Cover-Bild Der Partisan und der SS-Mann
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Ch. Links Verlag
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 288
  • Ersterscheinung: 16.04.2025
  • ISBN: 9783962892227
Andreas Wassermann

Der Partisan und der SS-Mann

Zwei deutsch-italienische Biografien im 20. Jahrhundert

Zwei Jahrhundertleben zwischen Deutschland und Italien, die kaum unterschiedlicher sein könnten.

Beide liebten Italien, die Lebensart, die Kultur, die Sprache, und waren ausgesprochen italophil. Sie hätten Freunde sein können. Doch der Historiker Eugen Dollmann (1900–1985) und der Literaturstudent Heinz Riedt (1919–1997) schlugen im Zweiten Weltkrieg diametral verschiedene Richtungen ein: Dollmann war einer der höchsten SS-Offiziere im besetzten Italien, Riedt Antifaschist und Partisan.
Der Autor begibt sich auf Spurensuche in Italien und Deutschland und erzählt auch die Nachkriegsgeschichte im geteilten Deutschland. Dollmann, der »Dolmetscher der Diktatoren«, blieb in der Bundesrepublik unbehelligt und biederte sich den Geheimdiensten an. Riedt lebte bis zum Mauerbau in der DDR, übersetzte u. a. Primo Levis Buch »Ist das ein Mensch?« und verbrachte seine letzten Lebensjahre auf Procida.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.06.2025

Penibel recherchiert und fesselnd erzählt

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Andreas Wassermann hat hier zwei Männer porträtiert, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch einiges gemeinsam haben. Die beiden sind Heinz Riedt (1919-1997), der an der Universität von Padua ...

Andreas Wassermann hat hier zwei Männer porträtiert, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch einiges gemeinsam haben. Die beiden sind Heinz Riedt (1919-1997), der an der Universität von Padua studiert und wenig später als Partisan gegen Hitler-Deutschland kämpft, und Eugen Dollmann (1900-1985), seit langem Mitglied der SS und Teil des mörderischen Systems ist. Gemeinsam haben sie ihre Liebe zu Italiens Sprache, Kultur, Geschichte und Landschaft. Wir erfahren nicht nur einiges aus deren Leben während der Jahre der NS-Diktatur, sondern auch über die Jahre nach dem Krieg bis zu ihrem Tod.

Wir begleiten den Autor auf seiner Recherchereise durch die Archive Deutschlands und Italiens. Manchmal gelingt es ihm Zeitzeugen bzw. deren Nachfahren zu treffen. Durch die Nachforschungen werden nicht nur die beiden Porträtierten, sondern auch die Beziehungen zwischen den beiden Ländern beleuchtet. Hier kommt dann auch das eine oder andere Ressentiment auf beiden Seiten zum Vorschein, das im Zweiten Weltkrieg seinen Ursprung hat, weil Hitler seinem Verbündeten Mussolini nicht wirklich vertraut hat und so mancher überheblicher Gedanke Italien gegenüber nach wie vor in dem einen oder anderen Kopf herumspukt.

Der Schreibstil ist wunderbar sachlich, sprachlich exzellent und fesselnd.

Fazit:

Gerne gebe ich dieser penibel recherchierten Doppelbiografie, die eine weitere zahlreiche Details aus dem Italien des Zweiten Weltkrieg beleuchtet, 5 Sterne.

Veröffentlicht am 13.05.2025

Ein Sachbuch, das gewissenhaft recherchiert wurde

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Als Mussolini von der Bildfläche verschwand, waren nicht nur die Gegner des Faschismus froh. Sie dachten tatsächlich, dass sie diese schwierige Zeit überwunden hatten. Dabei kam es für sie noch schlimmer. ...

Als Mussolini von der Bildfläche verschwand, waren nicht nur die Gegner des Faschismus froh. Sie dachten tatsächlich, dass sie diese schwierige Zeit überwunden hatten. Dabei kam es für sie noch schlimmer. Hitler besetzte Italien und das Unheil nahm seinen Lauf. Der Autor von
„Der Partisan und der SS-Mann“ beleuchtet den Lebenslauf zweier Männer, die zwar das Land Italien liebten, diese ihre Zuneigung allerdings nicht jederzeit erkennbar war. Während der deutsche Student Heinz Riedt überzeugter Antifaschist und später dann auch als Partisan für die Italiener kämpfte, konnte sich der Historiker Eugen Dollmann nicht den Überzeugungen Hitlers entgegenstellen.

Andreas Wassermann wollte wissen, wie sich der Lebenslauf der beiden Männer zeigte. Zu diesem Zweck sprach er mit Zeitzeugen und wälzte Bücher in den unterschiedlichsten Archiven. Das Resultat seiner Recherchen kann sich durchaus sehen lassen. Zwei Namen fielen mir beim Lesen auf: Helmut Schmidt und Willy Brandt. Beide waren später Kanzler in Deutschland. Was sie mit Heinz Riedt und Dollmann zu tun hatten, das erfahren Sie, wenn sie das Buch lesen.

Es ist ein Sachbuch und lässt sich nicht mal eben nebenbei lesen. Es verdient vom Leser volle Konzentration und nur dann wird es eine abwechslungsreiche Reise in die Vergangenheit. Mir gefiel das Buch und meine Leseempfehlung gilt für alle Geschichtsinteressierten. Was mir aber äußerst negativ im Gedächtnis bleiben wird, das ist der Umgang mit den aktiven Nationalsozialisten im Nachkriegsdeutschland. Für mich waren es zu viele, die nach dem Krieg ihre Hände in Unschuld wuschen. Leider bekamen selbst die schlimmsten Verbrecher Unterstützung von Staat und Kirchen. Nein, das verstehe ich nicht.

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