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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.07.2020

Regt zum Nachdenken

Zieht euch warm an, es wird heiß!
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Sven Plöger ist studierter Meteorologe und versucht mit diesem Buch, das komplexe Thema Klimaveränderung seinen Lesern näher zu bringen.

In folgenden Kapiteln stellt er uns seine Ideen vor, wie man den ...

Sven Plöger ist studierter Meteorologe und versucht mit diesem Buch, das komplexe Thema Klimaveränderung seinen Lesern näher zu bringen.

In folgenden Kapiteln stellt er uns seine Ideen vor, wie man den Klimawandel verstehen und aus der Krise für die Welt von morgen lernen kann:

Eine ehrliche Bestandsaufnahme
Den Klimawandel verstehen
Den Klimawandel vermitteln
Die Folgen des Klimawandels
Der Wettlauf zum Klimaziel - was jetzt zu tun ist
Klima und Gesundheit - ein Gastbeitrag von Eckart von Hirschhausen
Wie wollen wir die Welt?

Meine Meinung:

Das Buch ist in einem populärwissenschaftlichen Schreibstil gehalten und kann daher auch von interessierten Laien gelesen werden.

Es könnte durch Skizzen, Abbildungen und Fotos durchaus einprägsamer gestaltet sein. Als Geodätin ist mir die Neigung der Erdachse wohl bekannt, doch vielen Lesern ist diese Tatsache nicht so geläufig. Hier hätte sich ein Skizze zum besseren Verständnis angeboten.

Das Buch ist natürlich etwas zahlenlastig, was vielleicht ein paar potentielle Leser verschrecken könnte.

Immer wieder zitiert der Autor auf andere Wissenschaftler wie Stephen Hawking oder Jane Goodall.

Das umfangreiche Literaturverzeichnis findet sich auf der Verlagsseite online. Das ist ein wenig ungewöhnlich. Immerhin gibt es hierzu gleich am Beginn des Buches einen Hinweis, so dass man die Quellenangabe nicht vergeblich suchen muss.

Der Exkurs in die Vergangenheit hat mir gut gefallen. Denn, ungewöhnliche Wetter- bzw. Klimaphänomene hat es immer schon gegeben. Man denke nur an die „Kleine Eiszeit“ im 14. Jahrhundert.


Fazit:

Ein Sachbuch mit einem anspruchsvollen Schreibstil, vielen Gedanken zum Klimawandel, Klimaschutz, das zum Nachdenken und Handeln anregt, informieren aber nicht missionieren will. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 11.07.2020

Ein gelunges Sachbuch

Internet of Crimes
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Der österreichische IT-Security-Experte, Journalist und Buchautor hat hier ein Sachbuch geschrieben, das an einen SiFi-Roman erinnert. Doch leider sind die skizzierten Bedrohung keine Ausgeburten einer ...

Der österreichische IT-Security-Experte, Journalist und Buchautor hat hier ein Sachbuch geschrieben, das an einen SiFi-Roman erinnert. Doch leider sind die skizzierten Bedrohung keine Ausgeburten einer Autorenfantasie, sondern nackte Tatsachen.

In 13 Kapiteln erklärt und Gerald Reischl warum wir wirklich Angst vor Cyberkriminellen haben sollten und uns entsprechend schützen sollten.

Die Kapitel sind, neben Vorwort und Prolog wie folgt:

Fakeworld
Das Darknet
It’s a hacker‘s world - die Guten und die Bösen
Waffen der Hacker und Geheimdienste
Internet of health
Digitale Assistenten - Wie Siri, Alexa & Co uns ausspionieren
Follow the money - Attacken auf unser Geld
Social engineering
Connected cars - selbstfahrend, autonom und Datenunsicher
„Plane Hacking“ und Piraterie 4.0 - so verwundbar sind die Luft- und die Schifffahrt
Das Internet der gehackte Dinge
Cyberhacker im Aerospace
Internet of food

Ein ausführliches Stichwort- und Endnotenverzeichnis ergänzt dieses interessante Buch.

Meine Meinung:

Mein erster Impuls, schon während des Lesens war: Raus aus dem Internet, kündigen aller Verträge - doch nachdem sich die erste Panik gelegt hat, habe ich mich zu einem weniger radikalen Schritt entschlossen: Aufrüsten im Bereich IT-Security. Das ksotet zwar Geld, doch sind das Peanuts im Vergleich zum Schaden, den Cyberkriminelle anrichten können.

Selbst wenn man Siri, Alexa & Co. keinen Platz im Leben einräumt, wird man durch andere „nützliche“ Features ausspioniert und häufig auch manipuliert.

