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Veröffentlicht am 13.06.2022

Geheime Witwe

Verheizte Herzen
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Was könnte hinter der Bezeichnung "Geheime Witwe" stecken: für mich ist es eine Frau, die quasi inoffiziell verwitwet ist, ohne dass dies nach außen bekannt werden darf.

Hier ist es Ana, selbst ...

Was könnte hinter der Bezeichnung "Geheime Witwe" stecken: für mich ist es eine Frau, die quasi inoffiziell verwitwet ist, ohne dass dies nach außen bekannt werden darf.

Hier ist es Ana, selbst Ehefrau und Mutter zweier noch recht kleiner Kinder, die eine heiße Affäre mit einem Klienten - sie ist Steuerberaterin - hat. Für sie ist es viel mehr und sie ist sicher, dass es für ihn ebenso ist.

Da erfährt sie eines Tages von seinem plötzlichen Tod - ausgerechnet durch seine Frau, die natürlich ahnungslos ist, was die Beziehung ihres Mannes mit Ana angeht.

Ana trauert und kann sich mit niemandem so richtig darüber austauschen. Oh doch, einen gibt es, aber der will nicht so richtig, denn verständlicherweise ordnet er - ein Freund des Verstorbenen - das alles ganz anders ein.

Ihr bleibt zum "Dampf ablassen" das geschriebene Wort und das kommt sehr roh und ursprünglich aus ihr heraus. Nicht unglaubwürdig, muss man sagen.

Aber definitiv nicht mein Ding! Ich habe dieses Buch ausgesprochen ungern gelesen und fragte mich letztlich "Wofür das alles?", kam aber für mich selbst zu keinem abschließenden Urteil. Für mich ein überflüssiges Buch, das ich nicht weiter empfehlen kann!

Veröffentlicht am 13.06.2022

Ungewöhnlich!

Der Fremde
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Und zwar ungewöhnlich packend auf eher stille Art und Weise. Ein Krimi? Stellenweise - zumindest kommen ein Ermittler und eine ehemalige Anwältin vor. Ein Thriller? Auf keinen Fall, würde ich sagen, auch ...

Und zwar ungewöhnlich packend auf eher stille Art und Weise. Ein Krimi? Stellenweise - zumindest kommen ein Ermittler und eine ehemalige Anwältin vor. Ein Thriller? Auf keinen Fall, würde ich sagen, auch wenn selbst davon stellenweise Elemente enthalten sind. Ein Drama? Unbedingt und zwar eines, das aktueller nicht sein kann und von der Autorin Caitlin Wahrer - ihr Erstling, man mag es kaum glauben - höchst eindringlich umgesetzt wurde.

Was geschieht? Nick, ein zwanzigjähriger Student, wird bei einem One-Night-Stand brutalst vergewaltigt. Aufgrund seiner Zuarbeit ist der Schuldige schnell ermittelt und wird "eingelocht". Leider ist es ihm möglich, auf Kaution freizukommen und er schlägt zurück. Auf eine richtig fiese Art, so dass am Ende Nick derjenige ist, der mit Schmutz beworfen wird und dem die wenigsten noch glauben.

Nick hat eine liebevolle Familie hinter sich, die aus seinem siebzehn Jahre älteren Bruder Tony und dessen Frau Julia, einer Juristin, besteht. Auch der ermittelnde Kriminalbeamte steht eigentlich hinter ihm, doch sind diesem vielfach die Hände gebunden.

Die Handlung nimmt zum Ende hin einen ausgesprochen überraschenden Ausgang, den ich so nicht erwarten konnte, der aber schlüssig und für mich sehr passend war. Ein ausgesprochen gelungener Spannungsroman, der zeigt, wie sehr das "Me Too" auch Männer belasten kann!

Veröffentlicht am 10.06.2022

Dänemark und Deutschland ermitteln zusammen

Gezeitenmord
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Eine Leiche auf der Grenze - das heißt, dass sich hier zwei Ermittler aus zwei verschiedenen Ländern, aus zwei verschiedenen Kulturen der kriminalpolizeilichen Ermittlung, zusammentun müssen ...

Eine Leiche auf der Grenze - das heißt, dass sich hier zwei Ermittler aus zwei verschiedenen Ländern, aus zwei verschiedenen Kulturen der kriminalpolizeilichen Ermittlung, zusammentun müssen und das ist nie einfach. Zumal die hier porträtierten Charaktere Lykke Teit und Rudi Lehmann so unterschiedlich sind wie Tag und Nacht: weiblich, jung und ehrgeizig trifft hier männlich, bejahrt und abgeklärt. Und erfreulicherweise gelassen, so dass man sich zusammenraufen kann und zwar recht schnell. Obwohl Lykke dem Kollegen aus Deutschland in Bezug auf den Toten etwas ganz Entscheidendes verschwiegen hat.

