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Veröffentlicht am 27.04.2026

Schläferalarm!

Tee? Kaffee? Mord! Falsche Geheimnisse
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Louise wurde während ihrer Zeit als Agentin unbemerkt zu einer Schläferin gemacht – und genau jetzt wird sie aktiviert. Ohne es zu wissen, bewegt sie sich durch die Welt und wird zur Gefahr, während ihre ...

Louise wurde während ihrer Zeit als Agentin unbemerkt zu einer Schläferin gemacht – und genau jetzt wird sie aktiviert. Ohne es zu wissen, bewegt sie sich durch die Welt und wird zur Gefahr, während ihre Freunde verzweifelt nach ihr suchen. In ihren seltenen klaren Momenten versucht Louise herauszufinden, wer hinter all dem steckt, welches Ziel verfolgt wird und warum ausgerechnet sie zu einer Schläferin gemacht wurde.

Auf ihrer Suche begegnet sie einer ehemaligen Kollegin, die dasselbe Schicksal teilt. Auch sie wurde einst manipuliert und lebt seitdem mit den Folgen. Gemeinsam rückt für beide immer mehr die zentrale Frage in den Fokus: Warum sie? Die Vergangenheit, die so lange verborgen blieb, beginnt sich Stück für Stück zu entfalten und bringt Wahrheiten ans Licht, die alles verändern könnten.



Zu Beginn hatte ich erwartet, dass es sich um eine eher flache und vorhersehbare Agentenfolge handeln würde. Doch die Geschichte hat mich positiv überrascht, da sie über weite Strecken hinweg spannend bleibt und einen konstanten Sog entwickelt. Zwar ist die Handlung stellenweise ebenso überzogen und unrealistisch wie andere Teile der Reihe, doch genau darin liegt auch ihr Reiz. Wenn man die Logik ein wenig beiseitelässt und sich einfach auf die Dynamik einlässt, wird man gut unterhalten.

Was mir bei der Serie insgesamt aktuell weniger gefällt, ist, dass viele Elemente aus den Anfängen zunehmend in den Hintergrund geraten. Wichtige Figuren aus früheren Teilen, wie etwa Natalies Tante, werden kaum noch erwähnt – nicht einmal beiläufig. Auch ihre Eltern spielen inzwischen keine Rolle mehr. Gerade diese Aspekte haben die Geschichte ursprünglich mitgeprägt, weshalb ich mir wünschen würde, dass zukünftige Teile wieder stärker zu diesen Wurzeln zurückkehren und alte Handlungsstränge aufgreifen.



Veröffentlicht am 27.04.2026

Ein Traum von einem Buchcafe

Yu-jins Bücherküche der großen Träume
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Yu-Jin beschließt, den Trubel der Großstadt hinter sich zu lassen und in einem kleinen Dorf neu anzufangen. Dort erfüllt sie sich den Traum von einem Büchercafé mit angeschlossener Pension – ein Ort, der ...

Yu-Jin beschließt, den Trubel der Großstadt hinter sich zu lassen und in einem kleinen Dorf neu anzufangen. Dort erfüllt sie sich den Traum von einem Büchercafé mit angeschlossener Pension – ein Ort, der schnell zu mehr wird als nur ein Geschäft. Menschen unterschiedlichster Herkunft finden den Weg dorthin, jeder mit einer eigenen Geschichte, mit Sorgen, Zweifeln oder ungelösten Konflikten im Gepäck.

In der warmen, fast schützenden Atmosphäre des Cafés entsteht Raum für Begegnung und Offenheit. Die Gäste beginnen, sich zu öffnen, teilen ihre Gedanken und Erfahrungen und finden dabei nicht nur Trost, sondern oft auch neue Perspektiven. Yu-Jins Café wird so zu einem Rückzugsort, an dem man innehalten, reflektieren und gestärkt weitergehen kann. Für viele Besucher wird dieser Ort zu einem wichtigen Wendepunkt auf ihrem persönlichen Lebensweg.



Das Buch ließ sich insgesamt sehr angenehm lesen. Da ich momentan etwas sensibel und emotional bin, haben mich einige Szenen besonders berührt und mir immer wieder kleine Tränen entlockt. Trotz der grundsätzlich positiven Grundstimmung bleiben die Geschichten der Besucher im Kopf – und auch im Herzen – hängen, weil sie oft sehr nahbar und menschlich erzählt sind.

