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Veröffentlicht am 27.09.2025

Brumm Brumm

Crushing Souls (Driven Dreams-Dilogie, Band 1)
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Fiona MacKenzie liebt die Formel 1 – und sie hasst Duncan McKinnon. Der arrogante Renn-fahrer aus dem Team ihres Vaters erwidert diese Abneigung nur allzu gern. Für ihn verkörpert Fiona mit ihrem Luxusleben ...

Fiona MacKenzie liebt die Formel 1 – und sie hasst Duncan McKinnon. Der arrogante Renn-fahrer aus dem Team ihres Vaters erwidert diese Abneigung nur allzu gern. Für ihn verkörpert Fiona mit ihrem Luxusleben alles, was er verachtet. Doch Fiona versucht mit all dem nur, die Aufmerksamkeit ihres Vaters zu gewinnen, um die sie seit Jahren mit Duncan – seinem Goldjungen – konkurriert. Als ihr Vater sich schließlich auch noch gegen ihren größten Traum stellt, setzt Fiona alles auf eine Karte. Doch erneut ist es Duncan, der ihre Pläne durchkreuzt. Denn er will nur eins: Rennen fahren. Ablenkung kann er sich nicht leisten – schon gar nicht in Gestalt von Fiona MacKenzie …


Das Formel-1-Setting ist eigentlich nicht mein Gebiet, und für Außenstehende wirkt die Welt des Motorsports vielleicht wie „Autos, die im Kreis fahren“. Trotzdem hat mich die Geschichte positiv überrascht, denn die Autorin vermittelt Spannung und Atmosphäre so, dass man auch ohne großes Vorwissen mitfiebert. Im Verlauf passiert sehr viel, wodurch es manchmal an Tiefe bei den Figuren fehlt – vieles über sie erfährt man schon recht früh. Was mich etwas gestört hat: Nach nur einem gemeinsamen Tag spüren Fiona und Duncan plötzlich, dass sie nicht ohneeinander können. Diese schnelle Wendung wirkte auf mich etwas konstruiert und nahm der Liebesgeschichte an Glaubwürdigkeit. Dennoch ließ sich das Buch flüssig lesen und bot unterhaltsame Momente. Besonders gefallen hat mir, dass Fiona nicht nur als verwöhntes „Rennsport-Prinzesschen“ dargestellt wird, sondern auch ihre verletzliche Seite gezeigt wird. Duncan hingegen bleibt in seiner Rolle als kompromissloser Fahrer recht eindimensional, was dem Konflikt zwischen den beiden zwar Schärfe verleiht, aber auch vorhersehbar macht. Insgesamt ein leichter, kurzweiliger Roman, der sich gut zur lockeren Unterhaltung eignet – auch für Leserinnen, die mit der Formel 1 sonst wenig anfangen können.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Deepfake

Seven Ways to Tell a Lie
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In der idyllischen Kleinstadt Wane sorgt ein verstörendes Video für Aufsehen: Ein Schulbus stürzt in eine Schlucht, geht in Flammen auf – und alle Insassen sterben. Jonah ist fassungslos, denn er selbst ...

In der idyllischen Kleinstadt Wane sorgt ein verstörendes Video für Aufsehen: Ein Schulbus stürzt in eine Schlucht, geht in Flammen auf – und alle Insassen sterben. Jonah ist fassungslos, denn er selbst ist im Video zu sehen, gemeinsam mit seinen früheren besten Freunden. Doch der Unfall hat nie stattgefunden! Schnell wird klar: Es handelt sich um ein Deepfake. Doch wer steckt dahinter – und warum? Schon bald zeigt sich, dass jemand es auf die dunkelsten Geheimnisse der Clique abgesehen hat. Um Schlimmeres zu verhindern, müssen sich Jonah und seine ehemaligen Freunde ihrer Vergangenheit stellen und das zerstörte Vertrauen wieder aufbauen. Doch kaum beginnen sie, der Wahrheit näherzukommen, taucht bereits das nächste Video auf …



