Profilbild von TochterAlice

TochterAlice

Lesejury Star
offline

TochterAlice ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit TochterAlice über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2025

Knallt leider nicht so richtig

Knallkrebse
0

Beziehungsweise im Klartext: die Handlung vermag mich nicht so recht zu erreichen. Als Leserin dieses Romans um einen jungen Mann und angehenden Wissenschaftler, der sich um einen jungen Flüchtling aus ...

Beziehungsweise im Klartext: die Handlung vermag mich nicht so recht zu erreichen. Als Leserin dieses Romans um einen jungen Mann und angehenden Wissenschaftler, der sich um einen jungen Flüchtling aus Afghanistan kümmert, bleibe ich außen vor.

Auf dem Rücken des Umschlags ist festgehalten, dass hier die Komplexität menschlicher Beziehungen ausgeleuchtet wird. Nicht aus meiner Sicht - ich bleibe hier völlig außen vor, habe nicht den Hauch einer Chance bei dem Beziehungsgeflecht des Ich-Erzählers durchzusteigen. Es sind eher Blitzlichter, Momentaufnahmen, die aus meiner Sicht das Miteinander nicht nachhaltig abbilden, es ist eher eine launenhafte Revue der Begegnungen von Tom mit seinem Schützling Farid, wobei drumherum noch seine Freundin Laura, sein Bruder Lukas und dann noch Yev, den ich so gar nicht einzuordnen vermag. Später kommt dann Sofie in Frankreich dazu, bei der Tom zeitweise unterkommt. Doch in diesen eigentlich doch vorhandenen Beziehungen findet sich keine Dichte und noch weniger Dynamik.

Von mir daher leider nur 2,5 Sterne!

Veröffentlicht am 20.07.2025

Heftig, berührend, fesselnd

Wir sehen uns wieder am Meer
0

Das sind nur drei - allerdings die stärksten - Emotionen, von denen ich während der Lektüre dieses Romans gepackt wurde und zwar so, dass ich - gelobt seien freie Sonntage - ihn in einem Zug gelesen habe, ...

Das sind nur drei - allerdings die stärksten - Emotionen, von denen ich während der Lektüre dieses Romans gepackt wurde und zwar so, dass ich - gelobt seien freie Sonntage - ihn in einem Zug gelesen habe, ja lesen musste!
Diesmal steht vor allem Krankenschwester Birgit, eine enge Freundin der im Regen tanzenden Großmutter Thekla aus dem ersten Band der "lockeren" Trilogie der Autorin Trude Teige um Schicksale im Zweiten Weltkrieg, im Mittelpunkt.

Birgit begibt sich als Krankenschwester in den Norden Norwegens und wird dort Zeugin diverser grauenvoller Kriegshandlungen, die vor allem durch die deutschen Besatzer vollzogen werden. Doch sie begegnet auch der Liebe...

Neben ihr stehen aber vor allem andere Frauen im Zentrum der Handlung: vor allem die erst 16jährige Zwangsarbeiterin Nadja aus der Ukraine, aber auch deren Freundin und Schicksalsschwester und eine Kollegin von Birgit. Wieder ist Trude Teige ein packender Roman gelungen, in dem ich viel Neues über Norwegen im Zweiten Weltkrieg erfuhr - wie immer verpackt in eine spannende Handlung. Auch die Figuren sind sehr gelungen; ich hatte Birgit und die anderen während der Lektüre stets vor Augen.

Wer zu diesem Buch greift, sollte sich allerdings im Klaren darüber sein, dass es stellenweise so grausam zugeht, dass man es während der Lektüre kaum verarbeiten kann - die Leser werden nicht geschont, das Leid der Bevölkerung Norwegens wie auch der aus anderen Teilen Europas dorthin verschleppten Menschen wird ausgesprochen eindringlich dargestellt. Ein Buch, das viele Leser verdient!

Veröffentlicht am 20.07.2025

Dem Feminismus den Weg ebnen

Wohin du auch gehst
0

Das ist meiner Ansicht nach eines der Ziele dieses Romans - sicher wird manch einer nun sagen, dass der Feminismus bereits seit Jahrzehnten auf dem Weg zu wasauchimmer ist und es vom jeweiligen persönlichen ...

Das ist meiner Ansicht nach eines der Ziele dieses Romans - sicher wird manch einer nun sagen, dass der Feminismus bereits seit Jahrzehnten auf dem Weg zu wasauchimmer ist und es vom jeweiligen persönlichen Hintergrund abhängt, ob und in welcher Form dies angenommen wird. Das ist zweifellos bei uns der Fall, ebenso in zahlreichen Ländern Westeuropas und anderer westlicher Länder, doch in dem Umfeld, in dem dieser Roman angesiedelt ist, nämlich im Kongo und unter kongolesischen Emigranten, findet dies deutlich weniger statt.Wobei die Handlung des Romans in den 1980er und den 2000er Jahren spielt, aber auch da tickten die Uhren in vielen der genannten Länder schon deutlich anders.

Die Männer beherrschen die Politik wie auch das Heim in vielen Fällen, zudem hindert das soziale Gefüge sowohl im Land selbst als auch außerhalb die Frauen daran, sich in vielerlei Form freizuschwimmen.

