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Veröffentlicht am 24.06.2021

Ein Fluch so ewig und kalt - Na hoffentlich nicht! 😧 (Das "EWIG" ist auch noch rot geschrieben)

Ein Fluch so ewig und kalt
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Inhaltserzählung:
Es wird wieder Herbst sein. Die Jahreszeit wird von Neuem anfangen - der Beginn eines neuen Versuchs.
Ich werde wieder achtzehn.
Zum 327. Mal.

(Seite 10)


Ich bin Einsamkeit gewöhnt. ...

Inhaltserzählung:
Es wird wieder Herbst sein. Die Jahreszeit wird von Neuem anfangen - der Beginn eines neuen Versuchs.
Ich werde wieder achtzehn.
Zum 327. Mal.

(Seite 10)


Ich bin Einsamkeit gewöhnt. Verzweiflung. Trauer. Enttäuschung. Nicht gewohnt bin ich dagegen Furcht. Oder zumindest nicht diese Art Furcht. Noch nie habe ich jemand erlebt, der so verwegen ist. (Anmerkung: müsste es nicht jemanden heißen?)
Sie ist nicht das erste Mädchen, das flieht oder mich fürchtet oder meine Motive infrage stellt. Aber sie ist tatsächlich die erste, die mich in Situationen bringt, in denen ich Rüstung und Waffen brauche.

(Seite 156)


"Mein Vater hat mal gesagt, dass wir bei unserer Geburt alle ein Blatt bekommen. Ein gutes Blatt kann am Ende verlieren - genauso wie ein schlechtes gewinnen kann -, aber wir müssen alle die Karten spielen, die das Schicksal uns zugeteilt hat. Die Entscheidungen, vor denen wir stehen, mögen uns nicht gefallen, aber immerhin sind es Entscheidungen."

(Seite 220)


"Du hast mal gesagt, dass du mir alles geben würdest, was in deiner Macht steht."
Er seufzt. "Jetzt stellst du mir mit meinen eigenen Worten eine Falle."
"Ich stelle dir keine Falle. Ich trickse dich nicht aus."

Er sagt nichts.
"Ich lade dich nur ein", sage ich leise.
Er zögert und nickt schließlich.

(Seite 374)


Autorin:
Brigid Kemmerer lebt in der Nähe von Baltimore mit ihrem Ehemann und vier Söhnen. Sie ist im englischsprachigen Raum vor allem für ihre Elemental-Reihe bekannt, deren erster Band „Storm“ 2012 erschien. Darin geht es um Becca Chandler, die die Merrick-Brüder kennenlernt, die die Elemente kontrollieren können. Das Buch wurde für die YALSA Readers Choice Awards nominiert und stand auf der Longlist der Inky Awards 2012. Das erste Buch von Kemmerer, das ins Deutsche übersetzt wurde, ist „Letters tot he Los“ von 2017. Es erschien hierzulande unter dem Titel „Der Himmel in deinen Worten“ und erzählt von Juliet, die ihrer Mutter auch nach deren Tod weiterhin Briefe schreibt – und eines Tages unverhofft eine Antwort erhält.

Übersetzerin:
Henriette Zeltner übersetzt Sachbücher und Romane für Erwachsene und Jugendliche aus dem Englischen, zuletzt »The Hate U Give«.


Bewertung:
Puh, wo fange ich nur an ... wie ... 😓 Erstmal: Das Buch stinkt furchtbar! 🤢 Grässlich! Keine Ahnung, wie die Blätter bearbeitet wurden, sie riechen sehr unangenehm. Ich hatte gehofft, es tötet die ganzen Mücken bei mir ab, der Duft verströmt sich beim Blättern ... aber leider musste ich selbst auf Jagd gehen. Wenn man mal ein gutes Buch braucht ... 😪

Das Cover wirkt sofort a-typisch und märchenhaft. Es passt sehr gut und der Titel gefällt mir ebenfalls gut. Er passt auch sehr zur Geschichte. Auch die Innenaufmachung ist stilgetreu gemacht. Die Kapitel sind mit den Dornenranken und Rosen verziert.

Die Klappentexte sind typisch geschrieben, nichts besonderes oder gar neugierig machendes. Alleine, die Idee, jemanden aus der heutigen Welt in eine andere Welt zu entführen, finde ich witzig. Das hat mit bei der "Misaya"-Reihe von Kirsten Storm auch gefallen. Es setzt Humor voraus. Der ist hier leider nur minimal gegeben, und das nur ganz kurz. Schade. Und beide Texte sind auch nicht zur Geschichte stimmig. hier geht das Fehlerhafte schon los ... und zieht sich durch das GAAAANZE Buch bis zum bitteren Ende ...