Gerald Reischl gelingt es mit diesem Buch Privatpersonen und auch Firmen aufzurütteln und in IT-Sicherheit zu investieren sowie dem Versuch zu widerstehen, jedes eMail öffnen zu wollen.

Fazit:

Ein sehr gut gelungenes Buch, dass die Menschen von heute aufrüttelt. Gerne gebe ich für dieses Buch 5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.07.2020

Eine ungewöhnliche Erzählperspektive

Rüebliland
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Dieser Krimi ist der erste Fall rund um Samantha Kälin, die als indisches Waisenkind vom Schweizer Ehepaar Kälin adoptiert worden ist.

Samantha findet ihre Adoptiveltern ermordet auf. Die Kriminalpolizei ...

Dieser Krimi ist der erste Fall rund um Samantha Kälin, die als indisches Waisenkind vom Schweizer Ehepaar Kälin adoptiert worden ist.

Samantha findet ihre Adoptiveltern ermordet auf. Die Kriminalpolizei tappt lange Zeit im Dunklen, denn es fehlen keine Wertsachen und auch ein Motiv für das Verbrechen ist nicht auszumachen. Die Polizei nimmt fremdenfeindliche Gründe an und zu Beginn der Ermittlungen scheint sie für die Ermittler selbst verdächtig.

Gleichzeitig erhält sie ein eMail aus Indien, in dem sie erfährt, doch mögliche Verwandte zu haben. Bislang hat man ihr ja erzählt, dass sie die einzige Überlebende eines Brandes in einem Slum war. Als sich die Gelegenheit ergibt, dienstlich nach Indien zu reisen, nimmt sie die Gelegenheit beim Schopf und besucht den eMail-Kontakt.

Was sie dort herausfindet, ändert die Lage in der Schweiz, denn plötzlich sind die Adoptionsurkunde aus dem Haus der Eltern verschwunden und Samantha gerät in große Gefahr.

Ist bei der Adoption alles mit rechten Dingen zugegangen?

Meine Meinung:

Im Mittelpunkt dieses Krimi stehen weder die polizeilichen Ermittlungen noch der Täter, sondern das sekundäre Opfer, wenn man Samantha so bezeichnen will. Die eigentlichen Opfer des Verbrechens, ihre Eltern, spielen auch nur eine Nebenrolle.
Diese Perspektive ist ungewöhnlich und interessant.

Gut gefallen hat mir der kurze Einblick in das Leben der indischen Familie, die zwar nicht zu den ärmsten Menschen zählt, aber dennoch mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpft. Die Autorin berichtet über den geringen Stellenwert von Mädchen, die nicht selten bei ihrer Geburt ermordet werden, weil sie „unnütz sind und nur Geld (für eine Mitgift) kosten“. Diese Haltung dem weiblichen Nachwuchs gegenüber herrscht leider trotz zahlreicher Bemühungen vor. Das eröffnet natürlich bei korrupten Beamten und Betreibern von Waisenhäuser einige Möglichkeiten. So werden abgegebene Babys illegal an adoptionswillige Paare verkauft.

Von den polizeilichen Ermittlungen erfährt der Leser wenig. Die passieren eher im Hintergrund. Im Fokus steht Samantha, die ihrer Herkunft nachgeht.

Leider muss ich ein wenig Kritik üben, denn hier scheint es doch ein paar Zufälle zu viel zu geben. Ausgerechnet als ihre Eltern ermordet werden, meldet sich eine Verwandte aus Indien und genauso zufällig führt ihre Dienstreise Samantha genau dorthin, obwohl der indische Subkontinent riesig ist.

Wie es sich für einen Schweizer Krimi gehört, sind einige Schweizer Ausdrücke - wie Rüebli, Töff oder parkieren - in den Krimi eingeflossen. Aber keine Angst, für Nicht-Schweizer steht am Ende des Buches ein Glossar zur Verfügung. Eine nette Idee und Ergänzung sind die Rezepte einer Aargauer Rüebli-Torte und eines indischen Rüebli-Desserts im Anhang.

Fazit:

Ein Krimi aus ungewöhnlicher Perspektive mit einer sympathischen Hauptfigur und einem ernsten Thema im Hintergrund. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 09.07.2020

Mord auf den Shetlands

Stürmische Nacht
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Dieser Krimi ist für mich der erste von Marsali Taylor und der vierte aus der Reihe um Cass Lynch und Detective Gavin Macrae.

Cass und Gavin kennen sich aus den Vorgänger-Fällen und sind noch (?) kein ...

