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Veröffentlicht am 10.12.2018

Ein schönes Relikt aus einer anderen Zeit

Mittagsstunde
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In Brinkebüll ticken die Uhren anders. Oder doch nicht so anders, eher stellvertretend. Stellvertretend für viele Dörfer im hohen Norden, die einstmals von Landwirtschaft geprägt waren, in denen es nicht ...

In Brinkebüll ticken die Uhren anders. Oder doch nicht so anders, eher stellvertretend. Stellvertretend für viele Dörfer im hohen Norden, die einstmals von Landwirtschaft geprägt waren, in denen es nicht viel mehr gab, als einen Dorfladen und eine Wirtschaft.
Orte, an denen heute Zugereiste mit modernsten Viehbetrieben und Pendler aus der Stadt ihren Traum vom Landleben verwirklichen oder zumindest dem, was sie unter Dorfromantik verstehen.
Nicht die zugige Lebensart bei der Mensch und Natur dicht beieinander hockten und man während der Mittagsstunde annehmen musste, das Dorf sei ausgestorben.
Als Lehrer noch Heimatkunde unterrichteten und die Schüler gerne mal ein Heft um die Ohren bekamen und die Lautstärke des Mopeds, das Einzige war, was die Stille störte.

Davon erzählt uns Dörte Hansen in ihrer einzigartigen Weise. Sie schafft es Bilder, Stimmungen und Eigenheiten einzufangen und sie genau auf den Punkt zu bringen. Dabei sind ihre Wort gleichermaßen nordisch kühl wie warmherzig, ruppig wie liebevoll.
Hansen lässt einen miterleben was die Enge eines Dorfes bedeutet, im Guten wie im Schlechten. Was der Wandel der Zeit aus den Menschen macht und warum wir trotzdem nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind.
Und dem geneigten Zuhörer bleibt dabei nichts anderes übrig, als Teil dieses Dorfes zu werden - ein echter Brinkebüller. Der mit dem Lehrer auf den morgendlichen Spaziergang durch die Heide geht, mit Sönke den letzten Tanz genießt, mit Ella schweigt oder mit Ingwer neue Wege geht.

Nachdem ich diese Reise mit den Brinkebüllern gemacht habe, kann ich euch nur empfehlen dabei zu sein. Es wird nicht immer einfach, aber immer lohnenswert.

Veröffentlicht am 06.12.2018

Ein durchdachtes Konzept

Herzhaft backen ohne Mehl
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"Herzhaft backen ohne Mehl" eignet sich für alle, die sich glutenfrei ernähren müssen oder einfach gerne mal auf Mehl verzichten möchten. Im Gegensatz zu vielen glutenfreien Rezepten wird das Mehl hier ...

"Herzhaft backen ohne Mehl" eignet sich für alle, die sich glutenfrei ernähren müssen oder einfach gerne mal auf Mehl verzichten möchten. Im Gegensatz zu vielen glutenfreien Rezepten wird das Mehl hier tatsächlich vollständig weggelassen und nicht einfach durch ein glutenfreies ersetzt.

Dabei geht es in den Rezepten vor allem um Teigvarianten, die für Pizza, Quiche und Co. verwendet werden können. Beispielsweise ein Reisboden oder eine Abwandlung mit Quark und Haferflocken. Mithilfe verschiedener Böden entstehen so leckere Rezepte, die einfach nachzubacken sind. Schön finde ich die Vielseitigkeit der Rezepte, da im Prinzip jeder Belag mit jedem Boden gemacht werden kann. So betrachte ich die meisten Anleitungen eher als Möglichkeit und suche mir die Kombination aus, die mir am meisten zusagt. Man kann sich natürlich aber auch klassisch an die Rezeptvorschläge halten.
Was die Auswahl angeht, sollte für jeden etwas dabei sein. Mit Fisch, Fleisch oder vegetarisch, als kleiner Snack oder für die ganze Familie.
Gegliedert sind die Backanleitungen dabei in drei große Bereiche:

Quiche
Pizza & Kuchen
und
Fingerfood

Die einzelnen Rezepte sind übersichtlich gestaltet, kommen mit herkömmlichen Zutaten aus - also schonend für Einkaufsnerven und Geldbeutel - und enthalten fast alle wichtigen Informationen.
Schön wären für mich noch Nährwertangaben gewesen, die in der heutigen Zeit für viele Konsumenten eine große Rolle spielen.
Angaben zu Gradzahlen, der richtigen Kuchenform oder Tipps zum Abwandeln der Anleitungen sind aber vorhanden.

Die Umsetzung der Rezepte ist mir leicht gefallen, auch wenn ich keine Profiköchin bin. Ich würde fast soweit gehen sie als gelingsicher zu bezeichnen. Die Anleitungen sind klar verständlich formuliert und ein schönes Bild von jedem Gericht zeigt, wie es aussehen soll.

