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Veröffentlicht am 01.06.2019

Eine erstklassige Biografie

Ferdinand Sauerbruch und die Charité
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Wer kennt seinen Namen nicht? Ferdinand Sauerbruch ist der wohl bekannteste Arzt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Verehrt und geachtet zu seiner Zeit, für seine Verdienst in der Medizin beinhae ...

Wer kennt seinen Namen nicht? Ferdinand Sauerbruch ist der wohl bekannteste Arzt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Verehrt und geachtet zu seiner Zeit, für seine Verdienst in der Medizin beinhae glorifiziert, kommen nach der Jahrtausendwende Zweifel an seiner Integrität auf. So empfiehlt eine Historikerkommission 2018 alle jene Straßen, Plätze und Institutionen, die seinen Namen tragen, umbenannt werden. Zu Recht? Hat er mit den Nazis gemeinsame Sache gemacht? Was wusste er von den Menschenversuchen eines Josef Mengele? Immerhin genehmigt er als Fachspartenleiter für Medizin mindestens drei Forschungsaufträge bei denen sich später herausstellt, dass sie abscheuliche Versuche an KZ-Insassen beinhalteten.

War er wirklich ein Mitverschwörer rund um Stauffenberg? Oder ist es vielmehr eine Legende um sich in ein besseres Licht zu rücken?

Genau diesen Fragen geht Historiker Christian Hardinghaus in diesem Buch nach. Akribisch sichtet er alles Material, das ihm zur Verfügung steht. Er wertet Briefe und bislang unbekannte Tagebücher aus, befragt die Nachkommen von Mitarbeitern und Freunden des Chirurgen und zeichnet ein umfassendes Bild Sauerbruchs.

Sauerbruch ist sich seines Charismas bewusst. Er liebt große Auftritte. Im Operationssaal ist er ein Despot, der niemals auch nur den kleinsten Fehler durchgehen lässt und die Mitarbeiter anbrüllt, während der private Ferdinand musisch interessiert, hilfsbereit ist und seine Untergebenen „bemuttert“ und fördert. Sauerbruch ist Arzt aus Leidenschaft und Berufung. Er sieht nur den Kranken vor sich, nicht die politische Einstellung oder die Herkunft.

Dass er, wenn hochrangige Nazis bei der Vordertür in die Klinik kommen, er selbst diese durch die Hintertür verlässt, um ja nicht mit den Bonzen zusammentreffen zu müssen, lässt tief blicken.
Während der Jahre des Nazi-Regimes behandelt und versteckt er Regimegegner und Juden. Er gerät in das Visier der Gestapo, wird damit erpresst, dass sein Sohn Peter ein Mitarbeiter von Stauffenberg ist, und muss das Regime öffentlich gutheißen. Ehrlich, würde nicht jede Mutter, jeder Vater so etwas tun, um sein Kind zu schützen?

Christian Hardinghaus lässt mit seinem unnachahmlichen Schreibstil diese dramatischen Jahre wieder auferstehen. Er beleuchtet nicht nur Sauerbruch selbst, sondern stellt auch das Umfeld akribisch dar. So lernen wir Mitglieder des „Mittwochsclubs“ kennen, von dem einige Mitglieder im Widerstand gegen Hitler engagiert sind und nach dem missglückten Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet werden.
Sauerbruch scheint ein phänomenales Gedächtnis gehabt zu haben. Außerdem dürfte er mehr von den anti-nationalsozialistischen Umtrieben seiner Mitarbeiter gewusst oder geahnt zu haben, als er zugibt. Denn einige hochrangige Nazis sterben zufällig bei scheinbar einfachen Operationen an „unvorhersehbaren Komplikationen“. Die Charité ist ein Mikrokosmos, in dem sich alles um Sauerbruch dreht. Er sucht sich seine Mitarbeiter zum überwiegenden Teil selbst aus. Doch nicht immer kann er es vermeiden, Regimetreue Ärzte anzustellen. Der Psychiater de Crinis ist so ein Unvermeidlicher, mit dem er seine Schwierigkeiten hat.

