Platzhalter für Profilbild

Venatrix

Lesejury Star
offline

Venatrix ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Venatrix über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2023

Ein gelungener Ratgeber + KOchbuch

Mit 50 fitter als mit 30 - Das Rezeptbuch
0

Es ist nie zu spät, die Ernährung umzustellen und Bewegung in den Alltag zu bringen

Dieses Kochbuch ist eine Ergänzung zu „Mit 50 fitter als mit 30“, in dem Autor Thorsten Tschirner Fitness-Übungen für ...

Es ist nie zu spät, die Ernährung umzustellen und Bewegung in den Alltag zu bringen

Dieses Kochbuch ist eine Ergänzung zu „Mit 50 fitter als mit 30“, in dem Autor Thorsten Tschirner Fitness-Übungen für Menschen vorstellt, die mit 50 fitter werden wollen als mit 30.

Das Kochbuch hat knapp 200 Seiten und ist gut strukturiert. Viele der Ratschläge sind nichts Neues, doch Autor, Sportwissenschaftler und Gesundheitsexperte Tschirner erklärt sie aus Sicht der 50-jährigen Zelle, die andere Ansprüche als jüngere hat.

Frisch und bunt essen
Schlechte Kohlenhydrate meiden
Mit Ballaststoffen den Darm beglücken
Gute Fette wählen
Fitness-Booster Eiweiß nutzen
Ausreichend Wasser trinken
Bewusst und genussvoll essen
Mit Essenspausen länger leben

Das Buch ist ansprechend gestaltet, wichtiges ist nochmals in Kästchen hervorgehoben. Die, für die optimale Zellerneuerung zuständigen Zutaten sind in dreizehn Gruppen von Lebensmitteln zusammengefasst. Die meisten Gerichte in sind innerhalb von 30 Minuten zuzubereiten.

Von den Rezepten gefallen mir besonders gut das Sushi-Sandwich, das mit Lachs gefüllt ist (S. 114), Nudeln mit Borotti-Bohnen, besser bekannt als „Pasta e Fagioli“ (S. 140) und Lachsfilet mit Brokkoli-Smash (S. 152).

Damit der Umstieg auf die andere Art der Ernährung leichter fällt, gibt es für die ersten vier Wochen eine Art Anleitung. Hier wird empfohlen, bisherige (Fleisch)Speisen schrittweise zu substituieren.

Und weil auch die Beweglichkeit verbessert werden soll, gibt es ein paar einfache Übungen, die ohne Geräte und mit wenig Zeitaufwand absolviert werden können.

Es ist nie zu spät, die Ernährung umzustellen und Bewegung in den Alltag zu bringen! Fangen wir einfach damit an.

Fazit:

Gerne gebe ich diesem Ratgeber und Kochbuch 5 Sterne.

Veröffentlicht am 16.12.2023

Penibel recherchiert und opulent erzählt

König der Turniere
0

Mit ihrem opulenten historischen Roman entführt Juliane Stadler ihre Leser in das Mittelalter, genauer gesagt in die Zeit von Henri II. Plantagenêt und seinen Söhnen Richard Plantagenêt (bekannt als Richard ...

Mit ihrem opulenten historischen Roman entführt Juliane Stadler ihre Leser in das Mittelalter, genauer gesagt in die Zeit von Henri II. Plantagenêt und seinen Söhnen Richard Plantagenêt (bekannt als Richard Löwenherz), Geoffroy Plantagenêt, Jean Plantagenêt (John ohne Land bzw. später König von England) und dem Jungen Henri. Die komplexen historischen Machtverhältnisse in Frankreich, Flandern und einzelnen deutschen Fürstentümern des 12. Jahrhunderts, inklusive der persönlichen Verflechtungen zwischen Englands Königshof und den Adelshäusern auf dem Kontinent sind sehr gut dargestellt. Damit die Leser hier ihren Durchblick behalten, gibt es einen Stammbau der Plantagenêts sowie ein ausführliches Personenverzeichnis.

Das Buch erzählt die Geschichte von Ritterehre, Turnieren, erbitterten Machtkämpfen vor allem in der Familie Plantagenêt sowie von unerfüllter Liebe, Heirat aus Staatsräson und Willkür.