Die Karte ist nach einem Historischem-Königreich-Stil. Also nicht typisch wie in historische oder Fantasy-Romanen. Königreich Verin fehlt auf der Karte, ebenso wie die Orte und Städte Willminton, Wovon Hollow und Sillerg Hill. Syhl wird als Syhl-Untiefen betitelt, im Buch ist aber immer nur von Syhl Shallow die Rede. Ich brauchte etwas, um die beiden zu verbinden. Also wieder eine unzureichende Karte, was sonst?! 🤨

Okay, das wird komplex, so viele Notizen ... Oh Götter ... ich verzichte hier auf stundenlanges Filtern, das ist einfach zu aufwendig, so mal ich ja eh schon wieder viel Zeit investiert habe bis hierhin. Es wird also wieder ein kleines Essay und diesmal mit Spoiler-Beiträgen, die ich extra kennzeichnen werde. (⚠️ Anfang und Ende)


Erstmal die Fakten, bevor das Gewirr losgeht:

Die Erzählung ist in der Ich-Form von Harper und Rhen, der Epilog von Grey.

Das Setting ist hier besonders, weil es um zwei Welten geht; einmal D. C. in Amerika und einmal die erfundene Königswelt Emberfall. Die Atmosphäre ist manchmal stimmig, manchmal nicht.

Harper lebt in D. C. in den USA, mit ihrer schwerkranken Mutter und ihrem älteren Bruder (ich habe jetzt echt den Namen vergessen, Felix? Ich weiß es nicht mehr, gestern wusste ich ihn noch) in Geldnot. Ihr Vater ist abgehauen und ihr Bruder und sie haben eine kriminelle Gruppe am Hals.

Rhen ist der Kronprinz von Emberfall und gleichzeitig verwandelt er sich immer wieder in ein anderes Monster. Warum? Er ist verflucht worden. Von einer verschmähten Geliebte Lilith. Die liebt es, ihn auf verschiedene Weise leiden zu sehen. Der Fluch ereignet sich immer im Herbst, drei Monate. Wenn Rhen das Herz einer Frau nicht gewinnen kann, beginnt alles von vorn. So geht es mehrere hundert Herbste lang und der Frauenverschleiß ist groß.

Grey ist Rhens einziger verbliebender der Königlichen Leibgarde. Er hat geschworen, den Prinzen zu dienen und das tut er auch. Er allein hat die Fähigkeit von Lilith erhalten, in die andere Welt zu wechseln, um Frauen nach Emberfall zu holen, die den Fluch brechen sollen.

Was passiert also? Grey entführt Harper in einem sehr heiklen Moment nach Emberfall zu Rhen.

Der Einstieg ist recht ohne großes Vorspiel der beiden Welten. Nach wenigen Seiten wird die Entführung von Harper beschrieben.


Sie vertraut mir. Ich vertraue ihr. Das fühlt sich größer an als Liebe. Kostbarer. Verdienter.
(Seite 384)


Jetzt geht es los ...

Schon zu Beginn taucht erste Verwirrung auf. Rhen erzählt, dass er zum 327. Mal achtzehn wird. Ein paar Seiten später sagt er dann, der Fluch hält seit 5 Jahren an. Wie kann das sein? Selbst die 327 Herbste passen nicht in die 5 Jahre, somit kann das so nicht gemeint sein. In ein Jahr passen 4 Jahreszeiten, also viermal Herbst. Ich bin kein Mathe-Ass, aber so weit kann ich noch rechnen. Ich hoffte, da da würde noch im Laufe der Zeit eine Erklärung folgen, aber stattdessen kam nur Verwirrung hinzu. Bis zum Ende übrigens. Diese 5 Jahre werden mehrfach erwähnt. Zwischendrin spricht Rhen wieder von Hunderten Jahren bzw. Jahreszeiten Fluch. Undurchschaubar!

Eine große Kunst ist die glaubhafte Darstellung von Reaktionen auf ungewöhnliche Ereignisse, wie die Entführung von Harper in dieser Geschichte. Da war ich schon vor dem Lesen gespannt, wie die Autorin das umgesetzt hat. Ich habe gewartet, weil Harper ja mit Adrenalin durchgepumpt ist und natürlich erstmal flieht. Da haben die wenigsten Autoren das Zeug zu, auch noch Gefühle und Gedanken widerzugeben. Tja, aber auch nach dem Rausch folgt keine realistische Reaktion auf ihre magische Entführung. Hallo?!! Sie wurde von einer Zeit durch die andere gebeamt! Auch, wenn sie noch nicht wahrnimmt, dass sie nicht mehr im Jetzt lebt, alleine schon das Beamen müsste sie panisch oder aufgeregt werden lassen. Aber nichts! Das ist ärgerlich! 😒 So wirkt Harper und das Geschehen unglaubwürdig. Der Tod aller Geschichten. Klar, jeder reagiert anders, ich versuche mich immer in die Figuren hineinzuversetzen. Was würde ich an Harpers Stelle fühlen? Ich bin niemand, der panisch wird. Aber ich wäre verängstigt und verwirrt. Wie würdet ihr euch fühlen? Ganz sicher aber würde niemand von uns die Tatsache fast ignorieren und das als gegeben hinnehmen. Das ist total fern der Realität! Und auch bei Fantasie-Geschichten müssen zeitlose Gegebenheiten wie diese stimmen. Das hat nichts mit Fantasie zu tun, sondern schlechter Umsetzung.