Mit dieser Biografie können wir dem, an Facetten reichen, Charakter des Ausnahmemediziners näherkommen.

Christian Hardinghaus beschäftigt sich auch intensiv mit den letzten Lebensjahren von Ferdinand Sauerbruch. In seinem Entnazifizierungsprozess wirkt er gesundheitlich angeschlagen. Dutzende Menschen sagen für ihn aus, bezeugen, dass bis im Mai 1945 Juden geholfen hat, sich zu verstecken. Trotzdem scheint man ihm ans Zeug flicken zu wollen. Sauerbruch verlässt wütend den Gerichtssaal. Das ist er, der Sauerbruch, wie ihn seine Mitarbeiter kennen und lieben : aufbrausend, wenn er Unrecht wittert.

Zum Schluss gibt es noch ausführliche Bemerkungen zur Autobiografie des großen Arztes.

Fazit:

Nach der Lektüre dieser exzellenten Biografie muss so mancher Zweifler, sein Bild von Ferdinand Sauerbruch revidieren. Eine Umbenennung von Straßen scheint vom Tisch. Gerne gebe ich dieser außergewöhnlichen Biografie 5 Sterne und eine ausdrückliche Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 01.06.2019

Most steigert das Wohlbefinden

Das kleine Buch: Most selber machen
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In diesem Buch aus der Reihe „Das kleine Buch“ aus dem Servus-Verlag erfahren wir, wie wir Most selber machen könn(t)en.
Nach einer Einführung in die Geschichte des Obstweines, der auf der ganzen Welt ...

In diesem Buch aus der Reihe „Das kleine Buch“ aus dem Servus-Verlag erfahren wir, wie wir Most selber machen könn(t)en.
Nach einer Einführung in die Geschichte des Obstweines, der auf der ganzen Welt gekeltert und getrunken wird, werden wir mit der Sortenvielfalt bei Äpfeln und Birnen bekannt gemacht. Schon mal vom „Roten Böhmischen Jungfernapfel“ oder vom „Lavanttaler Bananenapfel“ gehört? So vielfältig wie die Namen, sind die Geschmacksrichtungen: von süß bis säuerlich zu herb.

Anschließend erklärt Autor Sebastian Unterberger, in zwölf Schritten, wie der Most gemacht wird.

Ein interessantes Detail: aus 100 kg Äpfel können je nach Sorte und Pressvorgang zwischen 55 und 75 Liter Saft gewonnen werden.

Most ist seit kurzen auch in der (gehobenen) Gastronomie außerhalb der Anbaugebiete wie z.B. dem Mostviertel (sic!) angekommen.

Der Most gilt als Medizin gegen zu hohen Blutzucker (er enthält den Zuckeraustauschstoff Sorbit), hilft bei Verdauungsbeschwerden, senkt den Cholesterinspiegel und steigert das WOhlbefinden. Das kommt vermutlich davon, dass man sich in fröhlicher Runde gerne zusammensetzt.

Veröffentlicht am 30.05.2019

Ein gelungenes Debüt

Wolfssteig
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Autor und Biologe David Bröderbauer entführt seine Leser in eine mystische Ecke Niederösterreichs: in den aufgelassenen Truppenübungsplatz „Wolfssteig“, der im wirklichen Leben weder so heißt, noch aufgelassen ...

Autor und Biologe David Bröderbauer entführt seine Leser in eine mystische Ecke Niederösterreichs: in den aufgelassenen Truppenübungsplatz „Wolfssteig“, der im wirklichen Leben weder so heißt, noch aufgelassen ist, wie hunderte Rekruten jedes Jahr feststellen dürfen.
Angelehnt an die wahre Geschichte des Tüpl - Enteignung und Vertreibung der Bevölkerung durch die Nazis - keimt hier im Roman nach Abzug des Bundesheeres die Hoffnung nach Rückkehr auf das Land der Väter auf. Doch die Rückkehrwilligen sind nicht die einzigen, die große Pläne mit dem riesigen Areal haben. Sie stehen Jägern, Naturschützern und dem Staat gegenüber, die in den aufgelassenen Kasernen Flüchtlinge untergebracht hat.

Neben den sich selbst überlassenen Buchen, Fichten, Kiefern und Birken dürfen sich Rehe, Wildschweine, Mufflons, mehrere Arten von Spechten und das vom Aussterben bedrohte Birkhuhn entwickeln. Biologe Ulrich Bruckner, der einst der Enge Wolfssteigs entronnen ist, kehrt nun im Auftrag des Naturverbundes zurück, um diese selten gewordenen Vögel zu zählen. Wir begegnen noch Christian Moser, dem ehemaligen Soldaten, der bei einem Unfall mit einem Panzer, hier auf dem Truppenübungsplatz ein Bein verloren hat und seine Hightech-Prothese mit magentafarbenen Lack ansprüht. Christian fristet sein Leben als Hausmeister im Asylantenheim und ist ein begnadeter Automechaniker, der jede noch so desolate Rostschüssel zum Laufen bringt.

Christian und Ulrich stolpern gemeinsam durch das DIckicht des Truppenübungsplatzes, um die Birkhühner zu suchen. Dabei stöbern sie nicht nur allerlei Getier auf, sondern bekommen es mit den unterschiedlichen Interessen rund um den Tüpl zu tun. Selbst der nigerianischer Pfarrer mischt im Gerangel um die Nachnutzung mit.

Meine Meinung:

In seinem Debüt-Roman schneidet der Autor viele Themen an. Die Leser können sich ein Bild von der Artenvielfalt der unterschiedlichen Interessen machen. So trifft der Leser hierauf Landflucht, Reminiszenz an Vergangenes, Flucht, Vertreibung (die eigene), Fremdenfeindlichkeit sowie Naturschutz und zarte Liebe. Jedes Thema hat für sich seine Daseinsberechtigung, ein Miteinander scheint unmöglich. Hier prallen gegensätzliche Welten aufeinander.

In Wahrheit robben nach wie vor Rekruten durch das dichte Unterholz, zerstören gepanzerte Fahrzeuge dasselbe und - ein Triumph der Natur - haben sich Wölfe angesiedelt. Ein Trupp Soldaten beobachtet das Rudel genau, übernimmt also die Rolle von Ulrich. Sehr zum Ärger der Bevölkerung und der Jäger (was häufig eine Personalunion darstellt), die die eingewanderten Wölfe lieber heute als morgen vor den Flinten hätten.

David Bröderbauer ist 1981 in Zwettl, einer Kleinstadt die nur wenige Kilometer vom Truppenübungsplatz entfernt liegt, geboren. Er kennt daher Land und Leute. Sein beinahe karg anmutender Erzählstil, seine schnörkellosen Sprache passt ausgezeichnet zum schroffen Waldviertel und seinen Bewohnern. Als bekennender Waldviertel-Fan finde ich diesen Roman doch sehr poetisch. Manche Szenen wirken sehr vertraut: Die männliche Dorfjugend auf ihren (von Christian) niedergelegten PS-starken Autos, das Macho-Gehabe in der Dorfdisco und die Ablehnung von Neuem oder Fremden.

Die Schilderung der Naturschönheiten lassen eine starke Verbundenheit des Autors mit seiner Heimat vermuten. Der Kontrast - hier Knarzen des Holzes und Tirilieren der Vögel und dort scharfe Kommandos und das Dröhnen von Panzerhaubitzen, kann nicht größer sein.

Fazit:

Ein durch und durch gelungener Debütroman, dem ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.

Veröffentlicht am 30.05.2019

Schwer zu ertragen

Die ethnische Säuberung Palästinas
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Dieses Buch, wurde von Ilan Pappe im Jahr 2007 geschrieben und vom Westend-Verlag 2019 neu aufgelegt. Es ist, ob der von den Israelis verübten Gräueltaten an der arabischen Bevölkerung in Palästina, nur ...

