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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.11.2025

Zwischen Hai und Neinfisch

Die Tokio-Detektive: Yoshi und Ben ermitteln
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Wie soll man neue Freunde finden, wenn man ihre Sprache nicht spricht? Diese Frage stellt sich Ben, als er mit seinen Eltern nach Japan zieht. Alles ist neu und ungewohnt – die Schule, das Essen, sogar ...

Wie soll man neue Freunde finden, wenn man ihre Sprache nicht spricht? Diese Frage stellt sich Ben, als er mit seinen Eltern nach Japan zieht. Alles ist neu und ungewohnt – die Schule, das Essen, sogar die Spiele der Kinder. Doch dann lernt Ben seinen Nachbarn Yoshi kennen. Mit ihm macht das Spielen auch ohne viele Worte Spaß. Schnell entsteht eine Freundschaft, die zeigt, dass man sich auch ohne gemeinsame Sprache verstehen kann. Gemeinsam probieren sie japanische Gerichte, zeigen sich ihre Lieblingsspiele und entdecken die Unterschiede zwischen dem Leben in Deutschland und Japan. Auf einem ihrer Streifzüge stoßen sie auf eine geheimnisvolle Höhle – und in deren Innerem wartet ein echter Schatz. Doch der wird von Geistern bewacht! Plötzlich finden sich Ben und Yoshi mitten in einem aufregenden Abenteuer wieder, das sie mutiger macht, als sie je gedacht hätten.

Das Buch liest sich wunderbar leicht und ist durch die vielen Illustrationen besonders ansprechend gestaltet. Der Titel „Detektive“ ist vielleicht etwas übertrieben, denn vieles geschieht eher durch Zufall als durch echte Ermittlungsarbeit – aber das stört überhaupt nicht. Die Geschichte bietet kindgerechte Spannung und ist dabei unaufdringlich lehrreich. Kleine Gruselelemente sorgen für Nervenkitzel, lösen sich aber schnell auf, sodass auch siebenjährige Leser*innen keine Angst haben müssen.
Besonders schön ist, wie das Buch kulturelle Unterschiede thematisiert, ohne sie zu bewerten. Klischees werden aufgegriffen und gleichzeitig aufgelöst, wodurch Kinder spielerisch lernen, andere Lebensweisen zu verstehen. Auch das fremde Essen, das Ben zunächst skeptisch macht, wird bald zu einer Quelle echter Begeisterung. Insgesamt ist es eine charmante, spannende und liebevoll illustrierte Geschichte über Freundschaft, Neugier und das Überwinden von Grenzen – sowohl sprachlich als auch kulturell.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.11.2025

Ein Gott sollte nicht Kiffen

Ever & After, Band 3 - Die letzte Stunde
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Denn Rains Wunsch, die Welt und ihre Freunde zu retten, hat weit schlimmere Folgen, als sie es sich je vorstellen konnte. Um den Prinzen und seine dunklen Vasallen aufzuhalten, hat sie nicht nur ihr Herz, ...

Denn Rains Wunsch, die Welt und ihre Freunde zu retten, hat weit schlimmere Folgen, als sie es sich je vorstellen konnte. Um den Prinzen und seine dunklen Vasallen aufzuhalten, hat sie nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre Seele geopfert. Nun bleibt ihr nichts anderes übrig, als alles daran zu setzen, diesen fatalen Wunsch rückgängig zu machen – auch wenn der Preis dafür hoch ist.

Ohne den Epilog hätte mir das Ende ehrlich gesagt nicht gefallen, doch genau dieser letzte Teil hat die Geschichte wieder aufgefangen und zu einem stimmigen Abschluss geführt. Die eigentliche Auflösung war etwas ungewöhnlich gestaltet, teilweise verwirrend und stellenweise schwammig beschrieben. Einige Fragen blieben offen, und doch ergibt sich am Ende ein schlüssiges Gesamtbild, das – trotz aller Unklarheiten – emotional überzeugt. Es ist schwer, Genaueres zu sagen, ohne das Ende zu verraten, aber die Mischung aus Tragik, Hoffnung und Magie hat mich bewegt.
Besonders spannend fand ich die zahlreichen Andeutungen auf bekannte Märchen. Diese subtile Verflechtung klassischer Motive lässt vermuten, dass Rain in vielen dieser Geschichten selbst eine Rolle gespielt oder sie auf irgendeine Weise beeinflusst hat. Dadurch entsteht eine faszinierende Tiefe, die das Buch von anderen Fantasy-Geschichten abhebt.
Auch wenn nicht jede Wendung perfekt umgesetzt ist, überzeugt die emotionale Kraft des Finales. Die Autorin schafft es, den Leser mitzureißen, ihn gleichzeitig zu verwirren, zu berühren und schließlich versöhnlich zurückzulassen. Ein würdiger Abschluss, der noch lange nachhallt – besonders dank des Epilogs, der alles in ein neues Licht rückt.