Bleiben wir bei Harper: Sie wird mit wumm vom Pferd geworfen !, hat sich aber dann nichts getan?? Keine Sprüche, keine Verletzungen, keine Verstauchungen, keine Gehirnerschütterung, nichts?! Ne, ist klar! Wenn ich utopisches Zeug lesen will, lese ich SciFi! Hält auch die Zügel in der Hand, aber hält sich dann beim Ritt am Hals und an der Mähne vom Pferd fest ... 🤦 🙄 😒

Dann die Sache mit ihrer Familie und der kriminellen Bande in einer Szene: Woher weiß Harper denn, dass ihre Familie einen Aufschub bis zum nächsten Morgen hat, wie sie sagt? Sie hatte doch sechs Wochen keinen Kontakt, das sagt sie selbst. Auch wieder unlogisch!

Harper will ständig nach Hause, was sie uns und Rhen und Grey mitteilt. Und plötzlich im letzten Drittel, sagt sie, sie sei glücklich in Emberfall, einfach so. Ach, sie ist glücklich dort? Schön, dass ich das als Leserin auch mal erfahre. Ist ja mal gar nicht neu und so transparent vermittelt worden ... (Ironie lässt grüßen)

Aber die Liebe. Ich habe mich noch nie in jemanden verliebt, geschweige denn in jemanden, der mich direkt von der Straße weggeschnappt hat. - Das hat er ja auch gar nicht, sondern Grey.

Rhen hat doch bereits gesagt, sie nehmen ein Zimmer im Gasthof und bleiben. Im Zimmer fragt Harper aber, ob sie dort bleiben. 🙄

Harpers Gefühle sind nicht richtig greifbar. Mal bekommt man das Gefühl, sie liebt Rhen nicht, dann wieder doch ... Es werden Andeutungen gemacht und dann wieder nicht. Das wechselt stetig. Sie ist mir nicht ganz sympathisch, die Autorin hat ihren Charakter zu gewollt rebellisch und Anti-Etepetete konstruiert. Auf mich wirkt es größtenteils unglaubhaft.


"Ich habe nichts anzubieten, Rhen. Aber das bedeutet auch, dass ich nichts zu verlieren habe."
(Seite 224)


Kommen wir zu Rhen: Von welchem Volk ist hier ständig die Rede? Erst ist da ein Volk, dann sind angeblich alle weg bis auf der Prinz und Grey, dann wird wieder vom Volk gesprochen und wie es leidet ... ich blicke bei all den Wirrungen nicht durch! 😒 Die Verwirrung zieht sich weiter, denn viele Seiten später stößt Harper plötzlich auf andere Menschen. Es gibt also doch noch ein Volk ... (kling-kling im Kopf, danke, Autorin. 😑

Rhen wechselt in einigen Szenen zwischen Duzen und Siezen in einem Satz. Ich weiß nicht, ob das Absicht oder ein Fehler der Autorin ist. Für mich ist es ein Fehler und irritiert.

Rhen sagt mal das, mal das: Einmal sind die Mädchen, die Grey holte, nach seinem Tod verschwunden. Zuvor sagte er aber mehrmals zu Harper, die Mädchen seien nach Hause zurückgekehrt bei seinem Tod, auch Grey sagt das. Aber keiner von ihnen weiß das. Lilith könnte sie auch getötet haben. Diese Möglichkeit zieht keiner in Betracht, obwohl sie wissen, wozu sie fähig ist und kein gutes Haar an ihr auslassen. Für mich unverständlich. Rhen sagt Harper, sie kommt nach seinem Tod nach Hause. Dann er weiß nicht, was mit ihr passiert. Im inneren Klappentext steht, Harper stirbt, wenn er ihr Herz nicht gewinnen kann ... was stimmt denn nun? Bei mir rotiert alles.

Einige Männer suchen meinen Blick und halten ihn fest. - Das kränkt meinen Stolz. Mein Vater hätte so etwas niemals geduldet. Er hätte an einem der Kerle ein Exempel statuiert, sodass keine anderer sich mehr eine solche Unverschämtheit herausgenommen hätte. Doch mein Vater hätte auch vierundzwanzig Wachen hinter sich gewusst. Ich habe zwei.(Seite 301) - Ja, und? Erstens total herablassend, dass andere ihn nicht mal anschauen dürfen. Zweitens, was hätte er getan, wenn er mehr als zwei Wachen gehabt hätte? Die Männer geköpft? Oh, helft mir von diesem Blödsinn wegzukommen ... 🙄 🤨 Es steht nicht, dass die Männer ihn feindselig anschauen, sodass ich das als Leserin verstehe, seine Haltung. Das wirkt total übertrieben und unsympathisch!

Rhen ist mir wie Harper nicht geheuer und bei ihm schleichen sich sehr ambivalente Verhaltensmuster ein. Mal der größte Idiot und arrogant bis zur Nasenspitze, dann wieder gütig und charmant. Auch sein Charakter kommt auf mich nicht natürlich an.


"Ich verdiene deine Treue nicht, Grey."
"Verdient oder nicht, Ihr habt sie."

(Seite 244)


Kommen wir zu einem wirklich gut konstruierten Charakter: Grey erwähnt den Besuch von Karis Luran, der Königin von Syhl, aber man bekommt es nicht mit, bis sie plötzlich erscheint. Die Planung wird übergangen. Ich war kurz irritiert, ob ich vielleicht Seiten vergessen habe, zu lesen. Aber dem war nicht so. Manche der Szenen werden einfach übersprungen und dann wird man vor vollendeten Tatsachen gestellt.


