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Veröffentlicht am 12.07.2025

Das Reich braucht ein neues Königskind

Die Bestimmung der Mondsteinkinder
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Eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Und über den Mut zur Veränderung.
Der Einstieg in das Buch gelang mir mühelos. Die Autorin schreibt in einer klaren, bildhaften Sprache mit der es leicht ...

Eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Und über den Mut zur Veränderung.
Der Einstieg in das Buch gelang mir mühelos. Die Autorin schreibt in einer klaren, bildhaften Sprache mit der es leicht fällt sich der Geschichte hinzugeben. Besonders gut gefallen hat mir, wie detailliert und gleichzeitig leicht verständlich die Welt beschrieben wird – man hat beim Lesen das Gefühl, direkt mit Meelo und Ria auf Reise zu gehen.
Hilfreich war auch die liebevoll gestaltete Karte am Anfang und Ende des Buches. So konnten die Stationen der Reise gut nachverfolgt werden, Auch das Personenverzeichnis zu Beginn war praktisch, um den Überblick zu behalten – besonders, da die Figuren wirklich zahlreich und facettenreich sind.
Meelo war mir von Anfang an sympathisch – ein Junge mit Ängsten und Träumen, der anfangs noch zurückhalten, später dann schon mutiger seinen eigenen Weg sucht. Seine Entwicklung im Laufe der Geschichte, ebenso wie die von Ria, hat mich beeindruckt. Beide wachsen an ihren Aufgaben und beweisen, wie wichtig Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt sind. Nebenfiguren wie Alba, Bea, Sturm und Darian bringen enorm viel Vielfalt in die Handlung – jede Figur hat ihre eigene Stimme und trägt etwas zur Geschichte bei.
Die Welt wirkt etwas mittelalterlich, setzt sich aus mehreren Stämmen zusammen und wird von kindlichen Königen regiert. Die fantastischen Elemente wie Flügelpferde, geheimnisvolle Orte und die kindliche Königswahl wirkt sie aber auch sehr originell und fantasievoll. Besonders schön fand ich, dass trotz Spannung und Abenteuer nie zu düstere oder bedrückende Töne angeschlagen wurden – das Buch bleibt auch in schwierigen Momenten hoffnungsvoll und altersgerecht.
„Die Bestimmung der Mondsteinkinder“ ist ein rundum gelungenes Fantasyabenteuer, das nicht nur junge Leser*innen begeistern dürfte. Es ist in sich abgeschlossen, lässt aber trotzdem genug Raum zum Träumen und Weiterdenken. Für mich eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 26.06.2025

Die Lösung für den Lehrermangel?

Der Lehrerinnendrucker
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Als Fritz und Carls Lehrerin in Mutterschutz geht und die Klasse nur noch von Aushilfen betreut wird, kommen die Jungs auf die Idee mit Hilfe von Philipps genialer Maschine sich eine Lehrerin zu auszudrucken. ...

Als Fritz und Carls Lehrerin in Mutterschutz geht und die Klasse nur noch von Aushilfen betreut wird, kommen die Jungs auf die Idee mit Hilfe von Philipps genialer Maschine sich eine Lehrerin zu auszudrucken. Doch wie sollte diese sein? Rasch wird die Klasse gefragt und dann gehts ab zur Metro. Solch ein Biomasse-Drucker braucht ja schließlich adäquates ‚Filament‘!

Der Lehrerinnendrucker wartet mit einer sehr ungewöhnlichen Idee auf, die uns sehr gefiel. Diese beschäftigt sich nicht nur mit der allgegenwärtigen Situation an Schulen sondern auch mit dem Können technischer Methoden und auch ein Stückweit um Ethik, ohne aber dabei den kindlichen Fokus zu verlieren.

Am Anfang, das muss ich zugeben, hatte ich etwas Probleme mich mit dem Schreibstil anzufreunden und fand das Vorlesen etwas holprig. Doch das legte sich mit der Zeit und aller spätestens mit dem doch sehr überraschenden Twist hatte uns die Geschichte vollends gepackt. Wer mehr über die Geschichte und deren Hintergründe erfahren möchte, dem rate ich auch noch zum Nachwort des Autors. Es hat mich das Buch nochmals in einem ganz anderen Licht sehen lassen.

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Veröffentlicht am 25.06.2025

Gut, aber mit kleinen Schwächen

Eisenblume
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Eisenblume ist ein Thriller, der mich in seiner Thematik ungeheuer fasziniert hat. Und obwohl das Vorwort Autorin den Leser toll ins Buch einstimmt, lässt es einen auch schon eine Vermutung zum Verlauf ...

