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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2025

Wie Phönix aus der Asche

Sunbirds
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Wer wären wir? Wie wären wir? Ohne Verpflichtungen, gesellschaftliche Normen, Besitz, Bedenken … Wären wir anders, wären wir, wir selbst? All diese Fragen kamen in mir auf, als ich Sundbirds gelesen habe.
Anne ...

Wer wären wir? Wie wären wir? Ohne Verpflichtungen, gesellschaftliche Normen, Besitz, Bedenken … Wären wir anders, wären wir, wir selbst? All diese Fragen kamen in mir auf, als ich Sundbirds gelesen habe.
Anne ist auf der Suche nach ihrem Sohn. Vor Jahren ist er in Indien verloren gegangen und seitdem sucht sie ihn. Es scheint als hätte sie sich bei dieser Suche über die Jahre selbst verloren oder hatte sie das schon vorher. Ist sie im Leben falsch abgebogen oder genau auf dem richtigen Weg.
Fast scheint sie sich der Tatsache hinzugeben ihn nie wieder zu finden, bis neue Hinweise sie dazu bewegen, sich mit ihrer Nichte Esther auf eine letzte Reise zu begeben. Eine Reise, von der sie nicht ahnt, dass sie alles finden wird was sie sucht, vor Allem sich selbst.
In Sunbirds wird eine Reise beschrieben, wie sie vielleicht jeder von uns einmal im Leben gehen sollte. Das Buch ist von einer gedanklichen Schlichtheit, dass es wiederum wunderschön ist, Seite um Seite weiter zu gehen. Es lässt einen sich selbst fragen, tue ich Dinge, weil ich sie tun will oder weil es erwartet wird, weil man meint es tun zu müssen. Die Antworten findet jeder Leser selbst in seinen Gedanken …

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Wiederbelebung mit Worten

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Liliana: eine junge Studentin der Architektur in Mexiko-Stadt. Lebendig, voller Emotionen, Ideen, Tatendrang, die jedweden Gedanken schriftlich festhält. Schreiben ist ihre Form des Ausdrucks und Verarbeitung ...

Liliana: eine junge Studentin der Architektur in Mexiko-Stadt. Lebendig, voller Emotionen, Ideen, Tatendrang, die jedweden Gedanken schriftlich festhält. Schreiben ist ihre Form des Ausdrucks und Verarbeitung mit den Personen um sie herum und mit ihrem Inneren.

Liliana: ein Femizid-Opfer

Cristina Rivera Garza hat etwas Wundervolles vollbracht, sie hat ihrer getöteten Schwester mit Worten wieder Leben verliehen. Worte von Liliana selbst, Worte ihrer Familie, Worte von Freunden.

Wenn man die Information, das Liliana durch ihren Ex-Partner getötet wurde, enthalten würde, ist es ein Buch was eine Frau beschreibt, die ihr junges Leben lebt. Diese Information hat man natürlich als Leser, sie schwingt überall mit, findet sich zwischen den Zeilen, wird ganz klar ausgesprochen. Und genau darum geht es in diesem Werk. Es stellt das Leben und Wesen von Liliana auf eine ganz spezielle Art und Weise dar, das man das Gefühl hat, sie wäre wiederbelebt.

Zugleich ist das Buch ein Mahnmal, ein riesiges Ausrufezeichen hinter der Thematik Femizid.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Eine Frau wie eine Naturgewalt

Asa
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Asa ist Alles und Asa ist Nichts, Asa ist anpassungsfähig ohne sich untreu zu werden. Asa ist wie eine ruhige Schneelandschaft, wie eine sich ruhig kräuselnde See, bis sie hervortritt und zur Lawine wird, ...

Asa ist Alles und Asa ist Nichts, Asa ist anpassungsfähig ohne sich untreu zu werden. Asa ist wie eine ruhige Schneelandschaft, wie eine sich ruhig kräuselnde See, bis sie hervortritt und zur Lawine wird, zu einem wütenden Orkan. Es gibt einen Unterschied zwischen Asa und der Natur, Asa kennt Gnade und gewährt sie auch.

Zum Inhalt: Asa wird als Jugendliche von ihrem Vater für eine Prüfung ausgebildet, die sich aus einer Tradition der Familie in ihrem Dorf und vielen weiteren etabliert hat. Diese Prüfung hat ihr alles genommen, deshalb will sie diese und die Verantwortlichen eliminieren.

Zoran Drvenkar lässt die Geschichte sich entwickeln, man wächst beim Lesen mit ihr, erfährt durch Rückblenden immer mehr Details und bleibt immer mit offenen Fragen zurück. Das Buch ist in einer besonderen Art erzählt, die ich hier nicht verraten möchte, man muss es selbst lesen, um zu verstehen wie besonders es ist. Man wird im Spannungsbogen immer wieder einen Moment zurückversetzt, damit sich dieser wieder weiter aufspannt und sich am Ende im Höhepunkt schließt. Es ist kein Thriller es ist eine geschriebene Sinfonie und die Wörter sind die Noten.