⚠️ SPOILER - BITTE MIT EINEM AUGE RUNTERSCROLLEN, WENN ER NICHT ERWÜNSCHT IST ⚠️

Ich habe schon seit den ersten Kapiteln die Fantasie gehabt, dass Harper sich in Grey verliebt, statt in Rhen. Aber leider sagt der Klappentext etwas anderes. Es sei denn, der hintere Text ist auch falsch, dachte ich. Jedenfalls wäre es nicht ganz so a-typisch und somit spannender. Und was erfahre ich einige Seiten später? Der hintere Klappentext ist auch falsch! Grey empfindet etwas für Harper. Ich finde es nicht unvorhersehbar, aber vielleicht liegt das auch an meiner Belesenheit. Jedoch hat die Autorin einige Momente mit Zügen von Grey eingespeist, die nicht zu ihm passen und es damit verraten. Auch Rhen merkt das natürlich. Dennoch steht Grey ihm nie im Weg, Harpers Herz zu erobern. Er hält sich immer im Hintergrund, was ich sehr schade finde, aber zur Geschichte passt.

Auch im Epilog gibt es eine Unlogikkeit: Erst sagt Grey seiner Mutter, sie solle ihn als Neffen ausweisen. Dann wieder nicht. Ich hatte die Fantasy, dass Grey der andere Königssohn ist, was dann auch am Ende rauskommt und für mich auch nicht unvorhersehbar war. Für mich nicht rätselhaft genug.


Harpers Bruder (mir fällt immer noch der Name nicht ein) taucht auch irgendwann in Emberfall auf und eine Szene finde ich widerlich: "Ihr müsst keine Angst vor mir haben. Aber Ihr werdet Eure Schwester respektieren und mich auch." - "Sollte es nicht eher umgekehrt sein, wenn ich der Kronprinz von Disi bin?" - Was für eine Axxxxloch-Aussage. Und Harper sagt nichts dagegen. Das und ein paar kleine überhebliche Szenen Harper gegenüber (typisch Mann, meint über Frauen zu stehen) machen ihren Bruder nicht sehr sympathisch. Zu Beginn mochte ich ihn noch, das änderte sich im letzten Drittel aber.

⚠️ SPOILER - ENDE, DU KANNST WIEDER BEIDE AUGEN NUTZEN ⚠️



Ich hole mit dem Wurfarm aus. Diesmal prallt das Messer vom Boden ab, und ich seufze. "Ich hoffe, ich muss mich nie auf diese Art verteidigen."
"Wenn Ihr Euch 'selbst verteidigen' müsst, werft Eure Waffen nicht weg. Bewaffnet niemals Eure Gegner."

(Seite 195)


Dann gibt es charakterunabhängige Fehler: Es beginnt zu schneien und direkt sind die Bäume und der Weg bedeckt? Die Autorin hat echt kein Talent zu realistischen Darstellungen. Kurz darauf ist der Schnee weg, aber das gehört zum Fluch. Das passt also. Aber von einer Sekunde zur nächsten schneebedeckt zu sein, ist bescheuerter Quatsch.

Fehlerhaft ausgedrückt: ... - aber er hat das auch immer erwartet. Wenn er jedoch seinen Mund öffnet, wirkt er arrogant und berechnend. - Man schreibt nicht "wenn er aber", wenn zuvor ein "aber-Satz" steht. Eine doppelte Verneinung, sozusagen. Ich weiß nicht, wie man das nennt. Normalerwiese sind die Sätze in der Art: Er macht/ist das und das, aber/wenn jedoch ... Und nicht beides gleich.

"Warum ist er nur dagestanden?" - Müsste es nicht "hat" heißen? Und wenn "ist" eine andersartige alte Form ist, dann ergibt das erst recht keinen Sinn. Keiner in unserer Welt redet so! Das ist nicht Harpers Wortkabular.

"Scheitern ist nicht absolut. Und nur weil du nicht alle retten konntest, heißt das nicht, dass du niemand gerettet hast." (Seite 545) - hört sich wieder komisch an "niemand" statt "niemanden" zu lesen. Das passiert zweimal.

Die Zeiten stimmen nicht: Erst sagt Harper, sie ist einen Tag dort, dann zwei. Und Rhen sagt wieder einen Tag ...



Die Autorin scheint echt so einiges zu vermischen, Anreden, Wörter, die nicht in die Zeit gehören ... Hier passen die Worte Pulli, Pullover und Unterhemd nicht. Klar, Harper kommt aus der Heutigen Zeit, aber sie deklariert die Kleidung aus damaliger Zeit so. Noch so einige Wörter, die Harper benutzt: "gebärden" sich meine Locken ... Amüsement, Brokat, exerzieren und Eklat. Überhaupt nicht Harpers Wortkabular! Man merkt einfach sofort (wenn man richtig liest), dass das sehr unstimmig ist! Die komplexesten Wörter kennen, aber nicht wissen, was ein Assistenzarzt ist????!!! Ich würde vom Glauben abfallen, wenn das nicht bereits passiert wäre. Ernsthaft??? Die Trennung der Settings ist der Autorin nur in Sachen Kleidung und Namen vollständig gelungen. Die Sprache und das Verhalten sind sehr gemischt. Bei den Namen merkt man sofort die Differenzierung der Settings. Das finde ich sehr gelungen. Auch die Kleidung ist perfekt widergespiegelt. Ansonsten hat die Autoren sehr geschlampt, wie das die ältere Generation sagen würde. Schlampe hieß ja früher jemand unordentliches, bevor es als sexistisches Schimpfwort missbraucht wurde.

