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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2024

Kleine Nixe muss die Welt retten

Lily und der Herzenszauber
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Lily ist die einzige Nixe in ihrem Teich und fühlt sich dort pudelwohl. Denn sie kann allen helfen: den Kaulquappen, den Schnecken, den Fischen und allen anderen Teichbewohnern - sie ist immer ...

Lily ist die einzige Nixe in ihrem Teich und fühlt sich dort pudelwohl. Denn sie kann allen helfen: den Kaulquappen, den Schnecken, den Fischen und allen anderen Teichbewohnern - sie ist immer zur Stelle, wenn jemand Hilfe braucht, oft auch schon lange davor.

Doch eines Tages kracht es im wahrsten Sinne des Wortes - es tobt ein riesiger Sturm direkt über dem kleinen Teich und die Folgen sind dramatisch - vieles ist zerstört, es herrscht eine unglaubliche Unordnung. Wie soll Lily das nur hinbekommen, so ganz allein?

Doch dann trifft sie eine Entscheidung....

Ein Buch, in dem schon die Kleinen mit Situationen wie Belastung, Unsicherheit, Überforderung konfrontiert werden und zwar auf eine sehr warmherzige und liebevolle Art. Begleitet von schönen bunten Bildern, auf denen es ordentlich was zu schauen gibt. Das Buch könnte ohne weiteres zum Lieblingsbuch im Kinderzimmer aufsteigen! Zumal Lösungsmöglichkeiten geboten werden, die auch für KiTa-Kinder leicht zu verstehen und nachzuvollziehen sind!

Veröffentlicht am 09.02.2024

Detailverliebt

Demon Copperhead
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Wir lernen Demon Copperhead - sein ihm(fast) lebenslang anhaftender Spitzname in einer Gegend, in der so gut wie jeder einen abbekommt - schon vor beziehungsweise während seiner Geburt kennen ...

Wir lernen Demon Copperhead - sein ihm(fast) lebenslang anhaftender Spitzname in einer Gegend, in der so gut wie jeder einen abbekommt - schon vor beziehungsweise während seiner Geburt kennen und wissen so gleich von Beginn an, dass er keiner ist, der das Glück gepachtet hat.

Nein, ganz im Gegenteil, er steht von Beginn an auf der Verliererseite als Sohn einer minderjährigen Junkiebraut, sein Vater bereits vor seiner Geburt verstorben.

Kein schönes Leben, dafür eines, das uns bis zu seiner Volljährigkeit bis ins kleinste Detail beschrieben wird und zwar von ihm selbst in einer Sprache, die zu einem Jungen seiner Herkunft passt, authentisch erscheint, für mich jedoch eine große Herausforderung bedeutete.

Auch wenn vieles darunter manche Charaktere, eindrucksvoll und eindringlich zugleich dargestellt sind - für mich wäre hier weniger mehr gewesen und es hat sich ab etwa der Hälfte dann doch sehr gezogen. Und es ist eben auch so, dass mir bestimmte Informationen bzw. auch Tiefen, fehlen. Auch wenn ich keine Mühe hatte, die mehr als 800 Seiten hinter mich zu bringen, war die Handlung für mich nicht so richtig schlüssig und rund - auch ein Pulitzer-Preisträger ist halt nicht für jeden geschrieben!

Veröffentlicht am 30.01.2024

Gleichgültigkeit, Egoismus und sogar Kälte

Verborgen
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Das sind die Faktoren, die in diesem Familien(Kriminal)roman eine Rolle spielen - zumindest in den Familien aller Charaktere, die irgendwann in diesem Roman in Verdacht geraten. Von Lieblosigkeit ...

Das sind die Faktoren, die in diesem Familien(Kriminal)roman eine Rolle spielen - zumindest in den Familien aller Charaktere, die irgendwann in diesem Roman in Verdacht geraten. Von Lieblosigkeit geprägt ist der Umgang mit- bzw. eher gegeneinander und nicht selten gesellt sich auch Einsamkeit dazu - ein Adjektiv, das in den Krimis der Autorin Eva Björg Ægisdóttir immer wieder eine Rolle spielt.

Hier wird ein junger Mann, gerade mal 20 Jahre alt, tot in seinem Bett aufgefunden - kein Wunder eigentlich, denn das Haus um ihn herum ist abgebrannt. Ausgerechnet er ist aber Teil einer Familie, bei der es deutlich warmherziger zuging, als in denen, von denen sie umgeben waren. Da die Eltern verreist waren, hatten die jungen Leute - Marino, so heißt der Verstorbene, hatte noch eine Zwillingsschwester - mit Freunden und ziemlich viel Alkohol gefeiert.