Geschmacklich waren mein Mann und ich, bis auf die Würzung der Speisen sehr zufrieden. Hier hätte etwas mehr Mut beim Griff in die Gewürzschublade geholfen. Wir haben die Rezepte dann aber einfach frei nach Geschmack mit frischen Kräutern, Curry und Co. aufgepeppt.

Der größte Pluspunkt an diesem netten Kochbuch blieb bisher noch unerwähnt und ich muss hier dem Verantwortlichen danken, der wirklich mal mitgedacht hat. Denn unbestritten das wichtigste Element dieses Buches sind die verschiedenen Böden.
Niemand schaut in ein Kochbuch, um zu sehen, wie er eine Pizza belegen soll, stattdessen sucht man ewig nach dem Rezept für den Teig. Diese Suche bleibt dem Leser hier völlig erspart. Neben einem klassischen Index hinten gibt es eine Besonderheit, die mir bisher leider so noch nicht untergekommen ist. Vorder- und Rückseite des Buches sind klappbar und in Kurzform finden sich dort alle Bödenrezepte, die das Buch zu bieten hat. Man hat also auf einen Blick genau das, was man braucht. Toll!

Fazit:
Sehr praktisches und durchdachtes Koch-/Backbuch, das für eine große Zielgruppe geeignet ist. Gerade die unterschiedlichen Böden begeistern mich und werden zukünftig in unserer Küche immer wieder Bestandteil sein.

Veröffentlicht am 01.12.2018

Kein Genusskrimi, aber ein guter Wirtschaftsthriller

Bittere Schokolade
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Bittere Schokolade war mein zweites Buch von Tom Hillenbrand nach Hologrammatica und geht in eine ganz andere Richtung, sodass ich die Möglichkeit hatte, unterschiedliche Facetten des Autors kennenzulernen.

In ...

Bittere Schokolade war mein zweites Buch von Tom Hillenbrand nach Hologrammatica und geht in eine ganz andere Richtung, sodass ich die Möglichkeit hatte, unterschiedliche Facetten des Autors kennenzulernen.

In Bitter Schokolade geht es um den bekannten luxemburgischen Koch Xavier Kieffer, der nach langen Jahren eine alte Jugendliebe wiedersieht. Ketti Faber ist Patisseurin und arbeitet in ihrer eigenen Schokoladenmanufaktur in Brüssel. Hier entstehen Schokoladen erster Güte aus einem besonderen afrikanischen Kakao aus der freien Republik Kongo. Kurz nachdem sich Xavier auf Kettis Wunsch hin ihre Anlage angeschaut hat, wird sie ermordet. Ebenso wie ein Botschafter, der zufällig die Republik vertritt. Können diese beiden Todesfälle Zufall sein? Xavier macht sich auf um die Umstände von Kettis Tod näher zu betrachten und stößt dabei auf einen riesigen Skandal, der gefährlicher ist als angenommen.

Meinung:
Das Buch ist für mich nicht unbedingt das was man sich von Aufmachung und Marketing erwarten würde. Für mich handelt es sich nicht um einen Genusskrimi, sondern eher um einen Wirtschaftsthriller u.a. mit Themen wie Kinderarbeit, Wirtschaftskriminalität und Hehlerware. Dieser ist durchaus gut gemacht und schön erzählt. Hillenbrand schafft es dabei auch komplexere Themen verständlich rüberzubringen, indem er seine Hauptfigur zur Hilfe nimmt. Der technisch und wirtschaftlich unbedarfte Koch Xavier fragt stellvertretend für den Leser bei schwierigeren Zusammenhängen nach und der Autor schafft es so, geschmeidig Erklärungen in den Text einfließen zu lassen.
Manche Infos sind dabei durchaus lehrreich, sodass man auch bei diesem Aspekt etwas mitnehmen kann.
Ebenso gut gefällt mir auch die Beschreibung von Luxemburg.
Der Leser bekommt ein wunderbares Bild von Geschichte, Kultur und Stadt, sodass man sich fast heimisch fühlt.

Leider macht der Autor seinen Job nicht in allen Bereichen so gut. Ein massiver Kritikpunkt ist die Verharmlosung und die ständige Erwähnung von Drogen. Ich habe irgendwann aufgehört, die Zigaretten und Weinflaschen, das Fast Food und die Nasen Koks zu zählen. Das hat mit Genuss wenig zu tun, sondern gleicht einem dauernden Vollrausch. So geht der Genussteil, den Xavier in seinem Restaurant anbietet glatt unter. Schade drum.

Fazit:
Schreibstil und Story gerne wieder, auch der Ausflug nach Luxemburg hat mir gefallen. Das Thema Drogen hingegen geht gar nicht .

Veröffentlicht am 28.11.2018

Die Idee der Zeit ist klasse umgesetzt

Bernsteinstaub
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Bersteinstaub ist bereits mein zweites Buch von Mechthild Gläser, nachdem ich bereits die Buchspringer kennen lernen durfte. Und auch dieses Mal bereue ich die Wahl nicht. Mechthild Gläser ist für mich ...

