Platzhalter für Profilbild

Waschbaerin

Lesejury Profi
offline

Waschbaerin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Waschbaerin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2020

Tradition und Moderne stehen sich gegenseitig im Wege

Indian Cowboy
0

"Indian Cowboy - Der rote Mustang" ist der dritte Band einer Reihe, der im heutigen US-Amerika spielt. Im Mittelpunkt steht auch hier Ryen, ein junger Lakota, der die Tradition seines Stammes in sich trägt, ...

"Indian Cowboy - Der rote Mustang" ist der dritte Band einer Reihe, der im heutigen US-Amerika spielt. Im Mittelpunkt steht auch hier Ryen, ein junger Lakota, der die Tradition seines Stammes in sich trägt, aber in einer modernen Welt lebt. Längst hat er begriffen, dass es auch im Reservat Veränderungen geben muss, will man den Nachkommen ein eigenständiges Leben und eine bessere Zukunft gestalten. Bisher konnte er seine Familie mit seinem Geld, dass er in der weißen Welt verdiente unterstützen. Doch dieses Leben hat ihn innerlich zerrissen. Für die Stammesangehörigen ist er ein Weißer geworden, jedoch für die Weißen ist er eine Rothaut. Ryan muss sich entscheiden, wie es in seinem Leben weitergehen soll.
Seine Ausbildung bei der Air-Force (1. Band), verbunden mit seinem indianischen Talent, ist sein Kapital, auf dem er eine Zukunft aufbauen kann. Das weiß er inzwischen. Er kann nicht nur gut reiten, nein, er ist auch ein genialer Autofahrer und so führt ihn sein Weg - natürlich hat auch da wieder Ryan's gutmütiger Freund Baxter seine Hände im Spiel - in einen Rennstall. Alte Mustangs werden aufgemöbelt und die Rennen finden nicht auf ausgebauten Strecken statt, sondern im freien Land. Schon bald ist der unbekannte Indianer der Star unter den Fahrern und bringt dem Rennstallbesitzer viel Geld ein. Da sind Missgunst und Neid der anderen Fahrer vorprogrammiert. Doch damit nicht genug, gibt es auch noch dunkle Geschäfte. Dass es dadurch zu einem schweren Unfall kommt, bei dem Ryan gefährlich verletzt wird, nehmen die Beteiligten billigend in Kauf. Das ist der Inhalt des Buches in Kurzfassung, ohne zu viel zu verraten.

Jedoch, der Roman ist wesentlich mehr. Die Autorin hat gute Recherche über indianische Kultur, speziell des Stammes der Lakota betrieben und dies immer wieder in die Handlung des Romans eingebunden. Das Buch ist also nicht nur Unterhaltung, sondern ganz nebenbei erfährt man mehr über diesen Indianerstamm. Hintergründe zu seinen Sitten, seinen Bräuchen und seiner Rieten. Ich möchte nur ein Beispiel anführen: Die ursprüngliche Gewinnung des Gesteins zur Herstellung bestimmter Pfeifen war mir bisher völlig unbekannt. Ich fand es faszinierend, darüber zu lesen. Die Bräuche wurden von Generation zu Generation weitergegeben und haben einen tieferen Sinn. Ob dies allen heutigen Indianern in ihren Reservaten noch bekannt ist, sei mal dahingestellt. Wie überall gibt es auch dort Gebildete und Ungebildete, Stammesälteste die an Hergebrachtem festhalten wollen und solche wie Ryan, die mit der Zeit gehen und den Fortschritt wollen. Ryan's Ziel ist es, die Farm umzugestalten um Gäste aufzunehmen die Geld einbringen, damit die Familie nicht mehr nur von der Hand in den Mund leben muss. Moderne und Tradition stehen sich da gegenseitig im Wege.
Für den Inhalt dieses Romans gebe ich auf jeden Fall volle fünf Sternchen. Das ist der Autorin Brita Rose Billert wirklich sehr gut gelungen. Leser, die sich für die indianische Kultur interessieren, werden von Anfang an gefesselt sein, von diesem Roman. Sprachlich sollte noch etwas aufpoliert werden. Deshalb mache ich einen Abzug von einem Sternchen.


