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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2021

Wunderbarer Spaß

Luftpiraten
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Meinung:
Ich liebe die Fantasie dieses Buches. Das ganze Setting, insbesondere aber einzelne Ideen sind wirklich toll. Das fängt bei Namen an, beispielsweise dem des Oberpiraten Peer Dekret oder des Professors ...

Meinung:
Ich liebe die Fantasie dieses Buches. Das ganze Setting, insbesondere aber einzelne Ideen sind wirklich toll. Das fängt bei Namen an, beispielsweise dem des Oberpiraten Peer Dekret oder des Professors Theo Rettich und zieht sich durch die ganze Geschichte. Hier geht ein ganz klares Lob an Autor Markus Orths.
Doch das Buch überzeugt nicht nur durch Wortwitz und andere nette Ideen, sondern auch durch liebevoll gestaltete Charaktere und die richtige Moral. Diese ist auf den ersten Blick gar nicht erkennbar. Denn zu Beginn lernt der Leser die Luftpiraten als einzelgängerisch, streitsüchtig und herrisch kennen. Erst im Laufe der Geschichte zeigt besonders Hauptfigur Zwolle das es auch anders geht. Er sorgt zusammen mit seinen Freunden dafür, dass Zusammenhalt, Akzeptanz und Hilfsbereitschaft eine immer größere Rolle spielen und bringt so gute Botschaften für die jungen Hörer mit. Besonders das Einzigartigkeit oder Anderssein nicht gleich negativ sein müssen, gefiel mir sehr.

Apropos hören – gerade die Kinder dürften viel Freude an Sprecher Axel Prahl haben. Er liest die Geschichte der Luftpiraten mit voller Leidenschaft. Teilweise schon so authentisch, dass es fast wehtut in den Ohren. Dies kann anstrengend sein, ist aber trotzdem keine wirkliche Kritik. Denn die Figuren sollten in meinen Augen genau so gesprochen werden. Prahl schafft es durch seine Intensität, die Streitlust der Luftwesen wunderbar umzusetzen. Ein Fest für die Kids, die so noch mehr zu lachen haben.

Fazit:
Ein tolles Hörbuch, welches durch gute Ideen, Humor und die liebevolle Art überzeugt. Zu viel am Stück konnte ich aber nicht hören, da es manchmal anstrengend wurde.

Veröffentlicht am 02.02.2021

Berührend

Verloren in Eis und Schnee
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Es gab zum Jahresstart viele schöne Bücher bei mir, doch mit Abstand am meisten berührt hat mich dieses Werk. Die Geschichte junger russischer Zwillinge während des Zweiten Weltkriegs erzählt von einem ...

Es gab zum Jahresstart viele schöne Bücher bei mir, doch mit Abstand am meisten berührt hat mich dieses Werk. Die Geschichte junger russischer Zwillinge während des Zweiten Weltkriegs erzählt von einem Italiener, Baujahr 1980. Doch wenn man dieses Buch liest, könnte man zeitweise meinen, er wäre dabei gewesen.

In Tagebuchform wechselnd von den beiden Kinder geschrieben, wird diese Geschichte erzählt und gibt dabei einen Einblick in eine eher unübliche Perspektive. Meist liest man über den Weltkrieg ja doch eher Geschichten von Soldaten, Kriegsgefangenen oder Verfolgten. Dabei sind die Erlebnisse von Victor und Nadja erzählenswert. Auch wenn nicht alles auf Tatsachen basiert und manches doch recht fantastisch anmutet, ist die erzeugte Stimmung durchaus authentisch. Der Autor schafft es ausgezeichnet, die Gefühle eines Kriegsopfers zu beschreiben, ohne dabei effekthascherisch zu sein. Die Eindrücke werden durch Dutzende Fotos, Zeichnungen und Ähnliches verstärkt, die als vermeintliche Erinnerungsstücke ihre Wirkung auf den Leser nicht verfehlen. Man kann die Kinder vor dem geistigen Auge im Kerzenschein ihre Tagebücher schreiben sehen.

