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Ullap

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Veröffentlicht am 02.09.2025

Oma Gretes Apfelhof

Apfelzeit am Deich
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Die junge Flugbegleiterin Merle flüchtet sich für eine Auszeit auf den Apfelhof zu ihrer Oma Grete ins Alte Land. Sie muss den Kopf frei bekommen hinsichtlich ihrer privaten Beziehung, aber auch familiär. ...

Die junge Flugbegleiterin Merle flüchtet sich für eine Auszeit auf den Apfelhof zu ihrer Oma Grete ins Alte Land. Sie muss den Kopf frei bekommen hinsichtlich ihrer privaten Beziehung, aber auch familiär. Seit Jahren hat sie, ebenso wie ihre Oma, keinen Kontakt zu ihrem Vater Hauke, der neu geheiratet und mit der neuen Frau zwei weitere Kinder hat. Die familiären Fronten scheinen sehr verhärtet.

Die Geschichte wird in wechselnden Kapiteln jeweils aus der Sicht von Oma Grete, Merle und Hauke erzählt. Dabei zeigen gerade die beiden Frauen oft ihren eigenen Kopf. Hauke kämpft auch heute noch mit einem offenbar falschen Bild von seinem Vater, den er als Kind schon verloren hat. Nie haben sich die Generationen richtig ausgesprochen. Einzig Gretes taffe Freundin Herta schein nun das Heft in die Hand zu nehmen, selbst wenn sie sich dafür mit ihrer alten Freundin überwerfen muss...

Hatte ich hier zunächst mit einem reinen Wohlfühlroman gerechnet, wurde ich bald im positiven Sinne eines Besseren belehrt. Eine tolle und auch ins Tiefe gehende, generationenübergreifende Familiengeschichte, bei der so jeder seine Probleme zu tragen hat, hat mich bestens unterhalten. Sprachlosigkeit untereinander, aber auch die tolle Beziehung zwischen Oma und Enkelin, Freundschaften, bei denen einfach angepackt und nicht groß gefragt wird, werden genauso thematisiert wie das nicht immer einfache Leben auf den Obsthöfen. Die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und der Duft von Gebackenem, der beim Lesen förmlich aus den Zeilen steigt, ist hier eine große und wieder gelungene Kunst der Autorin.

Gerne erfahre ich in dem schon angekündigten Folgeband, wie es mit den liebgewonenen Charakteren weitergeht, das Buch ist jedoch einzeln und unabhängig lesbar und abgeschlossen.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Wunderbare Geschichte

Frühling, Sommer, Herbst und du
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Nachdem sowohl Maya als auch Alex vor den Trümmern ihrer jeweiligen Beziehungen stehen, werden diese von Familie bzw. Freunden zu einem gemeinsamen Trip in einem alten Bully ins spanische Baskenland überredet. ...

Nachdem sowohl Maya als auch Alex vor den Trümmern ihrer jeweiligen Beziehungen stehen, werden diese von Familie bzw. Freunden zu einem gemeinsamen Trip in einem alten Bully ins spanische Baskenland überredet. Alex ist nicht nur der beste Freund von Mayas Bruder, sondern ihn verband vor Jahren auch mal eine Sommerliebe zu Maya.

Wie zu erwarten, gibt es in der bunt zusammengewürfelten Truppe einige Probleme und Problemchen. Die Themen Vergangenheitsbewältigung, zweite Chancen und Zusammenhalt sind hier sehr feinfühllig und keinesfalls kitschig thematisiert. Gleichzeitig hat mich der Roman in eine mir bisher sehr unbekannte Gegend entführt, die mich mit ihren tollen Dorfbewohnern sehr angesprochen hat. Vor allem ein kleines Mädchen und ein süßer Dackel runden hier die Geschichte nochmals sehr unterhaltsam ab.

Gerne habe ich diese leichte Sommerlektüre gelesen, daher die volle Punktzahl von mir!

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Können Pinguine fliegen?

Pinguine fliegen nur im Wasser
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Nachdem Vincent sehr hinterlistig aus seinem gutbezahlten Job und der Firmenwohnung gemobbt wurde, findet er bei der etwas schrägen Taxifahrerin Greta Unterschlupf. Gegen ein Dach über dem Kopf soll er ...

Nachdem Vincent sehr hinterlistig aus seinem gutbezahlten Job und der Firmenwohnung gemobbt wurde, findet er bei der etwas schrägen Taxifahrerin Greta Unterschlupf. Gegen ein Dach über dem Kopf soll er ihr bei der Renovierung ihres ererbten Hauses helfen, damit sich dieses im Anschluss besser verkaufen lässt. Im Zuge der Renovierungsarbeiten entdeckt Vincent hier seine eigentliche Berufung.

