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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2023

Fantasy - eigentlich ziemlich normal

Witches of Brooklyn - Total verhexte Tanten
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Effie ist eigentlich nur ein trauriges kleines Mädchen, als sie zu Selimene und Carlotte nach Brooklyn kommt - sie hat gerade ihre Mutter verloren und muss nun zu diesen steinalten, langweiligen ...

Effie ist eigentlich nur ein trauriges kleines Mädchen, als sie zu Selimene und Carlotte nach Brooklyn kommt - sie hat gerade ihre Mutter verloren und muss nun zu diesen steinalten, langweiligen Tanten.

Oh Mann, wie sie das wohl durchstehen wird? Sie soll sogar Kakao trinken, igitt! Und überhaupt, diese Selimene ist überhaupt gar nicht nett, aber Carlotta ist eigentlich gar nicht so übel und als sie zur Schule gebracht wird, lernt sie sofort zwei neue Freunde kennen. Ganz so übel ist das Leben also doch nicht, vor allem, als sie merkt, dass das Leben bei den Tanten magische Komponenten birgt. Auch für sie selbst.

Und außerdem trifft sie einen gaaaanz berühmten Popstar, der zwar nicht sie, aber doch ihre neue Freundin vollkommen zu begeistern mag. Und der - vielmehr die- denn es ist die unfassbare Tily Shoo, die auch ihre HIlfe braucht. Einfach unglaublich.

Aber für mich ist das Beste, dass sich hier Erwachsene bei Kindern entschuldigen und mit ihnen beraten. Ganz normal! So normal, dass es fast schon wieder magisch ist. Ein wirklich berührender Comic nicht nur für Kinder!

Veröffentlicht am 29.01.2023

Ich bin verliebt bis zum Gehtnichtmehr

Kummer aller Art
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Und schwebe ähnlich abgehoben wie Frau Wiese durch die Weltgeschichte.

Frau Wiese ist zusammen mit Herrn Pohl die Nachbarin, mit der Mariana Leky (wahrscheinlich fiktiverweise) am meisten zu tun hat ...



Und schwebe ähnlich abgehoben wie Frau Wiese durch die Weltgeschichte.

Frau Wiese ist zusammen mit Herrn Pohl die Nachbarin, mit der Mariana Leky (wahrscheinlich fiktiverweise) am meisten zu tun hat und über die sie oft und gerne berichtet - warmherzig und mit einem Augenzwinkern, wie es halt ihre Art ist. Ebenso wie über ihre Eltern, Onkel Ulrich und diverse Patenkinder und -tanten, die mir sehr sympathisch sind, da ich auch in dieses System der Wahlverwandtschaft eingebunden bin.

Die kurzen Kolumnen der Autorin sind wie gemacht, um für gute Laune oder zumindest ein bisschen Zuversicht zu sorgen. Auch wenn hier durchaus schräge Typen vorkommen, es sind doch auch immer welche von den Erwähnten in der Nähe, um für positive Erlebnisse zu sorgen. Einmal gibt es sogar ein Wiedersehen mit Dieter, dem einzigen Patienten, den die Autorin je hatte - als Kind im Hause ihres Vaters, der diesen eigentlich zu betreuen hatten - der Gipfel an Warmherzigkeit und Originalität.

Desgleichen erfreuen mich immer wieder die Reminiszenzen ans Rheinland - Frau Leky ist ebenso wie ich in Kölle jeboren: mal hat einer einen Ratsch im Kappes, mal heißt jemand wie ein Kölner Stadtteil (nämlich Kriel - wie mein Veedel) - hier passt einfach alles. Und das, obwohl ich gar keine Kurzgeschichten mag. Also, normalerweise nicht. Aber diese hier schon. Es sind ja auch Kolumnen

Mehr noch: ich liebe sie. Heiß und innig. Und werde das Buch immer mal wieder in die Hand nehmen, um mich an meinen liebsten Sequenzen zu erfreuen. Zudem werde ich den Band jedem schenken, dem ich ein bisschen gute Laune ins Haus bringen will!

Veröffentlicht am 29.01.2023

Unterwegs mit einer Vergessenden

Wildes Vergessen
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Steph Jagger hatte es ihr Leben lang nicht leicht mit ihrer Mutter - und nun steht etwas anderes im Vordergrund: die Mutter ist dabei, alles zu vergessen, auch ihre Tochter und nicht zuletzt sich selbst. ...

Steph Jagger hatte es ihr Leben lang nicht leicht mit ihrer Mutter - und nun steht etwas anderes im Vordergrund: die Mutter ist dabei, alles zu vergessen, auch ihre Tochter und nicht zuletzt sich selbst.