Dieser Krimi ist für mich der erste von Marsali Taylor und der vierte aus der Reihe um Cass Lynch und Detective Gavin Macrae.

Cass und Gavin kennen sich aus den Vorgänger-Fällen und sind noch (?) kein (Liebes)Paar. Dennoch verbringen sie immer wieder Zeit miteinander. Bei einem Ausflug finden die beiden eine teilweise skelettierte Leiche. Schnell stellt sich heraus, dass der Mann ermordet wurde. Denn, um die Identifizierung zu erschweren, ist das Opfer nackt zurückgelassen worden.
Mit Cass‘ Hilfe und Spürsinn ist wenig später der Name des Toten bekannt: Ivor Hughes, ein nicht sehr glücklicher Geschäftsmann und Frauenheld.

Cass, die eigentlich Cassandra heißt, lebt auf einem Segelboot und ist eine passionierte Seglerin. Als gute Zuhörerin zieht sie ihre eigenen Schlüsse. Neben der Ehefrau, der Geliebten und einem geschassten Geschäftspartner gibt es noch andere, die auf Ivor nicht gut zu sprechen waren.

So lieber Leser, such dir einen Mörder aus.

Meine Meinung:

Das Setting dieses Krimis hat mir sehr gut gefallen - die Shetlands, eine raue Inselgruppe und das mitten im Winter. Auch, dass die Hauptfigur ein unkonventionelles Leben auf einem Segelboot führt, finde ich sehr interessant. Ich selbst bin zwar nicht seefest, aber Schiffe faszinieren mich sehr. Deshalb haben mir die verwendeten nautischen Begriffe beim Lesen genauso wenig Mühe gemacht, wie die Redewendungen aus dem Gälischen, die im Anhang erklärt sind.

Der Schreibstil ist recht bildhaft und manchmal ufert die Autorin in ihren Beschreibungen von Land und Leuten ziemlich aus. So erfahren wir einiges über oft nebensächliche Details wie über Nippes, einen Kindergeburtstag und abgewetzte Sofas, die die Handlung nicht weiterbringen.
Die Spannung baut sich sehr langsam auf und kommt erst im letzten Drittel ein wenig in Fahrt.

Die richtige Polizeiarbeit tritt eher in den Hintergrund, weil der Fokus auf der Schnüffelei von Cass liegt.

Fazit:

Auf Grund der flachen Spannungskurve sollte der Krimi eigentlich nur 2 Sterne erhalten, aber weil mir das Setting gut gefallen hat, gebe ich 3 Sterne. Wer also einen ruhigen Krimi aus dem Seglermilieu bevorzugt, ist hier richtig.

Veröffentlicht am 04.07.2020

Ein actionreicher Thriller

Zara und Zoë - Tödliche Zwillinge
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Dieser Krimi ist der zweite rund um die höchst unterschiedlichen Zwillingsschwester Zara und Zoë. Die eine, Zara, ist Sonderermittlerin von Europol in Den Haag, und Zoë eine Profikillerin der korsischen ...

Dieser Krimi ist der zweite rund um die höchst unterschiedlichen Zwillingsschwester Zara und Zoë. Die eine, Zara, ist Sonderermittlerin von Europol in Den Haag, und Zoë eine Profikillerin der korsischen Mafia.

Indizien und Vorahnungen, dass eine Islamistengruppe während der Sommerakademie von Friedensnobelpreisträgerin Ashrami Rafiki. einen Terrorakt verüben könnten, lassen Zara wieder zu ungewöhnlichen Gegenmaßnahmen greifen.

Wie schon im ersten Fall, tauschen die ungleichen Schwestern, die sich als eineiige Zwillinge zum Verwechseln ähnliche sehen die Rollen.

Meine Meinung:

Der Thriller ist, wie es sich für dieses Genre gehört, actiongeladen. Zahlreiche Verfolgungsjagden und Schießereien wechseln einander ab. Dazwischen gibt es - zumindest bei Zoë - auch einen kurzen Einblick in ihr aktuelles Privatleben.

Es ist wie in anderen Krimis, Thrillern oder Romanen, dass das „Böse“ eine umfassendere Beschreibung der Charaktere ergibt. Ich finde Zoë besser dargestellt als Zara, die im Gegensatz zu ihrer kriminellen Schwester ein wenig verblasst.

Das Ende ist für mich nicht ganz zufriedenstellend, aber vielleicht finde ich hierzu die Erklärung im ersten Band, auf den mehrfach hingewiesen wird. Dieses Buch möchte ich jedenfalls noch lesen.

Fazit:

Ein actionreicher Thriller, dem ich gerne 4 Sterne gebe.