Der Schreibstil ist ruhig und zugänglich, sodass man gut in die Handlung eintauchen kann. Anfangs haben mich die relativ langen Kapitel jedoch etwas überrascht, da jede Besuchergeschichte in einem eigenen, kaum unterbrochenen Abschnitt erzählt wird. Durch kleinere Abschnitte innerhalb der Kapitel ist es dennoch möglich, zwischendurch Pausen einzulegen und später problemlos weiterzulesen.

Einige der dargestellten Schicksale sind komplex und nicht sofort vollständig nachvollziehbar, was das Lesen stellenweise anspruchsvoller macht. Gleichzeitig verleiht gerade diese Vielschichtigkeit den Figuren Tiefe und macht ihre Geschichten authentisch und nachwirkend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2026

Heimlichkeiten

When We Fall
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Reread
Ella und Jae-yong verlieren den Kontakt, nachdem ein gemeinsames Foto von ihnen im Internet viral geht. Doch nicht nur die Verbindung zu ihm bricht ab – auch zu ihren beiden Schwestern entsteht ...

Reread
Ella und Jae-yong verlieren den Kontakt, nachdem ein gemeinsames Foto von ihnen im Internet viral geht. Doch nicht nur die Verbindung zu ihm bricht ab – auch zu ihren beiden Schwestern entsteht eine schmerzhafte Distanz. Obwohl sie weiterhin unter einem Dach leben, fühlt sich Ella zunehmend isoliert und allein. Erst nach und nach finden die Schwestern wieder vorsichtig zueinander zurück. Auch zwischen Ella und Jae-yong entwickelt sich erneut ein Austausch. Die gegenseitige Anziehung ist ungebrochen, beinahe unausweichlich. Schließlich wagen sie es, sich heimlich und fernab neugieriger Blicke zu treffen. Doch dieses Wiedersehen ist alles andere als unbeschwert, denn das Risiko, entdeckt zu werden, ist enorm – und die möglichen Konsequenzen wiegen schwer.

5/5 Hasenohren (gelesen 2021 und erneut 2026)

Nach etwa fünf Jahren habe ich das Buch erneut gelesen. Viele Details waren über die Zeit verblasst, was sich im Nachhinein als echter Vorteil erwiesen hat: So konnte ich die Geschichte von Ella und Jae-yong noch einmal fast wie beim ersten Mal erleben. Gerade dieses Wiederentdecken hat die Lektüre besonders gemacht.
Ich bewundere Melanie sehr für alles, was sie unter schwierigen Bedingungen leistet. Ihre Stärke und ihr Durchhaltevermögen sind beeindruckend und verleihen der Geschichte zusätzliche Tiefe. Jae-yong bleibt für mich der Inbegriff eines Traummannes – aufmerksam, geduldig und emotional greifbar. Umso weniger nachvollziehen kann ich Ellas Zögern, besonders in den Momenten, in denen sie mit ihm allein ist.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und einnehmend. Die Seiten vergehen beinahe unbemerkt, weil man so tief in die Handlung hineingezogen wird. Die Geschichte entfaltet eine Sogwirkung, die es leicht macht, alles um sich herum zu vergessen und vollkommen in Ellas Welt einzutauchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Alfie zurück auf Hallwood Hall

Bunburry - Schatten über Hallwood Hall
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Alfie weiß noch immer erstaunlich wenig über seine verstorbene Tante Augusta. Um mehr über ihr Leben und ihre Vergangenheit herauszufinden, schlägt sein bester Freund Oscar vor, eine Biografie über sie ...

Alfie weiß noch immer erstaunlich wenig über seine verstorbene Tante Augusta. Um mehr über ihr Leben und ihre Vergangenheit herauszufinden, schlägt sein bester Freund Oscar vor, eine Biografie über sie zu schreiben. Die Idee begeistert Alfie – nicht nur, weil er seiner Tante näherkommen möchte, sondern auch, weil er sich dadurch intensiver mit dem Schreiben beschäftigen kann.

Um erste Erfahrungen zu sammeln, meldet er sich für ein Schreibseminar an. Dieses findet ausgerechnet in Hallwood Hall statt – einem Ort, der für Alfie alles andere als neutral ist. In der Vergangenheit hatte er dort eine Leiche entdeckt und war sogar selbst unter Mordverdacht geraten. Die Rückkehr dorthin weckt daher gemischte Gefühle.