Dieses Buch, wurde von Ilan Pappe im Jahr 2007 geschrieben und vom Westend-Verlag 2019 neu aufgelegt. Es ist, ob der von den Israelis verübten Gräueltaten an der arabischen Bevölkerung in Palästina, nur schwer zu ertragen.

Bereits in den 1930er Jahren siedeln sich junge deutsche Juden in Palästina an. Sie schaffen „Brückenköpfe“ für den zukünftigen Staat Israel. Während in Deutschland das Nazi-Regime Millionen von Juden ermordet, beginnen auch im Nahen Osten Vertreibung der angestammten Bevölkerung. In den Jahren 1947 - 1949 werden diese, vorerst nur vereinzelten „Umsiedelungen“ der Araber in Massakern münden, deren Folgen auch heute noch spürbar sind und einen dauerhaften Frieden in Palästina verhindert.

Noch vor Ende des britischen Mandats und mit Billigung der UNO, vertreibt die israelische Armee systematisch Abertausende Bewohner aus ihren Wohngebieten, zerstört diese um ja jedwede Möglichkeit der Rückkehr zu unterbinden und verschleppt oder tötet Männer zwischen 10 (!) und 70 Jahren.

In dieser von den Arabern „Nakba“ (arabisch ursprünglich für Unglück, später als Synonym für Flucht), genannten Zeit werden rund 800.000 Arabern vertrieben, verschleppt und ermordet. Die Soldaten machen auch vor der christlichen Minderheit nicht Halt - auch sie fallen der ethnischen Säuberung Palästinas zum Opfer. Elf Stadtviertel und 531 palästinensische Dörfer werden zwangsgeräumt und dem Erdboden gleichgemacht.

Es scheint, als berichte der israelische Autor, der Professor für Konfliktmanagement an der Universität von Haifa lehrt, äußerst einseitig. Das mag auf dem ersten Blick tatsächlich so sein. Doch wir sind immer mit dem tradierten Gründungsmythos des Staates Israel konfrontiert, den wir als wahr annehmen. Zweifel daran und an der Politik von Israel werden sofort als Antisemitismus ausgelegt.

Wenn ich auf S. 273 folgendes lese, habe ich ein Déjà-vu-Erlebnis:

„Und wenn jemandem ein Haus gehört, muss er dann auch ausziehen?“ Der Militärkommandeur antwortete „Alle müssen gehen!“ Die Notabeln erfuhren, dass die Einwohner die Kosten der Zwangsumsiedlung selbst tragen mussten.“

Wenige Seiten später (S. 285) wird berichtet, dass sich ein Sturm der weltweiten Entrüstung erhoben hat, als Araber, in den ihnen zugewiesenen geräumten jüdischen Siedlungen im Gaza, aufgelassene Synagogen abgerissen haben. Über hunderte zerstörte Moscheen oder Kirchen hat sich die Weltöffentlichkeit nicht empört.

Der Autor hat viele Archive durchforstet, die, aus guten Grund wie man sieht, bislang öffentlich nicht zugänglich waren. Er zitiert aus Briefen des späteren Ministerpräsidenten Ben Gurion, lässt Politiker wie Menachem Begin und Yitzak Rabin zu Wort kommen, die als Friedensnobelpreisträger in die Geschichte eingingen.

Sehr interessant sind die zu Beginn jedes Kapitel eingefügten Parallelen zu den ethnischen Säuberungen im ehemaligen Jugoslawien, die sehr wohl als Kriegsverbrechen von der UNO anerkannt sind und den Politikern bzw. den ausführenden Kommandanten der Prozess gemacht wird.