Wem die Thematik nicht zu heftig ist, dem kann ich dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Eine berührende Geschichte, die von mir volle ★★★★★ bekommt.

Veröffentlicht am 20.01.2021

Starke Protagonistin

The Prom
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Meinung:
Eine Teenagergeschichte im klassischen Highschool-Setting, eine Außenseiterin, die beliebten Sportlerkids und ein Abschlussball. So weit, so bekannt. Hier gibt es lediglich den Unterschied,
das ...

Meinung:
Eine Teenagergeschichte im klassischen Highschool-Setting, eine Außenseiterin, die beliebten Sportlerkids und ein Abschlussball. So weit, so bekannt. Hier gibt es lediglich den Unterschied,
das die Protagonistin homosexuell ist. Ein gerade in heutigen Zeiten viel diskutiertes Thema, das mittlerweile eigentlich nicht mehr der Rede wert sein sollte. Nicht weil es darüber nichts zu erzählen gäbe, sondern weil es egal sein sollte, wen man liebt. Doch diese Geschichte macht deutlich, dass dem nicht so ist.

Protagonistin Emma muss in der Geschichte viel leiden, weil sie von ihrem konservativen Umfeld als nicht normal wahrgenommen wird. Eine Tatsache, die wenig verwunderlich ist im ländlichen Amerika mit der Bibel als Leitfaden für alle Lebenslagen. Doch Emma ist für mich in diesem Buch noch annähernd die „normalste“ Person. Sie vermittelt wunderbar die Ängste, Enttäuschungen und die heimlichen Freuden, die mit ihrer Sexualität einhergehen. Im Vordergrund steht dabei immer nur der eigentlich simple Wunsch dazugehören zu wollen.

Auch ihre Freundin Alyssa gibt ein gelungenes Beispiel ab für jemanden, der vor lauter Ängsten sein eigenes Glück verschläft. Man möchte ihr während des Lesens mehrfach den Hals umdrehen für ihre Feigheit, auch wenn man im Grunde nachvollziehen kann, wie schwierig mancher Schritt für sie ist.
Diese beiden Charaktere machen das Buch zu mehr als einer oberflächlichen Teeniegeschichte und haben mich zeitweise wirklich berührt.

Doch natürlich geht es nicht ohne amerikanisches Drama. Dafür sind die Freunde am Broadway und das realitätsferne Ende zuständig. Schade, dass die Geschichte so schließen musste, auch wenn die Autorin da nicht viel Wahl hatte. Denn soweit ich weiß, basiert die Geschichte auf einem Musical, sodass ich eigentlich die Autoren von Selbigem hier ausschimpfen möchte.
So bleibt mir schlussendlich nur ein Punktabzug für eine Geschichtes deren leise Töne deutlich stärker wirken als das laute Brimborium.

Fazit:
Mich hat die Geschichte teilweise wirklich mitgenommen, ich hätte mir nur mehr Sinn für Realität und weniger Hollywood gewünscht.

Veröffentlicht am 14.01.2021

Zwiegespalten

Das Antiquariat der Träume
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Meinung:
Lars Simon hat hier ein Buch geschrieben, das sich recht schwer beschreiben lässt. Es ist irgendwie schön, aber nicht in allen Aspekten, macht neugierig, aber nicht auf alles, macht traurig, aber ...

Meinung:
Lars Simon hat hier ein Buch geschrieben, das sich recht schwer beschreiben lässt. Es ist irgendwie schön, aber nicht in allen Aspekten, macht neugierig, aber nicht auf alles, macht traurig, aber nur zeitweise.
Den Leser begleitet ein stetiges Auf und Ab, obwohl es inhaltlich keine großen Ausreißer gibt. Denn die meiste Zeit plätschert diese Geschichte einfach vor sich hin. Manchmal war ich während des Lesens sogar gelangweilt, weil sich die Geschichte ein wenig im Kreis gedreht hat und immer wieder dasselbe Thema aufnahm. Zeitweise war ich aber auch berührt von Johan und seinem Schicksal und dieser Liebe, die ihn nicht loslässt.

