ein richtiger Herzensroman
„Ich habe diesen Rat leider erst bekommen, als es schon zu spät war: Leben sie jeden Tag so, als sei es der letzte…“ (S. 249)
Ich habe „Der Buchspazierer“ von Carsten Henn geliebt. So war ich sehr gespannt ...
„Ich habe diesen Rat leider erst bekommen, als es schon zu spät war: Leben sie jeden Tag so, als sei es der letzte…“ (S. 249)
Ich habe „Der Buchspazierer“ von Carsten Henn geliebt. So war ich sehr gespannt auf „Sonnenaufgang Nr. 5“.
Als Hauptprotagonisten haben wir mit dem 19-jährigen Jonas und der alternden Filmdiva Stella zwei sehr unterschiedliche Charaktere aus ganz anderen Generationen. Jonas hat gerade sein Germanistikstudium geschmissen und versucht sich als Ghostwriter. Daher bekommt er als ersten Auftrag, die Biographie von Stella zu schreiben. Auch hier klaffen die Vorstellungen sehr weit auseinander. Soll er Stellas Version schreiben oder eher die realistische Variante? Längst war in Stellas Leben nicht alles so rosarot wie es bei einer erfolgreichen Filmdiva den Anschein haben mag.
Auch diesmal wusste mich Carsten Henn wieder richtig mitzureißen und zu berühren. Der Schreibstil ist sehr schön zu lesen, teilweise etwas poetisch anmutend. Die Charaktere wurden sehr überzeugend und einfühlsam dargestellt. Damit meine ich nicht nur die Hauptprotagonisten, sondern auch Paul mit seinem Hund „Guter Junge“ oder auch Bentje und Nessa, die sich allesamt in mein Herz geschlichen haben.
Es geht in weiten Teilen um Vergangenheitsaufarbeitung und Verdrängung, um Loslassen, um Abschied und Neubeginn. Dies alles ist ganz wunderbar verpackt und absolut lesenswert. Natürlich spielt auch der Sonnenaufgang eine Rolle.
Fazit: Ein wunderbarer Roman, der sich absolut gut liest und mir richtig zu Herzen gegangen ist. Auch hier würde ich mir wieder eine Verfilmung wünschen. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung!
Ich habe hier viele wunderbare Textstellen gefunden, so dass mir die Auswahl eines Lieblingszitats sehr schwer gefallen ist. „Es gibt ein Schweigen, das aus Vertrautheit entsteht. Dann gibt es eines, das in Schmerz wurzelt. Das Schweigen in Nessas altem Wagen wiederum zeugte von Fassunglosigkeit.“ (S. 166)