Cover-Bild Starfish
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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Genre: Kinder & Jugend / Kinderbücher
  • Ersterscheinung: 27.01.2026
  • ISBN: 9783446287525
  • Empfohlenes Alter: ab 11 Jahren
Lisa Fipps

Starfish

Meritxell Janina Piel (Übersetzer)

Lisa Fipps‘ unglaublich berührende und empowernde Geschichte über Bodyshaming und Mobbing und die große Bedeutung von Freundschaft

Ich bin richtig, genau so, wie ich bin! Das begreift die elfjährige Ellie nach einem Leidensweg aus Bodyshaming und Mobbing aufgrund ihres Gewichts. In Starfish erzählt sie von den unzähligen Diäten, zu denen ihre Mutter sie zwingt. Vom Aufstellen von Dicke-Mädchen-Regeln, um nicht aufzufallen. Aber Ellie erzählt auch von Akzeptanz, Solidarität und Freundschaft, die sie erfährt. Von ihrem sich wandelnden Selbstbild, ihrer Psychologin und ihrer besten Freundin, die ihr helfen, sich schließlich ihren mobbenden Mitschüler:innen, ihren Geschwistern und ihrer Mutter entgegenzustellen. Und Ellie erzählt von ihrer Liebe zu Wasser. Denn im Wasser treibend, alle viere von sich gestreckt wie ein Seestern, fühlt sie sich sicher, schwerelos, grenzenlos und frei.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Geht unter die Haut!

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Dieser Debütroman von Lisa Fipps geht unter die Haut. Warum?

Die elfjährige Ellie ist ein schwergewichtiges Mädchen, das von allen Seiten verspottet und gemobbt wird. Ihre Geschwister nennen sie Platschi ...

Dieser Debütroman von Lisa Fipps geht unter die Haut. Warum?

Die elfjährige Ellie ist ein schwergewichtiges Mädchen, das von allen Seiten verspottet und gemobbt wird. Ihre Geschwister nennen sie Platschi und die Mitschüler Wal. Besonders Marissa und Kortnee entpuppen sich als besonders fies, Feindin Nr. 1 und Nr. 2.

Die einzige, die Ellie so nimmt, wie sie ist, ist Viv. Doch dann muss Viv übersiedeln und Ellie scheint ganz alleine zu sein, bis Catalina mit ihrer Familie in der Nachbarschaft einzieht, die als Neue in der Schule und auf Grund ihrer Herkunft ebenfalls mit Vorurteilen zu kämpfen hat.

Nur im Swimmingpool fühlt sie sich leicht und wohl. Hier kann sie als „Seestern“ den Raum für sich einnehmen, der ihr zusteht.

Der Vater, selbst Psychiater, erkennt das Leid seiner Tochter und bringt sie zu einer Therapeutin, der es gelingt, Ellie Mut zu machen. In kleinen Schritten beginnt Ellie Selbstvertrauen aufzubauen und sich zu wehren, zumal sie entdeckt, dass sie nicht die Einzige ist, die in der Schule gemobbt wird. So hat auch ihr Feind Nr. 3 ein Geheimnis, das er hinter seinen Angriffen auf Ellie krampfhaft zu verbergen sucht.

Wie geschickt Ellie mit Worten umgehen kann, fällt einer Lehrkraft auf, die sie ermuntert, diese Gabe zu nutzen, um sich zu wehren ohne selbst beleidigend zu werden.

Doch erst als Ellie in der Schule auch körperlich verletzt wird, reagieren Lehrkräfte und die Familie. Doch zunächst nicht ganz so, wie man es Ellie wünschen würde. Der Bruder tritt die schulische Aktion unter lautem Lachen beim Abendessen breit und die Mutter erklärt, dass Ellie selbst schuld am Mobbing ist, weil sie so fett ist, während der Vater in der Schule anrufen will, um das Mobbing zu unterbinden. Nur Ellies Schwester fasst sich ein Herz und versucht, ihr Verhalten Ellie gegenüber zu ändern. Aber auch nur deswegen, weil Ellie wegen der blauen Flecken sichtbare Verletzungen davon getragen hat. Die seelischen sind ja unsichtbar.

Meine Meinung:

Dieser Jugendroman, den ich auch Eltern empfehle, hat mich sehr berührt, weil ich selbst zu jenen gehöre, die nicht untergewichtig sind. Den Sportunterricht habe ich ähnlich in Erinnerung, zumal wir Leistungsturnerinnen in der Klasse hatten, die uns als Vorbilder vor die Nase gesetzt worden sind. Mein persönliches großes Plus war letztlich, dass ich ungefähr mit zwölf Jahren, quasi über Nacht, einen großen Busen bekommen habe, um den mich alle beneidet haben. Diäten waren kein Thema zu Hause, weil meine Eltern im Zweiten Weltkrieg aufgewachsen sind und häufig gehungert haben.

