Oma Gretes Apfelhof
Apfelzeit am DeichDie junge Flugbegleiterin Merle flüchtet sich für eine Auszeit auf den Apfelhof zu ihrer Oma Grete ins Alte Land. Sie muss den Kopf frei bekommen hinsichtlich ihrer privaten Beziehung, aber auch familiär. ...
Die junge Flugbegleiterin Merle flüchtet sich für eine Auszeit auf den Apfelhof zu ihrer Oma Grete ins Alte Land. Sie muss den Kopf frei bekommen hinsichtlich ihrer privaten Beziehung, aber auch familiär. Seit Jahren hat sie, ebenso wie ihre Oma, keinen Kontakt zu ihrem Vater Hauke, der neu geheiratet und mit der neuen Frau zwei weitere Kinder hat. Die familiären Fronten scheinen sehr verhärtet.
Die Geschichte wird in wechselnden Kapiteln jeweils aus der Sicht von Oma Grete, Merle und Hauke erzählt. Dabei zeigen gerade die beiden Frauen oft ihren eigenen Kopf. Hauke kämpft auch heute noch mit einem offenbar falschen Bild von seinem Vater, den er als Kind schon verloren hat. Nie haben sich die Generationen richtig ausgesprochen. Einzig Gretes taffe Freundin Herta schein nun das Heft in die Hand zu nehmen, selbst wenn sie sich dafür mit ihrer alten Freundin überwerfen muss...
Hatte ich hier zunächst mit einem reinen Wohlfühlroman gerechnet, wurde ich bald im positiven Sinne eines Besseren belehrt. Eine tolle und auch ins Tiefe gehende, generationenübergreifende Familiengeschichte, bei der so jeder seine Probleme zu tragen hat, hat mich bestens unterhalten. Sprachlosigkeit untereinander, aber auch die tolle Beziehung zwischen Oma und Enkelin, Freundschaften, bei denen einfach angepackt und nicht groß gefragt wird, werden genauso thematisiert wie das nicht immer einfache Leben auf den Obsthöfen. Die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und der Duft von Gebackenem, der beim Lesen förmlich aus den Zeilen steigt, ist hier eine große und wieder gelungene Kunst der Autorin.
Gerne erfahre ich in dem schon angekündigten Folgeband, wie es mit den liebgewonenen Charakteren weitergeht, das Buch ist jedoch einzeln und unabhängig lesbar und abgeschlossen.