Hatte ich hier zunächst eher mit einer Art Liebesroman gerechnet, wurde ich im Verlauf des Buches im positiven Sinn eines Besseren belehrt. Das Buch handelt von zwei Menschen, deren Leben zeitweise eher von Anderen als von den eigenen Wünschen geleitet wurde. Diese Wünsche lernen sie erst im Lauf ihrer Bekanntschaft oder Freundschaft allmählich kennen. Nebenfiguren wie der etwas schwer zugängliche, aber stes hilfrsbereite Kurt sowie ein kleiner Dackel runden diese Geschichte der zweiten Chancen und Neuanfänge sehr unterhaltsam ab, ein Buch, welches ich sehr gerne gelesen habe!

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Mord in Bella Italila

Sirmione & Mord - Pizza, Pasta, Tod
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Die Geschwister Sofia und Niels haben von einer Freundin ihrer Mutter in Sirmione am Gardasee ein Restaurant nebst Villa geerbt. Die Objekte sollen so schnell wie möglich verkauft werden, und daher macht ...

Die Geschwister Sofia und Niels haben von einer Freundin ihrer Mutter in Sirmione am Gardasee ein Restaurant nebst Villa geerbt. Die Objekte sollen so schnell wie möglich verkauft werden, und daher macht sich das Paar auf die Reise in den Süden. Doch am Gardasee ist nicht alles so beschaulich, wie es zunächst erscheint, unterschiedliche Interessen verschiedener Einheimischer kosten schon bald den Koch des Restaurants das Leben.

Der Autor hat uns mit diesem Buch eine tolle Mischung aus Krimi, Urlaubsroman und auch Liebesgeschichte vorgelegt, die sich so recht in keine Schema presen lässt, aber doch wohl am Ehesten in das Genre "Cosy-Crime" passt. Von Beginn an hatte ich beim Lesen ein wunderbares Urlaubsgefühl, sowohl die Umgebung als auch das italienische Flair mit all seinen Düften, Ess- und Lebensgewohnheiten wurde hier wunderbar transportiert, dabei wurde der eigentliche Mordfall für mich fast zur Nebensache. Aber auch nur fast, denn die Geschichte ist wirklich spannend, verschiedene Verdächtige schwirren dem Leser vor, der (dörfliche) italienische Polizeiapparat arbeitet gewohnt schwerfällig, bis sich in einem fulminanten Finale alles auflöst. Wie es zu einem in Italien angesiedelten Roman gehört, kommt natürlich auch die Liebe nicht zu kurz.

Ein schnell und kurzweilig zu lesender Krimi, bei dem ich mich bestens unterhalten habe, daher gerne die volle Punktzahl von mir!

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Veröffentlicht am 12.08.2025

American way of Life

Teddy
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Teddy stammt aus einer angesehenen, politisch aktiven, amerikanischen Familie. Sie ist Anfang dreißig, als sie 1969 mit ihrem Ehemann David nach Rom zieht, dieser tritt dort einen neuen Job in der amerikanischen ...

Teddy stammt aus einer angesehenen, politisch aktiven, amerikanischen Familie. Sie ist Anfang dreißig, als sie 1969 mit ihrem Ehemann David nach Rom zieht, dieser tritt dort einen neuen Job in der amerikanischen Botschaft an. Dort meint Peggy, endlich ihre Vergangenheit hinter sich lassen zu können.
In Rückblicken erfahren wir von Ereignissen, die Teddy zu der Frau gemacht hat, die sie heute ist. Dennoch erfährt man erst ganz zum Schluss, worauf die ganze Geschichte hinausläuft. Dies wurde hier sehr geschickt und mit grosser Spannung aufgebaut. Diplomatische und politische Verflechtungen, bei denen man hier schon meint, so einige Vorgänge und bekannte Persönlichkeiten zumindest ansatzweise wiederzuerkennen, sind hier sehr geschickt mit der fiktiven Geschichte verwoben. Teddy ist als ein vielschichtiger Charakter dargestellt, manchmal raffiniert, dann wieder etwas naiv, aber für mich durchweg sympathisch und nahbar, als Frau in den 60ern hatte sie es nicht immer einfach, wurden doch sowohl von den Eltern als auch ihrem Ehemann gewisse Ansprüche an ihr Verhalten gestellt, die sie oft nicht zu erfüllen wusste.
Für mich eine spannende, typisch amerikanische Story mit einem unerwarteten Verlauf, der lediglich einige wenige Längen hatte.

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