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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.05.2025

Einblick in ein Sterne-Restaurant

Ein Tisch am Fenster
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Dieses Buch über das Sterne-Restaurant Moissionnier in Köln habe ich sehr gerne gelesen. Es gibt einen sehr persönlichen Eindruck über die Arbeit in der Gastronomie. Das ist allerdings kein Wunder, da ...

Dieses Buch über das Sterne-Restaurant Moissionnier in Köln habe ich sehr gerne gelesen. Es gibt einen sehr persönlichen Eindruck über die Arbeit in der Gastronomie. Das ist allerdings kein Wunder, da der Autor Vincent Moissonnier der Eigentümer ist und gemeinsam mit seiner Frau Liliane seit vierzig Jahren das Restaurant betreibt.

Er erzählt abwechselnd über seinen Werdegang vom Schulabbrecher bis zum erfolgreichen Unternehmer, der alles seinem Traum vom (Sterne)Restaurant unterordnet. Dabei spart er Misserfolge und Rückschläge nicht aus. Neben harter Arbeit haben die Moissonniers immer auch das Quentchen Glück des Tüchtigen gehabt.

Das Buch ist voller Leidenschaft! Leidenschaft für seine Frau Liliane, für die Stadt Köln, für perfektes Ambiente und komplexe Speisen.

Detailreich werden wir in die Haute Cuisine eingeführt. Das kann manchem Leser vielleicht zu detailverliebt sein, streicht aber Moissonniers Liebe zur Kochkunst heraus.

Dazwischen erzählt er Anekdoten über seine Gäste und warum er manchmal den einen oder anderen Gast nicht mehr in seinem Lokal haben will. Wir Leser erfahren alles und ein bisschen mehr über das Restaurant, seine Mannschaft und seine Küche.

Schmunzeln musste ich, als er über einige Küchenutensilien berichtet, die man so nicht in einer Sterneküche erwartet. Zum Beispiel das einfache Küchenmesser Victorinox Nr. 11, das sich auch in unserem Haushalt findet.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Buch, das uns Einblick in ein Sterne-Restaurant bietet, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 28.05.2025

Fesselnd bis zur letzten Seite

Bretonisch mit Wind und Wellen
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Als die Buchhändlerin Tereza Berger nach ihrer Rückkehr aus Australien ein behördliches Schriftstück, das sie zur Zahlung einer besonderen Abgabe, weil sie ihren Hauptwohnsitz in der Schweiz, also im EU-Ausland ...

Als die Buchhändlerin Tereza Berger nach ihrer Rückkehr aus Australien ein behördliches Schriftstück, das sie zur Zahlung einer besonderen Abgabe, weil sie ihren Hauptwohnsitz in der Schweiz, also im EU-Ausland hat, verdonnert wird, ist zunächst guter Rat teuer. Doch Gabriel Mahon, Freund und Polizist, hat sofort eine Lösung: Er legt ihr ausgefüllte Heiratsdokumente vor, auf denen lediglich Terezas Unterschrift noch fehlt. Sie fühlt sich verständlicherweise überrumpelt und so gibt ihr die tote Surferin, die ihr an der rauen Küste bei Camaret-sur-Mer gespült quasi vor die Füße gespült wird, noch ein wenig Zeit zum Überlegen. Also, es ist ja nicht so, dass sie einem Zusammenleben mit Gabriel abgeneigt wäre, aber fragen hätte er sie schon können ...

Der Tod der Surferin lässt die Konflikte zwischen unterschiedlichen Gruppierungen, die sich in Camaret-sur-Mer seit längerem in den Haaren liegen, eskalieren. Die einen wollen unberührte Natur und freien Zugang zum rauen Atlantik, die anderen gesicherte Bade- und Surfareale. Als sich der Tod der jungen Frau als Mord herausstellt, wird Ayala, Terezas Freundin, die am Strand eine Surfschule betreibt, verdächtigt, die Surferin getötet zu haben. Augenzeugen berichten, die beiden hätten sich gestritten. Da muss doch Tereza einschreiten, diesmal sogar mit Billigung von Gabriel.

