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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2025

Gute Krimiunterhaltung!

Die bittersüße Rache vom Montmartre
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Wie jedes Jahr kommt die Familie Morel in Cannes zusammen, um Weihnachten zu feiern. Noch bevor man sich zu Weihnachtsgans, Foie gras und Champagner zusammensetzen kann, verschwindet Frédéric Morel zunächst ...

Wie jedes Jahr kommt die Familie Morel in Cannes zusammen, um Weihnachten zu feiern. Noch bevor man sich zu Weihnachtsgans, Foie gras und Champagner zusammensetzen kann, verschwindet Frédéric Morel zunächst spurlos. Hat Commissaire Geneviève Morels Bruder und Mitglied des kriminellen Familienbusiness‘ einen seiner zahlreichen Widersacher erzürnt?

Nachdem bei der Polizei niemand über ihre Zugehörigkeit zu den Morels Bescheid weiß, ist sie auf sich alleine gestellt. Niemand weiß vom Familienbusiness. Nein, nicht ganz, Olivier Guyon, Chef der BRI, der Brigade de Recherche et Invervention, mit dem Geneviève bereits mehrmals zu tun hatte, weiß mehr, als er zugibt. Doch ist er der einzige, der ihr Vertrauen und die Möglichkeiten besitzt, Frédéric aus den Händen der Entführer zu befreien.

Zunächst begibt sich Geneviève allein auf eine Schnitzeljagd durch halb Frankreich, bis Olivier aktiv ins Geschehen eingreift. Doch ihr Gegner scheint übermächtig und ihnen immer einen Schritt voraus zu sein.

Ausgerechnet Geneviève, die auf Grund ihrer Profession als schwarzes Schaf der Familie gilt und Kunstdiebstähle à la Großmama Olivia ablehnt, muss nun für die Freilassung ihres Bruders ein besonderes Gemälde von Frida Kahlo stehlen. Dabei an ihrer Seite - Olivier Guyon, dem der Ausflug auf die andere Seite des Gesetzes sichtlich Spaß macht.

Wird es gelingen, Frédéric aus den Fängen der Entführer zu befreien? Und was ist das Motiv? Die wertvollen Ohrringe, die im vorherigen Band aus dem Museum in Grenoble verschwunden sind?

Fragen über Fragen, die nicht nur Geneviève Morel, sondern auch uns Leser beschäftigen.

Meine Meinung:

Dieser vierte Krimi mit Commissaire Geneviève Morel und ihrer Familie, deren Wahlspruch Ars est nostra ars (Kunst ist unsere Kunst) lautet, ist wieder gut gelungen. Mehrmals musste ich schmunzeln, wenn Geneviève den Verdacht äußert, ihre Großmutter Mamie ist an der Entführung ihres Enkels nicht ganz unschuldig. ICh habe ähnliches vermutet, die Auflösung überrascht dann doch ein wenig.

Ein bisschen meckern muss ich aber dennoch. Geneviève Morel wird als tough beschrieben, dennoch wundert sie sich, warum der oder die Entführer ihr immer einen Schritt voraus sind. Mein Argwohn ist, nachdem das zweite Mal das Wort Smartwatch gefallen ist, geweckt worden. Haben einst nicht die Taliban den geheimen Stützpunkt der US-Soldaten ausfindig gemacht, als sie gedankenlos ihre täglichen Laufrunden absolviert haben? Eben! Zu Genevièves Entschuldigung muss man natürlich die besondere Situation berücksichtigen, aber ...

Autor René Lafitte, hinter diesem Pseudonym versteckt sich Christian Schleifer, lässt es zwischen Geneviève und Olivier ordentlich knistern. Ob das etwas wird mit den beiden? Immerhin sind beide mit anderen Personen mehr oder weniger fix liiert. Nun ja, on verra, wie die Franzosen sagen.

Fazit:

Gerne bewerte ich diesen Krimi, der auch für einiges Schmunzeln sorgt, mit 5 Sternen.

Veröffentlicht am 11.10.2025

Gute Idee!

We are Austria
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Der Bogen jener 77 österreichischen Frauen, deren Kurzbiografien hier zu lesen sind, ist breit gefächert. Natürlich sind nicht alle Frauen, die ungewöhnlich, unangepasst oder mutig für Frauen(rechte) eingetreten ...

Der Bogen jener 77 österreichischen Frauen, deren Kurzbiografien hier zu lesen sind, ist breit gefächert. Natürlich sind nicht alle Frauen, die ungewöhnlich, unangepasst oder mutig für Frauen(rechte) eingetreten sind, hier aufgelistet. Dafür gibt es am Ende des Buches ein Leerformular, in das frau ihre Wunschkandidatin eintragen kann. Ein echt coole wie aufmerksame Idee!

Die Autorin hat angemerkt, dass sie das Buch für ihre Kinder geschrieben hat, weil sie nichts Adäquates gefunden hat. Daher sollte der Inhalt, der Schreibstil und die Gestaltung des Buches unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Der Schreibstil ist (passend für Kinder) einfach gehalten. Nicht alle graphischen Darstellungen finden meine ungeteilte Zustimmung. Aber Geschmäcker sind eben verschieden. Das pinkfarbene Cover fällt auf, der Blattschnitt mit den Vornamen einiger Frauen ebenfalls.

Ich kenne bis auf ganz wenige Ausnahmen alle Frauen. Die Idee, die Frauen ihre kurz gehaltene Biografie selbst erzählen zu lassen, ist ein gelungener Einfall.

Manches wie die Geschichte von Sisis böser Schwiegermutter, die der Kaiserin die Kinder wegnimmt, ist inzwischen historisch nicht mehr zu halten. Nun ja, Romy Schneider lässt grüßen. Oder Alma Mahler-Werfel, die ihre antisemitische Haltung nie aufgegeben hat und der hier ein paar Worte der Reue in den Mund gelegt werden.

Fazit:

Das Buch, das in gediegener Aufmachung als Hardcover daherkommt, kann jedenfalls das Interesse von Kindern und Jugendlichen wecken, einige dieser Frauen näher betrachten zu wollen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

Veröffentlicht am 06.10.2025

Entzückendes Kinderbuch

OTTO fährt los – Weihnachten in Finnland
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Diesmal macht sich Zauberbus Otto mit seiner Urlaubsfamilie auf den Weg nach Finnland, um dort Weihnachten zu erleben. Doch das ist ganz anders als in Deutschland oder Österreich. Geschickt erläutert Autorin ...

Diesmal macht sich Zauberbus Otto mit seiner Urlaubsfamilie auf den Weg nach Finnland, um dort Weihnachten zu erleben. Doch das ist ganz anders als in Deutschland oder Österreich. Geschickt erläutert Autorin Madlen Ottenschläger, was finnische Weihnachten ausmacht. So lernen wir das Lucia-Fest, den Weihnachtsmann (den man hier Joulupukki nennt) sowie Weihnachtswichtel kennen. Die Urlauberfamilie bestehend aus Mama Rieke, Papa Jakob und Sohn Anton schlendert über den Weihnachtsmarkt, knabbert am finnischen Lebkuchen und staunt über Polarlichter.

Wie schon in den anderen Büchern dieser Reihe, sind die Texte für Kinder ab 4 Jahren sehr gut geeignet, um Interesse an fremden Ländern zu wecken. Die Illustrationen von Stephanie Reich sind abermals entzückend und lassen die Kinder zuvor Gelesenes entdecken.

Fazit:

Das Buch eignet sich perfekt als kleines Geschenk für die Weihnachtszeit. Gerne gebe ich ihm 5 Sterne.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Eine klare Leseempfehlung

Der deutsche Tycoon
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Dieser fünfte und möglicherweise, wie der Autor im Nachwort andeutet, letzte Fall für Hardy Engel gibt uns zunächst einen kurzen Rückblick in das Jahr 1920, als Hardy, damals noch als Reinhard Engel in ...

Dieser fünfte und möglicherweise, wie der Autor im Nachwort andeutet, letzte Fall für Hardy Engel gibt uns zunächst einen kurzen Rückblick in das Jahr 1920, als Hardy, damals noch als Reinhard Engel in die USA einwandert und am Pier in New York entscheidende Hilfe von Paul Levy erhält.

1932, Engel ist aktuell ein arbeitsloser Privatdetektiv, als sich die beiden wieder begegnen. Levy, nunmehr Paul Bern, hat es geschafft! Er ist nun einer der mächtigen Filmproduzenten von Metro-Goldwyn-Mayer und Ehemann von Hollywood-von Leinwandikone Jean Harlow (obwohl er eigentlich noch mit einer anderen Frau verheiratet ist).

Paul Bern beschafft Hardy einen lukrativen Job, was sowohl für den Privatdetektiv als auch für seinen besten Kumpel, den Barbesitzer Buck, der bei der Mafia hohe Schulden hat, einen Glücksfall darstellt. Wenig später wird Paul Bern ermordet und Hardy, der für seine Freunde so ziemlich alles tun würde, verbeißt sich in den Mordfall, der als Selbstmord vertuscht werden soll.

Natürlich geht das Ganze nicht ohne Blessuren für Hardy ab. Doch schlimmer ist die Erkenntnis, dass man in Hollywood niemandem trauen kann.

Meine Meinung:

Wie üblich verknüpft Autor Christof Weigold Fakten und Fiktion. Gekonnt stellt er die Schlangengrube Hollywood an den Pranger, die auch vor so manchem mächtigen Mann nicht Halt macht. Ob Bern Suizid beging oder doch einem Mord zum Opfer gefallen ist, ist nach wie vor Anlass für Spekulationen.

Wir begegnen zahlreichen etablierten Hollywood-Größen wie Clark Gable oder solchen, die es später, wie Cary Grant, noch werden sollten. Und ja, die zahlreichen echten oder erfundenen Sex-Affären von Clark Gable & Co machen auch vor Hardy Engel nicht Halt. Hollywood - DER Sündenpfuhl ist gespickt mit zahlreichen Affären zwischen Filmpartnern, ob Mann oder Frau, ungewollte Schwangerschaften, Ehebruch oder Bigamie.

Abermals hat Autor Christof Weigold viel Herzblut in die Recherche gesteckt und einen höchst komplexen Kriminalfall entwickelt. Manchmal ist nicht klar, ob Hardy aus diesem Interessenkonflikt unbeschadet herauskommen wird.
Jedenfalls steht sein Entschluss, dem Intrigantenstadel und Moloch Hollywood den Rücken zu kehren, fest. Wird es ihm gelingen?

Fazit:
Für Fans von komplexen Krimis, in denen gekonnt Fakten mit Fiktion verknüpft werden, ist die Hardy-Engel-Reihe höchst empfehlenswert. Gerne gebe ich hierfür 5 Sterne und hoffe doch auf eine Fortsetzung.

Veröffentlicht am 05.10.2025

Eine Leseempfehlung

Im Bann der Freibeuter
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Johann Christian Lotter entführt uns mit diesem historischen Roman in das 17. Jahrhundert. Als Rahmen dient die bevorstehende Hinrichtung des als Freibeuter verurteilten Richard Kreutzner, der eigentlich ...

Johann Christian Lotter entführt uns mit diesem historischen Roman in das 17. Jahrhundert. Als Rahmen dient die bevorstehende Hinrichtung des als Freibeuter verurteilten Richard Kreutzner, der eigentlich Sohn eines Silberminenbesitzers aus Freiberg in der Mark Meißen ist, und 1697 als 17-Jähriger der väterlichen Tyrannei entkommen ist. Bibliothekar in London wollte er werden. Doch in Hamburg fällt er auf einen Schwindel herein und findet sich auf einem Segler wieder, der anstatt nach London zu segeln auf die lange Reise nach China geht. wenig später wird aus dem ehemaligen Bergknappen ein unfreiwilliger Seemann und Freibeuter.

„Das Leben als Pirat ist anstrengend und der Gesundheit abträglich.”

In New York kommen Richard seine bergmännischen Kenntnisse zugute. Doch es hilft alles nichts. In London macht man ihm gemeinsam mit Captain Kidd und einigen anderen Männern den Prozess wegen Piraterie.

Während Richard Kreutzner mit fünf anderen Männern, darunter einem Mann namens Thursday, auf den Docks von London auf seine Hinrichtung durch den Strang wartet, wittert der Gerichtsreporter und Dichter Daniel Defoe eine spannende Story und lässt sich von Kreutzner die Geschichte seines Lebens erzählen.

Wird er in letzter Sekunde vom König begnadigt werden?

Meine Meinung:

Autor Johann Christian Lotter hat hier einen historischen Abenteuerroman geschrieben, der sich sehr gut lesen lässt. Wir begegnen historischen Personen wie William Kidd, der zunächst mit offiziellem Kaperbrief der englischen Krone ausgestattet, Jagd auf französische Schiffe macht, sowie unter anderem Daniel Defoe, der seinen Lebensunterhalt als Gerichtsreporter bestreitet.

Schon bei der Erwähnung der Namen Thursday und Daniel Defoe sind bei mir Erinnerungen an einen mehrfach verfilmten Lesestoff hochgekommen. Der geneigte Leser kann sich denken, dass es hier um Robinson Crusoe handelt.
Ist schon Defoes Robinson ein Tausendsassa, der angebliche 28 Jahre auf einer einsamen Insel überlebt, so steht ihm Christian Kreutzner in nichts nach. Als Bücherwurm hat er einiges theoretisches Wissen angehäuft und kann dieses nun endlich (?!) in die Praxis umsetzen. So baut er sich aus Holzstücken einen Jakobsstab mit dem er eine recht grobe Ortsbestimmung durchführen kann. Entzückend auch die Liebesgeschichte mit einer indischen Prinzessin, die ihm an Einfallsreichtum und handwerklichen Fertigkeiten ebenbürtig ist. ,

Schmunzeln musste ich, weil Kreutzner als Seemann nur bedingt geeignet ist. Er hat Höhenangst, weshalb das Klettern in den Wanten für ihn ein Albtraum ist und davon befreit wird. Nun ja, das halte ich für ein wenig geschönt und unwahrscheinlich. Genauso wird das harte Leben an Bord ein wenig weichgespült. Ja, es gibt den einen oder andern Seemann, der Richard nicht mit Wohlwollen begegnet. Als Geschützmeister macht Kreutzner seine Sache recht gut.

In den vier Jahren seit seiner Flucht vor dem Vater erlebt Richard mehr Abenteuer als ihm lieb sind. Dass sein Vater ein besonderes Exemplar an Unmenschlichkeit ist, zeigt der Brief, den er an den Sherriff von London schickt in dem erstens seinen Sohn als Piraten bezeichnet und zweitens einen Geldbetrag von neunzig Pfund Sterling und zwei Shilling einfordert.

Interessant ist die Erwähnung der Fahrkunst, einer frühen Variation eines bergmännischen Aufzuges, mit dem die Kumpel in die Stollen und Schächte befördert worden sind.

Fazit:

Diesem gelungenen Abenteuerroman, der sich flott lesen lässt, gebe ich gerne 4 Sterne.