Von Anfang an hat mich die Geschichte gepackt, und ich habe beim Lesen kaum bemerkt, wie die Zeit vergeht – so flüssig und spannend ist der Schreibstil. Besonders die Idee mit den Deepfake-Videos ist erschreckend realistisch und sorgt für ein dauerhaftes Gefühl von Bedrohung. Man fragt sich ständig: Was wird im nächsten Video passieren, und wen wird es treffen? Ein kleiner Wermutstropfen war für mich, dass die Zahl der möglichen Verdächtigen und Motive recht überschaubar blieb. Dadurch fehlte mir beim Lesen ein wenig die Möglichkeit, intensiver mitzurätseln und mich noch mehr vom finalen Plot Twist überraschen zu lassen. Dennoch schmälert das den Lesespaß kaum, denn die Dynamik innerhalb der Clique, das Misstrauen und die Enthüllungen sorgen für stetige Spannung. Auch das Thema Freundschaft und Vergebung spielt eine große Rolle und verleiht der Geschichte Tiefe. Alles in allem ein packender Thriller, der zeigt, wie schnell Lügen und digitale Manipulation außer Kontrolle geraten können.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Bananen in der Eifel

Detektei Anton: Ausgerechnet Bananen
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Die 13-jährige Rahel ist alles andere als begeistert, als ihre Familie ins verschlafene Eifeldorf Brehl zieht. Langeweile scheint hier vorprogrammiert – bis plötzlich Einbrecher und Drogenhändler auftauchen. ...

Die 13-jährige Rahel ist alles andere als begeistert, als ihre Familie ins verschlafene Eifeldorf Brehl zieht. Langeweile scheint hier vorprogrammiert – bis plötzlich Einbrecher und Drogenhändler auftauchen. Endlich passiert etwas, und Rahel stürzt sich voller Eifer ins Abenteuer. Sie ist fest entschlossen, den Verbrechen auf den Grund zu gehen, die bald sogar ihre Schule betreffen. Doch je tiefer sie gräbt, desto gefährlicher wird es. Ihr Bruder Silas kann sie nicht länger beschützen, denn auch er selbst gerät in höchste Gefahr. Zum Glück gibt es Onkel Anton, der trotz seiner Einschränkungen mit wachem Blick und zusammen mit Hund Caruso den Überblick behält und wichtige Hinweise liefert.


Ich habe eigentlich ein Jugendbuch erwartet, aber die Geschichte richtet sich eher an Leseanfänger. Viele Szenen wirken sehr ausgedehnt – so wird etwa ein kompletter Gottesdienst ausführlich beschrieben. Für mich hat das die Spannung deutlich gebremst und das Lesen nicht immer zum Genuss gemacht. Positiv fand ich jedoch, dass Rahel mit ihren Gedanken und Einschätzungen häufig meine Sicht teilt. Besonders gelungen ist die Figur des Onkel Anton: Er zeigt eindrücklich, dass Menschen mit Einschränkungen klug, liebenswert und voller Überraschungen sein können, wenn man ihnen die Chance gibt. Das ist eine wertvolle Botschaft, die Kindern vermittelt, Vorurteile zu hinterfragen und offen auf andere zuzugehen. Der eigentliche Kriminalfall tritt dagegen etwas in den Hintergrund, da viele Situationen sehr breit erzählt werden. Für erfahrene Leserinnen und Leser mag das langatmig wirken, doch gerade Einsteiger können in diesen Schilderungen Freude finden, weil sie sich leichter in den Ablauf hineinversetzen können. Insgesamt eine nette Geschichte mit wichtigen Ansätzen, die aber noch mehr Spannung vertragen hätte.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Määääh

Landluft, Mord und Eifelglück: Der tote Schäfer
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Sommer in der Eifel – eigentlich wollte Tilla nur ihre entlaufene Katze Miau Tse-tung wiederfinden. Doch statt Samtpfoten trifft sie im Dorf Elzbach auf eine herrenlose Schafherde, die für Chaos sorgt. ...

Sommer in der Eifel – eigentlich wollte Tilla nur ihre entlaufene Katze Miau Tse-tung wiederfinden. Doch statt Samtpfoten trifft sie im Dorf Elzbach auf eine herrenlose Schafherde, die für Chaos sorgt. Der Schäfer fehlt, und die Tiere haben ohne Aufsicht ihren eigenen Kopf. Als Tillas Freund Hölzi den Mann schließlich in einer Höhle entdeckt, ist klar: Er wurde ermordet.
Kurz darauf erschüttert ein weiterer Todesfall das Dorf: Rosel, eine lebensfrohe Seniorin, stirbt unerwartet – kurz nachdem sie in Tillas mobilem Krämerladen Interesse an einer Pistole gezeigt hat. Die Polizei sieht keinen Anlass für Ermittlungen, doch Tilla ist überzeugt: Rosels Tod war kein Zufall. Während die Beamten die Akte schließen, beginnt sie selbst zu ermitteln.
Zwischen Sommeridylle, Dorfklatsch und Schafen entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel. Tilla stößt auf Ungereimtheiten, vertraut ihrem Gespür mehr als den offiziellen Einschätzungen und gerät immer tiefer in ein Geflecht aus Geheimnissen und alten Wunden. Nebenbei sucht sie weiter nach ihrer Katze und schlägt sich mit ihrem eigenwilligen Hund herum.