Was Ilan Pappe als Abschluss seines aktuellen Vorwortes schreibt, halte ich für grenzenlos naiv. Er sollte es eigentlich besser wissen:

„Wenn es uns gelänge, im historischen Palästina einen demokratischen Staat für alle zu gründen, dem auch die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge willkommen wäre, könnten wir nicht nur für das Ende des Konflikts sorgen, sondern gleichermaßen für das Ende vieler anderer Konflikt im Nahen Osten. Und vor allem könnten wir sagen, dass die letzten Opfer der Shoa, die Opfer der Opfer, endlich auch die historische Gerechtigkeit erfahren haben, die uns allen ermöglichen wird weiterzukämpfen für eine gerechtere und anständigere Welt.“

Fazit:

Wie schon erwähnt, ist das Buch stellenweise, ob der von Juden verübten Kriegsgräuel an Frauen und Kindern, kaum zu ertragen. Allerdings kann es zum besseren Verständnis der verworrenen Lage im Nahen Osten beitragen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 30.05.2019

Spannender Krimi

Was geschah mit Michelle?
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Gerd Raguß nimmt seine Leser in eine Zeit zurück, in der von allgegenwärtiger Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone und Internet noch keine Rede war. Nicht jeder Haushalt hatte einen Telefonanschluss ...

Gerd Raguß nimmt seine Leser in eine Zeit zurück, in der von allgegenwärtiger Kommunikationsmittel wie Mobiltelefone und Internet noch keine Rede war. Nicht jeder Haushalt hatte einen Telefonanschluss und deshalb braucht man immer genügend Kleingeld, um eine der zahlreichen Telefonzellen benutzen zu können.

Wir schreiben das Jahr 1973 bzw. 1974. Deutschland ist in BRD und DDR getrennt und der Prager Frühling ist erst 5 Jahre her.

Claus von Radus, ein Leutnant der Bundeswehr, lernt auf einem Dorffest die Jurastudentin Michelle Jansen kennen. Michelle stammt aus einem reichen Elternhaus und ist das, was man „eine gute Partie“ nennt. Obwohl ihr Vater eine Verbindung mit dem Sohn eines Freundes befürwortet, stimmt er, der ehemalige Offizier, der Verlobung mit Claus von Radus zu. Wenig später verschwindet die junge Frau spurlos und Lösegeldforderungen bleiben aus.
Hat einer der abgewiesenen Exfreunde mit dem Verschwinden von Michelle zu tun?
Nachdem die polizeilichen Ermittlungen für Claus und die Familie zu langsam vor sich gehen, nehmen sie die Suche nach Michelle in ihre eigenen Hände.

Meine Meinung:

Obwohl der Krimi nur 176 Seiten hat, ist es dem Autor gelungen, Spannung zu erzeugen und diese bis zum Schluss hoch zu halten. Mir persönlich ist relativ schnell klar geworden, wer der Täter sein muss. Die Figur scharwenzelt ständig um Michelle und ihre Großmutter herum, genießt das Vertrauen der Dorfbewohner und der Familie. Also ein Klassiker, nicht der große böse Unbekannte ist der Täter, sondern jemand aus dem Familien- bzw. Bekanntenkreis.

Ich habe mich wieder in die Zeit als Teenager zurückversetzt gefühlt. Dem Autor ist es großartig gelungen durch geschickte Einstreuen der damals aktuellen Songs diese Zeit wieder auferstehen zu lassen. Ich habe bei der Lektüre einige dieser Klassiker wie die Rolling Stones mit „Angie“ oder Lobo wieder gehört.

Sehr schön ist das Umfeld der Bundeswehr beschrieben, was in diesem Fall kein Kunststück ist, war doch der Autor lange Zeitsoldat. Lachen musste ich über die Szene, als die SOldaten darüber philosophieren, ob eine kleinere Ausgabe des Feldtelefons für jedermann die oft fehlenden oder zerstörten Telefonzellen ersetzen könnten.

Die Charaktere sind recht gut beschrieben. Vor allem der schlitzohrige „Kubi“ ein Soldat aus Claus von Radus Kompanie, der den jungen Leutnant ins Herz geschlossen hat.

Fazit:

Ein gut gelungener Krimi, der die 1970er Jahre wieder in Erinnerung ruft. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.