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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2026

Dominik Dornachs persönlichster Fall

Solothurn ruft nach Vergeltung
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Der nunmehr 7. Fall für Dominik Dornach und die kurzfristig zurückgekehrte Staatsanwältin Angela Casagrande bringt den Solothurner Ermittler an seine mentalen und körperliche Grenzen. Warum?

Der Filmemacher ...

Der nunmehr 7. Fall für Dominik Dornach und die kurzfristig zurückgekehrte Staatsanwältin Angela Casagrande bringt den Solothurner Ermittler an seine mentalen und körperliche Grenzen. Warum?

Der Filmemacher Tom Kurti liegt mit durchschnittener Kehle im Badezimmer eines Hotels. Eigentlich hätte er für seinen umstrittenen Film, der sich mit Ehrenmorden beschäftigt, eine Auszeichnung bei den Solothurner Filmtagen in Empfang nehmen sollen. Hat sich die streng islamische Community für die Sichtbarmachung des Themas in der Schweiz gerächt?

Als bekannt bei den Ermittlungen bekannt wird, dass die Schwester der Hauptdarstellerin in Kurtis Film vor fünfzehn Jahren ermordet worden ist, läuten bei Dominik Dornach die Alarmglocken. Die junge Frau hat sich gegen eine Zwangsehe gewehrt, wollte mit ihrem Schweizer Freund flüchten und ist dann von diesem getötet worden. Zumindest hat das so ausgesehen. Was darauf hin gefolgt ist, können wir in Rückblenden und Erinnerungen Dornachs lesen.

Natürlich spielt Dominik Dornachs Tochter Pia Zenklusen mit ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn wieder eine große Rolle und sorgt sowohl bei ihrem Vater als auch bei uns Lesern für Herzrasen.

Meine Meinung:

Ehrenmorde und Femizide sind erschreckende Themen, deren Darstellung oft für heftige Diskussionen sorgen. Autor Christof Gasser nähert sich den betroffenen Frauen mit dem nötigen Respekt. Hier werden keine blutrünstigen Details aus voyeuristischen Motiven zur Schau gestellt. Knapp und präzise werden die Ereignisse geschildert.

Geschickt führt Gasser seine Leserschaft auf den einen oder anderen Holzweg.
Über Pia Zenklusen habe ich diesmal ein wenig den Kopf schütteln müssen, denn mit ihrer Aktion bringt sie sich in akute Lebensgefahr. Aber wie man weiß, ist gut gemeint, nicht immer wirklich gut.

Über den Kurzauftritt von Jana Cranach habe ich mich sehr gefreut. Gut gemacht!

Fazit:

Diesem sehr emotionalen Krimi, der nicht nur Dornach und sein Team sondern auch die Leserschaft fordert, gebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 30.01.2026

Hochspannung pur!

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
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In ihrem 6. Fall für Alexa Jahn und Bernhard Krammer zieht Anna Schneider wieder alle Register.

Tagelange ergiebige Regenfälle gehen über die Grenzregion von Bayern zu Tirol nieder. Die Gegend des Karwendels ...

In ihrem 6. Fall für Alexa Jahn und Bernhard Krammer zieht Anna Schneider wieder alle Register.

Tagelange ergiebige Regenfälle gehen über die Grenzregion von Bayern zu Tirol nieder. Die Gegend des Karwendels ist von den Unwettern besonders betroffen, weshalb Alexa Jahn und ihr Kollege Florian Huber vorrangig mit der Koordination des Katastropheneinsatzes beschäftigt sind. Da Huber die Gegend und die Menschen kennt, macht Alex Telefondienst und hilft bei der Unterbringung der Evakuierten, was sie beides auf Dauer nicht aushält. Nachdem eine Gerettete über Schreie einer Frau und eine unheimliche Begegnung berichtet, macht sie sich alleine auf, um einen, genau in dieser Ecke vermissten Landwirt, zu suchen. Wenig später findet sie dessen Leiche. Da er einen Schraubenzieher im Kopf stecken hat, ist klar, dass er keinem Unfall zum Opfer gefallen ist. Noch weiß Alexa nicht, was sie auf dem Bauernhof des Toten erwartet, denn der gewaltsame Tod des Bauern wirkt zunächst wie ein isoliertes Verbrechen, entpuppt sich dann als Verbrechen, das seit Jahren andauert.

