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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2025

EIne Leseempfehlung!

Für immer an meiner Seite
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Schauspielerin Ronja Forcher erzählt in diesem Buch über den Verlust ihre besten Freundin Sarah, die mit 14 Jahren an der sehr seltenen Krankheit Progerie, die Kinder vorzeitig altern lässt, gestorben ...

Schauspielerin Ronja Forcher erzählt in diesem Buch über den Verlust ihre besten Freundin Sarah, die mit 14 Jahren an der sehr seltenen Krankheit Progerie, die Kinder vorzeitig altern lässt, gestorben ist.

Forcher schreibt mehrmals, dass dieses Buch kein trauriges sei, obwohl es tief berührt und manche Szenen enthält, bei denen der/die eine oder andere Tränen in den Augen haben wird.

Berührend sind auch die Briefe, die Ronja Forcher an ihre verstorbene Freundin schreibt. Trotz aller Trauer stimmt das Buch positiv, gibt Hoffnung und einfühlsame Lesestunden.

Menschen, die geliebt werden, werden immer an unserer Seite bleiben, auch wenn sie nicht mehr unter uns weilen.

Fazit:

Möge dieses Buch, das in wunderbaren Worten verfasst ist, allen jenen, die einen geliebten Menschen verloren haben, Hoffnung schenken. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Fesselnd bis zur letzten Seite

Rätselhaftes Saint-Rémy
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In der Hitze des Sommers arbeiten Dr. Agnes Havel und ihre beiden Assistenten Gaspard Rouge und Kevin Goubert an einer ehemals griechischen und später römischen Siedlung, als eines Morgens Gaspard im Schacht ...

In der Hitze des Sommers arbeiten Dr. Agnes Havel und ihre beiden Assistenten Gaspard Rouge und Kevin Goubert an einer ehemals griechischen und später römischen Siedlung, als eines Morgens Gaspard im Schacht einer heiligen Quelle erschossen aufgefunden wird. Übt hier jemand Rache, weil er den für Männer verbotenen Bona-Dea-Kult entweiht hat, weil er ihm auf den Grund gehen wollte? Oder sind es ganz profane Motive wie Geldgier oder Eifersucht? Und was hat Rouge im unwegsamen Gelände, in dem keinerlei Spuren der antiken Bewohner zu finden sind, zu suchen?

Capitaine Roger Blanc und sein Team sind gefordert, denn jede und jeder Befragte tischt ihnen Halbwahrheiten und ausweichende Antworten auf. Zudem fühlt sich Blancs schwangere Kollegin Fabienne Souillard von Blanc über die Maßen behütet und Marius Thonon scheint wieder dem Alkohol verfallen zu sein.

Als dann herauskommt, dass der Tod von Gaspard Rouge möglicherweise mit dem Schicksal einer jungen Familie in Zusammenhang steht, das vor 25 Jahren in St. Rémy verschwunden ist, muss Roger Blanc tief in seine Trickkiste greifen, um die komplexen Zusammenhänge zu entwirren.

Meine Meinung:

Wie wir es von Cay Rademacher und seinen Krimis gewöhnt sind, sind einfache Verbrechen seine Sache nicht. Dieser Krimi ist besonders vielschichtig, da ein Verbrechen das nächste nach sich zieht. Die Täter allerdings wenig Unrechtsbewusstsein an den Tag legen.

Für uns Leser ist hier viel Platz für eigene Spekulationen und Rechercheansätze. Natürlich kommen wir nicht an die Gedankengänge von Roger Blanc heran. Geschickt führt und Cay Rademacher auf falsche Spuren, was allerdings nicht allzu schwierig ist, wimmelt es doch hier wieder von zahlreichen Verdächtige. Doch bis alle Puzzle-Teile an den richtigen Platz fallen, sind einige Umwege in Kauf zu nehmen.

Sehr gut sind wieder Land und Leute der Provence in die Handlung eingearbeitet. Gut gefällt mir, dass sich Roger Blanc um die schwangere Fabienne sorgt, in deren Ehe es momentan kriselt. Überhaupt ist Blanc ein fürsorglicher Chef, denn auch Marius Thontons Alkoholkonsum, der ihn zu unüberlegtem Handeln antreibt, bleibt nicht unbemerkt.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem geschickt durchdachten 12. Fall für Roger Blanc und sein Team 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Eine klare Leseempfehlung!