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.12.2019

von Seattle nach Jackson Hole

Das Verschwinden der Jamie Mason
0

Das Buch "Das Verschwinden der Jamie Mason" von Elizabeth Goddard war für mich ein doppeltes Erlebnis - unternahmen wir doch im vergangenen Jahr eine Reise im Wohnmobil quer durch die USA. Einer unserer ...

Das Buch "Das Verschwinden der Jamie Mason" von Elizabeth Goddard war für mich ein doppeltes Erlebnis - unternahmen wir doch im vergangenen Jahr eine Reise im Wohnmobil quer durch die USA. Einer unserer ersten Stopps war in Jackson Hole, wo wir in dem Westernörtchen Jackson mit den Amerikanern auch den 4th of July feierten und der Parade beiwohnten. Die letzten Tage verbrachten wir in Seattle, der Stadt im State Washington, in der dieser Roman seinen Anfang nimmt.
Die Autorin schreibt sehr lebendig und so hatte ich bereits auf den ersten Seiten wieder das Straßengewirr von Seattle, mit dem schneebedeckten Mount Rainier im Hintergrund, vor meinen Augen.

Die Protagonistin ist Willow Anderson, die in dem Ermittlungsunternehmen ihres Großvaters J.T. mitarbeitete. Er war spezialisiert darauf, Menschen im Rahmen von Ahnenforschungen zu finden. Doch es gab auch andere Aufträge. Willow ist zu Beginn des Romans tiefst verunsichert, denn gerade erst verstarb ihr Großvater bei einem Verkehrsunfall mit Unfallflucht. Wie sollte es nun weitergehen? Woran arbeitete ihr Großvater, als er totgefahren wurde?
Anfangs will sich Willow ihrem Schmerz über diesen unendlichen Verlust hingeben, entscheidet sich dann doch dafür, den letzten Fall Ihres Großvaters noch zu einem Ende zu bringen. J. T. sollte einer an Krebs erkranken Frau helfen, ihre vor 21 Jahren entführte Tochter zu finden, damit die Mutter ihrer Tochter sagen kann, dass sie die ganzen Jahre immer nach ihr gesucht hat und nun in Frieden sterben kann.
Doch bevor Willow alle Unterlagen sichten kann, wird ihr das Haus über dem Kopf abgefackelt. Brandstiftung?
Dann Szenenwechsel: Wir begegnen Austin, der sich auf den Weg nach Seattle macht, da er von J. T um Hilfe in seinem letzten Fall gebeten wurde. Austin, ein ehemaliger Kampfpilot und FBI Agent fühlt sich nicht ganz wohl in seiner Haut, als er in Seattle aus dem Flugzeug steigt. Immerhin hatte er vor wenigen Jahren eine Beziehung zu Willow, die aber nach gegenseitigen Verletzungen zerbrach. Austin kommt gerade zur richtigen Zeit, als Willow ohne Dach über dem Kopf dasteht. Gemeinsam fangen sie an, die Puzzleteile des Falles einzusammeln und wieder neu zusammen zu setzen. J. T. wollte nach Wyoming, genauer gesagt in das Gebiet von Jackson Hole. Was Austin bisher Willow nicht erzählte, genau in dieser Gegend ist er in einem schwierigen Elternhaus aufgewachsen, hat sich mit seinen Brüdern nach dem Tode des alkoholkranken Vaters dermaßen verkracht und seit einigen Jahren den Kontakt abgebrochen.
So viel, um in diesen Roman reinzukommen. Dann gibt es da noch die Mitarbeiterin und beste Freundin von Willow - Dana. Sie hält in Seattle die Stellung, beschafft wichtige Informationen, während Willow und Austin in Jackson nachforschen. Welche Spur verfolgte J. T., die ihn nach Wyoming führen sollte?
Die Autorin beschreibt die Schönheit des Grand Teton National Parks in WY, seine Weite und Vielfalt, dass mich sofort die Sehnsucht erfasste, wieder dorthin zu fahren. Wer in der schier endlosen Wildnis des Grand Teton nicht gefunden werden will, der bleibt für ewig verschollen. Vorausgesetzt, die Person ist daran gewöhnt, in der Wildnis zu überleben.
Natürlich lebt die Beziehung zwischen Willow und Austin wieder auf. Doch anders als in vielen anderen Romanen, werden keine heißen Liebesszenen beschrieben. Das fand ich sehr erholsam und angenehm. Vielmehr kam dabei die gegenseitig Wertschätzung zum Ausdruck und weniger die Begierde. Das amerikanische Alltagsleben beschreibt die Autorin sehr treffend. In den USA gehört es dazu, dass man vor dem Essen betet und Gott für die Gaben dankt. Worin wir in D. sehr nachlässig sind, das steht in den US-Familien ganz oben. Egal welcher Glaubensgemeinschaft man angehört.
Das Ende des Romans ist dann Überraschung pur. Aber bis man da angelangt ist, erlebt man als Leser Familienbande als auch Familiendramen mit Aussöhnung. Der Spannungsbogen ist weit gespannt und man fieberte viele Seiten lang mit.

