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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2024

Geoffrey ist tot!

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bürgermeister
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Ja, diesmal hat es ausgerechnet Geoffrey Lushington, den allseits beliebten Bürgermeister von Marlow, erwischt und schnell ist klar, dass es sich um Mord handelt. Hatte er möglicherweise doch ...



Ja, diesmal hat es ausgerechnet Geoffrey Lushington, den allseits beliebten Bürgermeister von Marlow, erwischt und schnell ist klar, dass es sich um Mord handelt. Hatte er möglicherweise doch Dreck am Stecken?

Eigentlich kann das nicht sein und so gehen die drei Damen vom (innoffiziellen Mordclub der Judith Potts gleich in medias res - inzwischen allerdings als formal bevollmächtigte Unterstützung der lokalen Polizei mit entsprechenden Bevollmächtigungen, was so einiges an Befragungen erleichtert.

Ich habe das Buch wieder mit Begeisterung gelesen, habe aber beim inzwischen bereits (auch für mich) dritten Band schon bestimmte Vorlieben und auch Abneigungen entwickelt. Wenn es nach mir ginge, könnte die vorlaute und taktlose Suzie gerne ausgetauscht werden, die einfühlsame Becks hingegen, die diesmal wegen des Einzugs ihrer bankrotten Schwiegermutter besonders leidet, dürfte eine deutlich zentralere Position einnehmen - wenn es nach mir ginge, natürlich nur.

Der Tod ereilte den Würdenträger ausgerechnet in einer Stadtratssitzung, was den Kreis der Verdächtigen ziemlich einengt. Dennoch ist es nicht einfach für die Damen, weiterzukommen, aus unterschiedlichen Gründen.

Mir hat dieser ausgesprochen heitere Krimi wieder richtig gut gefallen und ich freue mich schon auf den nächsten Band!

Veröffentlicht am 28.10.2024

Eine riesengroße Qual

So gehn wir denn hinab
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Ist das aktuelle Ereignis nicht nur für die junge Sklavin Annis, sondern auch für ihre Brüder und Schwestern: ihr Herr hat beschlossen, sie alle weit weg zu schicken, um sie dort lukrativ zu verkaufen. ...

Ist das aktuelle Ereignis nicht nur für die junge Sklavin Annis, sondern auch für ihre Brüder und Schwestern: ihr Herr hat beschlossen, sie alle weit weg zu schicken, um sie dort lukrativ zu verkaufen. Der Herr - das ist gleichzeitig auch Annis`Vater bzw. der Vergewaltiger ihrer Mutter. Als Vater hat sie weder ihn noch jemand anderes bisher kennengelernt und da ihre Mutter zuvor bereits fortgeschickt wurde, ist sie nun ganz alleine.

Aneinandergekettet werden die Sklaven beiderlei Geschlechts über hunderte von Kilometern auf den Weg geschickt - barfuß natürlich und mannigfaltigen Prüfungen und Erniedrigungen preisgegeben. Annis versucht, das alles von sich fernzuhalten, was ihr nur durch Beschwörung fremder Mächte gelingt.

Lange Zeit später befindet sie sich in den Sümpfen der Südstaaten, wo sie von ihrer neuen Herrin wiederum erniedrigt und gequält wird, doch etwas hat sich geändert - nach und nach verliert diese die Macht über sie....

Ein Roman, der ungeheuer schmerzhaft zu lesen ist, aber auch Kraft gibt. Denn wenn Annis es schafft, sich zu befreien, nicht unterzugehen, dann müsste es mir doch auch möglich sein!

Veröffentlicht am 27.10.2024

Vier völlig unterschiedliche Schwestern

Blue Sisters
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Die sehr aneinander hängen. Deswegen ist jede einzelne der drei verbliebenen vollkommen verloren, als eine von ihnen plötzlich stirbt. Aufgrund ihrer Verschiedenheit drückt sich das recht unterschiedlich ...

Die sehr aneinander hängen. Deswegen ist jede einzelne der drei verbliebenen vollkommen verloren, als eine von ihnen plötzlich stirbt. Aufgrund ihrer Verschiedenheit drückt sich das recht unterschiedlich aus und führt zu Missverständnissen - untereinander, aber auch außerhalb dieses Schwestern-Teams.

Doch es passiert noch etwas anderes: jede einzelne der Schwestern hinterfragt sich und ihre engste Umgebung und lernt sich dadurch neu kennen, was zu einer Neudefinition ihrer selbst führt: Neue Wege sind zu beschreiten, weshalb alte nicht unbedingt abgeschnitten werden müssen.

