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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2020

Ein gigantischer historischer Roman

Es war einmal in Italien
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„Es war einmal in Italien“ ist der erste historische Roman, den ich von dem italienischen Autorin Luca Di Fluvio gelesen habe. Und ich muss gestehen, der Autor hat einen neuen Fan und seine anderen Bücher ...

„Es war einmal in Italien“ ist der erste historische Roman, den ich von dem italienischen Autorin Luca Di Fluvio gelesen habe. Und ich muss gestehen, der Autor hat einen neuen Fan und seine anderen Bücher wandern sofort auf meine Wunschliste.

Der Autor entführt uns nach Bella Italia, aber schön war es im Königreich Italien im Jahr 1870 auf keinen Fall. Unsere Geschichte beginnt in der Provinz Novara. Hier lebt der 15jährige Pietro in einem Waisenhaus. Eines schönen Tages wird er von einer Contessa und ihrem Mann adoptiert. Doch sein Glück währt nicht lange. Gemeinsam mit der Contessa muss er fliehen und die beiden landen schließlich in Rom, dem pulsierenden Herzstück Italiens auf dem Weg zum Nationalstaat. Hier, im Kirchenstaat Rom hat auch der Zirkus in dem Marta bei ihrem Ziehvater Melo lebt, seine Zelte aufgeschlagen. Inmitten dieser Stadt der Verheißungen kreuzen sich ihre Wege, und ihre Träume schienen wie durch ein magisches Band miteinander verwoben zu sein. Das schillernde Rom stellt die drei vor ungeahnte Herausforderungen. Als jedoch ein dramatisches Ereignis die Ewige Stadt erschüttert, drohen sie alles zu verlieren, was ihnen kostbar ist.

Wow! Jetzt muss ich das Ganze erst mal sacken lassen. Eine herausragende Lektüre voller Emotionen. Der Schreibstil des Autors ist einfach einzigartig. Er ist ein Meister seines Faches. Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte um den Waisenjungen, das Zirkusmädchen und die Contessa in ihren Bann gezogen. Wenn ich die Augen schließe, läuft die ganze Geschichte, die wirklich unter die Haut geht, wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Ich sehe den schüchternen Pietro, die Selleriestange vor mir, sehe wie er sich immer seine Locke aus der Stirn streift. Begleite in auf seinen Abenteuer – die aufregende und hochdramatische und nicht immer ungefährlich waren. Und doch hat er alles aus Liebe zu Nella, seiner Mutter getan. Gefreut habe ich mich, als er durch den adeligen Vaters eines Schulkameraden seine Leidenschaft für die Kamera entdeckt hat. Ich kann mir seine Bilder, die das Leben auf den Straßen und in der Schlacht wiederspiegeln bildlich vorstellen und sie haben mich tief berührt. Und dann ist da Marta, die für den Zirkus lebt und sich immer wieder die Frage stellt, wo sie herkommt, wo ihre Wurzeln liegen! Mutig kämpft sie für ihren Traum. Mir sind Pietro und Marta, sowie Nella wirklich ans Herz gewachsen. Nella ist eine starke Frau, die eigentlich alles im Leben hatte, was man sich erträumen kann und die dann wieder dort gestrandet ist, wo einst ihre Geschichte begann. Noch jetzt habe ich ein Gänsehautfeeling, wenn ich mir gewisse Szenen vor Augen führe. Nella ist eine starke Frau, die sich allen Widrigkeiten, die das Leben an sie stellt, wiedersetzt. Der Autor bringt uns italienische Geschichte, mit all ihrer Grausamkeit, nahe. Ich stand während des Lesens ständig unter Strom. Der Spannungsbogen war einfach gigantisch.
Dieser herausragende Roman gehört eindeutig auf meine Lesehighlight-Liste 2020. Ich habe Traumlesestunden mit diesem Meisterwerk verbracht. Das Cover gefällt mir auch hervorragend.
Gerne vergebe ich für diese Traumlektüre 5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2020

Eine wunderschöne Lektüre

White Christmas - Das Lied der weißen Weihnacht
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Mit White Christmas ist Michelle Marly eine wunderschöne Liebesgeschichte gelungen, in der sie uns die Entstehung dieses erfolgreichen Weihnachtsliedes, von dem ich gleich die Melodie im Ohr habe, nahe ...

