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Veröffentlicht am 18.03.2021

Ohne Mentor klappt es nicht.

Ich kann das
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Der Protagonist des Buches, Karl, ist ein Akademikerkind und soll nach seinem Jurastudium die Anwaltskanzlei seiner Eltern übernehmen. Er möchte jedoch lieber Schauspieler werden, traut es sich jedoch ...

Der Protagonist des Buches, Karl, ist ein Akademikerkind und soll nach seinem Jurastudium die Anwaltskanzlei seiner Eltern übernehmen. Er möchte jedoch lieber Schauspieler werden, traut es sich jedoch aufgrund seines mangelnden Selbstbewusstseins nicht zu und ist mit seinem Leben unzufrieden.
Er lernt ganz zufällig Marc kennen, auch genannt „The Brain“, der eine Firma zur Motivationsforschung und Selbstbewusstseinstraining, besonders sonders für leitende Angestellte betreibt, denn ihre Firmen wollen, dass sie fabelhafte Produkte entwickeln und somit zur Profitmaximierung beitragen. Natürlich wollen sie selbst auch viel Geld verdienen. Das klappt nur mit einem noch gesteigerten Selbstbewusstsein. Mentale und natürlich körperliche Resilienz sind dabei von höchster Wichtigkeit. Sie lernen ihr Gehirn umzuprogrammieren. Der Leitsatz ist: Ich kann das.
Dann beginnt eine märchenhaft anmutende Geschichte. Marc nimmt Karl unter seine Fittiche, coacht ihn und hilft ihm, Höhen und Tiefen seiner neuen Identitätssuche zu überwinden. Dabei unterstützt er ihn mit aufmunternden Whats Ap Botschaften und hilfreichen Gesprächen. Rein zufällig gewinnt er mit Marcs Hilfe neue Freunde, die ihn bedingungslos akzeptieren und aufmuntern und lernt seine Traumfrau kennen. Karl spürt immer mehr die „Magie“ des Selbstbewusstseins und erreicht letztendlich sein Ziel: er wird ein erfolgreicher Schauspieler. Auch in seinem Privatleben wird er sehr erfolgreich, natürlich auch finanziell.
Diese Möglichkeit will Bodo Schäfer uns aufzeigen, denn auch er betreibt eine Agentur zur Selbstbewusstseinssteigerung, mit deren Hilfe er den Lesern dieses Werkes zu einem neuen selbstbewussten Leben verhelfen will. Dazu kann ich nur sagen: „ Mit Speck fängt man Mäuse!“
Das erreicht er durch eine einfache Sprache und ein klar strukturiertes Werk in drei Teile, das so manchem Leser ermöglicht, Selbstvertrauen, Selbstliebe und Selbstbewusstsein aufzubauen, aber das funktioniert nur mit einem Mentor! Nämlich Bodo Schäfer. „ Ich kann das“ wird sicherlich nur bei einigen Lesern Wirkung zeigen. Auf alle Fälle hat er sein Vorhaben auf unkonventionelle Weise umgesetzt und erreicht somit eine breitere Leserschaft als mit einem fremtwortreichen Fachbuch. Auf mich wirkt das Werk wie so manche Diätbücher, die einem vorgaukeln, man könne Unmögliches erreichen.

Veröffentlicht am 13.02.2021

Gastarbeiterkind

Das achte Kind
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In seinem Roman “Das achte Kind” scheint der Autor Alem Grabovac die Lebensgeschichte seiner Mutter und seine eigene zu verarbeiten.
Die Mutter Smilja, geboren 1949, stammt aus äußerst armseligen Verhältnissen ...