Die Buchhändlerin von Königsberg
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Wenn auf einem Cover Christian Hardinghaus steht, so sind penible Recherchen und gekonnte Erzählung vorprogrammiert. So auch bei diesem historischen Roman, der während des Zweiten Weltkriegs im damaligen ...

Wenn auf einem Cover Christian Hardinghaus steht, so sind penible Recherchen und gekonnte Erzählung vorprogrammiert. So auch bei diesem historischen Roman, der während des Zweiten Weltkriegs im damaligen preußischen Königsberg, nunmehr russischen Kaliningrad, spielt.

Geschickt verknüpft Christian Hardinghaus das Schicksal der fiktiven Frieda mit den historischen Ereignissen. Friedas Traum ist es, Bibliothekarin oder Buchhändlerin zu werden. Doch nach dem Willen ihres Vaters soll sie im familieneigenen Gemischtwarenladen arbeiten, um den später zu übernehmen. Allerdings kommt ihr der Verleger Konopke, Eigentümer der (damals) größten Buchhandlung Deutschlands, dem Haus der Bücher, zu Hilfe, um ihren Traum zu verwirklichen.

Wenig später werden zahlreiche Autorinnen und Autoren von den Nazis verboten, darunter, wie man weiß auch Erich Kästner und Erich Maria Remarque sowie Hunderte andere.

„Namen wie Franz Kafka und Stefan Zweig sind Synonyme für literarische Perversion. Ihre Werke sind durch und durch jüdisch und stellen eine Gefahr für die deutsche Seele dar. Wir müssen uns ganz entschieden gegen solche Autoren und ihre Ideen wehren.“

Dieses Zitat aus der geifernden Rede des Zensors Ernst Müller, den Frieda in Leipzig bei der Bücherverbrennung erlebt, lässt in ihr Widerstand keimen. Damit ist sie auf Wellenlänge mit ihrem Chef Konopke, der sie in das Geheimnis der Buchhandlung einweiht. Jeder, der nach dem Roman Die Fliegenfischer von der Memel fragt, erhält in Konopkes Büro ein besonderes Buchpaket. Dass Frieda Bücher empfiehlt und verkauft, die dem Regime nicht genehm sind, ruft Ärger bei Kollegin Hildegard hervor, die sich dann wenig später nicht regelkonform verhält und dabei von Frieda ertappt wird. Während rund um der Zweite Weltkrieg tobt, scheint Königsberg eine Oase in der Wüste zu sein. So könnte es immer weiter gehen, oder doch nicht?

Ein Wendepunkt in Friedas Leben ergibt sich im Sommer 1943, als sie erstmals auf Urlaub geschickt wird. In Rauschen, lernt sie Hans, der sich als große Liebe entpuppt, kennen. Als Hans im Jänner 1944 wieder an die Front muss, flüchtet Frieda in Sorge um ihn, in eine Art Scheinwelt.

Das weitere Schicksal von Königsberg und seiner Bewohnern ab 1945 ist ja grundsätzlich bekannt. Die sowjetische Armee übernimmt die Stadt. Während Tausende flüchten, bleibt Frieda mit einigen anderen Frauen als Krankenschwester. Ihre Freundin aus Kindertagen Lotti ist nun Ärztin und gemeinsam versorgen sie die vor allem an Typhus Erkrankte sowie die zahlreichen Waisenkinder. Lotti ist besorgt um Frieda, die freudestrahlend vom regelmäßigen Briefverkehr mit ihrem Verlobten Hans erzählt, obwohl es seit Monaten keine Post mehr von oder nach Königsberg gibt. Ist Frieda nun zur Gänze in ihre Fantasiewelt abeglitten?

Meine Meinung:

Wie schon eingangs erwähnt, hat Autor und Historiker Christian Hardinghaus die Fakten penibel recherchiert. Wie wir es von ihm gewöhnt sind, verpackt er die geschichtlichen Details authentisch in eine fesselnde fiktionale Handlung, die sich in Teile so ähnlich zugetragen haben könnte. Er zeigt auf, dass viele Menschen durch kleine Gesten, die nicht gering zu schätzen sind, Widerstand gegen das NS-Unrechtsregime geleistet haben. Vieles davon ist unbemerkt und vor allem unbedankt geblieben.