Auch Bernhard Krammer, Vater von Alexa und Kriminalpolizist in Innsbruck, ist beschäftigt. Zum einen ermittelte er im Fall einer verschwundenen Frau, die Opfer eines Stalkers geworden ist. Zu anderen muss er auf Befehl seines Vorgesetzten eine Gruppe Jugendlicher, die trotz Unwetterwarnung in die Berge gehen, suchen. Der Zusammenhang zwischen den beiden Einsätzen ist dadurch gegeben, dass einer der Jugendlichen, der Stalker sein soll.

Meine Meinung:

Wie Anna Schneider im Nachwort schreibt, haben sie die dramatischen Ereignisse im Ahrtal zu diesem Katastrophenszenario inspiriert.

Faszinierend ist, wie die Autorin zwei Haupthandlungsstränge in der jeweils eine Geschichte in der Geschichte verschachtelt ist, schlüssig erzählt. Hier muss man nicht nur stellenweise den Atem anhalten sondern auch genau lesen. Auch in der Gruppe der Jugendlichen, in der abgeschiedenen Berghütte von der Umwelt abgeschnitten auf Wetterbesserung hoffend ausharren müssen, eröffnen sich Abgründe.

Doch die schier unglaubliche Geschichte auf dem Bauernhof des Toten ist besonders ist intensiv und lässt das Rettungsteam und vermutlich den einen oder anderen Leser an die Grenzen der Belastung stoßen. Auch hier nimmt die Autorin an Anleihen bei wahren Verbrechen.

Zwischendurch können wir einerseits die Gedanken des Stalkers kennenlernen und andererseits Briefe einer Mutter an ihre Tochter lesen.

Gleichzeitig überlegt Krammer, wie er seiner Tochter beibringen soll, dass ihr Wohnungsvermieter und möglicher Freund, ein Spieler ist. Doch das wird, so nehme ich an, Stoff für den nächsten Grenzfall.

Der Schreibstil von Anna Schneider ist ruhig, präzise und kommt ohne romantische Schnörksel aus. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird manchmal durch die unterschiedliche Gesetzeslage ein wenig erschwert, doch vor allem der erfahrene Krammer setzt sich manchmal darüber hinweg, wenn es darum geht, Verbrechen aufzuklären, auch wenn er mehrmals dicht am Disziplinarverfahren schrammt.

Anna Schneider führt die einzelnen Handlungsstränge am Ende gekonnt logisch und überzeugend zusammen.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem komplexen Krimi, der mich mehrmals den Atem anhalten hat lassen, 5 Sterne und eine Leseempfehlung für die gesamte Reihe. Hier empfehle ich bei Band eins zu beginnen, um die Entwicklung der Beziehung von Alexa Jahn und Bernhard Krammer, diesseits und jenseits der Grenze zu beobachten.

Veröffentlicht am 30.01.2026

Eine Ergänzung zur Schulmedizin

Wenn der Arzt nicht weiter weiß
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Der Titel des 720 Seiten starken Buches suggeriert hier Lösungen für gesundheitliche Probleme abseits der Schulmedizin. Aber Achtung, die Autorin Dr. Sabine Viktoria Schneider, ist keine Medizinerin sondern ...

Der Titel des 720 Seiten starken Buches suggeriert hier Lösungen für gesundheitliche Probleme abseits der Schulmedizin. Aber Achtung, die Autorin Dr. Sabine Viktoria Schneider, ist keine Medizinerin sondern Psychologin, die sich der Menschen in ihrer Gesamtheit annimmt. Und da sind wir schon beim eigentliche Wert ihrer Sprechstunde: Sie nimmt sich in ihrer Privatpraxis ausreichend Zeit für ihre Klienten, die eine ausführlich Aussprache beim Hausarzt und/oder Facharzt vermissen. Der wesentliche Ansatz ihrer Therapie ist es, die jeweilige Person in ihrer Gesamtheit zu betrachten, unabhängig davon an welcher Körperstelle es gerade zwickt. Oft liegen ja aktuellen Beschwerden seelische Ursachen zu Grunde, die oft auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.