In seinem Roman “Das achte Kind” scheint der Autor Alem Grabovac die Lebensgeschichte seiner Mutter und seine eigene zu verarbeiten.
Die Mutter Smilja, geboren 1949, stammt aus äußerst armseligen Verhältnissen im sozialistischen Jugoslawien Marschall Titos. Sie träumt, wie so viele ihrer Landsleute, von einem besseren Leben in Deutschland. Dort erhält sie als Gastarbeiterin in einer Schokoladenfabrik eine Chance. Jedoch ist ihr Ehemann, ein unberechenbarer Säufer, Spieler und Ganove, unfähig ihr neugeborenes Baby zu versorgen. Da sie gezwungen ist, für ihren Lebensunterhalt zu arbeiten, sieht sie sich gezwungen, ihr Kind bereits nach 6 Wochen in eine deutsche Pflegefamilie zu geben, in der er wohlbehütet, voller Warmherzigkeit, zunächst nur vorübergehend, dann jedoch bis zu seinem Abitur, aufwachsen kann. Diese Pflegefamilie ist Alems großes Glück, erfährt er dort doch geregelte Familienverhältnisse, Unterstützung und Sicherheit. Er wächst verortet in 2 Kulturen auf, denn jedes Wochenende verbringt er mit seiner Mutter und ihren gewalttätigen, neuen, jugoslawischen Lebensgefährten. Emir, sein Vater, ist verschwunden. Die Urlaube verbringt er mit seiner Mutter bei den sehr armen Großeltern im jetzigen Kroatien. Sein Opa hat im Zweiten Weltkrieg gegen deutsche Soldaten gekämpft. Als Heranwachsender beschäftigen ihn die Erzählungen seines deutschen Pflegevaters über die glorreichen Nazis, denn er ist auch in den 1980er Jahren immer noch überzeugter Nazi. Wie hat sich Alem unter diesen Bedingungen wohl gefühlt? Als Erwachsener, und selbst Vater, sucht er nach seinen Wurzeln, denn er erfährt von dem Leben seines erst kürzlich verstorbenen leiblichen Vaters.
Das Werk ist in kurze Kapitel aufgeteilt, und ist in einem einfachen, aber flüssigen Schreibstil verfasst. Die Charaktere entstehen plastisch vor dem inneren Auge des Lesers.
Smilja ist besonders gut gezeichnet: voller Sorge, Zuneigung und Intuition tut sie das Beste für ihr Kind: Verlässlichkeit und Nestwärme, aber auch Verinnerlichung der deutschen Kultur und eine perfekte Sprachausbildung bei Familie Behrens. Ihr ergeht es wie vielen Gastarbeiterinnen, die sich einem tradierten Frauenbild zu unterwerfen haben: harte Berufstätigkeit und alle Hausarbeit! Sie ist leider zu unsicher, um sich zu wehren!
Besonders gut hat mir gefallen, dass wichtige Teile der Geschichtsschreibung mit einfließen: 2. Weltkrieg, Balkankrieg und die gesellschaftspolitische Lage in Deutschland. Dieser Bildungsroman ist Alem Grabovac sehr gut geglückt.

Veröffentlicht am 11.02.2021

Landleben in der amerikanischen Provinz

Big Sky Country
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In diesem Roman beschreibt Callan Wink den Weg eines amerikanischen Jungen in der ländlichen Provinz vom zwölfjährigen Jungen bis zum Erwachsenwerden. Dabei ist sein Leben als Teenager geprägt von Orientierungslosigkeit ...

In diesem Roman beschreibt Callan Wink den Weg eines amerikanischen Jungen in der ländlichen Provinz vom zwölfjährigen Jungen bis zum Erwachsenwerden. Dabei ist sein Leben als Teenager geprägt von Orientierungslosigkeit und der Unfähigkeit, genaue Entscheidungen für seine Zukunft zu treffen. Während der Pubertät ist diese Wankelmütigkeit sicherlich in gewissem Grade normal, jedoch spielen die amerikanischen Gegebenheiten eine große Rolle, das heißt, nur die Auswahl zwischen Hilfsarbeitertätigkeit oder sehr teurem Studium und die Notwendigkeit eines Autos wegen der sehr schlechten Infrastruktur, besonders auf dem Lande.
Die Sprache ist einfach und oft naturalistisch. Naturbeschreibungen nehmen einen großen Raum ein, um dem Leser die Wirkung der übermächtigen Natur, besonders in Montana, zu vermitteln. Gleich zu Anfang wird detailliert beschrieben, wie August als Kind Katzen erschlägt und vergiftet. Das zeigt uns sein raues, teilweise liebloses Leben, ohne Skrupel.
August wächst auf einer kleinen Farm in der Gegend der großen Seen auf. Schon als Kind hilft er bei vielen landwirtschaftlichen Arbeiten. Das Elternpaar hat nach einigen Jahren kaum noch Berührungspunkte, da die Mutter, aus relativ vermögenden Verhältnissen stammend und studiert, von einem anderen Leben träumt. Der Vater hat wohl als Hilfsarbeiter angefangen, und sein Leben ist von harter Arbeit geprägt. Nachdem der Vater ein Verhältnis mit einer sehr jungen Stallhilfe eingeht, lässt sich die Mutter scheiden und zieht mit August gen Norden. Sie schließt ihr Studium als Bibliothekarin ab und erhält eine gut bezahlte Arbeit in Montana.
Zerrissen zwischen der Hoffnung des Vaters, den elterlichen Hof zu übernehmen und dem Wunsch der Mutter auf ein Hochschulstudium, verdingt August sich als Handlanger in verschiedenen Jobs. Er löst sich so von dem elterlichen Druck, macht Fehler, indem er sich auf einer Ranch ausbeuten lässt und brutale Freunde findet, die ständig saufen. Besonders die frühe sexuelle Verführung durch eine Nachbarin verursacht ein Gefühlschaos. Das Ende schockiert: er verliert durch riskante Farmarbeiten 2 halbe Finger, kommt aber danach zu der Überzeugung, dass er nun doch studieren möchte. Als sein Vater daraufhin den Hof verkauft, bleibt er mit melancholischen Kindheitserinnerungen zurück.
Die Charaktere und die oft spärlichen Dialoge entsprechen dem Bild etwas hinterwäldlerischer Landbewohner, sind aber deswegen nachvollziehbar und stimmig.
Das gezeichnete Bild hat mir gut gefallen. Über die oft zu langen Naturbeschreibungen kann man hinweglesen.