Im vorliegenden Roman lernen wir Bijou kennen, die irgendwann von ihren Eltern aus Kinshasa zu ihrer Tante Mireille nach London verfrachtet wird und dann einfach nicht wieder zurückgeholt wird. Das Tantchen bezieht sie in ihr Leben ein, wozu vor allem eine intensive Anbindung zur kongolesischen Gemeinde der Stadt wie auch generell zu Gepflogenheiten des Landes, seinen es Speisen, Traditionen oder auch die Achtung Älteren gegenüber gewahrt werden sollen. Bijou fühlt sich darin überhaupt nicht wohl, zumal sie zum ersten Mal so richtig verliebt ist und eine Beziehung pflegt - und zwar zu einer Frau. Und dann soll sie auf einmal einen Mann heiraten, einen, den die Gemeinde ihr ausgesucht hat.

Bijou will sich von allem lösen, doch irgendwie klappt das nicht...

Ein eindringlicher Roman, den ich mit Interesse, teilweise auch mit Faszination gelesen habe, wenn ich auch einigen Darstellungen nicht ganz folgen konnte bzw. mehr Zeit brauchte, um diese zu verstehen bzw. in Gänze nachvollziehen zu können. Ein Familienroman, der stellenweise schockiert, dann aber wieder richtig warmherzig daher kommt. Etwas für Leser*innen, die auch gern mal Neues kennen lernen!

Veröffentlicht am 13.07.2025

Ich bin begeistert!

Vorsehung
0

Dieser Roman, in dem die australische Autorin Liane Moriarty ihre Hauptfigur, eine alte Dame namens Cherry Lockwood auf einem Flug viele Mitfliegenden über ihren Todeszeitpunkt und die jeweilige ...

Dieser Roman, in dem die australische Autorin Liane Moriarty ihre Hauptfigur, eine alte Dame namens Cherry Lockwood auf einem Flug viele Mitfliegenden über ihren Todeszeitpunkt und die jeweilige Todesursache informiert und sich nachher nicht mehr daran erinnern kann, hat mich unerwarteterweise sehr begeistert.

Es geht hier nicht um einen Klamauk, sondern um einen Prozess, der sich im Laufe des inzwischen langen Lebens von Cherry entwickelt hat und darum, wie die Empfänger der Nachricht damit umgehen. Und natürlich auch darum, ob ihnen nun der Sensenmann entgegentritt oder nicht.

Moriarty blickt hinter die menschlichen Fassaden und demaskiert diese auf eine gewisse, sehr menschliche Art, die vor Humor und Ironie nur so strotzt - aber auch vor Liebe. Und zwar von der Liebe zu den (meisten) von ihr geschaffenen Figuren und auch zum Leben! Dasjenige ihrer jeweiligen Charaktiere entzieht sie ihnen nicht einfach so, nein, es hat alles seine Logik, seine eigene Bewandtnis. Ich muss sagen, ich bin begeistert - ob nur von diesem, oder auch von anderen Werken der Autorin Liane Moriarty, das wird sich zeigen!


Veröffentlicht am 02.07.2025

These vagabond shoes....

Nu Jork, Nu Jork!
0

Ja, hier rufen die Reiseschuhe bzw. in Hennis Fall die Reisekrallen, denn sie ist ein Huhn und zwar ein sehr unternehmungslustiges. Im Stall beim Bauern gibt es nix Neues mehr für sie - wenn sie sich abends ...

Ja, hier rufen die Reiseschuhe bzw. in Hennis Fall die Reisekrallen, denn sie ist ein Huhn und zwar ein sehr unternehmungslustiges. Im Stall beim Bauern gibt es nix Neues mehr für sie - wenn sie sich abends auf das Stalldach begibt, trifft sie immer den Fuchs und auch musikalisch herrscht die Eintönigkeit; der Bauer spielt immer dieselbe Musik.

Also landet Hennie auf der Reling eines dieser Ozeanriesen, die die Menschen - und diesmal eben auch ein Huhn - nach Übersee, nämlich nach New York bzw. in Henniespeech Nu Jork bringen.

Sie hat tolle Begegnungen auf dem Schiff: gleich zu Beginn trifft sie dessen lebensmüden Eigentümer, der während der Überfahrt zu ihrer Frühstücksgesellschaft wird und ihr auch sonst so manchen Weg ebnet. Und sie trifft Fränk, der Abend für Abend das tolle Sinatra-Lied Nu Jork, Nujork singt - es ist zwar ein falscher Fränk, aber Henni stört das nicht.

Weitere Bekanntschaften eröffnen ihr diverse Möglichkeiten - man darf gespannt sein, denn Autorin Alexandra Lüthen hat sich so einiges einfallen lassen. Und da Peter Gaymann, mein erklärter Lieblingskarikarturist, die Illustrationen dazu zu verantworten hat, kann hier gar nichts schiefgehen. Es ist sozusagen ein Bilderbuch für Erwachsene und zwar ein ausgesprochen gelungenes.

Unglaublich witzig, aber auch sehr herzlich sind sowohl Text als auch Zeichnungen gestaltet - ein herrliches Bilderbuch für Menschen jeden Alters, die ein bisschen Sonne - und Huhn - im Leben gebrauchen können!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere