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Veröffentlicht am 18.06.2023

Konnte mich leider auf ganzer Linie nicht überzeugen

Neon Gods - Hades & Persephone
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Handlung : Nachdem mich das letzte Persephone & Hades-Retelling von Scarlett St. Clair leider enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die "Neon Gods"-Reihe von Katee Robert, die ein Retelling der griechischen ...

Handlung : Nachdem mich das letzte Persephone & Hades-Retelling von Scarlett St. Clair leider enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die "Neon Gods"-Reihe von Katee Robert, die ein Retelling der griechischen Mythologie in kontemporären, dystopischen Setting versucht. Leider konnte mich aber auch genau wie "A Touch of Darkness" die Umsetzung der Mythologie überhaupt nicht überzeugen, da das Worldbuilding nicht erklärt, auf die magischen Aspekte von Olympus nie eingegangen und auch die Referenzen zu den Gottheiten nicht wirklich ausgenutzt werden. Die Autorin hätte die Figuren einfach anders nennen und sie zu Mitgliedern verfeindeter Mafia-Familie machen können und es hätte nichts am Plot geändert. Neben der ärgerlichen Tatsache, dass die Mythologie also mehr als Verkaufsstrategie als als wirklicher Ideengeber verwendet wurde, ist das Worldbuilding auch extrem lückenhaft. Sind die 13 "Götter" normale Menschen oder haben sie magische Kräfte? Was hat es mit der magischen Barriere zwischen Oberstadt und Unterstadt auf sich, wo es sich doch ansonsten um eine magiefreie Welt handelt? Wo befindet sich Olympus in unserem Weltgefüge...? Viele Fragen drängen sich auf, die einfach nie beantwortet werden. Auch die Handlung macht es sich leider total einfach und wählt an vielen Stellen den Weg des geringsten Widerstands, sodass eine lauwarme, vorhersehbare Geschichte entsteht.

Figuren:
Am ärgerlichsten fand ich jedoch nicht die Logiklücken, die unspektakuläre Handlung oder das mittelmäßige Worldbuilding, sondern die oberflächlichen und klischeehaften Figuren. Anstatt ein spannendes Retellings der mythologischen Grundlage zu wagen, bewegen sich die Charakterisierungen stark im Rahmen der Vorlage und schaffen es kaum den Eindruck einer tiefgründigen Persönlichkeit zu vermitteln. Sowohl die Haupt- als auch Nebenfiguren sind aufgewärmte Mikrowellen-Charaktere und mich hat leider kein einziger wirklich interessiert. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht abholen. Ich hatte auf eine charmante Umsetzung des Grumpy vs. Sunshine Tropes mit ein bisschen Glamour der Unterwelt gehofft. Bekommen habe ich jede Menge Insta-Love, Sex und oberflächliche Gefühle.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin empfinde ich als grundsätzlich gelungen, sodass ich trotz der offensichtlichen Mängel der Geschichte bis zum Ende gut unterhalten wurde. Sehr schade finde ich aber, dass sie es kaum schafft, Emotionen zu transportieren und ich die Beziehung von Hades und Persephone - welche aufgrund des zuvor geschilderten Mangels an Plot und Worldbuilding DIE Stütze des Romans ist - kaum gefühlt habe. Ob es an den klischeehaften Figuren liegt, oder doch an der Tatsache, dass die beiden bei jeder Gelegenheit Sex haben (sehr repetitiven und wenig einfallsreichen übrigens), statt sich miteinander zu unterhalten und sich wirklich kennenzulernen, kann ich schwer sagen. Fest steht jedoch, dass es hier kaum eine Entwicklung gibt und die Autorin zunächst auf Insta-Lust setzt, bevor sie den beiden eine Schicksalsliebe andichtet, statt wirklich authentische Figuren mit einer bewegenden Liebesgeschichte aufzubauen. Da das Ende in sich abgeschlossen ist, reicht es in meinen Augen also völlig aus, einen Band zu lesen (oder es ganz zu lassen).


