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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Hat mich nicht ganz überzeugt

Über Stock und Mörderstein
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Weil Jörg von seiner Ehefrau, der Goldschmiedin Margot, verdächtigt wird, ein Verhältnis zu haben, engagiert sie die Privatermittlerin Ellen. Gleichzeitig sind einige wertvolle Diamanten aus der Schmuckwerkstatt ...

Weil Jörg von seiner Ehefrau, der Goldschmiedin Margot, verdächtigt wird, ein Verhältnis zu haben, engagiert sie die Privatermittlerin Ellen. Gleichzeitig sind einige wertvolle Diamanten aus der Schmuckwerkstatt verschwunden. Ellen soll Jörg während einer mehrtägigen Wanderung durch die Eifel, an der Margot nicht teilnimmt, auf den Zahn fühlen.
So wandert Ellen als Fotografin getarnt mit einem Rucksack voll technischen Spielereien mit der Gruppe landauf landab, immer bereit, fremde Rucksäcke zu durchsuchen und GPS-Tracker anzubringen, um Jörg des Ehebruchs zu überführen. Sie überrascht ihn tatsächlich mit einer Teilnehmerin der Wandergruppe, sieht ihren Auftrag als erledigt an und verständigt Margot. Beim Frühstück am nächsten Morgen erfährt die Gruppe, dass Jörg tödlich abgestürzt ist. Unfall oder Mord, das ist die eine Frage, die sich alle stellen. Die andere, wo denn die Diamanten sind, beschäftigt nur die Insider.

Meine Meinung:

Ich habe von Autorin Carla Capellmann die beiden Zeeland-Krimis gelesen und war nun auf den Ortswechsel neugierig. Ehrlich? Die Zeeland-Krimis rund um Freddie haben mir wesentlich besser gefallen.

Zum einen sind mir weder Margot noch Ellen sehr sympathisch. Margot wirkt im Umgang mit Ellen sehr bestimmend und ich habe gleich vermutet, dass sie mehr weiß als sie sagt. Ellen geht mir mit ihrem Gejammer über die Wechseljahrebeschwerden ziemlich auf die Nerven. Auch zu den anderen Charakteren habe ich kaum Zugang gefunden.

Als dann am letzten und 7. Tag alle in den Ballon steigen, um Ballast abzuwerfen, habe ich kurz den Atem angehalten, denn vor mir hat sich ein übles Szenario entwickelt.

Fazit:

Leider hat mir dieser Wanderkrimi nicht so richtig gefallen, daher gibt es nur 3 Sterne..

Veröffentlicht am 27.04.2025

Hat noch ein wenig Luft nach oben

Stars
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Zunächst habe ich das Cover sowie das Thema Astrologie und Sternzeichen recht witzig gefunden, weil nur wenige Menschen zugeben, sich ernsthaft mit Horoskopen zu beschäftigen. Dabei haben zahlreiche Herscherinnen ...

Zunächst habe ich das Cover sowie das Thema Astrologie und Sternzeichen recht witzig gefunden, weil nur wenige Menschen zugeben, sich ernsthaft mit Horoskopen zu beschäftigen. Dabei haben zahlreiche Herscherinnen und Herrscher oft nicht eineml einen Schritt aus ihrem Bett getan, ohne ihren hochangesehenen Astrologen zu konsultieren.

So scheint die Astrologie hier zunächst auch nur ein Zeitvertreib, der das karge Salär von Carla Mittmann ein wenig aufbessert, zu sein. Mit Hilfe einer Gratissoftware bietet sie unter dem Namen Cosmic-Charly kurze Beratungen an.

Als sie dann unverhofft vor ihrer Wohnungstür einen vollen Schuhkarton mit fein gebündelten Dollarnoten findet, ergreift sie die Gelegenheit beim Schopf, kündigt ihren öden Bürojob. rüstet die Website auf und betreibt nun die Astrologie als Hauptberuf. Hat sie zuvor nur per eMail Beratungen angeboten, so gibt es nun auf persönliche Gespräche, die einen recht harschen Stundensatz von anfangs 200,00 bis 500,00 Euro haben. Trotz des hohen Honorars hat Carla recht bald einen treuen Kundenstock, der bis in die höchsten Kreise reicht.