Ein wenig Humor wird auch gezeigt: Ich werde gleich auf die Erde krachen und sterben. - Nein. Ich knalle stattdessen auf die Erde, und das tut weh. - Ich kriege keine Luft. - Ach, das war eine spektakulär schlechte Idee. - Eine gefühlte Ewigkeit liege ich auf dem Rasen und frage mich, was schlimmer wäre: sterben oder so von diesen seltsamen Typen gefunden werden. (Seite 67) 😂

Entweder habe ich es wieder vergessen oder die Geschichte um Rhen's Großvater und Vater wird hier nur halb eingeworfen - ich verstehe sie nicht ganz. Und was ein Halbling ist, wird gar nicht erklärt.

Erst kurz vorm Ende ! erfährt man dass die beiden Welten parallel existieren und nicht Gegenwart und Vergangenheit sind, wie man logischerweise annimmt. Die ganze Zeit steht diese Frage - wie viele andere Fragen zu den Rahmeninformationen - in der Luft ... sehr schlecht gemacht.


"Ich weiß nicht, wie ich mein Volk führen soll, wenn alles, was ich sehe, mein eigenes Scheitern ist."
(Seite 373)



⚠️ SPOILER - BITTE MIT EINEM AUGE RUNTERSCROLLEN, WENN ER NICHT ERWÜNSCHT IST ⚠️

Bis zum Ende erfahren wir nicht, was mit den Mädchen vor Harper passiert ist. Ob sie wirklich zu Hause sind. Meine Vermutung ist, Lilith hat sie getötet. Aber das Ganze bleibt offen.

Harper stirbt anscheinend nicht, wenn Rhen ihr Herz nicht gewinnen kann - wie es im Klappentext steht. Total falsch geschrieben also, beide Texte!

⚠️ SPOILER - ENDE, DU KANNST WIEDER BEIDE AUGEN NUTZEN ⚠️



Der Epilog von Grey ist offen gehalten, was mich trotz der wirklich massenhaft vielen Fehler neugierig gemacht hat. Grey ist mir von allen Charakteren am liebsten. Er ist auch am fehlerfreisten erstellt worden und kommt somit am glaubhaftesten rüber. Ich mag seine zurückhaltende, aber bestimmte Art total gerne.


Fazit:
"Es bringt mich immer wieder zum Staunen, dass gerade dann, wenn die Welt am dunkelsten erscheint, es auch die größte Chance für Licht gibt." (Seite 284)

Ja, das Buch und sein Ende beschreibt es sehr gut. 😏


Wie die meisten Leserinnen so einfach über relevante Fehler hinweglesen und kaum was über die Geschichte an sich schreiben, ist mir echt wieder unbegreiflich! kopfschüttel

Von einer Leserin kam "Die beste Märchen-Adaption, die ich jemals gelesen habe!" - dann empfehle ich viel bessere Varianten wie "Die silberne Königin". Da stimmen Logik und Verlauf wenigstens. Das ist nur wieder eine von vielen Aussagen der jubelnden Masse. kopfschüttel Es ist ja nicht alles schlecht, aber ganz sicher kein Jubel-Werk.

Der Humor hält sich in Grenzen, hier hätte die Autorin viel mehr einbauen können, durch die Welten-Tatsache. Die Idee ist nämlich sehr gut, nur leider furchtbar fehlerhaft umgesetzt. Da bin ich bei Kirsten Storm viel besseres gewöhnt.

Ganz ehrlich? Ich möchte Band 2 nur wegen Grey lesen. Da ist das Ende, der Epilog, so offen, was mit ihm passiert ... der einzige Bann, dem ich verfallen bin, ist Greys! Ich hoffe, die Bücherei besorgt es zeitnah, damit haben die ja stetig Probleme.

Das Buch ist kein ewiger Fluch, aber kalt. Vielleicht wird es mit etwas mehr Grey wärmer?!


"Erinnere dich nicht an diesen Moment, Harper. Die wichtigsten Augenblicke sind all jene, die davor lagen."
(Seite 406)

Oder die, die noch kommen. Nach dem Buch. 🥳



(Wieder eine Rezension, die mich einige Stunden gekostet hat. Hoffentlich ist sie wenigstens vielsagend)






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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.06.2021

🤓🙄🥱😤

Left to Fate
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Klappentext:
New York ist verfallen. Der totalitäre Staat Concordia nutzt die Ruinen als riesiges Gefängnis für junge Menschen, die laut Voraussage in der Zukunft ein Verbrechen begehen werden. Als Samantha ...