Sehr einfühlsam ist auch der Schutzmechanismus, den sich die fiktive Frieda, stellvertretend für alle traumatisierten Frauen, zugelegt hat, beschrieben. Heute würde man ihr eine PTBS attestieren. In den 1950er Jahren sind die schmerzhaften Erlebnisse viel zu präsent und viele Menschen wollen nur vergessen, um nicht zu sagen, verdrängen. Dieses letzte Kapitel des Romans hätte meine Ansicht nach durchaus ausführlicher beschrieben werden können. Wie ist Frieda zum Psychotherapeuten gekommen? Zur Frage nach dem Verbleib von Hans, kann wohl jeder Leser selbst eine passende Antwort finden. Wenn man bedenkt, dass auch nach 1955 noch einzelne Kriegsgefangene aus Russland nach Deutschland oder Österreich gekommen sind, ist alles möglich. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Hans überlebt haben mag, äußerst gering.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem beeindruckenden historischen Roman 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Gute Unterhaltung

Im Glanz des Wasserfalls
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Man schreibt das Jahr 1906 und seit einige Zeit ist es für den Adel und das gehobene Bürgertum en vogue, nach Gastein zu reisen, um die Heilkräfte der Natur zu genießen. Um den Ansprüchen der Gäste zu ...

Man schreibt das Jahr 1906 und seit einige Zeit ist es für den Adel und das gehobene Bürgertum en vogue, nach Gastein zu reisen, um die Heilkräfte der Natur zu genießen. Um den Ansprüchen der Gäste zu genügen, sind zahlreiche mondäne Hotels gebaut worden, darunter das heute noch existierende Hotel Straubinger, das allerdings nicht mehr in Familienbesitz ist wie in seinen Anfängen.

Neben dem Straubinger gibt es das in kaiserlichem Besitz befindliche Badeschloss, das Fürsterzbischof Hieronymus Graf von Colloredo (1732-1812) erbauen hat lassen. Mit der Verwaltung des Badeschloss ist (der fiktive) Johann Wahringer betraut, der mit Ehefrau und den Zwillingen Valerie und Stephan in der Sommersaison auch im Hotel wohnt.

Während die kluge und wissbegierige Valerie sich für den Hotelbetrieb interessiert, was sich zu dieser Zeit so gar nicht schickt, soll ihr Bruder eine gediegene Ausbildung erhalten, hat aber nur Vergnügen im Sinn. Letztlich wird Valerie durch ihren geschickten Umgang mit Gästen wie Kaiser Wilhelm und der Kaiserin Elisabeth sowie dem Personal zu einer unverzichtbaren Hilfe ihres Vaters. Mutter Barbara Wahringer hasst Gastein und setzt alles daran, wieder in ihr geliebtes Wien reisen zu dürfen und für Valerie eine standesgemäße und vor allem vorteilhafte Ehe zu arrangieren.

Doch es kommt wie es kommen muss, Valerie verliebt sich ausgerechnet in Theo Straubinger, den unehelichen Sohn der Straubinger-Schwester Theresa. Diese Liebe ist unmöglich und wird von beiden Familien hintertrieben. Letzten Endes muss Valerie Ferdinand Windischbauer, einen Hotelerben heiraten, der sich als .... Nein, das verrate ich jetzt nicht.

Meine Meinung:

Emilia Schilling, eine österreichische Autorin, entführt uns in das wildromantische Gasteiner Tal, genauer gesagt nach Wildbad Gastein, wie das heutige Bad Hofgastein damals hieß. Wir erhalten durch diesen historischen Roman, der Fakten und Fiktion sehr gut miteinander verquickt, einen Einblick in das Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Besonders gut sind die gesellschaftlichen Konventionen für Frauen herausgearbeitet. Ledige Mütter werden verfemt und nur wenige, wie Theos Mutter Theresa, haben das Glück in ihrer Familie bleiben zu dürfen, wenn auch gerade noch geduldet. Für kluge Mädchen ist kaum Platz. Das muss auch Valerie erfahren, die nur wenig Schulbildung erhält, während ihrem Bruder die Welt des Lernens offen steht. Mädchen sollen hübsch sein, weder den Eltern noch ihren Ehemännern widersprechen und viele Kinder bekommen. Dass arrangierte Ehen kaum glücklich werden, ist am Beispiel des Ehepaares Wahringer deutlich zu sehen. Deshalb ist es für uns unverständlich, dass Valerie, auf Geheiß von Johann Wahrunger, mit Ferdinand Windischbauer, Hoteliersohn und größtem Konkurrenten der Straubinger aus heiraten muss, um den Traum ihres Vaters, ein eigenes Hotel zu besitzen, zu erfüllen.