Stellvertretend für die zahlreichen Rat Suchenden stellt sie drei Personen mit jeweils einer häufigen Leidensgeschichte vor, bei deren Beschwerden keine medizinische Ursache gefunden werden kann: Chronische Rückenschmerzen, Reizdarmsyndrom und Herzjagen bzw. Herzenge.

Die Anamnese und Beratung läuft jedes Mal in ähnlicher Form ab und unterscheidet sich zu Beginn nur wenig vom üblichen Arztgespräch. In weiteren Gesprächen wird offengelegt, wie das Zusammenspiel von Körper und Seele wieder ins Gleichgewicht gebracht werden kann. Mittels psychodynamischen Ansatz werden die Klienten sanft dahin geführt, ihre Symptome unter einem anderen Blickwinkel zu betrachten und die eingefahrenen Glaubenssätze zu überarbeiten.

Anschließend stellt sie von A wie Abgeschlagenheit bis Z wie Zysten rund 200 Beschwerden und die passenden naturheilkundlichen Empfehlungen vor. Diese Rezepte sind - wie folgt - in acht Punkte gegliedert:

Mögliche seelische Ursache
Fragen zur Selbstreflexion
Möglicher Auftrag aus der Herkunftsfamilie
Psychodynamischer Lösungsansatz
Ein neues heilendes Gedankenmuster
Akupressurpunkte zur Selbstanwendung
Nährstoffperspektive und Ernährung
Naturheilkundliche Impulse zur Selbstanwendung

An Hand dieser Aufzählung ist leicht zu erkennen, dass es zum einen keine schnelle Heilung von den Beschwerden gibt und zum anderen die Mitarbeit des Patienten (und Einsatz von Geldmitteln) gefordert ist. Manche Erkenntnisse, wie ein möglicher Auftrag aus der Herkunftsfamilie, können durchaus schmerzhaft sein.

Meine Meinung:

Das Buch kommt seriös, gediegen als Hardcover mit Lesebändchen daher - ein Werk zum Nachschlagen, das auch mehrfaches-in-die-Hand-nehmen gut aushält. Wie schon eingangs erwähnt, sind der Titel und die Umschlagfarben ein wenig reißerisch. Der Inhalt selbst ist gut strukturiert, was das Nachschlagen erleichtert.

Gleich zu Beginn auf Seite 19 erklärt die Autorin, dass dieses Buch keinesfalls eine medizinische Abklärung von Beschwerden ersetzen soll, sondern Impulse setzt, sich mit sich selbst und seinen Beschwerden auseinanderzusetzen - eine Ergänzung zur Schulmedizin also.

Im Anhang finden sich noch Rezepte zu Naturheilmitteln sowie Abbildungen der Akupressurpunkte. Die sollte man sich, meiner Ansicht nach, aber vorab von einem Profi zeigen lassen.


Fazit:

Unter Berücksichtigung von Seite 19 (siehe oben) kann dieses Buch eine wertvolle Unterstützung zur Selbstreflexion sein. Eine „Spontanheilung“ der Beschwerden darf man nicht erwarten. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Hier ist wenig, wie es scheint

Der tiefe Grund
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In ihrem zweiten Fall in der neuen Dienststelle in Wittmund, Ostfriesland, muss sich Oberkommissarin Lena Nielsen nicht nur weiteren beruflichen Herausforderungen stellen, sondern auch jenen ihres Privatlebens. ...

In ihrem zweiten Fall in der neuen Dienststelle in Wittmund, Ostfriesland, muss sich Oberkommissarin Lena Nielsen nicht nur weiteren beruflichen Herausforderungen stellen, sondern auch jenen ihres Privatlebens. Zu diesen zählt, dass ihr Ex-Freund Ben ein Jahr nach der Trennung unvermutet auftaucht und ihr Vater, der immer mehr in die Demenz abgleitet.