Mit White Christmas ist Michelle Marly eine wunderschöne Liebesgeschichte gelungen, in der sie uns die Entstehung dieses erfolgreichen Weihnachtsliedes, von dem ich gleich die Melodie im Ohr habe, nahe bringt. Schon der Anblick des zauberhaften Covers lädt zum Träumen ein, Schlittschuhlaufen im Central Park, das muss einmalig sein.
Heiligabend 1937 in Hollywood. Für den erfolgreichen Jazz-Komponist Irving Berlin aus New York ist dies immer ein ganz besonderer Tag – er verbindet damit sein größtes Glück und gleichzeitig auch einen schweren Schicksalsschlag. Irving muss dieses Jahr zum ersten Mal Heiligabend getrennt von seiner Familie unter der Sonne Kaliforniens verbringen. Voller Sehnsucht nach seiner Frau Ellin und seinen Töchtern beginnt er an einem Song über die Weihnachtszeit zu arbeiten – und erfährt schließlich, dass auch in Hollywood ein Weihnachtswunder geschehen kann.
Doch schauen wir ein wenig zurück. Die wunderschöne zu Herzen gehende Geschichte beginnt im Jahr 1900. Der 12jährige Izzy, der mit seinen Eltern nach New York emigriert ist, schlägt sich mit dem Verkauf von Zeitungen durch. Er träumt davon ein singender Kellner zu werden. Im Jahr 1924 hat es der junge Irving als Komponist schon zu einiger Berühmtheit gebracht. Auf einer Dinnerparty lernt er die junge Millionärstochter Ellin Mackay kennen. Ellin fühlt sich magisch zu dem Musiker hingezogen und das Knistern zwischen den beiden ist förmlich zu spüren. Doch Ellins Vater ist gegen diese Beziehung und versucht mit allen Mitteln, die Beziehung zu zerstören. Durch den tollen bildlichen Schreibstil der Autorin habe ich von Ellin und Irving ein genaues Bild vor Augen. Und beim Lesen des Buches begleiten mich viele Emotionen. Ellins Vater und auch ihre Großmutter sind mir total unsympathisch. Hier regiert Geld die Welt und die Mackays leben auf einem schlossähnlichen Landsitz, der ein Nachbau des Chateau de Maisons-Lafitte im Westen von Paris war. Ich kann mir vorstellen, dass es ein Schock für Irving war, als er dieses Anwesen zum ersten Mal gesehen hat.
Die junge Ellin hat mich aber wirklich schwer beeindruckt, sie hat an ihrer Liebe zu dem Brodwaystar festgehalten, hat sich anfangs noch ihrem Vater gefügt, aber letztendlich für ihre große Liebe auf einiges verzichtet. Das Glück der beiden ist wie ein Funke auf mich übergesprungen.
Toll fand ich auch, dass die Autorin bei den Kapitel-Überschriften Songs von Irving – der etwas eintausendfünfhundert Lieder geschrieben hat – zitiert hat. Der erfolgreichste Song ist bis heute White Christmas und Always.
Eine unterhaltsame und interessante Lektüre. Ich freue mich, diesen herausragenden Künstler näher kennengelernt zu haben. Ein Lesevergnügen der Extraklasse, für das ich sehr gerne 5 Sterne vergebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2020

Eine wundervolle Weihnachtsgeschichte

Tage voller Weihnachtszauber
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„Tage voller Weihnachtswunder“ aus der Feder der Autorin Anja Marschall ist eine berührende Weihnachtsgeschichte für alle, die an (kleine) Wunder glauben.
Der Inhalt: Die kleine Lena, die in einem Kinderheim ...