Veröffentlicht am 06.01.2021

Erziehungsrichtlinien für Eltern und Großeltern

Der Elternkompass
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Dieses Werk basiert auf der Recherche von über 900 Studien zum Thema Erziehung. Es ist in die vier Bereiche Schwangerschaft, Babyzeit, Kleinkind- und Schulkindalter unterteilt, die, je nach Interessenlage, ...

Dieses Werk basiert auf der Recherche von über 900 Studien zum Thema Erziehung. Es ist in die vier Bereiche Schwangerschaft, Babyzeit, Kleinkind- und Schulkindalter unterteilt, die, je nach Interessenlage, einzeln gelesen werden können. In abwechslungsreicher, leicht verständlicher Sprache macht die Autorin uns mit den neuesten, aber auch tradierten Erkenntnissen zu diesen Themenbereichen bekannt. Sie geht auch auf andere Kulturen ein. Dabei wird schon deutlich, welche Tendenzen sie bevorzugt, allerdings drängt sie ihre Meinung nicht auf, denn jede Familie muss entscheiden, was sie leisten kann ohne “durchzudrehen”. Das Werk ist sehr gut strukturiert. Merksätze am Rande des Textes fassen die Kernaussage zusammen. Fremdwörter werden erklärt, und in einem Anhang wird auf weiterführende Literatur verwiesen. Zusätzlich gibt es ein 39 Seiten umfassendes Quellenverzeichnis sowie ein alphabetisch geordnetes Register.
Mir, als Großmutter in spe, die ihre Kinder nie nach Ratgebern, sondern nach Gefühl und gesunden Menschenverstand erzogen hat, liefert dieses Werk viel an Selbstbestätigung, denn auch ich habe 1 Jahr lang voll gestillt, nachts teilweise jede Stunde. Dabei schlief das Baby neben mir oder auf mir. Das Sauberkeitstraining kann sehr wohl früh beginnen. Einschlafen und Durchschlafen des Kleinkindes geht am besten im großen Elternbett (es gibt extra große Familienbetten). Ich habe meine Kinder niemals schreien lassen. Unser täglich frisch gekochtes Essen haben unsere Kleinen geliebt.
Ganz neu und angsteinflößend war für mich die Erkenntnis der Epigenetiker, dass z. B. stressauslösende Erfahrungen unserer Vorfahren sich in ihren Codes eingeschrieben haben und weitervererbt werden. In den meisten deutschen Familien wurden solche Erfahrungen durch Hunger, Krieg, Flucht und Vertreibung allerdings gemacht!!!
Insgesamt ein informatives, lohnendes Werk für Alt und Jung.

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Veröffentlicht am 22.12.2020

Princess meets butler

Kissing Chloe Brown (Brown Sisters 1)
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Die an Fibromyalgie erkrankte Chloe stammt aus einer wohlhabenden Familie. sie beschließt aus dem behüteten Nest auszuziehen und möchte sich nicht weiter von ihrer Krankheit einschränken lassen, sondern ...

Die an Fibromyalgie erkrankte Chloe stammt aus einer wohlhabenden Familie. sie beschließt aus dem behüteten Nest auszuziehen und möchte sich nicht weiter von ihrer Krankheit einschränken lassen, sondern stattdessen eine Liste mit außergewöhnlichen Dingen “abarbeiten”. Dazu erscheint ihr Red, der hübsche sehr gut gebaute Hausmeister ihrer neuen Wohnanlage der Richtige zu sein. 
Beide haben vorher schlechte Erfahrungen mit Partnern gemacht und sind deshalb vorsichtig bei neuen Beziehungen. 
Red erscheint Chloe “ unter ihrem Niveau”, obwohl er sehr hilfsbereit und sympathisch und eigentlich Künstler (Maler) ist. Als Charakter gefällt er mir gut. Besonders ist seine hingebungsvolle Art, wie er Chloes Herz gewinnt. Herausragend sind die “Softpornoszenen” bei denen er überhaupt nicht an seinen Höhepunkt denkt, sondern wie er Chloe zu ihrem “Plaisir” führen kann. Cloe finde ich überkandidelt und anstrengend. Somit der Bruch kurz vor dem waren Ende nicht überraschend. Es gibt wenig Handlung. auf endlosen Seiten plätschert der Dialog zwischen beiden hin. Der Schreibstil in den kurzen Kapiteln ist wenig anspruchsvoll. Wer eine schnell durchzulesen de Schnulze mag, der sollte das Werk kaufen, mir ist die Problematik und Handlung zu flach. daher nur 3 Punkte