Veröffentlicht am 22.10.2019

Entscheidungen, die keine endgültigen Entscheidungen sind

Drei Leben mit dir
0

In dem Buch "3 Leben mit Dir" von Kerstin Böhm stehen die drei Freunde Rebecca, Jonas und Marc im Mittelpunkt dieses Romans.
Es beginnt mit der Beerdigung von Jonas, der mit Rebecca auf einer Reise durch ...

In dem Buch "3 Leben mit Dir" von Kerstin Böhm stehen die drei Freunde Rebecca, Jonas und Marc im Mittelpunkt dieses Romans.
Es beginnt mit der Beerdigung von Jonas, der mit Rebecca auf einer Reise durch Südamerika getötet wurde, als er Rebeccas Armband einem Diebe entreißen wollte. Jonas Mutter macht Rebecca für den Tod ihres Sohnes verantwortlich und beim Lesen ging mir durch den Kopf, "welche ein Albtraum!" Nicht genug damit, dass Rebecca alleine zurück bleibt, sie muss auch noch mit den Vorwürfen ihrer "Schwiegermutter" in Zukunft leben und wohl immer Zweifel haben, ob sie nicht doch eine Schuld trifft.
Doch dann das 2. Buch.
Es gibt die Möglichkeit, an einer bestimmten Stelle des Lebens die Ereignisse zu ändern, eine andere Entscheidung zu fällen und somit im Leben einen anderen Weg einschlagen. Wer wünscht sich das nicht? Wie oft trifft oder traf man eine Entscheidung, die man am liebsten wieder rückgängig machen würde. Doch im wahren Leben ist das nicht möglich. Jedoch, das ist das Besondere eines Romans. Dort kann man die Ereignisse beliebig steuern.
Rebecca, Jonas und Marc sind auch hier beste Schulfreunde, doch Rebecca, sehr wankelmütig und ansonsten überhaupt nicht entscheidungsfreudig, verliebt und entscheidet sich für Marc, dem man eine erfolgreiche Karriere vorhersagt. Er weiß was er will, wirkt wie ein fester Untergrund, auf dem man sein Haus bauen kann, damit es auch im Sturm fest steht. Jonas wirkt dagegen etwas leichtlebig, ohne konkrete Pläne für die Zukunft. Auch er geht seinen Weg, doch anders. Obwohl er sehr intelligent ist, wirkt er unstet macht mal dies und dann will er das. Am Ende veröffentlicht er, schreibt über die Kunstszene. Und Rebecca verfolgt seine Veröffentlichungen, träumt von ihm und nimmt wieder Kontakt auf, gerät irgendwann (wieder) in seinen Bann.
Ganz klar, so wie beide Männer - Jonas und Marc - beschrieben werden, ist in diesem Roman das Leben an Jonas Seite ein reizvolles Abenteuer, nichts Vorhersehbares, romantisch und viel aufregender als das Leben an der Seite von Marc.
Auch die übrigen Personen dieses Buches sind klar dargestellt, dass man sich jeden einzelnen konkret vor seinem inneren Auge sehen kann. Die Mutter von Rebecca, ihr verstorbener Vater, den sie noch immer so vermisst, als auch Jonas wohlhabenden Eltern, seine überkandidelte Mutter, die für ihren Sohn immer das Außergewöhnliche wollte.
Wer dieses Buch liest, sollte auch Interesse an der Musikszene haben, denn immer wieder spielen bestimmte Musikstücke eine große Rolle. Rebecca und Jonas - irgendwie sind sie sich sehr ähnlich.
Es ist ein Frauenbuch, das sich gut und flüssig lesen lässt. So richtig was für einen verregneten Sonntag auf der Couch, wenn man Lust auf Romantik hat.

