Autorin hat immer wieder kleine Details verarbeitet, z. B. auch das Schaf Myrtle, die die schöne Geschichte wunderbar abrunden und Teile davon miteinander verflechten. Der Schreibstil von Lea Santana ist nicht nur sehr angenehm zu lesen, sondern ebenfalls amüsant. Die Geschehnisse und Protagonisten enthalten immer auch eine Prise Humor, was mir sehr gut gefallen hat.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen wird der Sommer 1968 aus der Sicht der jungen Annabel geschildert, während wir in der Gegenwart die Immobilienmaklerin Holly folgen, die nun Annabels Haus verkaufen soll. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist schön ausgewogen. Ich habe beide über beide Zeiten gleichermaßen gerne gelesen und diese wurden stets passend miteinander verknüpft. Annabel war damals nur kurz in Italien, aber sehr bald von der Dolce Vita eingenommen und verlor dabei auch ihr Herz an einen gewissen Italiener. Ich empfand es als sehr schnell und nicht immer nachvollziehbar, wie rasch die beiden sich ineinander verliebt haben. Aber ihre gemeinsamen Momente sind sehr gefühlvoll und romantisch beschrieben worden, sodass ich beim Picknick im Park auch den Moment sehr genossen habe. Anfangs ist die Geschichte ein richtiges Wohlfühlbuch, was sie auch nie verliert, aber in der Mitte gibt es eine Wendung, die mich sehr überrascht hat und wirklich raffiniert geschrieben ist. Ab hier empfand ich die Geschichte dann auch als fesselnd, weil ich mich immer gefragt habe, was nach diesem überraschenden Moment passiert ist.


Fazit:
„Die Orchideenfrauen“ ist eine wunderschöne Geschichte im Wechsel zwischen Damals und Heute. Der Schreibstil und Humor der Autorin Lea Santana machen das Buch zu einer angenehmen Lektüre und die überraschende Wendung in der Mitte des Buches zu einem fesselnden Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen wollte und konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 08.06.2024

Mit dem wunderschönen Schreibstil ein absolutes Highlight

Divine Rivals
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Der Prolog beginnt mit dem Abschied zwischen Iris und ihrem Bruder Forest, der von der Göttin gerufen wurde um im Krieg für sie zu kämpfen. Im ersten Kapitel sind einige Monate vergangen und Iris‘ und ...

Der Prolog beginnt mit dem Abschied zwischen Iris und ihrem Bruder Forest, der von der Göttin gerufen wurde um im Krieg für sie zu kämpfen. Im ersten Kapitel sind einige Monate vergangen und Iris‘ und deren Mutter haben schon lange nichts mehr von Forest gehört. Iris verfasst auf ihrer alten Schreibmaschine einen Brief nach dem anderen an ihn, die sie durch ihre Kleiderschranktür schiebt, wo sie jedes Mal auf magische Weise verschwinden. Eines Tages antwortet jemand, bei dem es sich aber nicht um ihren Bruder handelt. Sondern Roman, der mit Iris bei der regionalen Zeitung Oath Gazette arbeitet, wo sie um die Stelle als Kolumnist/in konkurrieren.

Die Geschichte beginnt eher gemächlich, wodurch man die Charaktere gut kennenlernt. Nicht nur Iris‘ Umfeld mit dem Bruder als Soldat und der Mutter, die damit nicht umgehen kann, spielen eine Rolle, sondern auch Romans Familienleben und Erwartungen an ihn. Durch die wechselnde personale Erzählperspektive haben wir Leser/innen einen guten Einblick in die Gefühlswelt und das Privatleben der Protagonisten. Auch die magisch verschickten Briefe tragen dazu bei, die sehr schön geschrieben sind und mich auch oft berührt haben. Ich mochte diese zusätzliche Kommunikation zwischen den beiden Protagonisten total gerne. Zunächst folgen wir Iris und Roman in die Redaktion, wo sie sich schriftlich duellieren und den ein oder anderen humorvollen Schlagabtausch leisten. Währenddessen wird der fantastische Weltenaufbau immer wieder nur kurz angerissen und zuweilen einige alte Mythen und Geschichten eingeflochten. Ansonsten werden die Götter und der Grund für den Krieg kaum erklärt. Nach einem Drittel verschiebt sich die Szenerie eher zum Krieg und es gibt auch einige Beschreibungen zum Geschehen an der Front. Während Iris neue Freudinnen findet, nimmt auch die Liebesgeschichte immer mehr Raum ein.

>>Aber ich glaube, es gibt eine magische Verbindung zwischen dir und mir. Ein Band, das nicht einmal die Entfernung zerreißen kann.<< S. 185

Der Schreibstil war von Anfang an mitreißend. Die Geschichte ist ruhig und anfangs einfach nur schön zu lesen, aber trotzdem auch sehr fesselnd. Außerdem haben mich die wundervolle Wortwahl und der poetische Schreibstil jedes Wort genießen lassen. Obwohl später auch vom Kriegsgeschehen berichtet wird und die Fantasyaspekte nur akzentuiert vorkommen, habe ich mich in der Geschichte total wohlgefühlt. Die Liebesgeschichte ist ebenfalls wunderschön und romantisch gestaltet. Ich weiß nicht, ob „Divine Rivals“ als Cozy Fantasy gesehen wird, aber genauso hat es sich für mich angefühlt. Die sanften Farben und die Zeichnung auf dem Cover geben die Stimmung des Buches perfekt wieder.


Fazit:
„Divine Rivals“ ist ein wunderbares Buch, dessen Geschichte ich sehr genossen habe – ach was, geliebt. Trotz Krieg zwischen zwei Göttern und auch mancher Beschreibung von der Front ist diese Liebesgeschichte einfach nur romantisch, zum Wohlfühlen und mit vielen wunderschönen Worten gespickt. Das Geschehen und die Atmosphäre haben mich gefesselt, wodurch das Buch ein Highlight für mich geworden ist.

Veröffentlicht am 07.06.2024

Überzeugt werder als Liebesgeschichte, noch als Krimi

Uns bleibt immer New York
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Die Pariserin Lorraine reist nach New York um das Lieblingsbild ihres verstorbenen Vaters zu kaufen. Dort wird sie angegriffen und niedergestochen, die Tat ihres Stalkers. Der Maler und Ex-Häftling Leo ...

Die Pariserin Lorraine reist nach New York um das Lieblingsbild ihres verstorbenen Vaters zu kaufen. Dort wird sie angegriffen und niedergestochen, die Tat ihres Stalkers. Der Maler und Ex-Häftling Leo rettet sie, woraufhin die beiden eine kurze Liaison beginnen. Während Lorraines Zwischenstopp in Paris und beruflichen Rückkehr nach New York erhält sie weiterhin Nachrichten und Drohungen ihres Stalkers. Das Geschehen wird mittels der personellen Erzählperspektive abwechselnd aus Lorraines und Leos Sicht erzählt, während ihre Vergangenheit sie beide einholt.

Schon die Liebesgeschichte hat mir von Beginn an nicht zugesagt. Lorraine ist eine selbstbewusste Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und die New Yorker Niederlassung ihres Unternehmens aufbauen soll. Nach nur wenigen Tagen ist sie völlig vernarrt in Leo, sodass sie ihm zurück in Paris weiterhin Nachrichten schickt, obwohl er ihr die kalte Schulter zeigt. Als sie wieder nach New York kommt, lässt sie ebenfalls nicht locker. Warum akzeptiert sie nicht sein „Nein“ und hakt den One-Night-Stand ab, statt sich so sehr an diesen Mann zu hängen?

Der Krimi-Teil der Geschichte handelt vom Stalking von Lorraine, das schon vor vielen Monaten begonnen hat und beim ersten New York-Besuch in einen tätlichen Angriff gipfelt. Die Polizei sieht keinen Zusammenhang, schließlich war sie fern ihrer Heimat und nachts alleine im Park unterwegs. Doch Lorraine ist sowieso nicht beunruhigt oder ängstlich. Im gesamten Buch wurde aus ihrer Perspektive nur dreimal das Wort „Angst“ genutzt. Nicht emotional beschrieben, sondern nur erwähnt. Ihre Gedanken und Gefühle für Leo überwiegen die ganze Zeit, sodass man sich anfangs mehr auf die Liebesgeschichte als den Krimi konzentriert.