Eisenblume ist ein Thriller, der mich in seiner Thematik ungeheuer fasziniert hat. Und obwohl das Vorwort Autorin den Leser toll ins Buch einstimmt, lässt es einen auch schon eine Vermutung zum Verlauf der Handlung
entwickeln. Also Vorsicht, falls ihr euch hier nicht spoilern lassen wollt, denn meine rasch gefasste Vermutung bestätigte sich dann auch- teilweise zumindest. Spannend fand ich dieses Buch aber trotzdem. Denn vieles bleibt lange ungewiss- auch dank der mangelhaften Ermittlungen nach dem verschwinden der Jugendlichen. Selbst die Identität der im Plot aufgefundenen Leiche wird lange verschwiegen, dass mein Interesse an diesem ‚Fall‘ durchaus nochmals erhöht hat. Nur habe ich bis zuletzt nicht ganz verstanden, wieso dieser Lagerort denn gewählt wurde. Hätte es da nicht einfachere Lösungen gegeben? Was aber hinter diesem Verbrechen letztendlich gesteckt hat ist düster und ging mir ans Herz. Tragisch in welchen Zuständen diese armen Menschen leben und was sie erdulden mussten. Mit dem realen Hintergrund ist dies noch sehr viel schwerer zu verdauen.
Nur mit dem Ermittlerteam wurde ich nie so richtig warm. Und das trotz der persönlichen Einblicke besonders jener in Fredrikas Leben. Ich fand beide interessant, mehr aber auch nicht.

Als ich Eisenblume las kannte ich das Vorgängerband nicht. Doch obwohl immer wieder darauf verwiesen wurde und die Ermittlungen des alten Falles weiterhin Bestandteil der Handlung waren, kam ich gut damit zurecht.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Justiz ja, Thriller nein

Die feindliche Zeugin
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‚Die feindliche Zeugin‘- ein Titel, der der Handlung leider schon einiges vorwegnimmt. Nichtsdestotrotz war ich neugierig auf die tatsächlichen Umstände der Tat, die gesellschaftlichen Hintergründe und ...

‚Die feindliche Zeugin‘- ein Titel, der der Handlung leider schon einiges vorwegnimmt. Nichtsdestotrotz war ich neugierig auf die tatsächlichen Umstände der Tat, die gesellschaftlichen Hintergründe und den Verlauf von Emmetts Verhandlung.

Alexandra Wilson, selbst Strafverteidigerin, lies ihre berufliche Erfahrung spürbar ins Buch mit einfließen. Sie beschreibt die Vorgänge ausführlich, äußerst realistisch und im Ton eher nüchtern. Sie nutzt wechselnde Perspektiven, die durchaus interessante Einblicke ins Rechtssystem und diversen gesellschaftlichen Themen eröffnen; eine tiefere emotionale Nähe entwickelte ich zu den Figuren aber dennoch nicht. Auch der Spannungsbogen blieb über längere Zeit eher moderat gespannt, das Tempo gemächlich.
Die Stärke dieses Thrillers sehe ich daher vielmehr im Umgang mit Themen, wie Rassismus und sozialer Ungleichheit, die sich besonders in Emmets stiller Wut über seine Behandlung, aber auch in Rosas Leben als schwarze Frau in der elitären, patriarchal geprägten Domäne des britischen Rechtssystems widerspiegeln.

Und auch wenn mich Wilsons Stil nicht immer überzeugen konnte, bleibt ‚die feindliche Zeugin‘ dennoch ein relevantes, nachdenklich stimmendes Buch mit aktueller, gesellschaftskritischer Bedeutung.

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Veröffentlicht am 11.06.2025

So schön!

Das nennt man Glück
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‚Das nennt man Glück‘ ist ein richtiges Kinderbuch-Highlight! Ein Buch, das sich nur schwer aus der Hand legen lässt. Es ist herzerwärmend schön und spannend zugleich, und lässt einem das Glück auch im ...

‚Das nennt man Glück‘ ist ein richtiges Kinderbuch-Highlight! Ein Buch, das sich nur schwer aus der Hand legen lässt. Es ist herzerwärmend schön und spannend zugleich, und lässt einem das Glück auch im Kleinen sehen.

Janan und ihre Brüder unterstützen ihre Familie mit eigenen Ideen bei der Wohnungssuche und werden selbst aktiv, merken aber dabei auch wie schwierig es ist in Hamburg eine bezahlbare Wohnung zu finden. Ein Obdachloser lässt Janan über das Leben ohne Dach über dem Kopf nachdenken und eine Nachricht aus der Heimat erschüttert die Familie Mirza sehr. Ein Glück, dass sie hier in Hamburg nicht den selben Gefahren ausgesetzt sind und ein noch größtes, dass es Diyan bald etwas besser geht und dank der Spendenaktion der Kinder auch wieder Mut fasst. Ja, Glück ist überall, man muss es nur sehen.


Egal ob auf Wohnungssuche oder einfach ‚nur so‘ gelesen, dieses Buch enthält eine ganz wunderbare Botschaft, die einen sehr berührt und begeistert. Meine Kinder lieben diese Familie und ihre Geschichte so sehr, dass ich dieses Buch bereits zum zweiten Mal vorlese.

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