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Veröffentlicht am 24.11.2025

Wissen ist nicht gleich Wahrheit

Himmelerdenblau
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Ich habe den Roman angefangen zu lesen und als Hörbuch weitergehört und egal für welche Form man sich entscheidet, es ist ein herausragendes Werk.

Theo, dessen fortschreitende Demenz ihn immer weiter ...

Ich habe den Roman angefangen zu lesen und als Hörbuch weitergehört und egal für welche Form man sich entscheidet, es ist ein herausragendes Werk.

Theo, dessen fortschreitende Demenz ihn immer weiter am erinnern hindert, will nach 20 Jahren das Verschwinden seiner Tochter aufklären, ehe er dazu gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist. Liv eine True-Crime-Podcasterin und ihr Partner greifen den Fall wieder auf und wollen sogar eine Reportage darüber machen. Sophia die jüngere Schwester der Verschwundenen, die zwischen Trauer, vergessen wollen und letzter Hoffnung sich den beiden vorangegangen nicht ganz unfreiwillig anschließt. Daniel, der Ex-Freunde der Vermissten, damals beschuldigt und zu Recht freigesprochen oder vielleicht auch nicht …

Romy Hausmann zeigt in Himmelerdenblau das Wissen nicht gleichbedeutend ist mit der Realität, mit Wahrheit. Sie zeigt wie unterschiedlich man Indizien und Tatsachen miteinander verknüpfen kann und doch zu dem gänzlich falschen Schluss kommen kann oder auch zu dem richtigen, der trotzdem nicht zur Wahrheit führt. Und auch wenn zum Schluss alle Fäden zusammenlaufen, bleibt man als Leser mit dem Gefühl zurück das ein kleiner verirrter Faden nicht zum ziel gelangt ist und genau dieser birgt noch das ein oder andere Detail. Das eine Stück was ein Puzzle vollendet. Mit letzten Fragen im Kopf, ist zwar alles aufgeklärt aber man merkt das Wissen und Wahrheit auch immer ein wenig Interpretationssache ist.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Im Sog der Tradewifes

Heimat
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Hannah Lühmann hat mit Heimat ein Werk geschaffen, welches subtil darstellt wie schnell man in eine fatale Faszination verfallen kann.

Ich habe es als Hörbuch gehört, im Nachhinein hätte ich es lieber ...

Hannah Lühmann hat mit Heimat ein Werk geschaffen, welches subtil darstellt wie schnell man in eine fatale Faszination verfallen kann.

Ich habe es als Hörbuch gehört, im Nachhinein hätte ich es lieber als physisches Buch gelesen, gedanklich mit meiner eigenen Stimme im Kopf, weil ich die Stimmlage der Sprecherin anhaltend doch etwas anstrengend fand. Ich denke es wäre für mich mehr zur Geltung gekommen, wenn ich es gelesen hätte.

Trotzdem hat mich der Inhalt dazu angehalten weiterzuhören. Jana eine Frau, ihr drittes Kind erwartend, frisch in eine ländliche Umgebung gezogen, geplagt von Gedanken um Existenz, Arbeit, Erschöpfung, lernt Caro kennen. Schnell stellt sich heraus, dass diese so ganz anders ist als Jana und das fasziniert sie. Diese Faszination zieht sie in ihren Bann. Man muss bei manchen Gedanken zugeben, dass man sie selbst gar nicht negativ findet, gar nicht anzweifelt, dass das vielleicht auch eine Möglichkeit wäre und erschreckt ein bißchen, dass eben dies zu dem führt was im Buch ganz fein, ganz leise in seinen Anfängen beschrieben wird … Gruppenzwang, Verantwortungsabgabe, Identitätsverlust. Es wird einem eindrücklich vor Augen geführt, wie es ist, wenn man aufhört zu hinterfragen, wenn man sich dem Leichten hingibt, weil es so schön scheint und vergisst hinter die Fassade zu blicken. Wie einfach es scheinbar ist sich einer Ideologie hinzugeben, welche man in ihren Grundzügen ablehnt.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Als wäre man selbst Rechtsmedizinerin

Mit kalter Hand
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Tsokos ist es wieder einmal mehr gelungen einen Als ginge man in die Rechtsmedizin-Lehre

Mit kalter Hand war nicht mein erster Tsokos, aber der erste aus der Reihe mit Dr. Sabine Yao. Ich habe eine typischen ...

Tsokos ist es wieder einmal mehr gelungen einen Als ginge man in die Rechtsmedizin-Lehre

Mit kalter Hand war nicht mein erster Tsokos, aber der erste aus der Reihe mit Dr. Sabine Yao. Ich habe eine typischen Tsokos erwartet, wie ich ihn kenne und wurde nicht enttäuscht. Trotzdem ist die Yao-Reihe anders. Das Buch ist gespickt mit rechtsmedizinischen, pathologischen und kriminalistischen Fachbegriffen, man fühlt sich regelrecht als wäre man Teil des Sektions- bzw. Ermittlungsteams, welches aus dem Gesehenen und Geschehenen seine Schlüsse zieht.