Nachdem das Stalking später immer mehr Raum einnimmt, geschieht eine Wendung, die den Fall zunächst in der Luft hängen lässt. Die Identität des Stalkers (oder etwa der Stalkerin?) wird immer undurchsichtiger. In der zweiten Hälfte des Buches wird es schließlich spannender und spitzt sich bis zum Ende hin zu.


Fazit:
„Uns bleibt immer New York“ ist ein flüssig zu lesendes Buch, in dem eine Liebesgeschichte und ein Krimi miteinander verknüpft wurden. Die Beziehung der Protagonisten hat mich nicht überzeugen können. Der Krimi-Anteil (Stalking) ist anfangs auch langweilig, da das Opfer kaum ängstlich ist und die drohende Gefahr auf die leichte Schulter nimmt. Erst später wird die Geschichte spannender und ausgeklügelter.

Veröffentlicht am 31.05.2024

Spannendes Highlight voller toller Ideen

Vengeance (Academy of Dream Analysis 1)
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Hoch oben im Norden befindet sich die Academy of Dream Analysis, wo Traumwandler ausgebildet werden, damit sie später durch ihre Träume die Realität beeinflussen können. Nemesis beginnt dort nun ihr Studium, ...

Hoch oben im Norden befindet sich die Academy of Dream Analysis, wo Traumwandler ausgebildet werden, damit sie später durch ihre Träume die Realität beeinflussen können. Nemesis beginnt dort nun ihr Studium, doch eigentlich ist sie hier mit einem ganz anderen Ziel: Sich an der Direktorin rächen, weil Nemesis‘ Bruder Neiro, der letzte Schlafwandler, durch sie ums Leben gekommen ist. Im selben Jahrgang befindet sich Mercy, der Neffe der Direktorin, welcher ebenfalls trauert.

Ich mag das Setting der Geschichte total gerne. Die Traumakademie im hohen Norden angesiedelt, wo man Polarlichter sehen kann, gibt einen magischen Vibe. Die Rentiere, der Schultag bis tief in die Nacht und der Konsum von Schlafmohn runden den Akademie-Alltag perfekt ab. Und wenn ich schon von den Ideen der Autorin schwärme: Ich finde es total faszinierend, was Ruby Braun aus Realem, wie das luzide Träumen, Schlafwandler/innen und auch einer Schlafkrankheit, macht. Aber die Geschichte ist nicht nur toll konzipiert, sondern auch absolut fesselnd geschrieben. Mit Nemesis kommen wir an der Academy of Dream Analysis an und erfahren durch die wechselnden Perspektiven der beiden Protagonisten auch viel über Nemesis, Mercy und die anderen Personen selbst. Trotzdem hatte ich noch viele Fragen und habe gebannt weitergelesen. In der zweiten Hälfte wird dann einiges erklärt, aber durch die tollen Ideen der Autorin (wie schon eben davon geschwärmt), macht es die Geschichte noch viel spannender! Das Ende ist einfach nur „Wow!“ und ich möchte, nein muss, unbedingt weiterlesen!

Hinzu kommen der tolle Dark-Academia-Vibe und die Enemies-to-Lovers. Neiros Tod, gewisse (Unterrichts)Methoden und bedrückende Träume geben der Universität eine düstere Atmosphäre. Neiro hat Nemesis immer beschützt, ist die Person, die ihr am meisten bedeutet hat, deswegen will sie unbedingt die Verantwortliche für seinen Tod büßen lassen. Doch Mercy hat nach dem Tod seiner Mütter nur noch seine Tante, die immer für ihn da war, weshalb er das nicht zulassen kann. Und das ergibt wirkliche Feinde, die sich dann unter anderem durch den Unterricht erzwungenermaßen näher kommen, sich aber nicht Hals über Kopf verlieben und somit für mich das perfekte Enemie-to-Lovers-Pärchen abgeben.


Fazit:
Ich bin einfach verliebt in „Vengeance“! Ein absolutes Highlight! Atmosphärisches Setting, tolle Ideen und einen unglaublich spannenden Schreibstil machen die Geschichte aus. Ich freu mich unglaublich auf Band 2!