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Ullap

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2023

Zwischen Liebe und Revolution

Das Geheimnis der Zigarrenkönigin - Liebesroman Karibik
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Inhalt (Übernommen): Auf der Suche nach ihrem Vater verlässt die 16-jährige Anna im Jahre 1867 ihre Heimatstadt Bremen und heuert als Matrose verkleidet an Bord eines Schiffes Richtung Neue Welt an. Die ...

Inhalt (Übernommen): Auf der Suche nach ihrem Vater verlässt die 16-jährige Anna im Jahre 1867 ihre Heimatstadt Bremen und heuert als Matrose verkleidet an Bord eines Schiffes Richtung Neue Welt an. Die junge Zigarrendreherin landet auf Kuba, wo sie vom Manufakturinhaber Hoffmann in Obhut genommen wird. Dort begegnet sie dem ehemaligen Sklaven Luca. Zwischen den beiden entbrennt heftige Leidenschaft. Doch unüberwindbare Gräben liegen zwischen ihren Welten.

Dieses Buch hat mich von Anfang bis Ende gefesselt! Ein junge Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln, die in einem fernen Land ihre Liebe findet und doch irgendwie zwischen mehreren Stühlen steht: Von der Thematik her ist diese Geschichte sehr facettenreich, ein flüssiger Schreibstil hat mich leicht durch die Zeilen fliegen lassen. Der historische Hintergrund Kubas zur damaligen Zeit, in der Sklavenhaltung zum Alltag gehörte, aber auch schon revolutionäre Bewegungen gegen ein schlimmes Regime starteten, ist meiner Ansicht nach toll von der Autorin recherchiert und brachte mir innerhalb einer schönen Geschichte zusätzlich interessante Informationen über politische Gegebenheiten sowie Arbeitsbedingungen in einem mir immer noch so fremden Land. Die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen sowie der beschriebene große Zusammenhalt unter den Armen der Ärmsten hat für mich diesen Roman zu einem tollen Erlebnis werden lassen!

Gerne 5 Sterne für diese ungewöhnliche Geschichte!

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Viel mehr als Pferde und Gefühle

Gut Friesenhain - Zwischen Traum und Freiheit
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Der Auftakt einer Trilogie führt uns Ende des 20. Jahrhunderts auf das Gut Friesenhain ins Münsterland. Die Geschwister Luise, Clara und Wilhelm leben dort mit ihren Eltern auf einem Gestüt, gerade die ...

Der Auftakt einer Trilogie führt uns Ende des 20. Jahrhunderts auf das Gut Friesenhain ins Münsterland. Die Geschwister Luise, Clara und Wilhelm leben dort mit ihren Eltern auf einem Gestüt, gerade die jungen Frauen sowie ihre Freundin Marie lieben das Reiten und die Tiere.

Soll es nach dem Willen der Eltern gehen, sind die weiteren partnerschaftlichen Wege für Luise und Wilhelm bereits vorgezeichnet, wären da nicht noch die eigenen privaten als auch beruflichen Vorstellungen der Beiden...

Dieses Buch ist so viel mehr als eine normale Familiengeschichte. Trotz der über 700 Seiten habe ich es in kürzester Zeit verschlungen. Neben den üblichen familiären Streitereien zwischen jungen erwachsenen Kindern und Eltern und der sehr anschaulich beschriebenen Arbeit auf dem Hof kommen noch so viele andere interessante Themen zur Sprache, die die Situation der armen Bevölkerung, der Arbeiterschaft, aber auch das Frauenbild der damaligen Zeit eindrucksvoll widerspiegeln. Dabei hat die Autorin mit ihrem flotten und bildhaften Schreibstil der Handlung so viel Schwung verpasst, dass mich die Geschichte in jedem Kapitel immer wieder zu anderen wichtigen Themen mitgerissen hat, die erzeugte Spannung hält dabei locker jedem guten Krimi stand.

Ebenso merkt man der Autorin ihre große Tierliebe an. Detailverliebt werden diese sehr liebevoll beschrieben und spielen ebenfalls eine wichtige Rolle in der Geschichte. Freundschaften, Dramen, Aufs und Abs, auch nach Beendigung des Buchs bin ich noch ganz hingerissen von diesem wunderbaren Roman, der zwar nur leichte Cliffhanger hinterlässt, dafür aber die große Vorfreude auf den bald erscheinenden Folgeband in mir erweckt.

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Veröffentlicht am 06.11.2023

Die Idylle trügt

Hotel Bertani
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Die Geschichte führt uns nach Ascona an den Lago Maggiore. Dort treibt ein "Werwolf" genannter Frauenmörder sein Unwesen, der sich offenbar auf dunkelhaarige Opfer spezialisiert hat. Gleichzeitig erfahren ...

Die Geschichte führt uns nach Ascona an den Lago Maggiore. Dort treibt ein "Werwolf" genannter Frauenmörder sein Unwesen, der sich offenbar auf dunkelhaarige Opfer spezialisiert hat. Gleichzeitig erfahren wir, dass die Hoteliersgattin Carlotta Bertani von schlimmen Albträumen geplagt wird. Besteht ein Zusammenhang zu den grausamen Taten?

Das Buch hat mich bestens unterhalten. Diesmal stehen nicht die Ermittlungen und die Suche nach dem Täter im Vordergrund, sondern die Opfer und die Taten an sich, was ich mal eine gelungene andere Perspektive finde. Die Autorin versteht es meisterhaft, im Verlaufe des Buches einen immer größer werdenden Spannungsbogen aufzubauen, der sich erst in einem fulminanten und schlüssigen Ende auflöst. Sehr gut gefallen haben mir auch bei dieser doch sehr mitnehmenden Geschichte die ablenkenden wunderbaren Landschaftsbeschreibungen, die einen sofort in die Gegend eintauchen lassen und den Wunsch auf einen Urlaub am See groß werden lassen, der dann hoffentlich etwas geruhsamer verläuft.

Gerne die volle Punktzahl für diesen gelungenen Krimi!

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Veröffentlicht am 02.11.2023

Das Recht auf Arbeit

Die Postbotin
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Der Roman spielt kurz nach dem ersten Weltkrieg in Berlin und erzählt uns die Geschichte von Frauen, die als sogenannte Kriegsaushilfen bei der Reichspost zuverlässig ihren Dienst verrichtet haben und ...

Der Roman spielt kurz nach dem ersten Weltkrieg in Berlin und erzählt uns die Geschichte von Frauen, die als sogenannte Kriegsaushilfen bei der Reichspost zuverlässig ihren Dienst verrichtet haben und nun ihren Arbeitsplatz durch männliche Kriegsheimkehrer bedroht sehen. Hierbei beginnen sie langsam, sich im Kampf um ihren Job gewerkschaftlich zu engagieren.

Im Mittelpunkt stehen Regine und ihre Freundin Evi, die aus unterschiedlichen familiären Verhältnissen stammen, beide aber auf ihre Arbeit angewiesen sind. Auch das private Umfeld der beiden und aufkeimende Liebesbeziehungen spielen eine nicht unwichtige Rolle.

Die Geschichte hat mich bestens unterhalten, durch einen flotten Schreibstil war für mich das Buch leichtgängig zu lesen. Anders als erwartet, stand hier nicht ausschließlich der Kampf um den Arbeitsplatz im Vordergrund, sondern brachte auch die schwierige Situation Aller nach dem Krieg gut für mich herüber. Die privaten Verwicklungen fand ich sehr lesenswert, teilweise amüsant. Die beschriebenen jungen Frauen waren mir allesamt sympathisch, ich konnte allerdings zu keinem der Charaktere eine tiefere Verbundenheit entwickeln, was hier vielleicht auch gar nicht so erforderlich oder gewollt ist. Da einige Sachen zwar angeschnitten, aber nicht ganz aufgelöst wurden, ist die Hoffnung auf einen Folgeband groß, den ich auch gerne lesen würde.

Für dieses interessante Thema gerne eine Leseempfehlung und gute 4 Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 31.10.2023

Zwischen Abhängigkeit und Emanzipation

Der Frühling ist in den Bäumen
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Renina ist junge 24, steht als Journalisten mit ihrer fortschrittlichen Zeitschrift "Lady" in der Startlöchern. Ihr älterer Ehemann Fred, Doktor der Atomphysik und Neffe der grossen Marlene Dietrich, stellt ...

Renina ist junge 24, steht als Journalisten mit ihrer fortschrittlichen Zeitschrift "Lady" in der Startlöchern. Ihr älterer Ehemann Fred, Doktor der Atomphysik und Neffe der grossen Marlene Dietrich, stellt sich in der Ehe als Perversling heraus, hält sich jedoch für unwiderstehlich und unersetzlich.

Das Buch findet größtenteils an nur einem Tag statt und erzählt uns einfühlsam, aber auch ungeschönt die Gefühle einer jungen, eigentlich emanzipierten jungen Frau in den 50er Jahren, die den Spagat zwischen abhängiger Liebe und dem sich Loslösen von einer zu überhastet eingegangenen Ehe zu meistern versucht. Interessant finde ich hier die Tatsache, dass sich fast die komplette Handlung nur auf einen Tag bezieht, eine leichte Länge in der Erzählweise ist dabei fast unvermeidlich. Am Ende nimmt für mich der Roman noch mal grosse Spannung und ein gutes Tempo auf, ein toller Auftritt einer eigentlichen "Nebendarstellerin" war für mich der Höhepunkt. Die nach dem Krieg wieder auflebende Emanzipation der Frauengeneration ist hier ebenfalls für mich gut dargestellt.

Eine klare Leseempfehlung für eine außergewöhnliche Lektüre und gute 4 Sterne!

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