Das Urteil:


"Neon Gods" konnte mich leider auf ganzer Linie nicht überzeugen. Das mythologische Thema ist nur in Ansätzen umgesetzt, das Worldbuilding lückenhaft, die Handlung vorhersehbar, die Figuren klischeebehaftet und die Liebesgeschichte für mich reizlos. 2 Sterne gibt es von mir für den Unterhaltungsfaktor und den Schreibstil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2023

Konnte mich leider auf ganzer Linie nicht überzeugen

Neon Gods - Hades & Persephone
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Handlung : Nachdem mich das letzte Persephone & Hades-Retelling von Scarlett St. Clair leider enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die "Neon Gods"-Reihe von Katee Robert, die ein Retelling der griechischen ...

Handlung : Nachdem mich das letzte Persephone & Hades-Retelling von Scarlett St. Clair leider enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die "Neon Gods"-Reihe von Katee Robert, die ein Retelling der griechischen Mythologie in kontemporären, dystopischen Setting versucht. Leider konnte mich aber auch genau wie "A Touch of Darkness" die Umsetzung der Mythologie überhaupt nicht überzeugen, da das Worldbuilding nicht erklärt, auf die magischen Aspekte von Olympus nie eingegangen und auch die Referenzen zu den Gottheiten nicht wirklich ausgenutzt werden. Die Autorin hätte die Figuren einfach anders nennen und sie zu Mitgliedern verfeindeter Mafia-Familie machen können und es hätte nichts am Plot geändert. Neben der ärgerlichen Tatsache, dass die Mythologie also mehr als Verkaufsstrategie als als wirklicher Ideengeber verwendet wurde, ist das Worldbuilding auch extrem lückenhaft. Sind die 13 "Götter" normale Menschen oder haben sie magische Kräfte? Was hat es mit der magischen Barriere zwischen Oberstadt und Unterstadt auf sich, wo es sich doch ansonsten um eine magiefreie Welt handelt? Wo befindet sich Olympus in unserem Weltgefüge...? Viele Fragen drängen sich auf, die einfach nie beantwortet werden. Auch die Handlung macht es sich leider total einfach und wählt an vielen Stellen den Weg des geringsten Widerstands, sodass eine lauwarme, vorhersehbare Geschichte entsteht.

Figuren:
Am ärgerlichsten fand ich jedoch nicht die Logiklücken, die unspektakuläre Handlung oder das mittelmäßige Worldbuilding, sondern die oberflächlichen und klischeehaften Figuren. Anstatt ein spannendes Retellings der mythologischen Grundlage zu wagen, bewegen sich die Charakterisierungen stark im Rahmen der Vorlage und schaffen es kaum den Eindruck einer tiefgründigen Persönlichkeit zu vermitteln. Sowohl die Haupt- als auch Nebenfiguren sind aufgewärmte Mikrowellen-Charaktere und mich hat leider kein einziger wirklich interessiert. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht abholen. Ich hatte auf eine charmante Umsetzung des Grumpy vs. Sunshine Tropes mit ein bisschen Glamour der Unterwelt gehofft. Bekommen habe ich jede Menge Insta-Love, Sex und oberflächliche Gefühle.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin empfinde ich als grundsätzlich gelungen, sodass ich trotz der offensichtlichen Mängel der Geschichte bis zum Ende gut unterhalten wurde. Sehr schade finde ich aber, dass sie es kaum schafft, Emotionen zu transportieren und ich die Beziehung von Hades und Persephone - welche aufgrund des zuvor geschilderten Mangels an Plot und Worldbuilding DIE Stütze des Romans ist - kaum gefühlt habe. Ob es an den klischeehaften Figuren liegt, oder doch an der Tatsache, dass die beiden bei jeder Gelegenheit Sex haben (sehr repetitiven und wenig einfallsreichen übrigens), statt sich miteinander zu unterhalten und sich wirklich kennenzulernen, kann ich schwer sagen. Fest steht jedoch, dass es hier kaum eine Entwicklung gibt und die Autorin zunächst auf Insta-Lust setzt, bevor sie den beiden eine Schicksalsliebe andichtet, statt wirklich authentische Figuren mit einer bewegenden Liebesgeschichte aufzubauen. Da das Ende in sich abgeschlossen ist, reicht es in meinen Augen also völlig aus, einen Band zu lesen (oder es ganz zu lassen).