Veröffentlicht am 01.09.2019

Eine junge Frau aus dem Pariser Banlieue trifft auf drei Nonnen im Kloster

Eine himmlische Katastrophe
0

"Eine himmliche Katastrophe" von Thomas Montasser ist ein liebenswertes Taschenbuch von gerade mal 177 Seiten, das sich wunderbar in einer Handtasche verstauen lässt um in Bus oder Bahn auf dem Weg zur ...

"Eine himmliche Katastrophe" von Thomas Montasser ist ein liebenswertes Taschenbuch von gerade mal 177 Seiten, das sich wunderbar in einer Handtasche verstauen lässt um in Bus oder Bahn auf dem Weg zur Arbeit gelesen zu werden. Mit solcher Lektüre lässt sich der Tag wunderbar und mit einem Lächeln auf den Lippen beginnen.

Wir begegnen in diesem Unterhaltungsrom 3 älteren Nonnen in einem abgelegenen Kloster in Burgund. MIt den Finanzen ist es recht schlecht bestellt und die geldlichen Sorgen begleiten die drei gottesfürchtigen Frauen durch ihren Tag. Das Ende der Klostergemeinschaft scheint greifbar nah.

Doch dann kommt Louise aus dem Pariser Banlieue, mit Tatoos und Piercing! Nicht freiwillig reist sie in diesen abgelegenen Teil Frankreichs, sondern als eine Art Strafe. Das Gericht hat es ihr auferlegt. Alkohol, Drogen, schlechter Einfluss von Freunden - zu all dem soll sie Distanz gewinnen und ihr Leben neu überdenken.

Dass es bei dem Aufeinandertreffen von Lou und den drei ältlichen Nonnen (eine ist ihre Tante) zu Konflikten kommt, versteht sich von selbst. Erst die Musik wird zum Bindeglied und Lou muss erkennen, dass Nonnen auch ganz weltlich denken. Was es mit "Ein göttlicher Harem" auf sich hat, kann der Leser - wahrscheinlich werden es eher Leserinnen sein - in diesem Büchlein miterleben.

Obwohl es sich um einen locker und leicht zu lesenden Unterhaltungsroman handelt, verwendete der Autor eine ansprechende und gut gewählte Sprache. Ganz nebenbei erfahren wir auch noch dies und das über Land und Leute in Frankreich.

Wie oben schon bemerkt, es ist ein liebenswertes Taschenbuch in kleinem Format, das man ganz bequem im Rucksack oder der Handtasche transportieren kann. Vielleicht inspiriert es auch den ein oder anderen Leser, auf einem Ferientripp diesen Teil Frankreichs zu besuchen und vielleicht den Wein und den Käse zu kosten.

Veröffentlicht am 09.08.2019

In den Highlands

Die Melodie der Schatten
0

Jeder von uns hat sicherlich seine eigenen Vorstellungen von den Highlands in Schottland. Prinz Charles, bekleidet mit einem Kilt, hat wohl jeder schon mal im TV oder einer Illustrierte gesehen. Dazu ...

