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Veröffentlicht am 25.02.2026

Die Magie der Edelsteine

Kingdom of crystal Hearts
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Titel: Kingdom of crystal Hearts
Autor:in: Sina Brings
Verlag: Piper
Genre: Romantasy
Reihe: Einzelband

„Kingdom of Crystal Hearts“ von Sina Brings entführt in eine faszinierende Fantasy Welt inspiriert ...

Titel: Kingdom of crystal Hearts
Autor:in: Sina Brings
Verlag: Piper
Genre: Romantasy
Reihe: Einzelband

„Kingdom of Crystal Hearts“ von Sina Brings entführt in eine faszinierende Fantasy Welt inspiriert vom Hochmittelalter, in der Edelsteine nicht nur Schmuck sind, sondern magische Kräfte verleihen, die das Leben der Adeligen bestimmen. Inmitten dieses glitzernden, aber auch gefährlichen Reichs steht Elodie, die ihre Familie in den Edelsteinminen verloren hat und nun als Diebin lebt – getrieben von dem Wunsch nach Rache.
Als sie sich auf einem königlichen Turnier als Adelige ausgibt, entdeckt sie plötzlich eine Magie in sich, die sie niemals haben sollte. Von der grausamen Königin gezwungen, gibt sie vor, der magielose Prinz Rafe zu sein – ein junger Mann, der zwar Adelstitel trägt, aber keine wirkliche Macht besitzt und von Intrigen umgeben ist. Während Elodie und Rafe sich näherkommen, wird klar, dass Gefühle in dieser Welt voller Verrat und Machtspiele gefährlich sein können…

Durch den lockeren, flüssigen Schreibstil konnte ich mich gut in die Story einfinden und fand sie von Anfang an spannend. Die Geschichte lebt von der Mischung aus originellem Magiesystem, politischen Intrigen und einer zarten, aber riskanten Liebesgeschichte. Sina Brings schafft es, eine Atmosphäre zu erschaffen, die sowohl funkelnd und prachtvoll als auch düster, bedrohlich und teilweise auch blutig ist. Die Charaktere wirken vielschichtig und ihre inneren Konflikte machen die Handlung besonders mitreißend. Ein Highlight war für mich die Umsetzung von Prinz Rafe, der statt zu sprechen die Gebärdensprache benutzt. Die emotionalen Szenen, in denen er seine Gefühle durch Gebärden ausdrückt, fand ich besonders berührend und habe ich in der Form noch nie gelesen. Generell hat mich die verbotene Liebesgeschichte der beiden sehr abgeholt, was dafür sorgte, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Dennoch gab es meiner Meinung nach ein paar inhaltliche Schwächen, bei denen die Story noch mehr in die Tiefe gehen könnte. Die Idee des Magiesystems fand ich toll und ich liebe auch Kristalle, aber die Informationen, die man dazu bekommt sind doch sehr begrenzt. Auch fand ich das Ende des Buches etwas abrupt und viele Kernkonflikte des Buches wurden nur beiläufig im Nachwort abgehandelt. Hier hätte ich mir ein etwas ausführlicheres Ende gewünscht, dafür hätte man im Gegenzug einige Beschreibungen der Kutschenreise und der Fortbewegung durch Geheimgänge kürzen können.

Trotzdem habe ich mich durch das Buch sehr gut unterhalten gefühlt, weshalb ich es insgesamt weiterempfehlen würde. Für Leser:innen, die Geschichten mit einer starken Heldin, einer geheimnisvollen Welt und einer Prise Romantik mögen, ist „Kingdom of Crystal Hearts“ genau das Richtige. Es zeigt, wie schwer es ist, in einer Welt voller Täuschungen und Machtspiele seinem Herzen zu vertrauen – und wie gefährlich Liebe sein kann, wenn sie zwischen Hoffnungen und Verrat steht. Ich bin gespannt auf weitere Titel der Autorin.