Das Urteil:


"Neon Gods" konnte mich leider auf ganzer Linie nicht überzeugen. Das mythologische Thema ist nur in Ansätzen umgesetzt, das Worldbuilding lückenhaft, die Handlung vorhersehbar, die Figuren klischeebehaftet und die Liebesgeschichte für mich reizlos. 2 Sterne gibt es von mir für den Unterhaltungsfaktor und den Schreibstil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.06.2023

Konnte mich leider auf ganzer Linie nicht überzeugen

Neon Gods - Hades & Persephone
0

Handlung : Nachdem mich das letzte Persephone & Hades-Retelling von Scarlett St. Clair leider enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die "Neon Gods"-Reihe von Katee Robert, die ein Retelling der griechischen ...

Handlung : Nachdem mich das letzte Persephone & Hades-Retelling von Scarlett St. Clair leider enttäuscht hat, war ich sehr gespannt auf die "Neon Gods"-Reihe von Katee Robert, die ein Retelling der griechischen Mythologie in kontemporären, dystopischen Setting versucht. Leider konnte mich aber auch genau wie "A Touch of Darkness" die Umsetzung der Mythologie überhaupt nicht überzeugen, da das Worldbuilding nicht erklärt, auf die magischen Aspekte von Olympus nie eingegangen und auch die Referenzen zu den Gottheiten nicht wirklich ausgenutzt werden. Die Autorin hätte die Figuren einfach anders nennen und sie zu Mitgliedern verfeindeter Mafia-Familie machen können und es hätte nichts am Plot geändert. Neben der ärgerlichen Tatsache, dass die Mythologie also mehr als Verkaufsstrategie als als wirklicher Ideengeber verwendet wurde, ist das Worldbuilding auch extrem lückenhaft. Sind die 13 "Götter" normale Menschen oder haben sie magische Kräfte? Was hat es mit der magischen Barriere zwischen Oberstadt und Unterstadt auf sich, wo es sich doch ansonsten um eine magiefreie Welt handelt? Wo befindet sich Olympus in unserem Weltgefüge...? Viele Fragen drängen sich auf, die einfach nie beantwortet werden. Auch die Handlung macht es sich leider total einfach und wählt an vielen Stellen den Weg des geringsten Widerstands, sodass eine lauwarme, vorhersehbare Geschichte entsteht.

Figuren:
Am ärgerlichsten fand ich jedoch nicht die Logiklücken, die unspektakuläre Handlung oder das mittelmäßige Worldbuilding, sondern die oberflächlichen und klischeehaften Figuren. Anstatt ein spannendes Retellings der mythologischen Grundlage zu wagen, bewegen sich die Charakterisierungen stark im Rahmen der Vorlage und schaffen es kaum den Eindruck einer tiefgründigen Persönlichkeit zu vermitteln. Sowohl die Haupt- als auch Nebenfiguren sind aufgewärmte Mikrowellen-Charaktere und mich hat leider kein einziger wirklich interessiert. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nicht abholen. Ich hatte auf eine charmante Umsetzung des Grumpy vs. Sunshine Tropes mit ein bisschen Glamour der Unterwelt gehofft. Bekommen habe ich jede Menge Insta-Love, Sex und oberflächliche Gefühle.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin empfinde ich als grundsätzlich gelungen, sodass ich trotz der offensichtlichen Mängel der Geschichte bis zum Ende gut unterhalten wurde. Sehr schade finde ich aber, dass sie es kaum schafft, Emotionen zu transportieren und ich die Beziehung von Hades und Persephone - welche aufgrund des zuvor geschilderten Mangels an Plot und Worldbuilding DIE Stütze des Romans ist - kaum gefühlt habe. Ob es an den klischeehaften Figuren liegt, oder doch an der Tatsache, dass die beiden bei jeder Gelegenheit Sex haben (sehr repetitiven und wenig einfallsreichen übrigens), statt sich miteinander zu unterhalten und sich wirklich kennenzulernen, kann ich schwer sagen. Fest steht jedoch, dass es hier kaum eine Entwicklung gibt und die Autorin zunächst auf Insta-Lust setzt, bevor sie den beiden eine Schicksalsliebe andichtet, statt wirklich authentische Figuren mit einer bewegenden Liebesgeschichte aufzubauen. Da das Ende in sich abgeschlossen ist, reicht es in meinen Augen also völlig aus, einen Band zu lesen (oder es ganz zu lassen).