Jeder von uns hat sicherlich seine eigenen Vorstellungen von den Highlands in Schottland. Prinz Charles, bekleidet mit einem Kilt, hat wohl jeder schon mal im TV oder einer Illustrierte gesehen. Dazu karge Landschaften, düstere Schlösser oder Burgen, die Clans - alles zusammengenommen setzt sich vor meinem inneren Auge zu einem bestimmten Bild zusammen. Ob das so stimmig ist?

All diese Vorstellungen geisterten in meinen Kopf herum, als ich den Blick auf das Cover des Buches "Die Melodie der Schatten" von Maria W. Peters warf und wurde durch die anmutige Frauengestalt mit dem wehenden rötlichen Haar um eine Nuance erweitert. Ich war neugierig geworden.

Das es sich bei diesem Buch nicht nur um einen historischen sondern auch um einen Frauenroman handelt, ergab sich schon aus der Inhaltsangabe. Zwar ist die Sparte "Frauenroman" nicht das Genre, nach dem ich spontan greife, jedoch - die Neugierde siegte. Um es gleich zu sagen, das Lesen hat sich gelohnt. Die brütend heißen Sommertage verbrachte ich mit Lesen und war im 19. Jahrhundert in den Highlands unterwegs.

Es ist ein Unterhaltungsroman für Frauen und nach diesem Kriterium habe ich auch zu bewerten.

Fiona Hemington reist mit Tante und Advokat in einer Pferdekutsche durch die Highlands. Im völligen Nirgendwo werden sie überfallen und - ist es Glück oder Zufall - sie kann sich retten, wird nicht wie ihre Mitreisenden ermordet. Lange irrt sie umher, bis sie in der Ferne ein Licht sieht, das zu einem Herrenhaus gehört. Völlig durchnässt und verdreckt bittet sie dort um Hilfe, die ihr auch gewährt wird.
Aidan, der Besitzer von Thirstane Manor wirkt auf sie genau so düster und abweisend wie der "alte Kasten", der irgendwann mal bessere Zeiten gesehen haben musste.

Was von diesem Moment an auf Fiona einstürzt und ihr ruhiges und bisher vom Vater vorgegebenes Leben völlig aus den vorgegebenen Bahnen wirft, ist schon gewaltig. War sie zu Beginn des Buches ein wohlbehütetes und naives Mädchen, bereit ein langweiliges Leben in Abgeschiedenheit bei ihrer Tante zu verbringen (das ihr vom Vater aufgezwungen wurde), so entwickelt sie sich zu einer jungen Frau, die irgendwann ICH WILL sagen kann. Was ihr Vater immer abfällig als Leiden bezeichnete, nimmt sie nun als besondere Gabe an. Die Autorin lässt uns abtauchen in Mystik, Spukgeschichten und eine "schwarze Gestalt" - ist sie gut oder böse? - geistert auch durch die dunklen Gänge des Anwesens.

Obwohl der Unterhaltungsroman in den schottischen Highlands spielt, spannte die Autorin auch einen Bogen nach Australien, dem Kontinent, auf den Verbrecher des Mutterlandes verbannt wurden. Beim Lesen bekommt man den Eindruck von der Willkür vermittelt, mit der auch unschuldige, aber unliebsame Bürger in weiter Ferne "entsorgt" wurden. Zimperlich waren die Menschen damals ganz bestimmt nicht. Was mir sehr gut gefällt ist der Anhang, der das Leben und Wirken der Clans erläutert und dem Leser den historischen Hintergrund verständlich macht, z. B. die Vertreibung der einfachen Pächter, die Willkür mit der das Land regiert wurde usw.

Mit dem Schreibstil hat die Autorin genau meinen Nerv getroffen. Ich mag einen guten Ausdruck in der dtsch. Sprache. Nachdem ich mit dem Lesen anfing, mochte ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. Wie bereits oben erwähnt, Frauenromane sind üblicherweise so gar nicht mein Ding, doch von diesem Buch war ich total eingenommen. Ich wünsche der Autorin mit diesem Roman viel Erfolg und vor allem zahlreiche Leser.

MIt den Sternchen liege ich zwischen 4 und 5.