Klappentext:
New York ist verfallen. Der totalitäre Staat Concordia nutzt die Ruinen als riesiges Gefängnis für junge Menschen, die laut Voraussage in der Zukunft ein Verbrechen begehen werden. Als Samantha in die gefährliche und von Banden umkämpfte Stadt verstoßen wird, sucht sie Schutz bei der Westside-Gang. Der unnahbare Anführer David misstraut ihr, obwohl er selbst Geheimnisse zu haben scheint. Langsam kommen sich die beiden näher. Sie finden heraus, dass hinter Samanthas Verbannung etwas Größeres steckt - und die Ruinenstadt wird zur lebensbedrohlichen Falle …


Autorin:
Gloria Trutnau, geb. 1992 in München, gewann mit ihrem Debüt, der Dystopie „Left to Fate – Die Ausgesetzten“, 2018 den Schreibwettbewerb von Tolino und Impress. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, der Roman sei »eine atemberaubende Liebesgeschichte und eine packende Story« und beschrieb ihn mit den Worten »Maze Runner meets Minority Report – ein grandioses Werk!«. Das Buch erschien 2019 bei Carlsen Impress. Gloria Trutnau lebt in München und arbeitet im Personalrecruiting.

Sprecherin:
Die deutsche Moderatorin und Schauspielerin Funda Vanroy hat südländische Wurzeln. Seit 2002 Moderatorin für die Sendung Galileo auf ProSieben. Nebenbei ist aber dennoch Zeit für andere Engagements wie Moderationen auf der Bühne, Youtube Filme, Sprecherjobs und Schauspiel. Aktuelles Projekt ist der Kinofilm Killed in Action. Intensives MMA und Kickbox Training findet seit 5 Monaten statt. Die Rolle wird die einer amerikanischen Soldatin sein, die versucht herauszufinden, wohin und warum sie und andere Soldaten entführt wurden. Dabei warten einige Kämpfe und Herausforderungen auf sie. Der Film wird in Istanbul und in Berlin gedreht werden.


Bewertung:
Das Cover an sich passt schon sehr gut zur Geschichte, allerdings sind die beiden Menschen als Liebespaar auf dem Bild in der Geschichte eher platt vertreten. Besser wäre es, man hätte auf das Paar verzichtet, dann fände ich das Cover hervorragend. Es wirkt auch so etwas 08/15, und so ist die Geschichte teilweise und die Beziehung auch. Der Titel (auf Deutsch "Dem Vermessenen") verstehe ich gar nicht.

Schon zu Beginn wird klar: Tolle Idee wieder nur a-typisch umgesetzt. Ich schwankte immer wieder zwischen weiterhören und abbrechen.

Die Charaktere sind allesamt nichts hervorstechendes, sondern a-typisch. Hier verpasst man also gar nichts. Davids und Samanthas Beziehung kommt salopp. Es ist keine Entwicklung hörbar. Unglaubwürdig und gewollt 08/15.

Der Wechsel zwischen Concordia und New York, den Samantha geistig erlebt, passiert übergangslos. Verwirrte mich etwas. Ich musste mich erst orientieren, wo ich bin und welche Samantha gerade aktuell ist. Die Zeitreisesache mit den zwei Samanthas bzw. derselben bekam ich nicht auf die Reihe. Mit den Zeiten der Gegenwart und Vergangenheit oder Zukunft ... verwirrend. Ich konnte dem nicht richtig folgen, vor allem am Ende wird es zu viel auf einmal.

Es gibt einige Logikfehler: Wo kommt David in der Nacht bei Susans Angriff auf Samantha her??? Sehr gewollt und typisch. Da taucht der Retter in der Not aus dem Nichts auf. Unglaubwürdig. Die "Ärztin" Vivian hat von jedem die Chips entfernt. Da muss es doch aufgefallen sein, dass David gar keinen hat! Aber nein, das wird uns als Überraschung präsentiert. Und als bescheuert unlogisch noch dazu.

Der Epilog ist mysteriös und macht echt neugierig. Das ist ein Einzelband, wie blöd ist das denn???? Der Epilog ist total offen und frustrierend und da gibt es kein Band 2? Dann verstehe ich den Epilog gar nicht - wenn das nicht geklärt wird. Das frustriert mich total! 😤

Die Sprecherin hat mir gefallen und ich fand den Ausdruck der Charaktere vielseitig und ausdrucksstark. Ich kann allerdings nicht schreiben, ob ich nur wegen der Geschichte hin und wieder Abbruchgedanken hatte, oder auch wegen der Stimme, die zwar gut, aber nicht stundenlang am Stück hörbar ist.


Fazit:
Die Idee bietet viel Potenzial, gerade weil auch viel originelles drinsteckt, aber leider hat die Autorin dieses nicht originell umgesetzt, wie es ihr möglich gewesen wäre. Stattdessen hat sie sich des a-typischen 08/15-Schemas bedient. Enttäuschend! Besonders die Charaktere sind kein bisschen von dem Schema abgewichen und laden zum Gähnen und Augenverdrehen ein. Der Verlauf wirkt überwiegend zu gewollt und künstlich aufgedrängt. Einzig neuartig ist die Umsetzung der Zeitreisemaschine. Hier fehlt aber etwas Einfachheit, mir ist das etwas zu komplex erklärt.