Vielen Dank an NetGalley und Piper für mein Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 18.02.2026

Der Zauber von Wimbledon

Match Point
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Titel: Match Point
Autor:in: Katherine Reilly
Verlag: HarperCollins
Hörbuch: Argon
Reihe: Einzelband

„Match Point“ von Katherine Reilly bringt alles mit, was eine gute Sports Romance braucht - Glamour, ...

Titel: Match Point
Autor:in: Katherine Reilly
Verlag: HarperCollins
Hörbuch: Argon
Reihe: Einzelband

„Match Point“ von Katherine Reilly bringt alles mit, was eine gute Sports Romance braucht - Glamour, einen Bad Boy und die tolle Wimbledon Atmosphäre – doch dahinter steckt noch viel mehr!
Das Herzstück des Buches sind die Charaktere, die sehr lebendig und vielschichtig dargestellt werden. Man hat das Gefühl, echte Menschen kennenzulernen, mit eigenen Geschichten, Träumen und Gefühlen. Obwohl die Geschichte aus Floras Sicht erzählt wird, konnte ich auch Kierans Gedanken und Emotionen gut nachvollziehen.
Die Beziehung zwischen Flora und Kieran ist besonders unterhaltsam: Am Anfang streiten sie sich oft wie Teenager, aber auf eine humorvolle und charmante Weise, die mich oft zum Lachen gebracht hat. Doch sie unterstützen einander auch gegenseitig bei ihren Zielen - Kierans Tennis Karriere und Floras Traum von der eigenen Graphic Novel.
Besonders spannend fand ich auch die Einblicke in die Tenniswelt – den Druck, die Medien und den Wettkampf. Für mich war es die erste Tennis-Romance, und ich habe das Setting in Wimbledon sehr genossen und mit Kieran mitgefiebert.
„Match Point“ hat mich wirklich positiv überrascht. Es ist eine leichte und unterhaltsame Geschichte, die trotzdem so viel Tiefe und Herz zeigt. Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die Charaktere wirken – man fühlt richtig mit ihnen mit und möchte wissen, wie es mit Flora und Kieran weitergeht. Die Mischung aus Humor, Spannung und Emotionen macht das Buch zu einem echten Pageturner für mich. Außerdem fand ich das Wimbledon-Setting großartig, weil es dem Ganzen eine besondere Atmosphäre verleiht.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass manche Nebenhandlungen für meinen Geschmack etwas zu kurz kamen oder nicht ganz ausgeschöpft wurden. Hier hätte ich mir noch mehr Tiefe oder Hintergrund gewünscht, um das Gesamtbild noch runder zu machen.

Für mich ist „Match Point“ trotzdem ein Wohlfühlbuch geworden, das ich sehr gerne gelesen habe und jetzt schon vermisse. Es erzählt eine berührende Geschichte über Freundschaft, Familie, Sport und Liebe – voller Atmosphäre, Emotionen und Charme. Flora und Kieran sind einfach tolle Figuren, die man schnell ins Herz schließt. Ich würde das Buch jederzeit wieder lesen beziehungsweise hören und allen empfehlen, die eine charmante, berührende Liebesgeschichte mit sportlichem Flair suchen. 🎾❤️

Vielen Dank an NetGalley und Argon Audio für mein Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Schonungslos und ehrlich

Half His Age
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Titel: Half His Age
Autor:in: Jennette McCurdy
Verlag: Aufbau
Reihe: Einzelband

Jennette McCurdy, bekannt durch ihren Bestseller »I’m Glad My Mom Died«, präsentiert mit „Half His Age“ einen Roman, der ...