Ein schöner Ermittlerkrimi, der Lust auf mehr macht. Mir hat die Lektüre einen Riesenspaß gemacht, auch wenn ich finde, dass das Miteinander der beiden besonderen "Bullen" doch noch etwas ausbaufähig ist.

Aber mir gefällt der besondere Blick des Autors Dennis Jürgensen sowohl auf das Setting als auch die Figuren, der diesen Krimi etwas warmherziges gibt, trotz der Dinge, die in einem Krimi nun mal so geschehen!

Veröffentlicht am 07.06.2022

Sehr angewandt!

Heile die Wunden deiner Kindheit
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Mir sagt dieses Buch sehr zu, weil die Autorin fern von allem wissenschaftlichen bzw. pseudowissenschaftlichen Geschwafel sehr angewandt vorgeht!

Ich fühle mich fast wie in einer "echten", also einer ...

Mir sagt dieses Buch sehr zu, weil die Autorin fern von allem wissenschaftlichen bzw. pseudowissenschaftlichen Geschwafel sehr angewandt vorgeht!

Ich fühle mich fast wie in einer "echten", also einer Face-to-Face-Therapie, in der die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Patienten mit einbezogen werden. Das schafft die Autorin aufgrund der vier sehr unterschiedlichen Beispiele, die sie ihrenAusführungen zugrunde legt. Wir lernen Charlotte, Silvia, Jan und Dominik mitsamt ihren "Rucksäcken", also den Päckchen, die sie seit der Kindheit mit sich tragen und nicht loswerden, kennen und finden Gemeinsamkeiten mit ihren Fällen. So erging es zumindest mir: obwohl ich vollkommen andere Voraussetzungen mitbringe als die von Autorin Susanne Hühn beschriebenen, fühlte ich mich dazu imstande, mich mit meinem Rucksack auf den von ihr erläuterten Weg zu begeben.

Denn es ist eine richtiggehende Therapie, der man sich mithilfe dieses Buches unterziehen kann. Die von der Autorin Wegstrecke ist keine einfache und ich bin noch ganz am Anfang, sie hilft mir aber sehr bei der Auseinandersetzung mit mir selbst - das ist der Punkt, an dem ich derzeit stehe. Und die vorgeschlagenen Übungen werden mir sicher dabei helfen, mich selbst und meine Bedürfnisse besser zu verstehen. Ein wirklich wichtiges und hilfreiches Buch!

Veröffentlicht am 06.06.2022

Sehr gelungen!

Kalte Seelen
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Im Gegensatz zu manch anderem Fall sind Journalistin Milla und das Kripo-Team um ihren Liebsten Sandro relativ schnell sicher, in welche Richtung die Ermittlungen hier gehen sollten, was den Fall angeht. ...

Im Gegensatz zu manch anderem Fall sind Journalistin Milla und das Kripo-Team um ihren Liebsten Sandro relativ schnell sicher, in welche Richtung die Ermittlungen hier gehen sollten, was den Fall angeht. Also, den Fall, den sie selbst zu einem gemacht haben.

Denn eigentlich war Milla als Zeugin zum Prozess eines Angeklagten geladen, der auch sie versucht hat, umzubringen, jedoch am zweiten Verhandlungstag in einer spektakulären Aktion befreit wird. Grund genug für Milla - und mehr noch für Sandro - wieder Angst um ihr Leben zu haben. Aber nicht lange, denn schon bald wird er ermordet aufgefunden.

Was ist passiert? Nachdem Milla kurzfristig selbst in Verdacht gerät und Sandro deswegen seinen Arbeitsplatz wechselt, steht schon bald mehr oder weniger fest, in welchen Kreisen sich die Mörder bewegen dürften. Aber das macht die ganzen Untersuchungen nicht einfacher, zumal sich Milla wieder selbständig in Ermittlungen hinein wirft und somit in Gefahr bringt.


Atmosphärisch beschreibt Autorin Christine Brand sowohl die Orte der Handlung als auch die Figuren: Ermittler Sandro und seine Freundin Milla, die hinsichtlich der detektivischen Aktivitäten mit ihm konkurriert sind hier deutlich eindringlicher dargestellt als in vorherigen Fällen und wirken auf mich sehr charismatisch.

Ein richtig toller Krimi, den ich kaum aus der Hand legen konnte! Entsprechend kurz war die Lesezeit und nun freue ich mich auf den nächsten Band mit Milla und Sandro!