Auch wenn das Buch mit seinen 700 Seiten nicht gerade dünn ist, hätte es für mich länger sein könne, ich war regelrecht traurig das es vorbei war.

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Veröffentlicht am 14.09.2025

Ungezähmte Irrwege

Unsere letzten wilden Tage
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Das Buch, sein Inhalt, die Protagonisten sind so roh und unverfälscht, wie die beschriebene Umgebung in der die Geschichte stattfindet.

In den Sümpfen Louisianas ist Loyal groß geworden, nach Jahren kehrt ...

Das Buch, sein Inhalt, die Protagonisten sind so roh und unverfälscht, wie die beschriebene Umgebung in der die Geschichte stattfindet.

In den Sümpfen Louisianas ist Loyal groß geworden, nach Jahren kehrt sie zurück und glaubt sie muss sich ihrer ehemals besten Freundin Cutter stellen, mit der sie im Unguten auseinander gegangen ist. Doch es kommt anders, nachdem diese tot im Sumpf gefunden wird.
Loyal setzt es sich in den Kopf die Hintergründe aufzudecken, denn sie glaubt nicht daran das es ein Unfall war.

Die Geschichte spannt sich Seite um Seite auf, führt einen gedanklich in einige Sackgassen und Irrwege und gleicht sich damit der beschriebenen Natur, den Sümpfen mit all seinen Winkeln, Nebenarmen immer mehr an. Am Ende ergibt alles auf wunderbare Weise einen Sinn.

Anna Bailey hat mich mit den Beschreibungen der Umgebung und Natur sofort eingefangen, man spürt regelrecht wie sich die Hitze auf einen niederlegt, die Gräser im Wind rauschen.
Den Protagonisten hat die Autorin alle so authentisch gestaltet und es war menschlich schön zu lesen, wie man sich eben in diesen Charakteren teilweise getäuscht hat, wie man mit dem Gefühl zurück bleibt, das in jedem oft so viel mehr steckt, als es scheint.

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen, es lass sich einfach, unkompliziert und es fügte sich alles ineinander. Ich empfehle es ohne ein „Aber“ weiter.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Außergewöhnlicher Blickwinkel

Die Ausweichschule
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Das Cover und der Titel haben mich anfänglich so gar nicht angesprochen. Als ich das Buch aber zum Rezensieren angeboten bekommen habe, habe ich mich mit dem Inhalt beschäftigt und entschieden es zu lesen. ...

Das Cover und der Titel haben mich anfänglich so gar nicht angesprochen. Als ich das Buch aber zum Rezensieren angeboten bekommen habe, habe ich mich mit dem Inhalt beschäftigt und entschieden es zu lesen. Diese Entscheidung war definitiv richtig und ich bin dankbar, es zum Lesen zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.

Der Inhalt: Der Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium 2002. So könnte man es kurz umschreiben, was der Sache tatsächlich nicht gercht wird. Der Autor, zum Zeitpunkt des Geschehens 11 Jahre alt und Schüler an besagter Bildungseinrichtung, entscheidet sich ein Buch über die Tat und die Zeit danach zu schreiben und den Leser auf dieser Reise mitzunehmen.

Die Herangehensweise an die Thematik ist anders als man erwartet, sicherlich wird umschrieben, was an diesem Tag in Erfurt geschehen ist, aber das ist nicht der Hauptinhalt. Nachdem die Tat in ihrem Ablauf dargestellt wird, geht es vielmehr um das danach. Wie sind die Menschen damit umgegangen, wie wurde mit der Situation umgegangen.

Der Autor nimmt einen als Leser mit in seine Erinnerungen, seine Recherchen, seine Gedanken und Erfarungen. Man fragt sich unweigerlich, ob das was man ließt so wirklich zu diesem Buch geführt hat oder ob es fiktional geschrieben ist. Man fragt sich allgemein vieles beim Lesen des Buches, man reflektiert, denkt nach, hinterfragt.

Anfangs dachte ich, das der Titel, für den Inhalt nicht sonderlich gut gewählt ist, nachdem ich es beendet habe, sehe ich es anders, finde es trotzdem schade, das warscheinlich viele eben wegen des Titels, nicht auf den wichtigen Inhalt gestoßen werden.

Ich kann dieses Buch nur empfehlen, es ist ein beeindruckendes Werk, es lässt einen zum Ende aufatmen um dann doch als Leser sprachlos zurückzubleiben.

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