Man bekommt das Gefühl, die Autorin war nur halbherzig dabei und hat sich lieber bekannten Schemen bedient, als aus der vorhandenen Originalität etwas einzigartiges zu machen. Das Ende ist wahrlich hervorragend wie auch zum Kotzen! Als Einzelband letzteres. Sehr frustrierend und enttäuschend! Ein Jugendbuch mit Science Fiktion-Anteilen.





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Veröffentlicht am 21.06.2021

Ever - Nerven? Absolut ever! 😖 Auch nach 12 Stunden und 35 Minuten? Zum Glück nicht! 🥳

Ever - Wann immer du mich berührst
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Klappentext:
Nach einem schlimmen Autounfall ist Abbi über Wochen ans Bett gefesselt. Das Gefühl, nicht wegzukönnen, macht sie beinahe verrückt. Sie kann sich nicht ablenken von ihren Erinnerungen. Sie ...

Klappentext:
Nach einem schlimmen Autounfall ist Abbi über Wochen ans Bett gefesselt. Das Gefühl, nicht wegzukönnen, macht sie beinahe verrückt. Sie kann sich nicht ablenken von ihren Erinnerungen. Sie kann ihrem Politikervater nicht ausweichen, der den Unfall vertuscht hat. Und vor allem kann sie nicht vor dem gutaussehenden Physiotherapeuten weglaufen, der sich einfach nicht verscheuchen lässt. David ist geduldig, stur und sanft, und irgendwann dringt er durch den Schleier aus Verzweiflung und Wut, der Abbi beinahe erstickt. Ein Prickeln läuft über ihre Haut, wann immer er sie berührt, und ein warmes Gefühl breitet sich in ihrer Brust aus, wann immer sie eines der kleinen Origamikunstwerke findet, die er für sie anfertigt. Doch David hat ganz eigene Gründe, ihr zu helfen, und dieser Verrat wird tiefere Wunden als der Unfall reißen …

Autorin:
Nikola Hotel wurde 1978 als jüngere von zwei Töchtern geboren und wuchs in Bonn auf. In ihrer Jugend streifte sie viel durch den Wald, staute Bäche, eroberte Dachsbauten und flüchtete vor Wildschweinen. Bereits als Schülerin begann Nikola Hotel zu schreiben. Heute lebt sie mit ihrem Mann und drei Söhnen in Hennef. Neben dem Schreiben gehört ihre ganze Leidenschaft der Musik von Rachmaninov.

Sprecher:
Dagmar Bittner: Als Hörbuch- und Werbesprecherin mit Schauspielerfahrung zaubere ich Bilder in Ihren Kopf. Passend für jedes Genre – ganz gleich ob TV-Spot, Imagefilm, Erklärvideo, Synchron, Liebesroman oder Thriller. Ich mache Figuren und Charaktere nicht nur hörbar, sondern in Ihrem Kopf auch sichtbar und somit lebendig. Meine besondere Stärke sind authentische Gefühle und eine natürliche, realistische Sprechweise. Damit Hören immer auch Erleben ist. Von meinem Heimstudio aus, oder in jedem Tonstudio Ihrer Wahl, bin ich für Sie sprech- und spielbereit. So können Sie sicher sein: Mit meiner Stimme bleiben Sie bei Ihren Kunden unvergesslich!

(Anmerkung von mir: Allerdings! Dem kann ich nicht widersprechen! 🙈)

Oliver Kube, 1973 geboren, absolvierte seine Ausbildung am Theater der Landeshauptstadt Magdeburg. Seitdem war er auf diversen Bühnen zu sehen, unter anderem in Cottbus, Magdeburg oder Berlin. Als Sprecher liest er mit seiner warmen Stimme sowohl Romane von Graeme Simsion als auch Sachhörbücher von Anthony Robbins sowie Christian Peter Dogs und Nina Poelchau.


Bewertung:
Das Cover scheint zu passen, es passt jedenfalls zum Klappentext, der die Origami erwähnt. Allerdings war ich noch nicht bei dem Teil, wo David Abbi welche Kraniche bastelt. Von der Geschichte erfährt man, dass David für seine Schwester immer diese Origami-Kraniche bastelt, mehr habe ich nicht rausfinden können. Den Titel finde ich als Wortspiel urkomisch 😏, denn er passt wie 🍳. Der Nebentitel lässt mich wieder 🙄 ... "Wann immer du mich berührst" - 🥱 🙄. So unnötig!

Abbi kann ich nicht leiden. Sie ist echt nur am jammern, über alles. Nach 20 Minuten hatte ich die Nerven davon voll! Nicht, weil sie nur am Jammern ist, auch so blöde Aussagen finde ich unmöglich! 'Wer trägt denn heute noch V-Ausschnitt?!' Ja und?? Was ist jetzt das Problem? Wer ist denn heute noch so eine ätzende Pute? Aber Davids Frage, wieso das Bett so bescheuert gestellt ist, ist ist für sie nicht nachvollziehbar? Und dann, ach, andersherum steht das Bett ja wirklich besser! Wow! 'Warum ist mir das nicht selbst aufgefallen?' Weil du nur am Meckern bist, immer Hilfe abweist und oberflächlich bist! 😡 Sie stellt sich echt an; will dass es ihr besser geht, aber nichts dafür tun! Und bloß keine Gehhilfen annehmen ...