Das Urteil:


"Neon Gods" konnte mich leider auf ganzer Linie nicht überzeugen. Das mythologische Thema ist nur in Ansätzen umgesetzt, das Worldbuilding lückenhaft, die Handlung vorhersehbar, die Figuren klischeebehaftet und die Liebesgeschichte für mich reizlos. 2 Sterne gibt es von mir für den Unterhaltungsfaktor und den Schreibstil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2023

Ein spannendes Fantasyabenteuer mit charmantem Schreibstil und lebendigen Figuren

Silber – Das erste Buch der Träume
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Handlung: Nachdem ich mit "Vergissmeinnicht" und "Wolkenschloss" von Kerstin Gier zuletzt so viel Spaß hatte, habe ich beschlossen, wieder mehr von der Autorin zu lesen und mich endlich mal ihrer "Silber"-Reihe ...

Handlung: Nachdem ich mit "Vergissmeinnicht" und "Wolkenschloss" von Kerstin Gier zuletzt so viel Spaß hatte, habe ich beschlossen, wieder mehr von der Autorin zu lesen und mich endlich mal ihrer "Silber"-Reihe zu widmen. Der erste Band entpuppte sich als durchaus spannendes Fantasyabenteuer mit charmantem Schreibstil und lebendigen Figuren, das für mich aber etwas hinter den anderen Büchern der Autorin zurückblieb. Das lag vor allem daran, dass das Worldbuilding der Reihe noch sehr oberflächlich blieb. Die geheimnisvolle Traumwelt, die Liv im Schlaf durch eine grüne Tür betreten und die Träume anderer besuchen kann, hat mich sofort für sich eingenommen. Viele Informationen dazu erhalten wir aber noch nicht, stattdessen konzentriert sich die Handlung auf die Geheimnisse einer Gruppe Jungs, die mithilfe von dunklen Ritualen einen rätselhaften Dämon beschwören wollen. Was es damit auf sich hat, wird erst nach und nach enthüllt und hat mich streckenweise sehr verwirrt, da die Autorin in gegensätzliche Richtungen Andeutungen macht. Ich denke, das wird in den weiteren Bänden aber noch weitergesponnen und aufgeklärt werden. Auch abseits der Fantasy-Handlung mit Träume, Dämonen und dunklen Ritualen ist die Handlung mitreißend gestaltet und auch in Livs Alltag passiert einiges. Da wäre zum Beispiel der Konflikt um die neue Beziehung ihrer Mutter und den Einzug bei den Spencers, der ihr zwei Stiefgeschwister beschert und auch die neue Schule mit neuen Bekanntschaften und vielleicht auch einer neuen Liebe hält Liv und die Handlung auf Trab. Langeweile kommt in den gut 400 Seiten also nicht auf.