Und am nächsten Morgen dann das! Rasch gerät eine weitere Familie in Verdacht, deren Sohn Andri als enger Freund von Marino bei der Feier dabei war. Hier herrscht definitiv die angesprochene Kälte. Aber wie sind hier die Zusammenhänge?

Ein eher ruhiger Krimi, in dem dennoch eine Menge passiert. Wie immer ermitteln die Kriminalkommissar*innen Ella und Saevar und - man darf gespannt sein - auch bei ihnen gibt es eine Veränderung.

Aus meiner Sicht fällt er gegenüber den beiden Vorgängern einen Hauch ab, wenn auch auf extremst hohem Niveau - wie immer bei dieser Serie konnte ich das Buch vor dem Schluss nicht aus der Hand legen!

Veröffentlicht am 28.01.2024

Federleicht

Der Schacherzähler
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Versucht dieses Buch, sich in die Herzen der Leser*innen zu schleichen. Malu ist alleinerziehende Mutter eines von ihr sehr geliebten Sohnes, nämlich Janne. Dessen Problem ist, dass er eigentlich ...

Versucht dieses Buch, sich in die Herzen der Leser*innen zu schleichen. Malu ist alleinerziehende Mutter eines von ihr sehr geliebten Sohnes, nämlich Janne. Dessen Problem ist, dass er eigentlich nur von seiner Mutter geliebt wird, auf andere, so auf die Lehrer und auf manche Eltern seiner Freunde störend wirkt -weil er eben so ist, wie er ist.

Wie genau - das erfährt man eher durch Anmerkungen, für mich ist er ein ganz normales Kind, das nicht stillsitzen kann, aber auch nie von seiner Mutter wirksame Vorschläge erhält, wie er etwas anders machen könnte. Für sie ist er einfach der Tollste - auch, als er sie mit einem neuen Interesse, nämlich dem für Schach überrascht, über das er sich im Park mit einem älteren Herrn unterhalten hat. Bald schon unterrichtet dieser Janne und die drei wachsen zusammen.

Das Thema gefällt mir ganz gut, aber nicht so sehr die Erzählweise, dieses unvermittelte Einbringen von Fakten, Tatsachen, Entwicklungen etc. Manchmal verstehe ich gar nicht, wo ich diese neuen Erkenntnisse hinpacken soll - das offenbart sich erst nach etlichen Seiten.

Ich kann mir aber vorstellen, dass viele Leser, die die Möglichkeit, bei der Lektüre abzuschalten, schätzen, gerade dies besonders an dem Roman mögen. Mir allerdings fehlt dadurch die Tiefe und manchmal auch der Zusammenhang.

Veröffentlicht am 28.01.2024

Eine ganz besondere Flocke

Das Haus Kölln. Glänzende Zeiten
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Nämlich die Haferflocke hat der Familie Kölln im niedersächsischen Elmshorn einen gewissen Wohlstand beschert. Worauf Charlotte sehr stolz ist - auch nachdem sie ihren Mann Peter nach einem Arbeitsunfall ...

Nämlich die Haferflocke hat der Familie Kölln im niedersächsischen Elmshorn einen gewissen Wohlstand beschert. Worauf Charlotte sehr stolz ist - auch nachdem sie ihren Mann Peter nach einem Arbeitsunfall viel zu früh begraben muss. Doch der nächste Peter, nämlich der gemeinsame Sohn, steht schon in den Startlöchern - doch warum hat er sein Auge ausgerechnet auf Bertha geworfen, die aus ärmsten Verhältnissen kommt? Charlotte tut, was sie kann, um diese Verbindung zu lösen - vergeblich. Doch hat der Stammhalter tatsächlich eine schlechte Wahl getroffen?

Autorin Elke Becker hat recherchiert, so akribisch es irgend möglich war und das war nicht sehr viel - von der Familiengeschichte gibt es nur noch ein paar Bröckchen. Umso mehr bewundere ich ihr Talent, aus dem Wenigen einen prachtvollen Teppich zu weben - einen, der die Frauen der Familie in den Vordergrund stellt.

Mir hat es einen Riesenspaß gemacht, mit ihr runde 140 Jahre in die Vergangenheit zu reisen: die von Elke Becker geschaffene Geschichte ist aufgrund des Einbringens zahlreicher historischer Fakten ausgesprochen schlüssig und hat mir spannende Lesestunden beschert.

Einzig zum Ende hin wird es dann doch etwas zu abenteuerlich in unterschiedlicher Hinsicht - wobei ich mir vorstellen kann, dass gerade das viele Leser*innen ganz besonders fasziniert.

Auf jeden Fall ein Leckerbissn für Liebhaber historischer Romane, die sich besonders für die deutsche Wirtschaftsgeschichte und die Entstehung eines soliden Mittelstandes interessieren!