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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2026

Eine ganz normale Familie...

Alle glücklich
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Im Leben der Familie Holtstein ist eigentlich alles ganz normal: Vater Alexander Arzt im Krankenhaus, riskiert gerne mal einen Blick auf hübsche Kolleginnen, aber mehr auch nicht. Mutter Nina arbeitet ...

Im Leben der Familie Holtstein ist eigentlich alles ganz normal: Vater Alexander Arzt im Krankenhaus, riskiert gerne mal einen Blick auf hübsche Kolleginnen, aber mehr auch nicht. Mutter Nina arbeitet als Arzthelferin und hat einen Zweitjob, den sie vor ihrem Mann verschweigt. Tochter Emilia ist zum ersten mal verliebt, glücklich oder unglücklich, das weiss man nicht so recht. Und Sohn Ben, Student, sitzt den ganzen Tag an der Spielekonsole, Freund oder Freundin Mangelware. Alles soweit ein ganz normales Familienleben, oder?
Wem das zu langweilig erscheint, sollte das Buch auf jeden Fall zu Ende lesen, neben einer wirklich gekonnten Familienstudie wird man am Ende noch mehr als überrascht. Das ist überhaupt die grosse Leistung dieses Romans, alles ganz alltäglich herüberkommen zu lassen, man fühlt sich als Leser mittendrin im Geschehen und hat die ein oder andere Situation so oder so ähnlich vielleicht selbst schon erlebt. Als Frau steht einem die Mutter Nina vielleicht am nächsten, aber schließlich konnte ich für alle Figuren Verständnis aufbringen. Eine wirklich toll und flott zu lesende Geschichte, gerade wegen ihrer Normalität, oder doch wieder nicht? Von mir auf jeden Fall eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Frauenpower in einem kleinen Eifelort

Morgensonnenglück
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In einem kleinen Eifelort betrieben Maria und Milton einen Gutshof, den sie nun aufgrund ihres Alters den drei Enkelinnen überschreiben wollen. Ein schwieriges Unterfangen, sind die beiden Zwillingsmädchen ...

In einem kleinen Eifelort betrieben Maria und Milton einen Gutshof, den sie nun aufgrund ihres Alters den drei Enkelinnen überschreiben wollen. Ein schwieriges Unterfangen, sind die beiden Zwillingsmädchen Holly und Ivy doch bei den Großeltern aufgewachsen, haben ihre in den USA lebende Mutter lange nicht und die jüngere Schwester Lilly noch nie gesehen. Im Rahmen der Übergabegespräche kommen immer weitere Fakten aus der familären Vergangenheit auf den Tisch, die den Familienfrieden mehr als nur gefährden.

Insgesamt handelt es sich trotz der angesprochenen Problematiken um einen wunderbaren Wohfühlroman mit viel Tiefgang, aber auch so eingen wunderschönen zwischenmenschlichen Szenen. Die Autorin hat hier einen tollen flüssigen und bildhaften Sprachstil verwendet, der mich den einzelnen Charakteren, ob sympathisch oder auch weniger nett, sehr nahegebracht hat. Auch die Landschaft in der Eifel und die Umgebung rund um den Gutshof wurde so toll beschrieben, dass man alles direkt vor Augen hatte.

Viel zu schnell war diese mitreissende und unterhaltsame Geschichte zu Ende gelesen, einiges lässt jedoch auf eine Fortsetzung hoffen. Von mir gerne eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 28.01.2026

Intensive Geschichte

Wo das Schweigen wohnt
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Der Selbstmord ihrer Mutter Margret führt Alma zu deren Haus in den Schwarzwald zurück, um dort die Angelegenheiten zu regeln, als plötzlich ein fremder Mann erscheint, der vorgibt, Almas Halbbruder Bernd ...

Der Selbstmord ihrer Mutter Margret führt Alma zu deren Haus in den Schwarzwald zurück, um dort die Angelegenheiten zu regeln, als plötzlich ein fremder Mann erscheint, der vorgibt, Almas Halbbruder Bernd zu sein. Muss die Familiengeschichte neu geschrieben werden? Eins direkt vorweg: ja, dass muss sie!

In beständigen Zeit- und Perpektivwechseln erfahren wir die Geschichte Margrets, die als junges Mädchen auf der Flucht die ganzen Grausamkeiten des zweiten Weltkriegs erleben musste. Auch die Nachfolgegeneration, Alma und Bernd, die sich nie kennengelernt haben, hatten ihr ganz eigenes schwieriges Leben zu bewältigen.

