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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.06.2019

Diesmal liegen Obst und Gemüse unter dem Messer

Kochbuch ohne Rezepte, Band 3
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Auch der 3. Band dieser Kochbuch-Reihe begeistert. Buchrücken, Lesebändchen und Titel sind passend zum Inhalt (Obst und Gemüse) in grün gehalten.

Der Aufbau ist, damit sich Koch bzw. Köchin leichter tun, ...

Auch der 3. Band dieser Kochbuch-Reihe begeistert. Buchrücken, Lesebändchen und Titel sind passend zum Inhalt (Obst und Gemüse) in grün gehalten.

Der Aufbau ist, damit sich Koch bzw. Köchin leichter tun, wie in den Vorgängern. Zwischen den einzelnen Kapitel ein paar leere Seiten (als kleines Extra: sie sind liniert!), die Platz für eigene Notizen und Anmerkungen bieten. Viele Fotos ergänzen den informativen Text.

Wir lernen den Unterschied zwischen Obst und Gemüse kennen (Gibt’s den überhaupt?), zahlreiche fast ausgestorbenen Obst- und Gemüsesorten und deren Verwendung. Wir erfahren Wissenswertes über Einkauf und Lagerung.

Wie werden Bratkartoffel wirklich knusprig? Einfach nachlesen auf S. 133.

Fazit:

Ein anschauliches Kompendium über Obst und Gemüse, in dem sich auch Kochanfänger bestens zurecht finden. Bon Appetit und 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Ein gelungenes Krimi-Debüt

Der Tod gibt Autogramme
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Die Radiomoderatorin Dagmar Hager hat ihren ersten Krimi geschrieben.

Worum geht’s?

Die (Klatsch)Reporterin Lilly bewegt sich seit Jahren im Dunstkreis der Reichen und Schönen. Auch die Welt des Showbusiness ...

Die Radiomoderatorin Dagmar Hager hat ihren ersten Krimi geschrieben.

Worum geht’s?

Die (Klatsch)Reporterin Lilly bewegt sich seit Jahren im Dunstkreis der Reichen und Schönen. Auch die Welt des Showbusiness ist ihr gut bekannt. Dass hier nicht immer alles Gold ist was glänzt, muss sie am eigenen Leib erfahren. Trotz aller Vorsicht beginnt sie eine Affäre mit dem aufstrebenden Filmstar Georg Speltz. Sie gerät ins Scheinwerferlicht und eine Welt der Intrigen. Bald ist nicht mehr klar, wer Freund oder Feind ist. Auch Georgs Agentin Constanze spielt eine undurchsichtige Rolle.

Als sie Speltz zu einem Dreh nachreist, ertappt sie ihn mit einer Prostituierten, die wenig später tot in seinem Hotelzimmer liegt. Die Frau wird nicht die einzige Leiche auf Georgs Weg an die Spitze bleiben.


Meine Meinung:

Dagmar Hager ist ein durchaus fesselndes Krimi-Debüt gelungen. Zwischen offensichtlichen Fakten bleibt genügen Raum für Spekulationen aller Art.

Georg Speltz ist ein ziemlicher Ungustl, der auf seinem Weg nach oben, buchstäblich über Leichen geht.
Lilly ist zu Beginn eine unbedarfte Reporterin, die sich nach und nach in dem geschickt ausgeworfenen Netz von Intrigen verfängt. Nur, wer ist der Urheber? Und was hat Georgs Vergangenheit, die er vor Lilly zu verbergen versucht, damit zu tun?

Fazit:

Ein gut gelungenes Krimi-Debüt, dass es zu lesen lohnt. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Fesselnder Krimi aus wien

Paulis Pub
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Dies ist der erste Band rund um den Wiener Kriminalbeamten und Drogenfahnder Wolfgang Hoffmann.
Hoffmann ist ein Ermittler mit dem richtigen Riecher, der aber immer wieder durch Alleingänge und unkonventionelle ...