Meine Meinung:

Es ist schon erstaunlich, wie aus einer kleinen, vagen Spielerei, ein großes Business werden kann. Wir begleiten Carla auf ihrem Weg, checken mit ihr die Mitbewerber und manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie die eine oder andere Kundschaft ein wenig veräppelt.

Die Idee hat mir ja ganz gut gefallen, die Umsetzung finde ich weniger gut gelungen. So bleibt die Herkunft der ominösen Schuhschachtel mit den Dollarnoten völlig im Dunkeln, obwohl sie zu Beginn eine große Rolle gespielt hat.
Auch die im Klappentext versprochene „sprühende Unterhaltung“ vermisse ich ein wenig. Die Erzählung wirkt stellenweise ein bisschen sprunghaft.

Außerdem wirkt keiner der Charaktere so richtig sympathisch. Dass dann Carla Mittmanns ehemalige Bürokolleginnen für sie arbeiten, kommt dann irgendwie überraschend.

Schmunzeln musste ich darüber, als Carla im Nachlass ihrer verstorbenen Mutter die eigene Geburtsanzeige aus dem Krankenhaus findet, die ein anderes Geburtsdatum aufweist. Ein Zahlendreher? Nur, wie kann es sein, dass sie fast fünfzig Jahre mit einem falschen Geburtsdatum lebt? Ich habe dazu zwei spontane Ideen, die ich aber nicht verraten möchte.

Ob das ein Aufhänger für eine eventuelle Fortsetzung sein soll? Wäre reizvoll.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Debütroman von Katja Kullmann, die sich unter den kundigen Fittichen des Hanser-Verlages bestimmt entwickeln kann, gute 3 Sterne.

Veröffentlicht am 20.04.2025

Fünf Generationen Frauen unter einem Dach

Die Frauen von Château Blanc
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Als die Affäre mit ihrem Chef auffliegt, kehrt die alleinerziehende Sozialarbeiterin Florence Hals über Kopf und widerwillig mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter Ambre nach Sète in Südfrankreich, wo ihre ...

Als die Affäre mit ihrem Chef auffliegt, kehrt die alleinerziehende Sozialarbeiterin Florence Hals über Kopf und widerwillig mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter Ambre nach Sète in Südfrankreich, wo ihre Familie seit langem ein Weingut bewirtschaftet, zurück. Ihre Familie, das sind Mutter, Großmutter und 99-jährige Urgroßmutter. Jede der Frauen hat so ihren eigenen Kopf und ihre Geheimnisse, die im Laufe der Geschichte enthüllt werden.

Während Florence recht schnell in ihrem Beruf Fuß fasst, ist das Leben in der neuen Umgebung für Ambre eine ziemliche Herausforderung. Obwohl sie eine gute Schülerin ist, machen ihr die unterschiedlichen Lehrpläne ein wenig zu schaffen. Einige Mitschülerinnen mobben die „Pariserin“. Einzig Anouk bietet Ambre ihre FReundschaft an.

Das Zusammenleben von fünf Generationen Frauen ist mitunter von zahlreichen Konflikten geprägt. Besonders gespannt ist das Verhältnis zwischen Florence und ihrer Mutter Louise, gibt Florence ihr doch die Schuld am Unfalltod ihres Vaters vor zwanzig Jahren.

Meine Meinung:

Silke Ziegler kenne ich als Autorin von Frankreich-Krimis, deshalb war ich neugierig, wie sie diesen Generationenroman anlegt. Ich hatte zunächst ein wenig Bedenken, hier in eine tränendrüsige Geschichte zu erhalten. Doch meine Befürchtungen habe sich recht bald zerstreut.

