Profilbild von TokkiReads

TokkiReads

Lesejury Star
offline

TokkiReads ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit TokkiReads über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2026

Das Gewächshaus

Very Dangerous Things - Mord nach Plan
0

Jedes Jahr veranstaltet Dulzes Schule ein großes Krimispiel. Deshalb ist zunächst niemand schockiert, als die ausgeloste „Leiche“ gefunden wird. Doch dieses Mal ist alles anders: Die Schülerin wurde tatsächlich ...

Jedes Jahr veranstaltet Dulzes Schule ein großes Krimispiel. Deshalb ist zunächst niemand schockiert, als die ausgeloste „Leiche“ gefunden wird. Doch dieses Mal ist alles anders: Die Schülerin wurde tatsächlich ermordet.
Dulze beginnt gemeinsam mit ihrer Freundin, Rose und dem neuen Schüler Zane zu ermitteln. Schon bald steht die Todesursache fest und auch die Polizei hat schnell eine Verdächtige. Für Dulze ist jedoch klar, dass diese unschuldig ist – schließlich handelt es sich um ihre ehemalige beste Freundin. Entschlossen geht sie der Sache selbst nach.
Im Laufe ihrer Ermittlungen stoßen die Jugendlichen auf mehrere Personen, die sowohl Motiv als auch Gelegenheit gehabt hätten. Doch Dulze ahnt nicht, wie nah ihr der wahre Täter tatsächlich ist. Diese gefährliche Nähe könnte für sie und einige ihrer Freunde tödliche Folgen haben.

Während des Lesens merkt man deutlich, wie die Leserinnen und Leser gezielt in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, um dort die Täter zu vermuten. Dadurch wird relativ früh klar, dass die präsentierten Verdächtigen unschuldig sind. Gleichzeitig fehlen Hinweise, die subtil auf den späteren Plotttwist vorbereiten, weshalb dieser überraschend kommt – besonders, wenn man die betreffende Person zuvor nicht im Verdacht hatte.
Die Charaktere sind sympathisch und individuell gestaltet. Allerdings wirkt Dulzes oft sehr einliniges Denken, ohne das große Ganze zu betrachten, stellenweise etwas nervig. Dennoch deuten die Figuren eine gewisse Tiefgründigkeit an, sodass sich die Geschichte gut als Auftakt einer Reihe eignen würde. Der Schreibstil der Übersetzung ist sehr gelungen und flüssig, wodurch die Zeit beim Lesen schnell vergeht. Neben der Hauptgeschichte gibt es zudem eine Nebenhandlung, bei der von Anfang an klar ist, dass sie sich auflösen wird – das „Wie“ bleibt jedoch bis zum Ende spannend.

Veröffentlicht am 16.01.2026

Das Nachsitzen

ONE OF US IS LYING
0

Simon ist der Betreiber eines äußerst beliebten Gossip-Blogs und kennt die Geheimnisse seiner Mitschüler nur zu gut. Als er eines Tages gemeinsam mit vier weiteren Schülern zum Nachsitzen verdonnert wird, ...

Simon ist der Betreiber eines äußerst beliebten Gossip-Blogs und kennt die Geheimnisse seiner Mitschüler nur zu gut. Als er eines Tages gemeinsam mit vier weiteren Schülern zum Nachsitzen verdonnert wird, geschehen merkwürdige Dinge. Am Ende dieses Tages ist Simon tot. Schnell geraten die vier Mitschüler unter Verdacht, etwas mit seinem Tod zu tun zu haben.
Als kurz darauf neue Blogeinträge veröffentlicht werden, spitzt sich die Lage dramatisch zu: Die Posts enthüllen ausgerechnet die intimsten Geheimnisse der vier Verdächtigen. Damit geraten sie noch stärker ins Visier der Ermittler und ihres Umfelds. Ihr Leben verändert sich schlagartig – sie werden ausgegrenzt, gemieden und als mörderische Gruppe abgestempelt.
Doch die vier wollen diese Anschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen. Obwohl sie sich kaum kennen und einander kaum vertrauen, beginnen sie, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei stoßen sie auf immer neue Verdächtige und müssen feststellen, dass fast jeder an der Schule ein Motiv gehabt haben könnte.