Neben den fiktiven Charakteren wie Erec, Genovefa oder dem Straßenjungen Peb kreuzen zahlreiche historische Gestalten wie eben die Plantagenêts und Frankreichs König Philipp oder der römisch-deutsche Kaiser Friedrich Barbarossa unsere Wege. Die Figuren, sei es in Haupt- oder Nebenrollen, sind sehr gut gezeichnet und wirken authentisch.

Geschickt verknüpft die Autorin Fakten mit Fiktion. Im Nachwort geht sie auf die Rolle der adeligen Frauen im Mittelalter ein. Nicht alle lassen sich in die Kemenate und auf den Gebärstuhl verbannen. Bespiele wie Eleonore von Aquitanien (die Mutter der Plantagenêt-Brüder und Gemahlin von Henri II.) oder Marie de Champagne, die es als Regentinnen für ihre Söhne manchmal mit ihren Ehemännern in Sachen Intrigen aufnehmen, sind eher selten. Und wenn sie erwähnt werden, dann nur aus Sicht der Männer, und daher wenig schmeichelhaft. Leider weiß man über das Leben der Frauen im Mittelalter viel zu wenig. Die neuere Forschung beschäftigt sich mit dem Thema „Frauen des Mittelalters fallen durch ihre Seltenheit auf - die Präsenz des Nichtvorhandenseins“. Wer hierzu mehr lesen möchte, dem sei das Buch „Femina“ von Janina Ramirez ans Herz gelegt.

Neben der oft schwierigen Situation der Frauen wird auch die unerfüllte Liebe zwischen homosexuellen Männern beiläufig, aber elegant und authentisch, in die Handlung integriert.

Die Autorin versteht es meisterhaft, einen durchgehend hohen Spannungsbogen zu erzeugen, auch wenn der interessierte Leser den Ausgang ein wenig voraussehen kann.

Besonderes Augenmerk legt die Autorin auf die Turniere, die nicht nur aus Schaukämpfen Mann gegen Mann, sondern als Generalprobe für echte Gefechte gesehen bestehen. Die Kämpfe werden auf faszinierende Weise präsentiert. Im Nachwort gewährt uns Juliane Stadler zusätzliche Einblicke, in vielleicht bislang noch nicht so geläufige Fakten.

Fazit:

Wer gerne ein penibel recherchiertes und fesselnd erzähltes Mittelalterepos lesen möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.12.2023

Spannung à la Agatha Christie

Inspektor Takeda und der schöne Schein
0

In seinem 7. Fall für Claudia Harms und Kenjiro Takeda lässt Autor Henrik Siebold das Duo zunächst einmal getrennt zu zwei Verbrechen ermitteln.

Obwohl Claudia Harms weder Dienst noch Bereitschaft hat, ...

In seinem 7. Fall für Claudia Harms und Kenjiro Takeda lässt Autor Henrik Siebold das Duo zunächst einmal getrennt zu zwei Verbrechen ermitteln.

Obwohl Claudia Harms weder Dienst noch Bereitschaft hat, wird sie während des sprichwörtlichen Schietwetters zu einer männlichen Leiche gerufen. Ein Albtraum für Kriminalisten und Spurensicherung!

Harms ist bis auf die Knochen nass und vermisst Takeda, der sein freies Wochenende auf dem Landsitz der Gräfin Ernestine von Remsau in Schleswig-Holstein verbringt. Gemeinsam mit anderen Gästen, darunter auch Alexa, die Enkelin der Hausherrin, delektiert er sich an den Ausführungen der Kunstexpertin Ulrike Vogler über den berühmten japanischen Maler Katsushika Hokusai sowie an den erlesenen Speisen und Getränken.

Am nächsten Tag ist die Gräfin tot, das Landhaus ohne Strom und durch die Wassermassen von der Umwelt abgeschlossen. Ein klassisches Agatha-Christie-Szenario!

Ken beginnt bei Kerzenschein die Anwesenden zu befragen. Jede und Jeder scheint ein Motiv zu haben ...

Inzwischen ist die Identität des Toten vom Strand geklärt und Claudia Harms findet einen gut versteckten Konnex zur toten Gräfin. Da Takeda telefonisch nicht erreichbar ist, setzt sich Harms kurzerhand in ihr Auto und fährt trotz des Schietwetters zum Landsitz der Gräfin.

Meine Meinung:

Henrik Siebold greift diesmal nicht nur auf das „Closed-Room-Setting“ zurück, sondern auch zwei andere, äußerst beliebten Szenarien, nämlich das Vortäuschen des eigenen Todes bzw. den Wechsel von Identitäten. Dies allerdings so geschickt, dass die Handlung nicht überfrachtet wirkt. Die Spannung baut sich langsam auf, um dann mit der Ankunft von Claudia Harms ihren Höhepunkt zu finden.

Geschickt greift der Autor ein in Deutschland gerne vernachlässigtes Thema auf: Sklavenhandel und Kolonien. Halt, werden einige Leser sagen. Deutschland hat ja nur Deutsch-Südwestafrika als Kolonie gehabt und vergessen auf viele kleine Gebiete in Afrika, Mikronesien und auch im heutigen China. Ja, gemessen an den riesigen Kolonialreichen von Großbritannien und Frankreich, sind diese Gebiete fast, aber nur fast, vernachlässigbar. Ich erwähne stellvertretend den Völkermord an den Herero sowie die Ausbeutung von Land und Leuten. Außerdem war Hamburg einer der größten Überseehäfen Europas und die Hamburger Reedereien haben auch ihren Anteil am Sklavenhandel, indem sie Laderaum und Mannschaft zur Verfügung stellten.

Ich freue mich schon auf den nächsten Fall, wenn Claudia Harms und Kenjiro Takeda (hoffentlich) wieder gemeinsam ermitteln. Der Cliffhanger lässt hier einiges offen.

Fazit:

Wer die klassischen englischen Landhauskrimis mag, wird mit diesem Buch wirklich gut unterhalten. Ein feinsinniger Detektiv, ein einsames Landhaus und unvorgesehene Wendungen sind eben die klassischen und passenden Zutaten zu einem fesselnden Krimi. Und das alles in eine hintergründige Story verpackt - so soll ein Krimi sein. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 11.12.2023

Eine Hommage an das Handwerk der Zuckerlmacher

Das Zuckerl
0

Wer kennt sie nicht, die sauren Drops, die Heller-Zuckerl, Krachmandeln oder Seidenzuckerl aus der Kindheit? Ach ja und nicht zu vergessen die PEZ-Figuren, Blockmalzzuckerl bei rauem Hals oder die mit ...

Wer kennt sie nicht, die sauren Drops, die Heller-Zuckerl, Krachmandeln oder Seidenzuckerl aus der Kindheit? Ach ja und nicht zu vergessen die PEZ-Figuren, Blockmalzzuckerl bei rauem Hals oder die mit Schokolade gefüllten Pfefferminzzuckerl ?

In diesem Buch von Christian Mayer begegnen wir all diesen Köstlichkeiten wieder und dürfen bei der Renaissance des Zuckerlmachens im 21. Jahrhundert dabei sein. Das Zuckerlmachen ist ein Stück österreichischen Kulturgutes und hat eine bewegt Geschichte hinter sich.

Auf den ersten 100 Seiten erzähIt Christian Mayer die Geschichte des Zuckers, wie er mit Hilfe von Sklaven aus Zuckerrohr gewonnen und nach Europa importiert worden ist und nur für den reichen Adel zugänglich war. Erst die Napoleonische Seeblockade, ein Handelsembargo, das sich auf Überseewaren erstreckt hat, ebnet den Weg mit der Entdeckung der Zuckerrübe zu einem günstigen Süßungsmittel. Zunächst nur in Apotheken verkauft, startet der Siegeszug des Zuckers im 19. Jahrhundert mit dem Anbau und der Verarbeitung in Mitteleuropa. Auch in der Donaumonarchie mischen die Zuckerbarone mit und das Zuckerlmacherhandwerk blüht auf. Wien ist Anfang des 20. Jahrhunderts eine der Zuckerlhauptstädte. In der Zwischenkriegszeit setzt der Niedergang ein und findet mit der Arisierung der vorwiegend in jüdischem Besitz befindlichen Zuckerlfabriken seinen traurigen Höhepunkt.

Dann im Jahr 2013 hat Christian Mayer seinen Auftritt mit seiner „Wiener Zuckerlwerkstatt“. Gemeinsam mit seiner Frau Maria eröffnet er in der Wiener Herrengasse seine Manufaktur, in der die alte Tradition des Zuckerlmachens wiederaufersteht.

Mayer berichtet, dass er von früheren Zuckerlmachern, die allesamt bereits hochbetagt sind, Tipps und Tricks erlernen konnte und von dem einen oder anderen, alte Gerätschaften erhalten hat, die er liebevoll restauriert hat und nun wieder für die Herstellung spezieller Zuckerl einsetzt. Es folgt eine Reise durch de wundervolle Welt des Zuckerlmachens.

Das Buch „Das Zuckerl“ ist in gediegener Aufmachung als Hardcover mit zwei Lesebändchen im Servus-Verlag erschienen. Zahlreiche Fotos von alten und neuen Zuckerln finden sich genauso wie Abbildungen, wie die bunten Zuckerln in Handarbeit hergestellt werden.

Wem das noch alles viel zu theoretisch ist, kann die Schaumanufakturen in Wien und Salzburg besuchen, um bei einer Führung den Zuckerlmachern zuzusehen, den Duft der Zuckerln einzuatmen und das eine oder andere Glas handgemachter Zuckerl zu erstehen.

Fazit:

Diesem liebevoll gestalteten Buch über das historische Handwerk des Zuckerlmachens, das nun eine Renaissance erleben darf, gebe ich gerne 5 Zuckerl.

Veröffentlicht am 11.12.2023

Hat mir leider nicht gefallen

Das Buch Eva
0

„Das Buch Eva“ von Meg Clothier ist am 24.10.2023 erschienen und erzählt auf rund 370 Seiten die Geschichte von Beatrice, einer Bibliothekarin, die in einem der zahlreichen Klöster Italiens lebt. Beatrice ...

„Das Buch Eva“ von Meg Clothier ist am 24.10.2023 erschienen und erzählt auf rund 370 Seiten die Geschichte von Beatrice, einer Bibliothekarin, die in einem der zahlreichen Klöster Italiens lebt. Beatrice ist eine uneheliche Tochter eines vermögenden Mannes.

Als eines Tages zwei fremde, schwer verletzte Frauen vor den Klostertoren auftauchen und wenig später sterben, beginnt eine etwas verworrene Geschichte um ein geheimnisvolles Buch, das die beiden Fremden der Bibliothekarin überlassen.

Niemand kennt den Inhalt des Buches, aber sofort wird das Gerücht laut, dass es sich um ketzerische Schriften handeln soll. Entsprechend schnell versuchen unterschiedliche Gruppierungen des Buches habhaft zu werden, zum einen, um es zu vernichten und zum anderen, um den geheimnisvollen Inhalt zu entschlüsseln und einen Nutzen daraus zu ziehen.

Meine Meinung:

Dieser historische Roman ist voller undurchsichtiger Charaktere. Es gibt zahlreich Intrigen, die auch vor den Klostermauern nicht Halt machen, denn Machtmissbrauch gibt es auch im Kloster. Selbst mit Beatrice bin ich nicht wirklich warm geworden. Sie ist zwar mit Leib und Seele Bibliothekarin und will das geheimnisvolle Buch vor der Vernichtung schützen. Doch auch ihre Bodenständigkeit konnte mich nicht wirklich für sie einnehmen.

Es scheint, als ob dieser Roman ein weibliches Pendant zu Umberto Ecos „Der Name der Rose“ sein soll. Das Setting in einem Kloster mit seinen Geheimnissen, Büchern und kriminellen Elementen sowie Klosterfrauen, die nicht immer ganz freiwillig hinter den Klostermauern verschwinden, kann eine Ähnlichkeit nicht ganz absprechen.

Die Autorin nimmt Anleihe an jener geheimnisumwitterten Schrift, die als Voynich-Manuskript bekannt ist. Die Idee ist recht gut, die Umsetzung eher wenig. Vielleicht liegt es ja auch an der Übersetzung.

Interessant und ein wenig verwunderlich ist, dass die Autorin in ihrer Danksagung schreibt, dass das Buch vor der Überarbeitung durch das Lektorat „ein verworrenes, verknotetes, verschlungenes Chaos“ mit „lauter fallen gelassenen Maschen und zahlreichen Löchern“ gewesen ist.

Fazit:

Hier habe ich doch etwas anderes erwartet und bin weder mit dem Schreibstil noch mit den Charakteren so richtig warm geworden. Leider reicht es nur für 2 Sterne.