Schon zu Beginn des Kurses wird Alfie klar, dass er unter den Teilnehmenden eine Ausnahme ist: Während alle anderen bereits Schreiberfahrung mitbringen, steht er noch ganz am Anfang. Diese Unsicherheit ist ihm deutlich anzumerken und sorgt für einige peinliche Momente.

Doch das Seminar nimmt schnell eine unerwartete Wendung. Als eine Teilnehmerin plötzlich abreist und dabei einen Großteil ihres Gepäcks zurücklässt, wird Alfie misstrauisch. Für ihn passt das Verhalten nicht zusammen, und er beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Schon bald gerät er erneut in eine Situation, in der nichts so ist, wie es zunächst scheint.



Nachdem mich der vorherige Band nicht vollständig überzeugen konnte, hat mich diese Geschichte wieder deutlich mehr gepackt. Besonders die Beziehung zwischen Alfie und Emma geht mir sehr ans Herz – obwohl sie gar nicht im Mittelpunkt steht und nur dezent erzählt wird, wirkt sie umso intensiver.

Ich bewundere die Autorin dafür, wie geschickt sie es schafft, den aktuellen Fall mit den übergeordneten Handlungssträngen zu verbinden. Trotz der vergleichsweise wenigen Seiten gelingt es ihr, sowohl die Spannung als auch die Entwicklung der Hauptgeschichte voranzutreiben, ohne dass es überladen wirkt.



Veröffentlicht am 30.03.2026

Sonnenseite eines Landes

Südkorea
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Südkorea zählt heute zu den wohlhabendsten Ländern der Welt und erfreut sich international wachsender Beliebtheit – vor allem durch K-Pop und K-Dramen. Doch das Land hat weit mehr zu bieten als seine popkulturellen ...

Südkorea zählt heute zu den wohlhabendsten Ländern der Welt und erfreut sich international wachsender Beliebtheit – vor allem durch K-Pop und K-Dramen. Doch das Land hat weit mehr zu bieten als seine popkulturellen Exporte. In diesem Buch werden kompakt und leicht verständlich verschiedene Aspekte der „Sonnenseite“ Koreas vorgestellt. Leserinnen und Leser erhalten einen ersten Einblick in Kultur, Alltag und Besonderheiten des Landes, begleitet von modernen, stimmungsvollen Illustrationen, die das Gelesene visuell unterstreichen.



Das Buch ist insgesamt informativ und enthält einige Fakten, die selbst mir noch neu waren. Besonders positiv fallen die liebevoll gestalteten Illustrationen auf, die sehr gut zum Thema passen und das Lesen angenehm begleiten.

Allerdings wird schnell deutlich, dass der Fokus stark auf den positiven Seiten Südkoreas liegt. Viele Aspekte wirken dadurch etwas romantisiert. Zwar ist nachvollziehbar, warum diese Entscheidung getroffen wurde, doch entsteht so ein etwas einseitiges Bild – vor allem für Leserinnen und Leser, die bisher kaum Berührungspunkte mit dem Land hatten.

Laut Internet richtet sich das Buch an Kinder ab etwa 10 Jahren. Meiner Einschätzung nach könnte es für diese Zielgruppe stellenweise zu wenig spannend sein, es sei denn, es handelt sich um besonders wissbegierige Kinder. Inhaltlich bietet es zwar interessante Informationen, doch die Aufbereitung wirkt eher ruhig als mitreißend.

Ein weiterer Kritikpunkt ist das Format des Buches. Es ist relativ groß, was das Lesen im Alltag etwas unhandlich macht. Zudem erinnert die Aufmachung auf den ersten Blick an ein Bilderbuch für jüngere Kinder, weshalb ich im Laden vermutlich daran vorbeigegangen wäre. Zwar kommen die Illustrationen dadurch besonders gut zur Geltung, doch der erste Eindruck kann hier täuschen.

Trotzdem kann ich mir gut vorstellen, dass es eine Version für Erwachsene geben könnte: mit mehr Hintergrundinformationen, einer ausgewogeneren Darstellung – auch der Schattenseiten – und einem handlicheren Format. Mit dem bestehenden Schreibstil und den gelungenen Illustrationen würde ich eine solche Ausgabe definitiv kaufen.