Ich habe die Serie bereits vor einiger Zeit gesehen und kannte daher einige Wendungen. Dennoch hat das dem Buch keineswegs die Spannung genommen. Im Gegenteil: Auch für Leserinnen und Leser, die die Serie kennen, lohnt sich das Buch, da das Ende anders gestaltet ist.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Es gibt Charaktere, die man sofort ins Herz schließt, und andere, die bewusst nervig angelegt sind – doch alle erfüllen eine wichtige Rolle in der Geschichte. Besonders gelungen fand ich die Vielzahl an möglichen Tätern, die zum Miträtseln einlädt und die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält.

Veröffentlicht am 06.01.2026

Die App

Erebos 2
0

Als Nick auf seinem Smartphone ein bekanntes Symbol sieht – ein rotes „E“ –, hält er es zunächst für Zufall. Doch schon bald wird ihm klar, dass Erebos ihn gefunden hat. Das Spiel, das einst harmlos begann, ...

Als Nick auf seinem Smartphone ein bekanntes Symbol sieht – ein rotes „E“ –, hält er es zunächst für Zufall. Doch schon bald wird ihm klar, dass Erebos ihn gefunden hat. Das Spiel, das einst harmlos begann, hat sich weiterentwickelt und wirkt gefährlicher als je zuvor. Jede Entscheidung hat Konsequenzen, jede Nachricht kann zum Rätsel werden – und hinter dem Bildschirm verbirgt sich mehr, als Nick sich vorstellen kann.
Der sechzehnjährige Derek hingegen reagiert zunächst gelassen, als das rote „E“ auf seinem Handy aufleuchtet. Ein kurzer Moment des Misstrauens genügt, doch dann erkennt er, dass er längst selbst Teil des Spiels geworden ist. Er ist nicht nur Spieler, sondern Spielfigur. Die Grenzen zwischen Realität und Spiel verschwimmen, und bald merkt Derek, dass er in einem gefährlichen Netz aus Aufgaben, Intrigen und Geheimnissen gefangen ist. Alles, was er für sicher hielt, ist plötzlich in Frage gestellt.

Das Buch hält die Spannung durchgehend hoch, auch wenn die Szenen innerhalb des Spiels manchmal ermüdend wirken. Hier passiert oft wenig für die eigentliche Handlung, und man sehnt sich nach Momenten in der realen Welt, in denen die Story voranschreitet. Dennoch überzeugt der Plot: Der Twist am Ende ist sogar noch überraschender als im ersten Band.
Besonders schön ist das Wiedersehen mit bekannten Charakteren, die man bereits aus Band 1 kennt. Gleichzeitig werden neue Figuren eingeführt, die sympathisch, vielschichtig und interessant sind. Das Zusammenspiel zwischen Alt und Neu bringt frischen Wind in die Geschichte.
Insgesamt ist der zweite Band spannend und packend, auch wenn einige Passagen innerhalb des Spiels etwas langatmig wirken. Die Mischung aus bekannten Elementen, neuen Wendungen und überraschenden Enthüllungen sorgt dafür, dass Fans der Reihe gut unterhalten werden und neugierig bleiben, wie sich die Geschichte im nächsten Band entwickelt.

Veröffentlicht am 06.01.2026

Mottenmorde

Blackspell
0

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Eden widerwillig zu dessen Familiensitz, Thunder Hall, zurück. In ihrer ersten Nacht entdeckt sie im Wald ein totes Mädchen, übersät von Motten, das kurz darauf verschwindet. ...