Titel: Half His Age
Autor:in: Jennette McCurdy
Verlag: Aufbau
Reihe: Einzelband

Jennette McCurdy, bekannt durch ihren Bestseller »I’m Glad My Mom Died«, präsentiert mit „Half His Age“ einen Roman, der direkt, ehrlich, oft schwer zu verdauen und oft auch humorvoll ist.
Die Hauptfigur Waldo ist voller Widersprüche: Sie ist gleichzeitig naiv und klug, stark und verletzt, wütend und einsam. Sie sehnt sich nach Mr. Korgy, ihrem Lehrer für kreatives Schreiben, der ein ganz normales Leben mit Familie, Hypothek und Alltagssorgen führt. Waldo selbst versteht nicht genau, warum sie ihn so sehr will – vielleicht ist es seine Leidenschaft, seine Erfahrung oder einfach nur, dass er sie (vermeintlich) wirklich sieht, wo sonst niemand sie wahrnimmt. Ihre Beziehung ist ungewöhnlich, aber tief verbunden, fast wie eine Seelenverwandtschaft.
Der Roman behandelt auf eindrucksvolle Weise Themen wie Begehren, Einsamkeit, Macht und soziale Unterschiede. Nicht nur in der Beziehung zu Mr. Waldo, sondern auch zu ihrer Mutter. McCurdy erzählt die Geschichte mit viel Humor, aber auch mit einer gewissen Traurigkeit und Tiefe.
Für mich ist „Half His Age“ ein beeindruckender Roman, der auf ungewöhnliche Weise berührt und zum Nachdenken anregt. Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört und fand die Umsetzung sehr gelungen. Durch die Audio Version haben sich die Erlebnisse der Protagonistin Waldo noch unmittelbarer angefühlt. Besonders spannend fand ich, wie Jennette McCurdy die komplexen Gefühle von Waldo so ehrlich und unverblümt beschreibt – ohne Beschönigungen, aber auch ohne zu verurteilen. Die Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit macht das Lesen lebendig und authentisch. Teilweise waren die behandelten Themen aber auch wirklich hart und kaum zu ertragen, da man mit der eigenen moralischen Brille und Erfahrung darauf schaut und das absolut grenzüberschreitende und übergriffige Verhalten des Lehrers erkennt. Davon abgesehen hat mich vor allem die Darstellung der Einsamkeit und des Verlangens fasziniert, die so realistisch gezeigt wird, dass man sich immer wieder in Waldo hineinversetzen kann. Gleichzeitig regt das Buch dazu an, über gesellschaftliche Zwänge und die Machtverhältnisse in Beziehungen nachzudenken. Für mich ist „Half His Age“ deshalb nicht nur eine spannende Geschichte, sondern auch ein wichtiger Beitrag zu Diskussionen über Nähe, Begehren und Selbstbestimmung in unserer Zeit. Die Autorin bietet bewusst keine Bewertung an, ich persönlich finde es aber schwierig, die Handlung für sich stehen zu lassen ohne explizite Benennung als Missbrauch und hätte mir hier klarere Worte gewünscht. Insgesamt ist Half His Age trotzdem ein Buch, das ich empfehlen würde und an das ich noch lange denken werde.

Vielen Dank an NetGalley und Aufbau Audio für die Bereitstellung meines Rezensionsexemplars!

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Zwischen Mythos und Menschlichkeit

Medea
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Rosie Hewletts „Medea“ hat mich auf besondere Weise berührt, weil sie eine bekannte Figur aus der Mythologie neu und vielschichtig darstellt. Statt Medea nur als böse Zauberin und Verräterin zu zeigen, ...

Rosie Hewletts „Medea“ hat mich auf besondere Weise berührt, weil sie eine bekannte Figur aus der Mythologie neu und vielschichtig darstellt. Statt Medea nur als böse Zauberin und Verräterin zu zeigen, erzählt Hewlett ihre Geschichte aus Medeas eigener Sicht – als eine Frau mit Gefühlen, Zielen und inneren Konflikten. So wird Medea nicht einfach zum Mythos, sondern zu einer echten, nachvollziehbaren Person.

Die Erzählung begleitet Medea von ihrer schweren Kindheit über ihren Aufbruch aus der Heimat bis hin zu ihrem Leben am Hof und der komplizierten Beziehung zu Jason und den Argonauten. Besonders beeindruckend ist, wie gut die Autorin Medeas Zwiespalt zwischen Stärke und Verletzlichkeit einfängt: Sie ist mutig und klug, aber auch auf der Suche nach Zugehörigkeit und Liebe. Das macht sie für mich sehr greifbar und lebendig.