Schmunzeln muss ich über die eine oder andere Anekdote über den deutschen Kaiser, seinen Kanzler Bismarck oder Kaiserin Elisabeth, die mit einem einheimischen Bergführer quasi im Laufschritt die umliegenden Berge erwandert.

Neben dem gesellschaftlichen Leben kommen auch der Ort und die Landschaft, sowie die Anfänge von Gastein zum Kurort sehr gut zur Geltung. Man hört förmlich die Gasteiner Ache rauschen.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Charaktere sind recht gut herausgearbeitet und haben so ihre Ecken und Kanten. Dass die Handlung an manchen Stellen vorhersehbar ist, spielt keine wesentliche Rolle. Mir hat Theos Mutter Theresa imponiert und sehr gut gefallen. Sie weigert sich ja all die Jahre beharrlich, den Namen von Theos Vater bekannt zu geben. So können wir selbst Überlegungen anstellen, wer die damals 16-Jährige geschwängert hat.

Fazit:

Ein gelungener historischer Roman, dem ich gerne 4 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 16.06.2025

Fesselnder Krimi

Küstenmord: Spur ins Dunkel
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Dieser Krimi ist der 5. Fall aus der Reihe Küstenmord von Eva Jensen und mein erster.

Luisa, wartet nach ihrer Rückkehr aus Barbados vergeblich auf ihre Freundin Vanessa. Da Vanessa als besonders zuverlässig ...

Dieser Krimi ist der 5. Fall aus der Reihe Küstenmord von Eva Jensen und mein erster.

Luisa, wartet nach ihrer Rückkehr aus Barbados vergeblich auf ihre Freundin Vanessa. Da Vanessa als besonders zuverlässig gilt, erstattet sie Anzeige bei der Polizei. Sie trifft dabei auf die beiden Kommissare Katja Greve und Daniel Kowalski, die Luisas Sorge nachvollziehen können, zumal Katja an ihre Schulkollegin Martina denken muss, die vor rund zwanzig Jahren spurlos verschwunden ist.

Während sich Katja und Daniel in den Fall verbeißen, werden sie von der Staatsanwältin zurückgepfiffen. Dennoch ermitteln sie in ihrem eingeschränkten Spielraum weiter. Der Fall nimmt eine dramatische Wende, über die ich hier nichts verraten werde.

Meine Meinung;

Dieser Krimi fesselt durch zahlreiche unerwartete Wendungen bis zur letzten Seite. Das Team Katja und Daniel harmoniert sehr gut. Als Newcomerin gefällt mir dies sehr gut, denn konfliktreiche Arbeitsverhältnisse gibt es in Krimis sehr häufig. Auch die insgesamt gute Zusammenarbeit auf der Dienststelle hebt sich wohltuend von anderen Kriminalromanen ab. Einzig die Staatsanwältin fällt hier durch Zögerlichkeit aus dem Rahmen. Sie bekommt es dann mit der Leiterin der eilig gebildeten Soko aus Kiel zu tun, die sie recht schnell auf Trab bringt. Das entschädigt Katja und Daniel, die sich zu Stichwortträgern degradiert sehen, ein wenig.

Wir Leser wechseln mehrmals die Perspektive und schlüpfen in die Rolle der Ermittler sowie in jene des Opfers bzw. des Täters.

Schmunzeln musste ich über den ehemaligen Polizisten Birger, der nun als eine Art Einsiedler in einer selbst gezimmerten Hütte an der Schlei, von dem lebt, was seine Hühner und sein Garten hergeben. Ihm verdanken Katja und Daniel einen wertvollen Hinweis.

Das Cover ist passend zum Inhalt sehr dunkel gehalten. Ein wenig habe ich das Strand- bzw. Ostseefeeling vermisst, das ich auf Grund des Serientitels „Küstenmord“ erwartet habe. Außer dem Ufer der Schlei kommt irgendwie kein Gewässer vor. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Bei Gelegenheit werde ich mich um die vier Vorgänger umsehen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Krimi, der durch zahlreiche unerwartete Wendung fesselt, 5 Sterne.