Obwohl Florence und Ambre allen Anschein nach die Hauptpersonen sein sollen, ist es doch die Geschichte von Urgroßmutter Antoinette, die sich als Jugendliche der Résistance angeschlossen hat, die mich am meisten gefesselt hat. Schmunzeln musste ich über Pauline, die resolute Oma.

Florence kommt bei mir zu Bgeinn nicht ganz so gut weg, denn über ihre, zugegebenermaßen, feinfühlige Art, wie sie mit ihren Klientinnen umgeht, vergisst sie meiner Ansicht nach auf ihre Tochter, die sich entwurzelt und missverstanden fühlt. Doch im Laufe der Geschichte kann sie dann auch bei mir punkten.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig.

Fazit:

Ein Mehrgenerationenroman, der sich gut lesen lässt und das eine oder andere Mal auch für Schmunzeln sorgt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 20.04.2025

Gute Idee, verschenktes Potenzial bei der Umsetzung

Commissario Gaetano und der lügende Fisch
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Der Klappentext verspricht einen atmosphärischen Krimi aus dem Herzen Neapels, jener pulsierenden Stadt, die man gemeinhin mit dem Vesuv, dem organisierten Verbrechen und einer ausufernden Volksfrömmigkeit ...

Der Klappentext verspricht einen atmosphärischen Krimi aus dem Herzen Neapels, jener pulsierenden Stadt, die man gemeinhin mit dem Vesuv, dem organisierten Verbrechen und einer ausufernden Volksfrömmigkeit in Zusammenhang bringt. Leider kann die Vorschau mit der Umsetzung nicht mithalten. Ja, die Einwohner sind, wie jedes Jahr auf das Blutwunder von San Gennaro, einem umstrittenen Heiligen, fixiert. Das Leben kommt ob dieser Hysterie beinahe zum Erliegen.

Just in diesem Chaos erscheint ein Mann bei Commissario Gaetano und ersucht um Hilfe, weil er sich bedroht fühlt. Wenig später ist der Mann tot, doch nicht nur tot sondern enthauptet wie San Gennaro.

Salvatore Gaetano und sein Team beginnen zu ermitteln, doch scheint es keine und viele Verdächtige geben. Niemand hat etwas gesehen oder gehört, will oder kann Auskunft geben. Dass der Tote ein Norditaliener war, verschärft die zähen Ermittlungen, die auch deswegen nicht vom Fleck kommen, weil sich Gaetano in seinen persönlichen Problemen verstrickt.

Meine Meinung:

Ich glaube nicht, dass Commissario Gaetano und ich gute Freunde werden. Ich habe mich auf einen KRIMI, der am Fuße des Veusvs spielt, gefreut und bekommen habe ich einen Roman, der sich vor allem um zahlreiche Nebensächlichkeiten dreht. Der im Titel vorkommende lügende Fisch hat mich einerseits an die Botschaft der Mafia bzw. an den Begriff „nasser Fisch“, der in der Zwischenkriegszeit für unaufgeklärte Kriminalfälle in Deutschland geprägt worden ist, erinnert. Leider spielt der lügende Fisch hier nur eine marginale Rolle.

Keiner der Charaktere wirkt auf mich besonders sympathisch, auch Gaetano nicht. Klar, sein dementer Vater und sein, nach einem Unfall schwerst behinderter Bruder, machen ihm große Sorgen und vermutlich ein schlechtes Gewissen.

Ich kenne mich in den Arbeitnehmerschutzgesetzen von Italien nicht wirklich aus, aber, dass eine Polizistin, die Zwillinge erwartet, im fünften Monat ihrer Schwangerschaft noch gefährlichen Außendienst und Überstunden macht, halte ich für eine grobe Verletzung der Sorgfaltspflicht des Dienstgebers. Natürlich ist Bürotätigkeit oft eintönig, aber der Schutz der werdenden Mutter und der Kinder geht vor. Warum Gaetano hier nicht rechtzeitig eingreift und seiner Mitarbeiterin den Kopf wäscht?