Außerdem verbindet Hewlett geschickt die mythologischen Elemente mit zeitlosen Fragen wie Loyalität, Verrat, Freiheit und Schmerz. Dadurch wirkt Medeas Geschichte nicht nur wie ein altes Märchen, sondern als eine menschliche Erfahrung, die auch heute noch relevant ist. Die Balance zwischen magischen Aspekten und den sozialen Zwängen, denen Medea ausgesetzt ist, verleiht der Geschichte Tiefe und Vielschichtigkeit.

Ich empfehle „Medea“ von Rosie Hewlett allen, die sich für starke Frauenfiguren, tiefgründige Charakterstudien und eine frische, einfühlsame Sicht auf klassische Mythen interessieren. Das Buch spricht sowohl Liebhaberinnen der griechischen Mythologie als auch Leserinnen an, die Geschichten über Mut, Schmerz und Selbstbestimmung schätzen. Es ist eine berührende und kraftvolle Lektüre, die lange in mir nachgewirkt und zum Nachdenken angeregt hat.

Vielen Dank an Vorablesen und HarperCollins für mein Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Düsteres Romantasy-Debüt!

House of the Beast
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Ich kannte Michelle Wong bereits durch ihre Arbeit an Avatar: The Legend of Korra und war daher besonders neugierig auf ihr Debüt als Romanautorin. House of the Beast entführt die Leser in eine düstere ...

Ich kannte Michelle Wong bereits durch ihre Arbeit an Avatar: The Legend of Korra und war daher besonders neugierig auf ihr Debüt als Romanautorin. House of the Beast entführt die Leser in eine düstere Fantasywelt, die mit Elementen aus Horror und Steampunk durchzogen ist. Im Mittelpunkt steht Alma, eine junge Frau, deren einziger Antrieb Rache ist.

Worum es geht:
Almas Leben ist von Anfang an schwer: Ihre Mutter zieht sie allein groß, doch als diese schwer erkrankt, muss Alma zu ihrem unbekannten Vater ziehen. Was sie nicht weiß: Er gehört zu einem der vier mächtigen Häuser, die den Göttern dienen und ihre Macht verkörpern. In einem verzweifelten Schritt verbindet sich Alma mit einem Biest-Gott, der wie ein Prinz aussieht, um gemeinsam Rache an der Familie zu nehmen, die sie ihr ganzes Leben lang im Stich gelassen hat.

Meine Eindrücke:
Das Setting ist außergewöhnlich und neu, eine Welt, die mit ihren fantastischen und dunklen Details fasziniert. Allerdings bleiben viele Hintergründe und Zusammenhänge bis zum Ende eher unklar, was den Einstieg für mich etwas schwierig machte.

Der Schreibstil von Michelle Wong ist flüssig und sehr bildhaft, was besonders bei den Kampfszenen und den düsteren Momenten zur Geltung kommt. In der Printversion gibt es zudem Illustrationen der Autorin, die das Leseerlebnis visuell bereichern und ich besonders schön fand.

Alma ist eine komplexe Figur, die durch ihre schwierige Vergangenheit geprägt ist. Ihre Beziehung zu Aster, dem Gott, ist intensiv, doch für mich war die Liebesgeschichte zu toxisch und von Manipulation geprägt. Besonders der große Altersunterschied zwischen den beiden hat bei mir früh Zweifel geweckt.

Die Handlung ist spannend und dabei oft morally grey. Die vier adeligen Häuser mit ihren eigenen, oft undurchsichtigen Motiven sorgen für viele überraschende Wendungen. Die eigens geschaffene Mythologie verleiht dem Buch eine besondere Tiefe.

Fazit:
House of the Beast ist ein mutiges Romantasy-Debüt, das sich deutlich von typischen Genregeschichten abhebt. Wer düstere Fantasy mit Horror- und Steampunk-Elementen schätzt und sich auf komplexe, moralisch ambivalente Figuren einlassen möchte, findet hier eine fesselnde und atmosphärische Geschichte, wenn auch mit kleinen Punktabzügen.

Vielen Dank an Vorablesen und den Reverie Verlag für mein Rezensionsexemplar!

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