Dies ist der erste Band rund um den Wiener Kriminalbeamten und Drogenfahnder Wolfgang Hoffmann.
Hoffmann ist ein Ermittler mit dem richtigen Riecher, der aber immer wieder durch Alleingänge und unkonventionelle Aktionen auffällt. Auch wenn diese Vorgangsweise fast immer zum Erfolg führt, sind die Kollegen und Chefs häufig damit nicht einverstanden.

Hannes, ein Kleinganove und Dealer, findet seine Freundin Sonja tot auf. Die herbeigerufene Polizei faselt von „Drogentod“ und „Goldenem Schuss“ und will Sonja Tod als xte Drogentote zu den Akten legen. Hannes kann das sogar nicht glauben, da Sonja panische Angst vor Spritzen hatte und sich niemals einen „Goldenen Schuss“ gesetzt hätte. Als er dann ein ihm bekanntes Feuerzeug in Sonjas Wohnung findet, erkennt er, dass hier andere Mächte am Werk sind. Hat Sonja etwas gesehen, was sie nicht sehen sollte?

Ein ziemlich dubiose Rolle spielen eine Stadträtin und ihr Pressechef, die zwar offiziell mit der Wiener Polizei zusammenarbeiten und aus dem „Law and Order“-Prinzip politisches Kapital schlagen wollen. Dabei übersieht die blauäugige (Sic!) Stadträtin, dass die Feinde eher innerhalb der Partei zu finden sind, und der Tippgeber nicht von der Polizei ist.

Hoffmann hingegen kennt das Milieu und hat neben dem richtigen Riecher und dem nötigen Quäntchen Glück, auch genügend Fingerspitzengefühl.

In „Paulis Pub“ kommt es zum Showdown, der einige korrupten Machenschaften in Wiens Stadtregierung aufdeckt.

Meine Meinung:

Die selbst ernannten Saubermänner, Pardon, Sauberfrauen der Politik sind die wahren Ungusteln in diesem Krimi. Sie schlagen rechtspopulistisches Kapital aus der Zusammenarbeit mit echten, kriminellen Größen.
Günter Neuwirth hat zwischen gut und böse einige Zwischentöne für seine Leser bereit. Hannes ist so ein Zwischenton - er handelt zwar mit Cannabis, hat aber die Grenze zum Gewaltverbrecher noch nicht überschritten. Im Gegenteil, er will Sonjas Tod aufklären, wenn auch mit nicht ganz legalen Mitteln. Unterstützt wird er dabei von der arbeitslosen Journalistin Carina.

Fazit:

Ich finde diesen Reihenauftakt ansprechend. Die Sympathien sind klar verteilt. Der Krimi ist mit viel Lokalkolorit und Wiener Eigenheiten garniert und lässt die Herzen von Wien-Fans höher schlagen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Hat mich nicht angesprochen

Mutterland
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Der Einstieg in die Welt dieser Familie beginnt am Bett des todkranken Vaters. Die Ehefrau und die sieben Kinder wollen über das Abschalten der Maschinen, die den Vater gerade noch so am Leben erhalten ...

Der Einstieg in die Welt dieser Familie beginnt am Bett des todkranken Vaters. Die Ehefrau und die sieben Kinder wollen über das Abschalten der Maschinen, die den Vater gerade noch so am Leben erhalten beraten. Doch Ehefrau und Mutter hat schon vorab entschieden: Die Beatmungsgeräte werden abgestellt. Dann eilt man ins nahegelegene Restaurant. Nur Jay kehrt ans Sterbebett zurück.

Was zu Beginn nach einem interessanten Roman klingt, gleitet in weiterer Folge leider in eine „Keiner-mag-mich“, „alle-sind-böse-zu-mir“ Geschichte aus. Nach dem ersten Drittel habe ich nur mehr quer gelesen. Die vollen 653 Seiten Gejammer hätte ich nicht ausgehalten.
Der Roman ist als humorvoll beschrieben. Den Humor konnte ich leider nicht finden.