Dazu kommt, dass der Unfalltod von Lisa Uhlen, die sichtlich von einem Auto gerammt und schwerst verletzt, liegen gelassen worden ist, ihren Argwohn erregt. Die akribische Untersuchung des Unfallortes, weist zahlreiche Ungereimtheiten auf. Zunächst deutet einiges auf ihren Ex-Freund hin, doch als bekannt wird, dass der Unfallwagen gestohlen worden ist, scheint es in eine völlig andere Richtung zu gehen.

Lena ist bekannt dafür, eigenmächtig zu ermitteln, was ihren Vorgesetzten Robert Petersen und Kollegen Lars wenig freut, vor allem, wenn sie Ressourcen anderer Dienststellen in Anspruch nimmt.

Wie sich der Tod von Lisa Uhler, der zunächst als Unfall klassifiziert worden ist, zu einer kniffligen Mordermittlung mit weitreichenden Folgen entwickelt, müsst ihr selbst lesen.

Meine Meinung:

Wie schon im ersten Fall (Das erkaufte Glück) spielt auch diesmal Lena Nielsens Privatleben eine nicht unbeträchtliche Rolle und die Hoffnung, einen etwas ruhigeren Arbeitsalltag als beim LKA Hannover zu haben, hat sich nicht erfüllt. Lena bemüht sich, wie eine alleinerziehende Mutter, Job und Familie unter einen Hut zu bringen. Statt eines Kindes muss sie für ihren demenzkranken Vater sorgen. Noch hält das Netzwerk, doch ist absehbar, dass es dichter gespannt werden muss.
Durch das unvermutete Erscheinen von ihrem Ex, erfahren wir, wovor Lena noch aus Hannover geflüchtet ist. Denn es ist klar, dass der demente Vater nur vorgeschoben ist.

Anna Johannsen versteht es, den Spannungsbogen hoch zu halten, bis er sich in einem Showdown entlädt. Für die Leser ist genug Platz, eigene Ideen zu entwickeln, wer der oder die Täter sein könnten. Ich hatte ja recht bald eine Hypothese, die sich als richtig herausgestellt hat, wenn auch das gesamte Ausmaß, zu Beginn nicht ersichtlich war.

So muss ein fesselnder Krimi sein! Protagonisten, die Ecken und Kanten haben, hohes Tempo, Spuren und Hinweise, die zunächst vielversprechend erscheinen, um dann in einer Sackgasse zu enden. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

Fazit:

Ein scheinbarer Verkehrsunfall, der tiefe Abgründe enthüllt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 27.01.2026

Geht unter die Haut!

Starfish
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Dieser Debütroman von Lisa Fipps geht unter die Haut. Warum?

Die elfjährige Ellie ist ein schwergewichtiges Mädchen, das von allen Seiten verspottet und gemobbt wird. Ihre Geschwister nennen sie Platschi ...

Dieser Debütroman von Lisa Fipps geht unter die Haut. Warum?

Die elfjährige Ellie ist ein schwergewichtiges Mädchen, das von allen Seiten verspottet und gemobbt wird. Ihre Geschwister nennen sie Platschi und die Mitschüler Wal. Besonders Marissa und Kortnee entpuppen sich als besonders fies, Feindin Nr. 1 und Nr. 2.

Die einzige, die Ellie so nimmt, wie sie ist, ist Viv. Doch dann muss Viv übersiedeln und Ellie scheint ganz alleine zu sein, bis Catalina mit ihrer Familie in der Nachbarschaft einzieht, die als Neue in der Schule und auf Grund ihrer Herkunft ebenfalls mit Vorurteilen zu kämpfen hat.

Nur im Swimmingpool fühlt sie sich leicht und wohl. Hier kann sie als „Seestern“ den Raum für sich einnehmen, der ihr zusteht.