Veröffentlicht am 01.11.2025

Ich pass auf Dich auf!

Der Nachbar
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Ein schrecklicher Unfall in der Kindheit raubte Sarah Wolff ihren Bruder, und ein psychopathischer Serienmörder zerstörte später den Rest ihrer Familie. Heute arbeitet Sarah als Strafverteidigerin – stark, ...

Ein schrecklicher Unfall in der Kindheit raubte Sarah Wolff ihren Bruder, und ein psychopathischer Serienmörder zerstörte später den Rest ihrer Familie. Heute arbeitet Sarah als Strafverteidigerin – stark, kontrolliert, aber innerlich zerbrochen. Seit den traumatischen Erlebnissen leidet sie an Monophobie, der panischen Angst, allein zu sein. Nach ihrem Umzug an den Rand Berlins scheint sie jedoch Glück zu haben: Ihr neuer Nachbar ist aufmerksam und hilfsbereit. Er gießt ihre Blumen, wenn sie verreist, füllt ihren Kühlschrank, wenn sie lange arbeitet, und bleibt sogar nachts an ihrem Bett, wenn die Albträume sie wieder einholen.
Alles scheint perfekt – bis der Nachbar beschließt, ihre Beziehung auf eine neue Ebene zu heben. Er beginnt, all jene zu töten, die er für Sarahs seelisches Leid verantwortlich macht. Dabei riskiert er, dass Sarah endlich erkennt, wer er wirklich ist – und dass er schon viel länger Teil ihres Lebens ist, als sie ahnt.



Ich war ein wenig enttäuscht, da ich auf einen wirklich überraschenden, zerrüttenden Plot-Twist gehofft hatte. Doch die Auflösung war letztlich vorhersehbar, und die Verbindung zum Nachbarn, obwohl erst spät deutlich, kam nicht unerwartet. Trotzdem war das Buch spannend aufgebaut, mit vielen Momenten, in denen man unbedingt weiterlesen wollte. Besonders die kurzen Kapitel sorgten für einen angenehmen Lesefluss und machten das Buch trotz der düsteren Thematik leicht lesbar.

Die Idee hinter der Geschichte ist stark – das Zusammenspiel aus Trauma, Angststörung und obsessiver Abhängigkeit bietet viel Potenzial. Leider hat die Umsetzung dieses Potenzial nicht vollständig ausgeschöpft. Einige Wendungen wirkten zu früh angedeutet, sodass der Überraschungseffekt verloren ging. Insgesamt aber bleibt es ein fesselnder Psychothriller mit einer dichten Atmosphäre und einem spannenden Thema, das lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Spezieller Blumenladen

Plant Lady
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Yu-hee kann mit Menschen nur wenig anfangen. Ihre wahre Leidenschaft gilt den Pflanzen, und so tauscht sie ihren frustrierenden Bürojob gegen einen eigenen kleinen Pflanzenladen in Sejin. Zwischen Avocado, ...