Fazit:

Dieser Roman wurde mir empfohlen. Leider kann ich den Hype um dieses Buch nicht nachvollziehen, daher gerade einmal 2 Sterne.

Veröffentlicht am 16.06.2019

Kleopatra - die Frau, die Rom herausforderte

KLEOPATRA. Die Königin, die Rom herausforderte und ewigen Ruhm gewann
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Wer kennt sie nicht, Ägyptens Königin Kleopatra, die Rom herausgefordert hat? Spätestens seit Albert Uderzo und René Goscinny Asterix, Obelix und Miracolix in Alexandria in Windeseile einen Palast für ...

Wer kennt sie nicht, Ägyptens Königin Kleopatra, die Rom herausgefordert hat? Spätestens seit Albert Uderzo und René Goscinny Asterix, Obelix und Miracolix in Alexandria in Windeseile einen Palast für Kleopatra aus der Wüste stampfen und dabei über ihre Nase philosophieren, ist sie auch Menschen bekannt, die sich nicht für Geschichte interessieren. Auch der Hollywood-Schinken von 1963 mit Liz Taylor und Richard Burton ist durchaus noch in Erinnerung.

Doch wer war Kleopatra wirklich?

Der Autor nimmt uns mit in das antike Rom. Gleich als „Einleitung“ quasi erleben wir die Ermordung von Gaius Iulius Caesar an den Iden des März 44 v. Chr. mit. Alberto Angela lässt Zeitgenossen, Verschwörer und antike Geschichtsschreiber zu Wort kommen. Allerdings nicht ohne anzumerken, dass einiges propagandistisch abgeändert worden ist. Je nach dem, wie es eben gerade passend war.

Dann wenden wir uns Kleopatra zu: Sie ist eigentlich eine griechisch-makedonische Prinzessin, die nach guter alter ägyptischer Sitte mit ihrem Bruder vermählt ist. Mehrmals muss sie um ihr Leben bangen. Sie ist ihrer Umgebung weit überlegen. Sie ist hoch gebildet und spricht mehrere Sprachen. Ihre vorausschauende Politik, ihre Strategie sowie ihre Kaltblütigkeit faszinieren. Doch wie kommt es dazu, dass sie letzten Endes doch scheitert?

„Sie gewann die beiden größten Römer ihrer Zeit für sich, und wegen des dritten nahm sie sich das Leben.“ (Cassius Dio, Römische Geschichte 51, 15, 4)


Meine Meinung:

Alberto Angela versteht es ausgezeichnet trockene Geschichte spannend zu inszenieren. Das Buch liest wie eine Folge von „ZDF-History“. Dort wo die Faktenlage dünn ist oder die Berichterstatter sich widersprechen, merkt der Autor dies an: „Sueton schreibt“, „Platon berichtet“ etc.. Er weist darauf hin, dass einiges erst 100, 200 Jahre später niedergeschrieben wurde (wie z.B. Cassius Dio (163-229 n. Chr.)). Auch, dass manche Quellen Propaganda für ihren, gerade aktuellen Herrscher betrieben. Octavianus, der sich später Augustus nennt, ist ein Meister der Propaganda. Alles was auf Marcus Antonius und Kleopatra hinweist, wird schlecht gemacht.

Eine starke Frau? Geht für Octavianus gar nicht - die muss mit allen Mitteln diffamiert werden.

Eine klitzekleine Kritik muss ich dennoch anbringen: Manchmal wiederholt sich der Autor. Der Leser kann sich das schon merken, dass Kleopatra flüssig griechisch mit den Römern spricht.


»Meine Nachforschungen ergeben das Bild einer unglaublich modernen Frau, die so ganz anders war, als wir es zumeist erwarten. Und genau dieser ›moderne‹ Zug ermöglichte es Kleopatra, eine so bedeutende Rolle in der Geschichte der Antike zu spielen.«

Fazit:

Alberto Angela schafft es, Geschichte in eine leicht lesbare Form zu bringen. Dafür gebühren ihm 5 Sterne.