Schreibstil:
Dafür sorgt ebenfalls mal wieder Kerstin Giers unverwechselbar lockerleichter, jugendlicher und humorvoller Schreibstil. Egal ob kreative Wortneuschöpfungen, Mr. Wus Lebensweisheiten oder kuriose Käse-Vorfälle - ich habe beim Lesen durchgängig vor mich hin geschmunzelt und teilweise schallend gelacht. Klar, ihre Witze sind manchmal ein wenig auf die Spitze getrieben und es werden auch viele Klischees verarbeitet, unterm Strich bleibt jedoch wieder ein sehr positiver Eindruck von ihrem Schreibstil zurück.

Figuren
: Unsere Erzählerin Liv Silber ist eine typische Kerstin-Gier-Figur: liebenswert, mutig, schlagfertig und das Herz am rechten Fleck. Ihre erfrischende, jugendliche Perspektive verleiht der Geschichte ganz viel Charisma! Gut gefallen haben mir von den Nebenfiguren vor allem Livs kleine Schwester Mia und ihr Kindermädchen Lotti. Weniger begeistert war ich allerdings vom Rest der Nebenfiguren, bezüglich deren ich den größten Unterschied zwischen ihren neueren Büchern und dieser Reihe festgestellt habe, da hier deutlich mehr Klischees und ein bisschen weniger politische Korrektheit vorkamen. Wie wir uns als Gesellschaft zwischen 2013 und 2023 weiterentwickelt haben, merkt man daran, dass mir Begriffe wie "Pickel-Sam" oder "Hazel-die-Dampfwalze" negativ aufgefallen sind, die nach dem heutigen Verständnis von Body-Positivity und Mobbing in einem Kinderbuch wirklich nicht sein müssen. Außerdem stellt sich für mich schon nach wenigen Kapiteln die Frage, wieso hier alle Figuren blond sind? Egal ob Liv, Mia, ihre Mutter, Arthur, "Rasierspaß-Ken" Jasper, Henry oder ihr Stiefbruder Grayson - alle sind ausnahmslos blond. Besonders die vier Jungs der Blondinen-Gang blieben für mich - auch abgesehen von ihrem ähnlichen Aussehen - leider alle viel zu ähnlich und zu blass. Vor allem die Liebesgeschichte zu Henry war für mich überzuckert und bisher nicht wirklich glaubhaft. Auch hier hoffe ich noch auf die folgenden Bände und ziehe insgesamt für meine Kritikpunkte einen Stern ab.

Das Zitat:
"Zu Hause ist da, wo deine Bücher sind."


Das Urteil:


Ein spannendes Fantasyabenteuer mit charmantem Schreibstil und lebendigen Figuren, das für mich aber aufgrund des oberflächlichen Worldbuildings und der klischeehaften Nebenfiguren etwas hinter den anderen Büchern der Autorin zurückblieb.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.06.2023

Ein spannendes Fantasyabenteuer mit charmantem Schreibstil und lebendigen Figuren,

Silber – Das erste Buch der Träume
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Handlung: Nachdem ich mit "Vergissmeinnicht" und "Wolkenschloss" von Kerstin Gier zuletzt so viel Spaß hatte, habe ich beschlossen, wieder mehr von der Autorin zu lesen und mich endlich mal ihrer "Silber"-Reihe ...