Der Vater, selbst Psychiater, erkennt das Leid seiner Tochter und bringt sie zu einer Therapeutin, der es gelingt, Ellie Mut zu machen. In kleinen Schritten beginnt Ellie Selbstvertrauen aufzubauen und sich zu wehren, zumal sie entdeckt, dass sie nicht die Einzige ist, die in der Schule gemobbt wird. So hat auch ihr Feind Nr. 3 ein Geheimnis, das er hinter seinen Angriffen auf Ellie krampfhaft zu verbergen sucht.

Wie geschickt Ellie mit Worten umgehen kann, fällt einer Lehrkraft auf, die sie ermuntert, diese Gabe zu nutzen, um sich zu wehren ohne selbst beleidigend zu werden.

Doch erst als Ellie in der Schule auch körperlich verletzt wird, reagieren Lehrkräfte und die Familie. Doch zunächst nicht ganz so, wie man es Ellie wünschen würde. Der Bruder tritt die schulische Aktion unter lautem Lachen beim Abendessen breit und die Mutter erklärt, dass Ellie selbst schuld am Mobbing ist, weil sie so fett ist, während der Vater in der Schule anrufen will, um das Mobbing zu unterbinden. Nur Ellies Schwester fasst sich ein Herz und versucht, ihr Verhalten Ellie gegenüber zu ändern. Aber auch nur deswegen, weil Ellie wegen der blauen Flecken sichtbare Verletzungen davon getragen hat. Die seelischen sind ja unsichtbar.

Meine Meinung:

Dieser Jugendroman, den ich auch Eltern empfehle, hat mich sehr berührt, weil ich selbst zu jenen gehöre, die nicht untergewichtig sind. Den Sportunterricht habe ich ähnlich in Erinnerung, zumal wir Leistungsturnerinnen in der Klasse hatten, die uns als Vorbilder vor die Nase gesetzt worden sind. Mein persönliches großes Plus war letztlich, dass ich ungefähr mit zwölf Jahren, quasi über Nacht, einen großen Busen bekommen habe, um den mich alle beneidet haben. Diäten waren kein Thema zu Hause, weil meine Eltern im Zweiten Weltkrieg aufgewachsen sind und häufig gehungert haben.

Doch zurück zu Buch:

Das eigentliche Tragische und ziemlich Verstörende ist hier, dass es vor allem Ellies Mutter ist, die sie durch ihre dauernden Maßregelungen, Dicke-Mädchen-Regeln und Diäten sowie zahlreiche Übergriffe, diejenige ist, die Ellie am meisten verletzt. Statt ihr angeschlagenes Selbstvertrauen aufzurichten und zu stärken, fällt der Mutter nichts anderes ein, als ihr eine Operation zur Magenverkleinerung anzudrohen und damit auch ihren Ehemann zu hintergehen, der einen solchen Eingriff ablehnt, vor allem auch deswegen, weil Ellies Tante bei einer solchen Operation beinahe gestorben wäre. Echt, dass in den USA Magenverkleinerungen auch schon bei Kindern durchgeführt werden dürfen? Das ist für mich Kindesmisshandlung! Mit ihrem Diät-Wahn für Ellie merkt sie nicht, wie sehr sie die anderen Familienmitglieder verletzt. Liam und Anaïs lassen ihre Wut, die aus Ohnmacht ihrer Mutter gegenüber entsteht, an Ellie aus. Einzig Ellies Vater ergreift, spät aber doch, ein.

Eigentlich gehört Ellies Mutter therapiert, die mit ihrem schon manischen Bestreben, Ellies Gewicht zu reduzieren.
Catalina spricht das aus, als sie erfährt, dass Ellie zu einer Therapie muss und Ellie kommen erste Zweifel an ihrer Mutter.

“Ob Catalina recht hat? Ist es möglich, dass Mams Denken in Ordnung gebracht werden muss - und nicht ich?“

Das Buch, das sich sehr gut lesen lässt, ist ein wichtiges Buch für junge Leserinnen und Leser sowie für deren Eltern und Lehrkräfte. Es vermittelt die Botschaft, welchem Druck Kinder und junge Erwachsene durch Mobbing und Bodyshaming ausgesetzt sind.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem emotionalen und mutigen Buch 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.