„Tage voller Weihnachtswunder“ aus der Feder der Autorin Anja Marschall ist eine berührende Weihnachtsgeschichte für alle, die an (kleine) Wunder glauben.
Der Inhalt: Die kleine Lena, die in einem Kinderheim lebt, hat nur einen großen Weihnachtswunsch, und zwar soll der Weihnachtsmann ihre echte Mama finden. Aber die kennen weder die Heimleiterin Henriette Jonas noch der Erzieher Lukas, denn Lena ist ein Findelkind. Sie lag nämlich am Heiligabend als kleines Baby vor dem Kinderheim. Doch nun passiert ein Unglück. Hausmeister Krawutke, der den Weihnachtsmann spielen soll, fällt von der Leiter. Jetzt muss schnell ein Aushilfsweihnachtsmann her. Doch das ist so kurz vor Weihnachten nicht so einfach. Da entdeckt Henriette durch Zufall den Altrocker Mann und verpflichtet in kurzerhand. Doch der schräge Vogel verdreht nicht nur der Heimleiterin den Kopf, er sorgt auch für mächtig viel Wirbel. Denn er verschafft nicht nur dem Erzieher Lukas ein Date mit seiner heimlichen Liebe und Lena verspricht er, ihre Mutter zu finden. Da hat sich Manni ja mächtig viel vorgenommen. Hoffentlich kann er seine Versprechen halten, denn viel Zeit bleibt ihm nicht mehr, denn Weihnachten steht vor der Tür……
Wunderschön! Ich liebe Weihnachtsgeschichten und diese ist mir besonders unter die Haut gegangen. Der Schreibstil der Autorin, die die Geschichte aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, hat mich total begeistert. Es ist nicht nur eine romantische Weihnachtsgeschichte, nein, es ist auch mächtig was los und es wird richtig spannend. Aber nun zu den Protagonisten, da ist die kleine Lena, die ich mit ihren strahlend blauen Augen und ihren roten Haare bildlich vor mir sehe. Ich habe das kleine Mädchen sofort ins Herz geschlossen. Ich sehe sie mit ihren großen Augen vor dem Augen vor dem Weihnachtsmann stehen und ihren Wunsch vortragen. Und erst der Weihnachtsmann, Manni, der Altrocker lebt mit seiner Ratte Beethoven in einem Wohnwagen auf einem Schrottplatz. Das Leben hat es nicht so gut mit ihm gemeint. Aber hinter seiner rauen Schale versteckt sich ein weicher Kern und Manni ist wirklich eine Seele von Mensch. Berührend fand ich es, wie er sich all der Wünsche angenommen hat. Und Henriette die Heimleiterin hat genau gewusst, wie sie in knacken kann. Wenn ich mir jetzt noch gewisse Szenen vor Augen führe, habe ich ein Grinsen im Gesicht.
Und dann die Suche nach Lenas Mutter, eine spannende und aufregende unter die Haut gehende Geschichte voller Spannung und Überraschungen. Und es wäre ja nicht Weihnachten, wenn nicht ab und an ein Wunder geschieht….
Eine wunderschöne unterhaltsame, gefühlvolle Weihnachtsgeschichte, die ich vor der ersten bis zur letzten Seite genossen habe. Eine Traumlektüre für Traumlesestunden. Ein Lesevergnügen der Extraklasse, für das ich sehr gerne 5 Sterne vergebe. Das schön gestaltete Cover ist übrigens auch ein echter Hingucker.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.11.2020

Eine hochinteressante Lektüre

Tafeldienst - Eine Mutter wechselt die Seiten
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Zwischendurch gibt es mal eine etwas andere Lektüre, und zwar „Tafeldienst – Eine Mutter wechselt die Seiten“. Die Autorin Mila Kuhn, die einen Magisterabschluss in Germanistik hat, ist Journalistin und ...

Zwischendurch gibt es mal eine etwas andere Lektüre, und zwar „Tafeldienst – Eine Mutter wechselt die Seiten“. Die Autorin Mila Kuhn, die einen Magisterabschluss in Germanistik hat, ist Journalistin und arbeitete unter anderem für die Westdeutsche Zeitung. Seit 20 Jahren ist sie Freelancerin und verfasst Artikel für Online-Magazine und Tageszeitungen. Und eines Tages wollte Mila Kuhn etwas Neues ausprobieren. Die Mutter von zwei Kindern will als Quereinsteigerin in den Schuldienst. Doch das war gar nicht so einfach. Nach zahlreichen Bewerbungen und Absagen landete sie schließlich an einer Brennpunktschule in Wuppertal. Und wenn man die Seiten wechselt, ist plötzlich vieles ganz anders.
Jetzt nach Beendigung dieses äußerst interessanten Buches habe ich – wenn ich mir gewisse Begebenheiten vorstelle - ein Schmunzeln im Gesicht, aber ich muss auch den Kopf schütteln, wenn ich mir den Schulalltag mit all seinen Schwächen und Fehlern vor Augen führe und beim Lesen musste ich der Autorin oft zustimmen, denn als Mutter von Kids hat man an den Lehrer ab und an einiges auszusetzen. Doch als Quereinsteigerin und plötzlich auf der anderen Seite, erlebt Mila Kuhn einen radikalen Perspektivwechsel. Und ich denke, man sollte sich wirklich mal gedanklich in einen Lehrer hineinversetzen und an die Erlebnisse, die manche mit den Eltern haben. Aber nun wieder zu Tafeldienst. Schon der erste Schultag war für Mila Kuhn eine große Herausforderung, denn die Position des Alphatiers einer Klasse muss man sich erst erkämpfen und das ist nicht mal bei Grundschülern so leicht. In 24 Kapiteln berichtet sie mit schonungsloser Offenheit, wie sie es geschafft hat, sich durch den Schulalltag zu kämpfen. Hierbei haben ihr Einfühlungsvermögen und Mut zur Improvisation geholfen. Ihre kleinen Pappenheimer, die fast stündlich für eine Überraschung gut waren, haben ihr viele glückliche Augenblicke, aber auch schlaflose Nächte beschert. Für mich war das Lesen dieses Buches eine Bereicherung. Und es hat mich auch nachdenklich gestimmt. Eine hochinteressante Lektüre, für die ich sehr gerne 5 Sterne vergebe.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2020