Der Reihenauftakt hat mich sofort gepackt. Die Mischung aus Cosy-Crime, Eifel-Setting und liebevoll gezeichneten Figuren erinnert zwar an Reihen wie Mord mit Aussicht, wirkt aber frisch und originell. Besonders Rosels Tod hat mich bewegt – sie hatte ein erfülltes Leben, konnte aber keinen friedlichen Lebensabend genießen. Der Autor versteht es, falsche Fährten zu legen, sodass man lange im Dunkeln tappt, bevor der Aha-Moment kommt. Die Figuren sind sympathisch und haben viel Potenzial für weitere Bände. Den Hund hätte ich persönlich nicht gebraucht – Tilla hat mit ihrer Katze schon genug Charakterstärke an der Seite. Aber vielleicht fügt sich das noch ein. Alles in allem ein spannender, unterhaltsamer Auftakt, der Lust auf mehr macht.

Veröffentlicht am 27.09.2025

Ferienjob

Death at Morning House
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Marlowe hat ein Händchen dafür, ins Chaos zu geraten – doch diesmal schießt sie über das Ziel hinaus. Als eine Kerze bei ihr explodiert und sie damit unabsichtlich das Haus der Nachbarn in Brand setzt, ...

Marlowe hat ein Händchen dafür, ins Chaos zu geraten – doch diesmal schießt sie über das Ziel hinaus. Als eine Kerze bei ihr explodiert und sie damit unabsichtlich das Haus der Nachbarn in Brand setzt, ist der Skandal perfekt. Von da an gilt sie in ihrer kleinen Stadt als tollpatschige Außenseiterin, über die alle tuscheln. Um Abstand zu gewinnen und vielleicht auch ein Stück Normalität zurückzuerlangen, nimmt sie einen Ferienjob an. Dieser führt sie auf eine abgelegene Insel, auf der sie zusammen mit einer Gruppe anderer Teenager Besucher durch eine alte Villa führen soll.
Die Villa ist nicht irgendein Haus, sondern ein halb verfallenes Anwesen, das schon von außen Geschichten atmet. Zwischen knarrenden Dielen, bröckelnden Mauern und verwunschenen Räumen soll Marlowe den Touristen die Vergangenheit näherbringen. Doch die Idylle der Insel trügt. Schon bald wird klar, dass die düstere Geschichte des Hauses weit mehr als ein nettes Aushängeschild für Führungen ist.
In den Dreißigerjahren lebte hier ein Arzt mit seinen Adoptivkindern. Was anfangs wie eine große Familie wirkte, endete in einer Tragödie: Eines Tages verließen alle gemeinsam das Anwesen – und niemand von ihnen kehrte je zurück. Dieses geheimnisvolle Verschwinden lastet noch immer wie ein Schatten über dem Ort. Je mehr Marlowe und ihre Mitstreiter über die Vergangenheit erfahren, desto stärker verschwimmen die Grenzen zwischen damals und heute. Unerklärliche Vorkommnisse häufen sich, Verdächtigungen entstehen, und schnell wird klar: Die Gefahren, die von der Insel ausgehen, sind keineswegs vergangen.


Das Setting hat mir ausgesprochen gut gefallen – die Kombination aus alter Villa, abgeschiedener Insel und düsterer Familiengeschichte erzeugt eine dichte, atmosphärische Spannung. Besonders die Kapitel, die in der Vergangenheit spielen, fand ich packend. Die damaligen Charaktere sind vielschichtig und haben mich von Anfang an gefesselt. Auch die Verbindung zwischen den beiden Zeitebenen ist geschickt konstruiert und sorgt dafür, dass man neugierig weiterliest. Die Figuren aus der Gegenwart wirkten zwar sympathisch, doch etwas weniger greifbar und charismatisch als die historischen Figuren. Trotzdem hat mich die Geschichte durchgehend in ihren Bann gezogen. Ich hoffe sehr, dass es noch weitere Werke der Autorin geben wird, denn ihr Schreibstil und die Art, Atmosphäre aufzubauen, haben mich überzeugt.