Und dann spukt noch eine alte bretonische Legende von einem Piratenschatz in den Köpfen mancher Bewohner.

Meine Meinung:

Autorin Gabriela Kasperksi hat hier wieder einen atmosphärischen Krimi geschaffen, der Tereza Berger - diesmal sogar quasi in Gabriel Mahons Auftrag - ermitteln lässt.

Als dann endlich Braut und Bräutigam vor der versammelten Hochzeitsgesellschaft stehen, wird es noch einmal richtig spannend. Doch das erfahren wir erst das nächste Mal.

Ich mag sowohl den Schreibstil der Autorin, die mit Tereza und Gabriel zwei sympathische Charaktere erschaffen hat, sowie die Beschreibung von Land und Leuten der Bretagne. Schmunzeln musste ich bei der Erwähnung des Fußballspiels Deutschland gegen Frankreich, bei dem sich sogar die Bretonen ausnahmsweise als Franzosen fühlen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem fesselnden Krimi 5 Sterne.

Veröffentlicht am 23.05.2025

Johann Strauss - abseits der Walzerseligkeit

Der Walzermacher
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Wie schon die Farbgestaltung des Covers andeutet, ist Strauss‘ Stimmung ziemlich depressiv. Er ist zwar nun unbestritten der Walzerkönig, der sowohl den übermächtigen Vater hinter sich gelassen hat als ...

Wie schon die Farbgestaltung des Covers andeutet, ist Strauss‘ Stimmung ziemlich depressiv. Er ist zwar nun unbestritten der Walzerkönig, der sowohl den übermächtigen Vater hinter sich gelassen hat als auch den Fängen der Mutter entkommen ist, sich aber fest in den Klauen seinen eigenen Dämonen befindet. Trotz aller Erfolge und Auftritte ist er menschenscheu, hasst den Rummel um seine Person, kann aber gleichzeitig nicht ohne leben.

So sinniert er:

„Selbst meine Musik war, wie das oft bei schöpferischen Menschen zu sein pflegt, kein Wegweiser zu meinem verschlungenen Eigenen. Kein verschlüsselter Ausdruck meines sprachlosen Ichs. Ich komponierte Walzer, weil das mein Handwerk war, und aus ihnen etwas aus meinem Seelenleben herauszuhören, hätte ähnlicher Phantasie bedurft, wie aus meinem Stehpult die tiefsten Empfindungen des Tischlers herauszulesen.“

Seine sozialen Kontakte sind eingeschränkt, so hat er zu seinen Brüdern Josef und Eduard keine Beziehung. So nennt er sie „Aushilfsmöbel“, gerade gut genug, um ihn, den Walzerkönig zu vertreten.

Dass Johann Strauss Sohn, neben seinen Ehefrauen noch Geliebte gehabt haben soll, verwundert nun nicht wirklich, gilt er doch als Womanizer seiner Zeit. Nicht immer ist ganz klar, was an den Zuschreibungen echt ist oder nur platonische Anhimmelei.

Diesem Essay, der als innerer Monolog angelegt ist, liegt die Entdeckung von rund 100 Liebesbriefen des Walzermachers an die russische Komponistin Olga Smirnitzkaja, die selbst eine Komponistin war, zu Grunde. Ob sie eine Geliebte im herkömmlichen Sinne ist, kann man in Thomas Aigners Buch „Olga Smirnitzkaja - Die Adressatin von 100 Liebesbriefen von Johann Strauss“ lesen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem interessanten Essay, der Johann Strauss, als einem unglücklichen und depressiven Menschen zeigt, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 23.05.2025

Fesselnder Krimi

Jagd unter Palmen
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Nachdem die deutsche KHK Sofia Bitter nach eine Schusswechsel mit einem Kriminellen angeschossen und schwer verletzt überlebt hat, zieht sie sich auf die Insel Gran Canaria, in das Haus ihrer verstorbenen ...

Nachdem die deutsche KHK Sofia Bitter nach eine Schusswechsel mit einem Kriminellen angeschossen und schwer verletzt überlebt hat, zieht sie sich auf die Insel Gran Canaria, in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern zurück, um einen Neustart zu versuchen.

Doch wie das Leben (und Autor Thilo Scheurer) so spielt, wird daraus nichts, denn einmal Bulle, immer Bulle, stolpert sie in einen Kriminalfall ungeahnten Ausmaßes: Sie belauscht im örtlichen Baumarkt ein Gespräch, in dem es um die Entsorgung einer, wie sie sofort kombiniert, Leiche geht.

Natürlich kann sie es nicht lassen, den beiden, die sie Travolta und Scarface nennt, nach zu spionieren und kreuzt damit abermals die Wege des Kriminalbeamten Jefe Garcia, der natürlich keine rechte Freude mit den Tipps seiner Kollegin aus Deutschland hat. Denn eigentlich haben Garcia und sein Team mit einem Raubüberfall auf ein Lager der Fluglinie Iberia am Flughafen von Gran Canaria alle Hände voll zu tun.

Meine Meinung:

Dieser Auftakt zu einer neuen Krimi-Reihe von Thilo Scheurer hat mir gut gefallen. Wie der Autor im Nachwort schreibt, hat er Anleihe an einem wahren Kriminalfall genommen, bei dem sich Ähnliches abgespielt hat.

Die beiden Hauptfiguren Sofia und Jefe wirken bodenständig und haben so ihre Ecken und Kanten. Jefe ist verwitwet und Sofia nach dem Schusswechsel traumatisiert, zumal der Schütze nicht ausgeforscht werden konnte und nach wie vor eine Bedrohung für sie darstellt, schickt er ihr doch Whatsapp-Nachrichten. Das klingt einmal nach eine Aufhänger für eine Fortsetzung und hat bei mir gleich das Kopfkino in Gang gesetzt. Woher weiß der Sofias Telefonnummer? Warum hat sie die nicht geändert? Gibt es in der deutschen Dienststelle einen Maulwurf? Das werden wir hoffentlich in einem neuen Band erfahren.

Wer Thilo Scheurers Krimis kennt, weiß, dass der Spannungsbogen hoch gehalten wird, zahlreiche Wendungen uns Leser sowie die Ermittler auf falsche Fährten führen und nach temporeichen Ermittlungen eine schlüssige Auflösung wartet.

Thilo Scheurer setzt das Lokalkolorit von Gran Canaria wohldosiert ein. Wir können mit den diversen Protagonisten die engen Kurven auf den staubigen Straßen der Insel nehmen und den einen oder anderen schlitzohrigen Bewohner kennenlernen.

Die beschriebene Polizeiarbeit liest sich authentisch und fesselnd.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem fesselnden Krimi, der auf Gran Canaria spielt, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 23.05.2025

Fesselnd bis zur letzten Seite

Glück im Weinland
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Nachdem Chefinspektor Martin Glück auf dem Weg zu seiner Hochzeit mit der russischen Millionärswitwe Rosie ein Hund in das Auto gelaufen ist, und er, weil er Hund und Besitzerin ins Tierspital bringt, ...