Eine starke Frau

Madame Clicquot und das Glück der Champagne
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Schon der Anblick des zauberhaften Covers lässt schon die unendliche Weite der Champagne erahnen. Und genau dorthin entführt uns die Autorin Susanne Popp in ihrem äußerst gelungenen Debütroman, und zwar ...

Schon der Anblick des zauberhaften Covers lässt schon die unendliche Weite der Champagne erahnen. Und genau dorthin entführt uns die Autorin Susanne Popp in ihrem äußerst gelungenen Debütroman, und zwar ist dies eine historische Romanbiographie, die uns der Leben und Wirken von Madame Clicquot näher bringt. Am besten nimmt man sich jetzt ein Glas prickelnden Champagner, lehnt sich zurück und genießt einfach dieses Buch. Ich habe mich gefreut, Reims wieder einen Besuch abstatten zu dürfen. Die Stadt hat mich bei meinem Besuch wirklich fasziniert.

Der Inhalt: Wir befinden uns Anfang des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt im Jahr 1805 in Frankreich in der Champagne. Nach dem tragischen Tod ihres Mannes steht die junge Witwe Barbe-Nicole Clicquot vor der Herausforderung ihres Lebens. In der damaligen Zeit kein leichtes Unterfangen für eine junge Frau. Fest entschlossen, den gemeinsamen Weinhandel unter eigenem Namen und im Andenken an ihren Mann weiterzuführen. Barbe hat so ihre Zweifel und auch auf eine großartige Unterstützung seitens ihrer Familie kann sie nicht rechnen. Sie sind der Meinung, sie soll sich um ihre kleine Tochter kümmern und den Handel verkaufen. Doch mit Ehrgeiz und Geschick, Einfallsreichtum und Mut geht sie das Wagnis ein. Und das Leben hält so manche Überraschung für sie bereit, den plötzlich buhlen zwei Männer um ihre Gunst…..

Einfach klasse! Frankreich zu Zeiten Napoleons, die Autorin bringt uns auf wunderbare Art und Weise, die Geschichte der damaligen Zeit nahe. Ich habe die verschiedensten Bilder vor meinem inneren Auge, sehe den Hofstaat des Kaisers und erlebe auch noch auf erschreckende Weise den Krieg. Aber nun zu dieser einzigartigen Gegend, der Champagne, die nicht zu vergleichen ist mit den deutschen Weinanbaugebieten, eine unendliche Weite, grüne Blätter wohin das Auge reicht, saftige Reben mit festen grünen Beeren. Ich habe Madame Clicquot verstanden, dass sie an diesem Familiensitz festhalten und gewinnbringend weiterführen will. Ich lerne die junge Barbe kennen, spüre förmlich ihre Verzweiflung über den Tod ihres Mannes und bewundere sie dann für ihren Mut, sich der Herausforderung zu stellen. Ich habe sie durch die Weinberge begleitet, habe Tage mit ihr in den feuchten Kellern verbracht und habe so viel über die Champagnerherstellung gelernt. Ich habe den Geruch des prickelnden Champagners der Nase und den unvergleichlichen Geschmack auf meiner Zunge, denn Veuve Cliquet – wie sie sich nennt – hat wirklich eine außergewöhnliche berühmte Champagnermarke geschaffen. Bei meinem nächsten Einkauf muss ich unbedingt danach Ausschau halten. Madame Cliquot lebt für ihr Unternehmen, denn das ist ihre Berufung. Zwei sympathische Herren begleiten sie auf ihrem Lebensweg und ich habe immer gerätselt, wen sie erhört……
Ein toller, unterhaltsamer Roman, der uns Einblick in das Leben einer mutigen Frau gibt. Für mich ein Lesevergnügen der Extraklasse, für das ich sehr gerne 5 Sterne vergebe. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Roman der Autorin.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere