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Venice

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2019

Marschmädchen

Der Gesang der Flusskrebse
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Kya ist gerade 6 Jahre als ihre Mutter sie ohne ein Wort des Abschieds verläßt. Mit einem Koffer in der Hand in ihren besten Schuhen verläßt sie die Hütte in der Marsch Landschaft vor der Küste North Carolinas. ...

Kya ist gerade 6 Jahre als ihre Mutter sie ohne ein Wort des Abschieds verläßt. Mit einem Koffer in der Hand in ihren besten Schuhen verläßt sie die Hütte in der Marsch Landschaft vor der Küste North Carolinas. Nach und nach verschwinden auch die älteren Geschwister, als letzter ihr Bruder Jodie. Kya bleibt alleine mit dem trinkenden und prügelnden Vater in der armseligen Hütte zurück bis dieser sie nach einer kurzen Phase der Annäherung ebenso verläßt.

Alleine in der Marsch schafft sie es zu überleben und sogar etwas Geld zu verdienen. Freunde findet sie in dem Tankstellenbesitzer Jumpin und seiner Frau Mabel die sie etwas unterstützen. Sie vertraut keinem anderen mehr und es dauert lange bis sie sich mit dem Jungen Tate anfreundet der ihr von Kind an vertraut ist. Sie hat in ihrem ganzen Leben nur einen Tag die Schule besucht doch Tate schafft es ihr Lesen und schreiben beizubringen. Ihr Lehrmeister ist die Natur, die Federn der Seevögel, die Muscheln am Strand und die vielen Lebewesen in der Marsch.

So verbringt sie ihr Leben in Ruhe und Abgeschiedenheit wenn da nicht ein anderer junger Mann ist der die Schöne aus der Marsch verführen möchte. Er verbringt einige Tage in der Stadt mit ihr und redet von Hochzeit bis sie aus der Zeitung von der Verlobung mit einer anderen Frau aus dem Dorf liest. Einest Tages wird Chase tot aufgefunden und Kya gerät in Verdacht ihn ermordet zu haben.

Ein wunderschöner Roman in dem man die Natur spüren kann und das einem gefangen nimmt. Der Schreibstil ist einfühlsam und unaufgeregt.

Veröffentlicht am 04.08.2019

Widerstand gegen die Staatsgewalt

Wo die Freiheit wächst
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Frank Maria Reifenberg ist mit seinem Buch ein bewegender Roman gelungen. In Briefform überwiegend aus Sicht der 16 jährigen Lene Meister die in Köln die Schrecken der Bombennächte des 3. Reiches erlebt. ...

Frank Maria Reifenberg ist mit seinem Buch ein bewegender Roman gelungen. In Briefform überwiegend aus Sicht der 16 jährigen Lene Meister die in Köln die Schrecken der Bombennächte des 3. Reiches erlebt. Dabei ist sie ein ganz normales Mädchen und möchte unbeschwert und frei von den Zwängen des BDM singen und mit Gleichgesinnten fröhlich sein. So kommt sie zu der Bewegung der Edelweißpiraten die sich gegen den Drill der Staatsgewalt auflehnt und singend in bunter Kleidung durch die Wälder wandert.

Lene hat nur nicht bedacht das ihre freien Äußerungen mitgelesen werden und so bringt sie auch ihre Freundin die es ins ferne Schlesien vertrieben hat in Gefahr. Ihr älterer Bruder ist an der Ostfront und erzählt aus der Sicht der Russlandfeldzüge. Der jüngere Bruder ist ein glühender Verfechter der HJ und ganz vorne mit dabei.

In ihren Briefen erzählt Lene vom harten Alltag im ausgebombten Köln, von knappen Lebensmitteln und schlaflosen Nächten. Als ihre Mutter bei einem Bombenangriff verletzt wird sieht sie sich gezwungen ihre beiden jüngeren Schwestern zu Verwandten aufs Land zu schicken wo die Versorgungslage noch besser ist.

Der Schreibstil in Briefform ist anfangs gewöhnungsbedürftig. Es fehlen die Dialoge die normalerweise ein Buch ausmachen. Aber man gewöhnt sich schnell an diese Form der Briefe und fiebert geradezu mit wie es weitergeht. Ein beeindruckendes Buch für Jung und Alt die hoffentlich nie eine solche Jugend erleben müssen.

Veröffentlicht am 14.07.2019

ungeklärte Vergangenheit

Unbarmherzig (Ein Gina-Angelucci-Krimi 2)
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Gina Angelucci hat sich die Elternzeit mit ihrem Mann Tino geteilt und tritt jetzt wieder ihren Dienst in der Münchner Abteilung für Cold Cases an während er sich um die kleine Chiara kümmert.