Steph fasst einen ebenso mutigen wie impulsiven Entschluss: sie wird sich mit ihrer Mutter auf eine letzte Reise begeben und nicht auf irgendeine - nein, es wird ein Campingtrip in die Rocky Mountains, wo die Frauen der Natur und einander vollkommen ausgeliefert sind.

Und ausgerechnet hier lernt Steph ihre Mutter neu kennen. Und nicht zuletzt auch sich selbst!

Veröffentlicht am 28.01.2023

Josef - ein Kind, das für den Krieg büßen muss

Sibir
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Josef ist zehn Jahre alt, als er mit seiner Familie am Kriegsende aus dem Warthegau nach Sibirien verschleppt wird. Dort wartet noch nicht einmal ein Heim auf die Familie Ambacher - sie müssen ...

Josef ist zehn Jahre alt, als er mit seiner Familie am Kriegsende aus dem Warthegau nach Sibirien verschleppt wird. Dort wartet noch nicht einmal ein Heim auf die Familie Ambacher - sie müssen selbst sehen, wo sie unterkommen und wie sie sich arrangieren - und irgendwie gelingt es ihnen tatsächlich, sich einzuleben und mit der kasachischen Bevölkerung überraschend gut zu arrangieren.

"Nur" zehn Jahre müssen sie dort verbringen und werden dann zuruck nach Deutschland, diesmal in ein niedersächsisches Dorf gebracht - aus dem Leila, die Tochter des inzwischen längst erwachsenen Josef und seiner polnischen Frau, berichtet.

Diese Ereignisse haben mich sehr berührt, denn auch meine Familie musste sich nach dem Krieg in einem neuen Umfeld arrangieren und konnte nicht immer selbst entscheiden, wenn es für sie auch nicht nach Sibirien ging. Aus Josef hat sich ein Eigenbrötler mit starkem Helfersyndrom entwickelt, der es weder Frau noch Tochter leicht macht mit seinen häufigen spontanen Entscheidungen. Vor allem, als nun wieder Spätaussiedler aus Kasachstan eintreffen und er sich wie selbstverständlich um sie kümmert. Schmerz, Schuld und Verlust - das sind immer wiederkehrende Empfindungen und damit auch Grundlagen zum Handeln - nicht nur bei ihm.

Ich habe bisher zwei Romane von Sabrina Janesch gelesen und habe ihren sehr eigenen, skurrilen, durchaus auch geheimnisvollen und immer mutigen, da keinem Trend folgenden Stil sehr genossen. Diesmal etwas weniger - es blieb mir dann doch insgesamt zu viel im Nebulösen - nicht nur Emma, Josefs Mutter, die im sibirisch-kasachischen Dunst verschwindet und nie wieder auftaucht.

Auch hier schreibt sie warmherzig und originell, doch bleibt vieles im Diffusen, im Unklaren - ein wenig kommt es mir vor, als ob ich einen zweiten Band eines Werkes lese, ohne den ersten zu kennen. Vieles wird nicht nicht vorbereitet, ich fühlte mich als Leserin oft vor vollendete Tatsachen gestellt.

Sabrina Janesch kann nichts Schlechtes schreiben - dennoch, ich durfte sie schon deutlich stärker in Form erleben bzw. -lesen!

Veröffentlicht am 27.01.2023

Ein gewisser Abstand bleibt

Der Inselmann
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Eine Familie zieht auf eine Insel, flüchtet vor der Gesellschaft in einer Zeit, in der die Gesellschaft - wie so oft - dabei ist, sich selbst zu finden. Auf der anderen Seite wiederum gibt es so einige, ...


Eine Familie zieht auf eine Insel, flüchtet vor der Gesellschaft in einer Zeit, in der die Gesellschaft - wie so oft - dabei ist, sich selbst zu finden. Auf der anderen Seite wiederum gibt es so einige, die der Menge entrinnen. Gewissermaßen folgen sie also einem Trend.

Dennoch, es wird schwierig, ein neues Regime einzuführen. Quasi unmerklich für die Eltern etabliert sich ein Inselkönig, was natürlich so einiges Problematische mit sich bringt.

Mich hat dieses Buch leider so gar nicht erreicht. Oder habe ich mich nicht genug darum bemüht? Es erschien mir seltsam kraft- und leblos, so dass vielleicht von Beginn an eine zu große Distanz zwischen mir als Leserin und dem Autor da war. Im Klartext: ich habe mich ziemlich gelangweilt bzw. war so gar nicht bereit, mich auf das Geschehen einzulassen und die gerade aufgenommene Geschichte hat meine Wahrnehmung dann auch wieder schnell verlassen. Manchmal ist es so, das Buch und Leser nicht zusammenpassen. Ich glaube, auch in diesem Fall!