Doch zurück zu Buch:

Das eigentliche Tragische und ziemlich Verstörende ist hier, dass es vor allem Ellies Mutter ist, die sie durch ihre dauernden Maßregelungen, Dicke-Mädchen-Regeln und Diäten sowie zahlreiche Übergriffe, diejenige ist, die Ellie am meisten verletzt. Statt ihr angeschlagenes Selbstvertrauen aufzurichten und zu stärken, fällt der Mutter nichts anderes ein, als ihr eine Operation zur Magenverkleinerung anzudrohen und damit auch ihren Ehemann zu hintergehen, der einen solchen Eingriff ablehnt, vor allem auch deswegen, weil Ellies Tante bei einer solchen Operation beinahe gestorben wäre. Echt, dass in den USA Magenverkleinerungen auch schon bei Kindern durchgeführt werden dürfen? Das ist für mich Kindesmisshandlung! Mit ihrem Diät-Wahn für Ellie merkt sie nicht, wie sehr sie die anderen Familienmitglieder verletzt. Liam und Anaïs lassen ihre Wut, die aus Ohnmacht ihrer Mutter gegenüber entsteht, an Ellie aus. Einzig Ellies Vater ergreift, spät aber doch, ein.

Eigentlich gehört Ellies Mutter therapiert, die mit ihrem schon manischen Bestreben, Ellies Gewicht zu reduzieren.
Catalina spricht das aus, als sie erfährt, dass Ellie zu einer Therapie muss und Ellie kommen erste Zweifel an ihrer Mutter.

“Ob Catalina recht hat? Ist es möglich, dass Mams Denken in Ordnung gebracht werden muss - und nicht ich?“

Das Buch, das sich sehr gut lesen lässt, ist ein wichtiges Buch für junge Leserinnen und Leser sowie für deren Eltern und Lehrkräfte. Es vermittelt die Botschaft, welchem Druck Kinder und junge Erwachsene durch Mobbing und Bodyshaming ausgesetzt sind.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem emotionalen und mutigen Buch 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 02.02.2026

Den Raum für sich beanspruchen, der einem zusteht

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Danke an den Hanser Verlag und Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

„Du BIST schön. Jetzt. So, wie du bist.“

Das Vorwort ...


Danke an den Hanser Verlag und Vorablesen, die mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Meine Meinung ist davon jedoch unabhängig.

„Du BIST schön. Jetzt. So, wie du bist.“

Das Vorwort dieses Kinder-/Jugendbuches gibt schon ziemlich gut den Ton dafür an, was die Message von Starfish sein wird. Eine berührende und schmerzliche Geschichte über Mobbing auf Grund des Gewichtes. Dieses Buch verherrlicht kein Übergewicht, und gleichzeitig steht aber der Grund für das Gewicht der Protagonistin gar nicht im Vordergrund. Viel mehr geht es in dem Buch um die Reaktionen der Gesellschaft zu ihrem Aussehen und ihre Beziehung zu sich selber.

Es werden viele Szenen gezeigt, in der die Protagonistin gemobbt wird, sich in der Schule und Öffentlichkeit Sprüchen und Schikanen ausgesetzt wird und in ihrem Zuhause (v.a. von Seiten der Mutter) nicht die richtige Unterstützung erhält. Toxische Familienbeziehungen werden auch thematisiert. Als Person, die in ihrer Schulzeit auch wegen ihres Aussehens gemobbt wurde, konnte ich mich in vielen Augenblicken wiederentdecken. Die wenige Unterstützung oder Zivilcourage von anderen, die Selbstvorwürfe, der Frust…

„Die Geschichtsbücher sind voll von schrecklichen Ereignissen, die geschehen sind, weil sich Leute zurückgelehnt und geschwiegen haben. Für euch war das, was heute passiert ist, nicht schlimm, weil ihr nicht selbst betroffen wart. Aber das kann sich jederzeit ändern. Denkt daran.“

Was ich an dem Buch etwas vermisst habe, war der positive Ausgleich. Es werden wirklich oft die negativen, teils traumatisierenden Erfahrungen von Ellie beschrieben. Ja, es gibt auch tolle Szenen mit ihren Freundinnen, mit ihrer Therapeutin, im Pool. Aber besonders weil das Buch für eine jüngere Zielgruppe geschrieben wurde, möchte ich diesen Hinweis geben, dass dem Buch etwas Leichtigkeit mangelt.

„Als ich davongehe, wird mir klar, dass ich gerade zum Seestern geworden bin. Ich habe Raum für mich beansprucht, der mir ebenso zusteht wie allen anderen.“

Die Metaphorik mit dem Wasser und dem „zum Seestern werden“ als etwas positives, wo Ellie ständig als „Wal“ beleidigt wird, hat mir richtig gut gefallen. Es ist ein starkes Bild, weil das Schwimmen ihre große Liebe und Ablenkung ist, aber sie durch einen Vorfall vor einigen Jahren eine negative Assoziation damit hat. Im Laufe des Buches lernt sie, sich selber zu lieben und kann eine neue Verknüpfung zum Wasser schaffen und sich irgendwie als „Meeresbewohnerin“ lieben lernen, und zwar als das Wesen, was sie sich selber ausgesucht hat (das klingt jetzt viel hochgestochener als ich wollte, ich hoffe man versteht worauf ich hinaus will?).

Das Buch ist außerdem in Versform geschrieben. Ich fand es okay – muss aber ehrlich gesagt zugeben, dass ich den Mehrwert davon nicht so 100% sehe. Theoretisch waren es normale Sätze, nur in Vers formatiert.

Insgesamt komme ich auf 4 von 5 Sternen und kann das Buch schon empfehlen, weil ich es eine wichtige Leseerfahrung war. Vielleicht sind Menschen wie ich, mit ähnlichen Erfahrungen wie Ellie nicht 100% die Zielgruppe, weil das Wiedererleben schon schmerzlich war – vielleicht geht es eher darum, generell Menschen zu sensibilisieren, was ihre Worte auslösen können.

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