Nach dem Tod ihres Vaters kehrt Eden widerwillig zu dessen Familiensitz, Thunder Hall, zurück. In ihrer ersten Nacht entdeckt sie im Wald ein totes Mädchen, übersät von Motten, das kurz darauf verschwindet. War es ein Traum oder etwas Übernatürliches? Am liebsten würde Eden abreisen, doch ihr Erbe ist an eine Bedingung geknüpft: Sie muss ihre letzten beiden Schuljahre an der Wyndhouse Academy absolvieren – einer Schule, die alles andere als gewöhnlich ist.
Bald erkennt Eden, dass das tote Mädchen ebenfalls eine Schülerin der Akademie war. Entschlossen, die Wahrheit zu finden, taucht sie in das Leben auf dem Campus ein. Schnell merkt sie, dass viele Mitschüler über Fähigkeiten verfügen, von denen sie nichts wusste. Während sie versucht, sich auf diese unheimlichen Kräfte einzulassen, begegnet sie dem charismatischen, aber rätselhaften Wolf. Ihr Vater hat sie ausdrücklich vor ihm gewarnt, doch Eden fühlt sich unwiderstehlich zu ihm hingezogen. Zwischen ihnen entwickelt sich ein vorsichtiges Band – faszinierend und gefährlich zugleich.
Als weitere Schüler spurlos verschwinden, gerät Eden in ein Netz aus Misstrauen und Angst. Sie muss lernen, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden, während sie versucht, die Geheimnisse der Wyndhouse aufzudecken und ihre eigene Rolle darin zu verstehen.

Der Klappentext lässt Magie und Hokuspokus vermuten, doch die Geschichte ist weniger überdreht. Die Spannung bleibt konstant, und man kann gut miträtseln. Der Plottwist ist zwar vorhersehbar, doch die Zusammenhänge machen trotzdem Spaß. Die Charaktere sind sympathisch und gut beschrieben, wenn auch nicht besonders tiefgründig.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, auch wenn sich einige Passagen ziehen oder leicht seltsam wirken. Insgesamt ein solider Mystery-Roman für Jugendliche, der mit Magie, Geheimnissen und ersten Liebesgefühlen unterhält, auch wenn manche Wendungen vorhersehbar bleiben.

Veröffentlicht am 06.01.2026

Weihnachtsfeier

Die drei ??? O Geisterbaum
0

Ein neuer Fall wartet auf die beliebten Detektive aus Rocky Beach: Justus, Peter und Bob werden zu „Santa’s Weekend“ eingeladen, einem glamourösen Winterwochenende bei dem berühmten Schauspieler Jim Rattle. ...

Ein neuer Fall wartet auf die beliebten Detektive aus Rocky Beach: Justus, Peter und Bob werden zu „Santa’s Weekend“ eingeladen, einem glamourösen Winterwochenende bei dem berühmten Schauspieler Jim Rattle. Schnee, Kaminfeuer und festliche Stimmung – für die jungen Ermittler klingt das nach einem perfekten Ausflug. Doch schon bald häufen sich merkwürdige Vorfälle.
Vor der Villa, in der das Fest stattfinden soll, ragt ein alter Baum in den Himmel: der sagenumwobene Geisterbaum. Rund 500 Jahre alt, umrankt von unzähligen Geschichten, in denen von Geistern die Rede ist, die in seinen Ästen hausen sollen. Die Detektive stehen solchen Legenden skeptisch gegenüber – doch als die Gäste plötzlich von unheimlichen Erscheinungen überrascht werden, beginnen auch sie zu zweifeln. Wer steckt hinter dem Spuk? Und handelt es sich tatsächlich um übernatürliche Kräfte – oder steckt ein cleverer Täter dahinter, der die Gäste in Angst und Schrecken versetzen will?

Leider wollte bei mir keine richtige Spannung aufkommen. Durch die Gestaltung als Adventskalender wurde die Geschichte stark zerteilt, sodass der rote Faden immer wieder aus den Augen verloren ging. Viele Szenen dehnen sich, falsche Hinweise werden ausführlich präsentiert, wodurch die Ermittlungen unnötig lang erscheinen. Bei diesem Autor ist es sonst üblich, dass ein umfangreicher Nebenstrang mit falschen Spuren die Spannung steigert, doch in der Adventskalender-Form wirkte das eher ermüdend.
Dadurch fiel es mir schwer, jeden Tag motiviert weiterzulesen. Die Kapitel und ständigen Unterbrechungen führten dazu, dass ich die Zusammenhänge oft vergaß und teilweise drei bis vier Tage nachlesen musste, um wieder in die Story zu finden. Die Idee, Justus, Peter und Bob in einem winterlichen Setting auftreten zu lassen, ist eigentlich charmant, und die geheimnisvolle Legende um den Geisterbaum hätte Potenzial gehabt. In der Umsetzung als täglicher Adventskalender wird daraus jedoch eine zerrissene Geschichte.