Gut gelungen ist die Darstellung der Abneigung der Süditaliener den Norditalienern (und umgekehrt) gegenüber. Das Bild Neapels hingegen wirkt lieblos. Besteht die Stadt wirklich nur aus Lärm und Abfall? Hat sie nicht doch etwas Liebenswertes an sich?

Fazit:

Wie schon erwähnt, werden Commissaio Gaetano und ich nicht die besten Freunde werden, Die Idee hätte Potenzial, die Umsetzung weniger. Daher gibt es nur 3 Sterne.

Veröffentlicht am 18.04.2025

Ein gelungener hist. Roman

Tage aus Glas
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Dorothee Krings entführt uns nach Gerresheim, einem kleinen Ort nahe Düsseldorf, das Anfang des 20. Jahrhunderts Zentrum der Glasflaschenproduktion war. Anhand der Geschichte zweier Frauen, Bille, Tochter ...

Dorothee Krings entführt uns nach Gerresheim, einem kleinen Ort nahe Düsseldorf, das Anfang des 20. Jahrhunderts Zentrum der Glasflaschenproduktion war. Anhand der Geschichte zweier Frauen, Bille, Tochter eines Glasmachers, und Leonie, die Tochter des Fabrikanten, erleben wir ihre Träume von einem besseren Leben, die sie mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu erreichen versuchen.

Die Männer schuften in den Glashütten und werden ob der Arbeitsbedingungen nicht sehr alt. Der karge Lohn für Schwerstarbeit reicht kaum zum Leben, weshalb ihre Töchter und Frauen in der Weberei arbeiten müssen. Dort sind sie sexuellen Übergriffen und Willkür der Fabriksbesitzer ausgesetzt. Wenn die Glasbläser oder Püster, wie man sie auch nennt, ihre Arbeit, aus welchen Gründen auch immer verlieren, verlieren sie auch ihre Unterkunft, die ihnen von den Arbeitgebern zur Verfügung gestellt werden. Mit dieser Drohung, die immer wieder wahr gemacht wird, werden die Arbeiter klein und stumm gehalten bis sich die Wut auf die Fabrikanten in einem Deutschland weiten Generalstreik entlädt. Als die Streikkasse leer ist, müssen die Arbeiter kleinlaut um Wiedereinstellung bitten, was nicht immer gelingt, weil inzwischen Glasbläser aus anderen Teilen Europas angeworben worden sind.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass so mancher an Auswanderung nach Amerika denkt, ohne zu ahnen, dass auch in den USA die Wirklichkeit eine andere ist, als kolportiert wird.

Meine Meinung:

Gerresheim ist heute ein Stadtteil von Düsseldorf und die damalige Glasfabrik ist heute eine weltweit agierende Aktiengesellschaft im Medizinproduktebereich. Deshalb ist dieser historische Roman ein Stück Heimatgeschichte, die wahrscheinlich nur jene kennen (und interessiert), die in unmittelbare Nähe leben.

Mit hat dieser historische Roman sehr gut gefallen, schildert er doch ziemlich schnörkellos und ohne großen Pathos die Lebensbedingungen der Arbeiter und ihrer Familien dieser Zeit.

Obwohl es der Fabrikantentochter an materiellen Gütern nicht mangelt, sie stets ein gepflegtes Dach über den Kopf hat und sich nicht darüber den Kopf zerbrechen muss, woher sie die nächste Mahlzeit nehmen soll, ist auch ihr Leben in einem gesellschaftlichen Korsett gefangen. Statt malen zu können, wird sie an einen Mann verheiratet (um nicht zu sagen verschachert), der in den Augen des Vaters, den größten Nutzen für die Fabrik bringt.

Interessant ist, dass das Ende offen bleibt. Alles deutet auf eine Fortsetzung hin, die mir persönlich willkommen ist.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman 5 Sterne.