Mit sprachlich ausgefeilter Prägnanz, ungeschönt und doch wieder sowohl mitreißend als auch einfühlsam, erzählt uns die Autorin die Geschichte verschiedener Menschen, die stark von ihrer Vergangenheit geprägt wurden und auf ihrem Lebensweg so manches ertragen mussten, manche Fehler gemacht haben, es oft gut meinten, falsch agierten und doch nicht aus ihrer Haut herauskonnten. Am Ende ist es die Mutter Margret, die durch ihren wohl vorbereiteten und inszenierten Tod die Fäden wieder zusammenzieht und versucht, auch posthum die Familie zu einen. Auch der dritten Generation kommt hier eine nicht unwesentliche Rolle zu, insgesamt ist hier noch interessanter Stoff für einen bereits geplante Folgeroman vorhanden.

Auch wenn manche Szenen oft recht schwer zu ertragen waren, hat mich dieser Roman total positiv überrascht und fasziniert. Ein ungewöhnliches Werk, für das ich meine absolute Leseempfehlung aussprechen kann!

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Ein bisschen cosy, wenig crime

Der Tag, an dem Barbara starb
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Von ullap64

Die 89jährige Margret lebt in einem beschaulichen englischen Dorf, als eines Tages ihre ebenfalls ältere Nachbarin Barbara ermordet in deren Haus aufgefunden wird. Da die Polizei offenbar ...

Von ullap64

Die 89jährige Margret lebt in einem beschaulichen englischen Dorf, als eines Tages ihre ebenfalls ältere Nachbarin Barbara ermordet in deren Haus aufgefunden wird. Da die Polizei offenbar nicht so recht voranzukommen scheint, begibt sich Margret mit Unterstützung ihres 15jährigen Enkels James auf Spurensuche. Schließlich hat Barbara ihr kurz vor ihrem Tod noch etwas anvertraut. Wenn sie sich nur noch daran erinnern könnte...
Diese leicht zu lesende Geschichte hat mich gut unterhalten. Allerdings stand hier nicht der Kriminalfall im Vordergrund, wie ich es eigentlich erwartet hatte, sondern die beginnende Demenzerkrankung einer alten Dame sowie deren alltäglicher Umgang mit den Beschwerlichkeiten des Alters. Wie geht die Familie damit um, teils ein wenig unverständlich und bestimmend - Tochter und Schwiegersohn - teils ganz unvereingenommen wie der Enkel James. Gerade das Verhältnis zwischen Oma und Enkel wurde für mich sehr ansprechend und berührend geschildet, die große Leistung dieses Romans. Die Kriminalgeschichte rückte dabei doch sehr an den Rand, auch wenn ich mit dem Ausgang so zunächst nicht gerechnet hatte, gibt es da in der Sparte Cosy-Crime durchaus spannendere Romane.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Zwischen Liebe und Gewalt

Da, wo ich dich sehen kann
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Emma, Mutter der neunjährigen Maja, wird nach langen Zeiten verbaler und körperlicher Gewalt von Ihrem Ehemann, dem Vater der kleinen Maja, im häuslichen Umfeld ermordet. Maja wird von da an von ihren ...

Emma, Mutter der neunjährigen Maja, wird nach langen Zeiten verbaler und körperlicher Gewalt von Ihrem Ehemann, dem Vater der kleinen Maja, im häuslichen Umfeld ermordet. Maja wird von da an von ihren Großeltern mütterlicherseits betreut. Emmas beste Freundin Liv, Majas Patentante, steht unterstützend zur Seite, sie hatte schon immer ein gutes Verhältnis zu ihrem Patenkind.
Die Geschichte wird wechselseitig aus der Sicht von Maja, Liv den Großeltern als auch von Emma vor deren Tod erzählt. Inhaltlich keine leichte Kost, die Autorin geht aber für mich sehr sensibel mit diesem schwierigen, aber auch so wichtigen Thema häusliche Gewalt und Femizid um und setzt dies auch sprachlich klar und gekonnt um. Tiefe Einblicke in das Seelenleben vor allem der kleinen Maja haben mich hier sehr berührt, sie reflektiert die ganze Situation auf sich selbst, hat sie womöglich "Schuld" am Tod ihrer Mutter? Durch die stets wechselnden Perpektiven gewinnt man einen sehr guten Einblick, wie sich der Mord auf die verschiedenen Personen ausgewirkt hat und deren komplettes Leben beeinflusst und auf den Kopf stellt. Allein dem Vater Majas wird hier - glücklicherweise - kein Forum gegeben.
Eine Geschichte, die noch lange in mir nachhallen wird und für die ich eine absolute Leseempfehlung für alle geben, die sich hier inhaltlich nicht triggern lassen.

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