Inhaltlich wurden hier drei Fälle aufgegriffen, wobei der Hauptfall, in diesem Buch der Fund einer zerstückelten Leiche, den Fokus auf sich hat. Die anderen Fälle sind aber nicht minder spannend und tragen dazu bei, dass man sich eben in den Alltag der Protagonistin vollends mitgenommen fühlt. Trotz das man frühzeitig darüber im bilde ist, wer der Täter ist, tut dies der Spannung in dem Buch keinen Abbruch, weil es eher darum geht, wie die Kollegen ihn an Hand ihrer fundierten Arbeit aufspüren.

Das einzig negative was ich an dem Buch fand, das es häufige Wiederholungen gab. Wiederholungen in dem Sinne, dass es erst festgestellt wurde und bei der Auswertung bzw. weiteren Ermittlung, dann nochmal ein Kund getan wurde, um entsprechende Schlüsse zu ziehen.

Ich würde dieses Buch trotzdem uneingeschränkt weiterempfehlen, wer Romane schätzt, die sachlich und fachlich gut recherchiert sind.

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Veröffentlicht am 25.10.2025

Komprimierte extreme Liebesgeschichte

All the Way to the River
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Elizabeth Gilbert hat mit All the way to river ein Buch geschaffen, welches nicht nur eine extreme und wundervolle Liebesgeschichte erzählt, welche durch die Kürze der Zeit, in der sie stattfand schon ...

Elizabeth Gilbert hat mit All the way to river ein Buch geschaffen, welches nicht nur eine extreme und wundervolle Liebesgeschichte erzählt, welche durch die Kürze der Zeit, in der sie stattfand schon regelrecht in all ihren Facetten komprimiert war. Nein Frau Gilbert hat es auch geschafft, dies in ein Buch zu projezieren. Diese ganze Beziehung überquellend von Liebe, Leidenschaft, Humor, Verzweiflung und Reflektion auf viel zu wenig Seiten. Und ebenso liest sich dieses Buch, es kommt sofort mit all den Emotionen daher, die eine Liebesgeschichte zu geben hat und auch mit all ihrem Schmerz.

Ich war anfangs skeptisch was den Inhalt angeht und doch neugierig, als ich mich zu Eat Pray Love belesen hatte, was ich, wie ich zugeben muss weder gelesen, noch als Film gesehen habe. Auf den ersten Seiten war ich regelrecht geschockt über die Intensität mit welcher die Autorin alle Emotionen, Gedanken und Geschehnisse schonungslos preisgibt und mit welcher Offenheit sie intimste Dinge offenbart. Genau das zieht sich durch das gesamte Buch und macht es damit so authentisch und lebendig.

Auch wenn ich kein so spiritueller Mensch bin, fand ich das Buch trotzdem wundervoll und eben dies macht es so ehrlich und offen. Auch eben der Umgang mit dem Thema Sucht und Drogen. Ich fand es einerseits teilweise sehr lapidar wie mit dem Konsum umgegangen wurde, wiederum zeigte diese Art und Weise wie gefährlich gewisse Dinge sein können, wenn man ohne sie nicht mehr kann, nicht mehr der Mensch ist der man ist.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Generationen-Fluch

Das Flüstern der Marsch
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Drei Frauen, drei Schicksale, ein Geheimnis das sie alle eint. So könnte man das Buch in einem Satz beschreiben. Doch es ist viel facettenreicher als das. Das Buch beginnt mit dem Verschwinden von Annemie, ...

Drei Frauen, drei Schicksale, ein Geheimnis das sie alle eint. So könnte man das Buch in einem Satz beschreiben. Doch es ist viel facettenreicher als das. Das Buch beginnt mit dem Verschwinden von Annemie, Monas Großmutter, die Geschichte selbst beginnt schon Jahrzehnte früher und ist in mehreren Zeit- und Handlungssträngen aufgebaut.

Tatsächlich haben der Titel und das Cover mein Interesse geweckt, weil es so harmonisch wirkte und durch den gelben Titel doch wieder einen Kontrast erzeugt hat, was ich sehr gelungen finde. Der Schreibstil ist schlicht, flüssig und mit Wortspielen gespickt, was ich als Leser sehr angenehm empfand.

Die Geschichte selbst finde ich sehr gut, jedoch hat mich die Art wie sie erzählt ist, nicht gänzlich abgeholt. Trotz des schönen Schreibstils, fehlten mir oft weiterführende Sätze. Wiederum wiederholten sich einige Beschreibungen, Gegebenheiten, Gedankenspiele immer wieder. Ich denke das ist von der Autorin so gewollt, um dem Hintergrund mehr Ausdruck zu verleihen, mich hat es ein wenig gestört. Auch die Beschreibungen der Marsch, ließen vor meinem inneren Auge eher ein unvollständiges Bild erscheinen.

Das Ende hat mich wiederum versöhnlich gestimmt mit dem Buch und mit einem Lächeln zurückgelassen. Deshalb würde ich das Buch trotzdem weiterempfehlen, weil ich denke, dass es Leser gibt, die eben genau das anspricht, die von der Erzählweise so abgeholt werden, wie es die Autorin beabsichtigt hat.

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