Bersteinstaub ist bereits mein zweites Buch von Mechthild Gläser, nachdem ich bereits die Buchspringer kennen lernen durfte. Und auch dieses Mal bereue ich die Wahl nicht. Mechthild Gläser ist für mich eine Autorin, die sehr angenehm und Genretypisch schreibt. Leicht, locker und flüssig kann man den Abenteuern folgen, ohne sich durch eine trockene oder sperrige Sprache kämpfen zu müssen.
Ein Grund warum ich auch in Zukunft wieder zu ihren Werken greifen würde. Der zweite, noch wichtigere Punkt ist aber ihre Fantasie, die sie mit logischem Umgang zu einer stimmigen Einheit verknüpft.

Dies wird bei Bernsteinstaub besonders deutlich. Hier beschreibt sie ihre Vorstellung von Zeit, als Flüssenetzwerk, das die Welt umspannt, mit Wasserfällen, Stromschnellen und ruhigeren Abschnitten. Beispielsweise ist der Times Square ein sehr hektischer Ort, weil dort der Zeitfluss sehr schnell fliesst. Eine Idee die für mich Sinn macht.
Ebenso wie die Vorstellungen von auserwählten Menschen - den Zeitlosen - die den Wartungstrupp der Zeit bilden, indem sie neu verknüpfen, Knotenchaos auflösen oder Zeit verschieben.
Zu ihnen gehört die junge Ophelia, deren Geschichte wir in diesem Buch verfolgen dürfen. Sie erlebt wie der Klappentext schon erahnen lässt auch eine Liebesgeschichte, die aber zum Glück eher nebensächlich ist. Die Hauptsache ist wirklich die Zeit und die Geschehnisse drumherum.
Ihre Aufgabe führt sie dabei an ganz verschiedene Schauplätze dieser Welt, was für die nötige Abwechselung sorgt. Ebenso die Figuren, die sie während ihrer Abenteuer kennenlernt. Sie sind sehr unterschiedlich, teils historisch bekannt, teils erdacht. Auf jeden Fall erwarten uns einige interessante Begegnungen. Allen voran hat besonders der Herr der Zeit einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Abschließend noch eine Kleinigkeit die gesagt werden sollte. Ich weiß nicht ob bei Bernsteinstaub eine Fortsetzung geplant ist oder nicht (ich hoffe letzteres), auf jeden Fall ist dieses Buch abgeschlossen und kein klassicher Reihenauftakt, wie so oft in diesem Genre. Die Einzelbände sind gefühlt eher selten geworden, umso mehr freue ich mich das es hier so eine Ausnahme ist.

Fazit:
Tolle Idee, drumherum stereotyp aber auch nebensächlich, für mich eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 15.11.2018

Spannender Mix beeindruckender Frauen

Good Night Stories for Rebel Girls 2
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Wie schon im ersten Teil der Reihe Good Night Stories for Rebel Girls, geht es auch in diesem Band um die Biografien einzigartiger Frauen. Egal ob sie ins All fliegen, als Neurochirurginnen Leben retten ...

Wie schon im ersten Teil der Reihe Good Night Stories for Rebel Girls, geht es auch in diesem Band um die Biografien einzigartiger Frauen. Egal ob sie ins All fliegen, als Neurochirurginnen Leben retten oder als Aktivistinnen für bessere Bedingungen kämpfen.
Aus ganz verschiedenen Bereichen des Alltags kommen diese Frauen, die ihre Leidenschaften, Talente und Überzeugungen gelebt und nicht nur geträumt haben. Sie sollen Mut machen für Frauen jeden Alters an die Verwirklichung ihrer Träume zu glauben.

Um ihre Geschichten zu erzählen, wird jeder Frau in diesem Buch eine Doppelseite gewidmet. Diese setzt sich jeweils aus einer Seite Kurzbiografie und einem illustrierten Porträt zusammen.
Besonders die Bilder gefallen mir, sind sie doch von über 60 Künstlerinnen entworfen worden, und so individuell wie die Motive selbst. Hier merkt man das stimmige Gesamtkonzept.

Auch die Biografien gefallen mir im Grunde gut, sind für meinen Geschmack aber etwas zu kurz geraten und kindertauglich verharmlost, so das sie den betreffenden Frauen nicht immer gerecht werden. Trotzdem finde ich die Auswahl äußerst gelungen. Von der antiken Herrscherin bis zur modernen Talkshowmoderatorin ist es wirklich eine bunte Mischung, sodass keine Langeweile beim Lesen aufkommt und ganz nebenbei noch ein Lerneffekt da ist.
Auch das die beschriebenen Frauen auf der ganzen Welt verstreut sind, ist positiv anzumerken.

Fazit:
Zusammengefasst kann man sagen, das sich die Autorinnen wieder große Mühe bei der Auswahl der 100 Frauen gegeben haben. Ebenso beweisen sie ein gutes Händchen bei den Illustratorinnen. Die Biografien sind gleichermaßen unterhaltend, wie informativ und machen sich als Gute Nacht Geschichten wunderbar auf den Nachttischen dieser Welt.