Yu-hee kann mit Menschen nur wenig anfangen. Ihre wahre Leidenschaft gilt den Pflanzen, und so tauscht sie ihren frustrierenden Bürojob gegen einen eigenen kleinen Pflanzenladen in Sejin. Zwischen Avocado, Agave und Rosmarin fühlt sie sich endlich zuhause. Ihr „Pflanzen-Shop“ wird schnell zu einer Oase – nicht nur für sie selbst, sondern auch für andere Frauen, die hier einen Rückzugsort vor ihren persönlichen Sorgen und Dramen finden, die häufig mit übergriffigen Männern zu tun haben. Für ihre Kundinnen hat Yu-hee immer ein offenes Ohr. Doch sie geht noch weiter: Sie sorgt dafür, dass die Männer, die Frauen schaden, verschwinden. Für immer.
Lange bleibt sie jedoch nicht unentdeckt. Detective Cha Do-kyung beginnt, Nachforschungen anzustellen, und schon bald hängt er sich an ihre Fersen. Die Geschichte ist in mehrere Kurzgeschichten unterteilt, in denen immer wieder ein Mann bestraft wird, weil er Frauen oder Yu-hees Pflanzen missachtet hat. Ein roter Faden zieht sich über die Ermittlungen des Polizisten, der Hinweise sammelt und versucht, die Taten zu verstehen.

Trotz der spannenden Grundidee hatte ich Schwierigkeiten, das Buch durchgehend zu genießen. Der Schreibstil ist eher sprunghaft, es gibt häufige Perspektiv- und Zeitsprünge, die das Geschehen schwer nachvollziehbar machen. Man rätselt oft, was genau passiert ist, und verliert leicht den Überblick. Die langen Kapitel erschweren zusätzlich den Einstieg, sodass man nicht einfach ein neues Kapitel beginnen kann, ohne den Faden zu verlieren.
Insgesamt bietet das Buch interessante Ansätze und eine ungewöhnliche, düstere Prämisse, die den Leser in eine Welt zwischen Pflanzenliebe und Rache entführt. Dennoch wird die Spannung durch die unübersichtliche Erzählweise geschmälert, sodass es sich eher zäh liest.

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Veröffentlicht am 01.11.2025

Seltsamer Untermieter

Gänsehaut in Hovenäset 1. Flammenrad
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In Heidis Haus im kleinen Küstenort geschehen merkwürdige Dinge. Unter dem Fußboden entdeckt die Familie einen alten Kinderschuh, und Nacht für Nacht wütet ein heftiger Sturm. Heidi glaubt, dass jemand ...

In Heidis Haus im kleinen Küstenort geschehen merkwürdige Dinge. Unter dem Fußboden entdeckt die Familie einen alten Kinderschuh, und Nacht für Nacht wütet ein heftiger Sturm. Heidi glaubt, dass jemand neben ihrem Bett umherschleicht. Das einzige, was diesen Sommer ein wenig Freude bringt, ist das Riesenrad, das in den Ort gekommen ist. Bill, der freundliche Besitzer, zieht kurzerhand bei Heidis Familie ins Gästezimmer ein. Doch nach und nach wird Heidi klar, dass etwas nicht stimmt: Ihre schwangere Stiefmutter wirkt immer müder, und ihre Großmutter scheint vor etwas Schrecklichem Angst zu haben. Gemeinsam mit ihren Freunden Alva und Harry beginnt Heidi Nachforschungen anzustellen. Sie entdecken, dass in ihrem Haus vor langer Zeit etwas Schreckliches passiert ist – etwas, das sich möglicherweise bald wiederholen könnte.

Die Spannung baut sich geschickt auf, besonders wenn seltsame Ereignisse passieren oder sich das Finale nähert. Bei dem Klappentext hatte ich etwas Gruseligeres erwartet, doch die Geschichte ist eher subtil unheimlich als richtig furchteinflößend. Für Kinder unter zehn Jahren kann das Buch, je nach Charakter, durchaus gruselig wirken, älteren Kindern kann man es problemlos empfehlen. Besonders gut gefallen hat mir die Recherche, die sich durch die Handlung zieht und die Geschichte glaubwürdig macht.
Spoiler für Eltern: Es taucht ein Geist auf, der in der Vergangenheit seine Kinder getötet haben soll und erneut eines gefährden will. Die Kinder sterben dabei nicht, es wird lediglich vorgetäuscht, sodass die Spannung erhalten bleibt. Eltern sollten entscheiden, ob diese Thematik für ihr Kind passend ist, insbesondere wenn es sehr sensibel auf gruselige Szenen reagiert.
Insgesamt ist es ein spannendes, atmosphärisches Buch, das mit seinem leichten Grusel, der liebevoll gezeichneten Figuren und dem überraschenden Finale überzeugt.

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