Besonders überzeugend fand ich die Idee der literarischen Figuren als Dialogpartner für Johan.
Da geht mir das literarische Herz auf. Auch das Setting mit dem Antiquariat, den Büchermärkten usw. ist natürlich was für Bücherfreunde. Hier hätte ich mir aber etwas mehr Atmosphäre gewünscht.
Allgemein ist es damit in diesem Buch nicht allzu weit her. Die Geschichte fokussiert sich doch deutlich auf Johan als Person und weniger auf das Drumherum. Er hat mir als Protagonist gut gefallen, auch wenn er mir oft leidtat. Er ist schrullig, aber auch irgendwie drollig dabei. Ein ernster und eher ruhiger Geselle, aber auch ein guter Gesellschafter, wenn er Lust dazu hat.
Insofern passt er irgendwie wunderbar zum Buch mit seinen verschiedenen Facetten.

Fazit:
Ich mochte das Buch ganz gerne, denke aber nicht, das ich es unbedingt noch einmal lesen müsste. Wer ruhige Geschichten mit Fokus auf Personen mag, könnte ein Auge auf dieses Buch werfen.

Veröffentlicht am 31.12.2020

Schöne Story mit kleinem Quälgeist

Malvina Moorwood (Bd. 1)
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Meinung:
Dieses Buch hat eigentlich alles, was ein gutes Kinderbuch braucht. Eine freche Protagonistin mit schön gezeichneten Nebenfiguren um sich rum. Ein tolles Setting hier in Form eines uralten Schlosses ...

Meinung:
Dieses Buch hat eigentlich alles, was ein gutes Kinderbuch braucht. Eine freche Protagonistin mit schön gezeichneten Nebenfiguren um sich rum. Ein tolles Setting hier in Form eines uralten Schlosses und eine spannende Geschichte mit der Suche nach dem Familienschatz. Hinzu kommen auch noch sehr hübsche Illustrationen, die die Story wunderbar ergänzen.

Leider reicht es aber trotzdem nicht zu einer vollen Sternebewertung, da es zwei klare Kritikpunkte gibt. Zum einen den kleineren Kritikpunkt, nämlich den große Zufall. Dieser hilfreiche Zufall ist oft eine ganze Nummer zu groß. Die beiden Hauptfiguren kommen meist nicht durch Grips oder Anstrengung weiter, sondern vor allem durch den besagten Effekt. Das ist schade, da es hier sicherlich auch andere Möglichkeiten gegeben hätte.
Viel relevanter fand ich beim Lesen allerdings Problem Nummer 2, nämlich Malvina selbst. Selten hat mich ein kleines Mädchen so genervt. Ich will und zwar jetzt – das scheint ihr liebstes Motto zu sein. Die Kleine ist ungeduldig, flippt aus, wenn ihr etwas nicht passt und fühlt sich ständig zu wenig beachtet. Ein richtiges Trotzkind. Das ist schade, denn die Beschreibung der anderen Familienmitglieder waren wirklich nett und man kann sich die bunt zusammengewürfelte Großfamilie sehr gut vorstellen. Mit den sonstigen Charakteren konnte der Autor also klar punkten. Hier stellt lediglich Malvina den Wermutstropfen da.

Zum Glück werden die Minuspunkte durch erfreuliche Aspekte wie einen schönen Schreibstil und eine hübsche Aufmachung abgemildert, sodass am Ende 4 Sterne stehen bleiben.

Fazit:
Ein gutes Konstrukt mit einer schwachen Protagonistin. Wer darüber wegsehen kann, wird hier seine Freude haben.