Als auf ...

Gina Angelucci hat sich die Elternzeit mit ihrem Mann Tino geteilt und tritt jetzt wieder ihren Dienst in der Münchner Abteilung für Cold Cases an während er sich um die kleine Chiara kümmert.

Als auf einem Kiesabladeplatz zufällig Knochen gefunden werden die offensichtlich seit 70 Jahren in der Erde waren, beginnen Gina und ihr Kollege Holger zu ermitteln. Sie finden den Ort wo der Kies beim Bau ausgehoben wurde und finden weitere Knochen. Eine Untersuchung ergibt das die beiden offensichtlich ermordet wurden.

Brisant, an der Stelle gab es zu Zeiten des zweiten Weltkrieges eine Munitionsfabrik in der Strafgefangene und Zwangsarbeiter gearbeitet haben. In einem zweiten Erzählteil gibt es die Tagebuchaufzeichnungen einer jungen Frau die dort arbeiten musste.

In dem Dorf Altbruck ist nach dem Entdecken der Knochen die Vergangenheit wieder lebendig. Gina und Holger gelingt es nach und nach die Puzzleteile zu sortieren und finden die Namen der beiden Toten. Im Dorf stoßen sie jedoch auf beharrliches Schweigen auf Fragen nach der Tat.

Die Mischung aus Ermittlungstätigkeit und dem Privatleben mit der behinderten Tochter ist gut gelöst, der Schreibstil ist lebendig und flüssig zu lesen auch wenn die Spannung etwas zu kurz kommt. Das Ende läßt einem jedoch nachdenklich zurück.

Ich bin gespannt auf weitere Auflösungen von 'Cold Cases'

Veröffentlicht am 14.07.2019

ein alter Zopf

Der Zopf meiner Großmutter
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Maxim kommt mit seinen Großeltern als jüdische Kontingentflüchtlinge von Russland nach Deutschland. Die Großmutter behütet den kleinen Maxim und dichtet ihm jede Menge Krankheiten an und füttert ihn nur ...

Maxim kommt mit seinen Großeltern als jüdische Kontingentflüchtlinge von Russland nach Deutschland. Die Großmutter behütet den kleinen Maxim und dichtet ihm jede Menge Krankheiten an und füttert ihn nur mit salzlosem Haferschleim. Dem Urteil des deutschen Arztes, der Junge sei kerngesund, kann sie nicht akzeptieren. An dem Kuchen zu seinen Geburtstagen darf er nur riechen aber nichts essen. Die Großmutter hat eine jüdische alleinerziehende Frau mit ihrer Tochter eingeladen. Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf. Der Großvater verliebt sich in die junge Frau und zeugt ein Kind mit ihr.

Als der kleine Tschingis geboren wird kann niemand den Vater leugnen. Da die junge Frau überfordert ist, zieht Margo den Kleinen mit auf, das Schicksal der beiden Familien vermischt sich.

Die Personen werden gut dargestellt, die Geschichte aus Sicht von Maxim erzählt ist teilweise sehr humorvoll wird gegen Ende aber zusehends abstrus und sehr überzeichnet und anstrengend zu lesen.

Veröffentlicht am 14.07.2019

Shopaholic in Singapur

Crazy Rich Asians
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Rachel ist glücklich mit ihrem Freund Nick. Als er zur Hochzeit seines besten Freundes nach Singapur eingeladen wird, beschließt er mit Rachel dort den Sommer zu verbringen. Kaum angekommen merkt Rachel ...

Rachel ist glücklich mit ihrem Freund Nick. Als er zur Hochzeit seines besten Freundes nach Singapur eingeladen wird, beschließt er mit Rachel dort den Sommer zu verbringen. Kaum angekommen merkt Rachel das Nick Sohn einer unfassbar reichen Familie ist und seine Eltern Rachel vorwerfen nur an das Geld ihres Sohnes zu wollen. Die schrecken vor nichts zurück und versuchen mehr über Rachels Herkunft herauszufinden.

Das Buch ist eine verrückte Mischung aus Shopaholic für Superreiche und einer romantischen Liebesgeschichte in Singapur. Die Beschreibungen der ganzen Designer Klamotten und der teuersten Hochzeit die China je erlebt hat haben schon einige Längen und lassen einem oft kopfschüttelnd zurück. Dabei ist der Schreibstil humorvoll, teils ironisch.

Das Buch gibt einen Einblick in die Welt der Superreichen im modernen Singapur und altem chinesischem Brauchtum. Hat eine Liebe in so einer Welt Besand? Kann eine Ehe mit so krassen Unterschieden halten, diese Frage trifft gleich mehrere Paare in diesem Buch.