Handlung: Nachdem ich mit "Vergissmeinnicht" und "Wolkenschloss" von Kerstin Gier zuletzt so viel Spaß hatte, habe ich beschlossen, wieder mehr von der Autorin zu lesen und mich endlich mal ihrer "Silber"-Reihe zu widmen. Der erste Band entpuppte sich als durchaus spannendes Fantasyabenteuer mit charmantem Schreibstil und lebendigen Figuren, das für mich aber etwas hinter den anderen Büchern der Autorin zurückblieb. Das lag vor allem daran, dass das Worldbuilding der Reihe noch sehr oberflächlich blieb. Die geheimnisvolle Traumwelt, die Liv im Schlaf durch eine grüne Tür betreten und die Träume anderer besuchen kann, hat mich sofort für sich eingenommen. Viele Informationen dazu erhalten wir aber noch nicht, stattdessen konzentriert sich die Handlung auf die Geheimnisse einer Gruppe Jungs, die mithilfe von dunklen Ritualen einen rätselhaften Dämon beschwören wollen. Was es damit auf sich hat, wird erst nach und nach enthüllt und hat mich streckenweise sehr verwirrt, da die Autorin in gegensätzliche Richtungen Andeutungen macht. Ich denke, das wird in den weiteren Bänden aber noch weitergesponnen und aufgeklärt werden. Auch abseits der Fantasy-Handlung mit Träume, Dämonen und dunklen Ritualen ist die Handlung mitreißend gestaltet und auch in Livs Alltag passiert einiges. Da wäre zum Beispiel der Konflikt um die neue Beziehung ihrer Mutter und den Einzug bei den Spencers, der ihr zwei Stiefgeschwister beschert und auch die neue Schule mit neuen Bekanntschaften und vielleicht auch einer neuen Liebe hält Liv und die Handlung auf Trab. Langeweile kommt in den gut 400 Seiten also nicht auf.

Schreibstil
: Dafür sorgt ebenfalls mal wieder Kerstin Giers unverwechselbar lockerleichter, jugendlicher und humorvoller Schreibstil. Egal ob kreative Wortneuschöpfungen, Mr. Wus Lebensweisheiten oder kuriose Käse-Vorfälle - ich habe beim Lesen durchgängig vor mich hin geschmunzelt und teilweise schallend gelacht. Klar, ihre Witze sind manchmal ein wenig auf die Spitze getrieben und es werden auch viele Klischees verarbeitet, unterm Strich bleibt jedoch wieder ein sehr positiver Eindruck von ihrem Schreibstil zurück.

Figuren
: Unsere Erzählerin Liv Silber ist eine typische Kerstin-Gier-Figur: liebenswert, mutig, schlagfertig und das Herz am rechten Fleck. Ihre erfrischende, jugendliche Perspektive verleiht der Geschichte ganz viel Charisma! Gut gefallen haben mir von den Nebenfiguren vor allem Livs kleine Schwester Mia und ihr Kindermädchen Lotti. Weniger begeistert war ich allerdings vom Rest der Nebenfiguren, bezüglich deren ich den größten Unterschied zwischen ihren neueren Büchern und dieser Reihe festgestellt habe, da hier deutlich mehr Klischees und ein bisschen weniger politische Korrektheit vorkamen. Wie wir uns als Gesellschaft zwischen 2013 und 2023 weiterentwickelt haben, merkt man daran, dass mir Begriffe wie "Pickel-Sam" oder "Hazel-die-Dampfwalze" negativ aufgefallen sind, die nach dem heutigen Verständnis von Body-Positivity und Mobbing in einem Kinderbuch wirklich nicht sein müssen. Außerdem stellt sich für mich schon nach wenigen Kapiteln die Frage, wieso hier alle Figuren blond sind? Egal ob Liv, Mia, ihre Mutter, Arthur, "Rasierspaß-Ken" Jasper, Henry oder ihr Stiefbruder Grayson - alle sind ausnahmslos blond. Besonders die vier Jungs der Blondinen-Gang blieben für mich - auch abgesehen von ihrem ähnlichen Aussehen - leider alle viel zu ähnlich und zu blass. Vor allem die Liebesgeschichte zu Henry war für mich überzuckert und bisher nicht wirklich glaubhaft. Auch hier hoffe ich noch auf die folgenden Bände und ziehe insgesamt für meine Kritikpunkte einen Stern ab.

Das Zitat: "Zu Hause ist da, wo deine Bücher sind."


Das Urteil:

Ein spannendes Fantasyabenteuer mit charmantem Schreibstil und lebendigen Figuren, das für mich aber aufgrund des oberflächlichen Worldbuildings und der klischeehaften Nebenfiguren etwas hinter den anderen Büchern der Autorin zurückblieb.