Ich fühlte mich in diesem Buch direkt zu Hause und von der Autorin gut verstanden, für mich ist diese Geschichte mit all ihren Konsequenzen absolut rund.

Ein wundervolles Buch, das ich jedem ans Herz lege, der gerne intelligente und zugleich herzliche Familiengeschichten liest.

Veröffentlicht am 10.10.2024

Unter Kumpels

Genug gegrübelt, lieber Kopf!
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ist man hier, denn die Autorin Dr. Katharina Tempel spricht ihre Leser auf lockere, kumpelhafte Weise an, indem sie diese duzt - da musste ich mich erstmal dran gewöhnen. Ansonsten sind ihre ...

ist man hier, denn die Autorin Dr. Katharina Tempel spricht ihre Leser auf lockere, kumpelhafte Weise an, indem sie diese duzt - da musste ich mich erstmal dran gewöhnen. Ansonsten sind ihre Vorschläge vielseitig und durchaus kreativ.

Nur leider gehen sie nicht allzusehr - ich würde sagen, eigentlich gar nicht - in die Tiefe. Es werden auch keine Hintergründe erläutert, so dass es als Leser:in schwerfällt (mir zumindest), die gesamte Vorgehensweise zu hinterfragen und damit auch in Gänze zu verstehen.

Daher muss ich leider feststellen, dass ich nicht das bekomme, was ich erwartet habe. In diese Richtung drängen auch die Abbildungen, die leider ähnlich nichtssagend und teilweise wie Werbefotos daher kommen. Auch das trägt nicht gerade zu einer besonders eindringlichen, tiefgehenden, nachhaltigen und verbindlichen Präsentation des Themas bei, die lange in mir nachhallt. Eher ist es für mich eine erste Bekanntschaft mit dem Thema.

Veröffentlicht am 05.10.2024

Etwas schwer nachzuvollziehen

Das Wohlbefinden
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Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, es kam mir von der Thematik her so unglaublich spannend vor. Als ich es in den Händen hielt, brannte ich förmlich darauf, zu beginnen und überlegte bereits, wie ...

Dieses Buch wollte ich unbedingt lesen, es kam mir von der Thematik her so unglaublich spannend vor. Als ich es in den Händen hielt, brannte ich förmlich darauf, zu beginnen und überlegte bereits, wie ich mich denn soweit zurückhalten könnte, um wirklich nur den jeweils vorgegebenen Abschnitt - ich las es im Rahmen einer Leserunde - zu genießen.

Nun, diese Befürchtung war vollkommen grundlos - leider, muss ich sagen, denn bereits der Einstieg bedeutete für mich den Start in ein ziemliches Wirrwarr und das, obwohl ich einst - zugegeben vor sehr langer Zeit - Geschichte studiert habe und leidenschaftlich gerne Romane über historische Themen lese. So war ich auch auf diesen gekommen: Er handelt von der Autorin Johanna,, die Anfang des 20. Jahrhunderts ein Buch über eine Heilanstalt schreiben wollte und nicht ihren Gatten, einen Arzt, sondern eine ehemalige Insassin dieser Einrichtung, die dem Vernehmen nach hellsichtige Anna zu Rate zog, die zum Verdruss des Gatten bei ihnen einzog.

Die zweite Erzählebene widmet sich Vanessa, der Urenkelin Johannas, die sich auf die Spuren ihrer Ahnin begibt.Und eigentlich gibt es auch noch eine dritte, nämlich Johanna selbst als alte Frau in den 1960er Jahren zur Zeit der Studentenunruhen. Was für tolle Themen!

Doch ach, wie verzwickt wird das alles dargestellt, ich fühlte mich von Beginn an nicht zum Weiterlesen ermuntert, sondern fand mich häufig verwirrt oder gelangweilt mitten in einem Leseabschnitt, von dem ich hoffte, er wäre doch bitte schon längst vorbei. Es fällt mir schwer, es zu beschreiben, aber ich konnte der Handlung oft nicht recht folgen, verlor den Faden , das Interesse oder gar beides.

Nun, ich bin enttäuscht, wobei ich nicht so recht sagen kann, ob von dem Buch oder von mir selbst. Kannte und mochte ich doch bereits einen Roman der Autorin Ulla Lenze, "Der Empfänger", den ich vollkommen anders empfunden habe als diesen hier. Aber es hilft alles nichts, besser kann ich ihn einfach nicht bewerten!