Nachdem Chefinspektor Martin Glück auf dem Weg zu seiner Hochzeit mit der russischen Millionärswitwe Rosie ein Hund in das Auto gelaufen ist, und er, weil er Hund und Besitzerin ins Tierspital bringt, die Zeremonie verpasst hat, flieht er Hals über Kopf aus Wien, weil ihn seine rachsüchtige Beinahe-Ehefrau droht. Er findet sich auf Einladung der Hundebesitzerin Katharina Fuchs in einem ehemaligen zum Feriendomizil umgebauten Kellerstöckl im südsteirischen Weinland wieder. Blöderweise sitzt bei seiner Ankunft eine Leiche am Jogl-Tisch. Es ist, wie die herbeigerufene Polizistin Melanie Löss, sofort weiß, der Immobilienmakler Willi Hammer. Ein Mann, der mehr Feinde als Anzüge im Schrank hat, weshalb ihm niemand eine Träne nachweint. Doch zunächst ist gar nicht klar, ob der Mann ermordet worden ist. Erst als man in seinem Körper Rückstände von Ecstasy findet, starten die Ermittlungen.

Nur wer ist der Täter oder die Täterin? Die Liste der Verdächtigen ist lang und umfasst neben der aktuellen Ehefrau, die Tochter aus erster Ehe, obwohl die in den USA lebt, sowie die Bewohner der halben Gegend rund um Glanz, denen er gemeinsam mit dem Direktor der örtlichen Bank, zunächst günstige Kredite verschafft und wenig später die Grundstücke (vor allem Weingärten), die zur Besicherung dienten, zu einem Spottpreis abgepresst hat, nachdem die Kreditnehmer ihre Raten nicht mehr bedienen konnten.

Ein Klassiker also, oder doch nicht?

Zunächst ist Martin Glück mit seiner Unterkunft recht zufrieden, denn Kathi Fuchs ist eine exzellente Köchin. Allerdings übertreibt sie es ein wenig mit der Menge der Speisen, die Martin essen soll. Und dann tauchen die Tochter des Toten und Kathis Sohn Florian, ein professioneller Pokerspieler auf, eine Maus stirbt im Keller und im Kellerstöckl wird Feuer gelegt ....

Meine Meinung:

Ich verfolge Chefinspektor Martin Glück seit dem ersten Band, in dem er, nachdem er seinen Ex-Chef mit seiner Ex-Frau in der Ex-Wohnung in flagranti ertappt hat, ein wenig ausgerastet ist. Das Disziplinarverfahren hat er halbwegs überstanden und ist seitdem nicht immer ganz freiwillig als Springer in ganz Österreich unterwegs, um Verbrechen gegen Leib und Leben aufzuklären. Manchmal kommt er - wie eben jetzt - als Privatperson zu einer Leiche, darf aber wegen des Personalmangels und seiner Kompetenz (also nicht unbedingt bei Social Skills) ermitteln.

Das Autorinnen-Duo hat wieder einen flotten und fesselnden Kriminalroman mit viel Lokalkolorit geschrieben. Ich kenne die Gegend rund um Gamlitz ganz gut. Deshalb ist dieser Krimi wie heimkommen. Geschickt flechten die beiden Autorinnen die Geschichte des südsteirischen Grenzlandes ein. Nach dem Erste Weltkrieg wurden durch den Vertrag von Saint-Germain zahlreiche Orte, Familienbetriebe, Familien und einzelne Gebäude auseinandergerissen, weil man große Teile der Steiermark an das Königreich Jugoslawien (heute Slowenien) abtreten musste. Hier am Schauplatz Glanz läuft die österreichisch-slowenische Staatsgrenze mitten durch den Ort. Solche Ereignisse prägen die Menschen, auch wenn sie schon mehr als 100 Jahre her sind.

Der Krimi enthält zahlreiche Verdächtige und lockt Leser wie Ermittler auf zahlreiche Fährten, die sich mitunter als Sackgassen entpuppen. Auch die verlassene Braut taucht plötzlich auf, um Martin Glück mit einer brisanten Neuigkeit zu überraschen. Ob die in einem 9. Fall eine Rolle spielen wird? Oder eröffnet sich für Martin Glück eine ganz neue Perspektive?

Fazit:

Gerne gebe ich diesem fesselnden Fall für Martin Glück 5 Sterne.