Abbi hat so große Angst vor Schmerzen, selbst wenn sie gar keine hat. Solche Menschen gibt es, die rufen die Schmerzen erst hervor mit ihrer Angst. Der Körper merkt sich das bzw. das Gehirn. Und so erleben diese Menschen Phantomschmerzen. Sie behindert sich also selbst und ihre Therapien. Sie ärgert sich, dass ihr viele nicht glauben, dass sie Schmerzen hat. Ja, Selbstreflektion ist der auch fremd. Ist doch klar, dass das vielen schwer fällt, wenn sie so Hypochondrisch in Sachen Schmerzen ist! 🤦 🙄 Sie macht ihre Übungen nicht, weil sie denkt, Kalie oder wie die 🐄 heißt, macht die Therapie noch?? Was ist denn das für eine Ausrede?! Was hat das mit der Sache zu tun? Damit, dass sie auch selbst Übungen machen muss?! Boah, Mädel ... 😤

Aber was ist das eigentlich für eine Physiotherapeutin??? Die hat keinerlei Geduld und sagt Abbi sogar, sie gibt auf. Und das hätte sie noch nie tun müssen. Was soll das? In diesem Beruf muss man geduldig sein und die Patienten motivieren. Aber ich finde es gut, dass die Autorin auch solche Menschen in falschen Berufen hier wiedergibt. Sonst ist ja immer alles heile Welt. Dabei gibt es reichlich solche Menschen, die einen falschen Beruf ergreifen. Diese Physiotherapeutin Kate sagt David, er wäre der Einzige, der mit Abbi klarkommen kann. Unfassbar diese Frau. Wie sie das als Therapeutin sagen kann ... aber es geht noch weiter; sie droht ihm, wenn er Abbi nicht übernehme, teilt sie ihn nicht mehr ein, aus Arbeitsverweigerung. Was für eine blöde Kuh!!!! "Du kannst dir die Patienten nicht aussuchen", sagt sie ihm. Ja, was macht die denn da??!!!! 🤬

David weiß direkt, wie er Abbi behandeln muss, obwohl er ihre Riesen-Angst vor Angst gar nicht zuvor kannte? Wirkt auf mich daher leider künstlich erschaffen. David ist sehr gnädig mit ihr. "Abbi jammert nicht", sagt er und erklärt breit, wie sie sich fühlen muss. Doch, Abbi jammert! Was für eine Seifenblase sieht der denn?? Andere in ihrer Situation jammern gar nicht so herum. Was labert er da? Realistätsverzerrung vom feinsten. 🤨


Die Sprecherin ist sehr jung. Wie alt Abbi ist habe ich in den 2 1/2 Stunden nicht erfahren, ein Manko. Von einer tollen Rezension erfuhr ich erst, dass Abbi 21 Jahre alt ist. Das sollte so nicht sein, dass ich erst mal stöbern muss, um das Alter der Protagonistin zu erfahren. Die Sprecherin hat auf Dauer genervt, wenn sie in der hohen Stimmlage blieb. Das passierte vor allem bei Abbi's Meckereien. In anderen Szenen, wo sie konstant im Normalbereich sprach, ging es gut. Der Sprecher war für mich immer erträglich, weil er nie zu weit in die Stimmhöhe geht, sondern auf einem bestimmten gemütlichen Niveau bleibt. Das war sehr angenehm. Für die Sprecherin gibt es 3,5 Sterne, für den Sprecher 4,5 Sterne.


Fazit:
Wie eine Dauerschleife des Jammertals. 😵 Vielleicht nicht alle 12 Stunden und 35 Minuten, aber 2 Stunden und 30 Minuten auf jeden Fall! Solche Geschichten zu hören ist schlimmer, als sie zu lesen. Grausam bei so einer Protagonistin. Habe ich oft erlebt, dass solche Hörbücher mehr an die Nerven gehen, als wenn man sie liest. wenn dann auch noch die Sprecher entsprechend sprechen und die Pein verstärken, wird es zur Quälerei. Leider weiß man das nicht im Voraus, schade.

Die Autorin hat gerade, weil recht alles nervt, die Geschichte sehr glaubhaft umgesetzt. Es kommt eher weniger vor, dass so unangenehme Charaktere im Fokus stehen. Leider gibt es diese Menschen in der Wirklichkeit; Menschen, die Berufe ausüben, die sie unzureichend füllen und ungeeignet sind. Menschen wie Abbi, die nur jammern und recht gut betucht sind und glauben, es gibt nur sie auf der Welt. Menschen wie David, die die Realität verzerrt sehen, aber es gut meinen. Mich hat also nicht die realistische Umsetzung in den Wahnsinn getrieben, sondern die Menschen an sich, die hier auftreten und unsere Wirklichkeit widerspiegeln. Trotzdem kann ich dem ganzen nur 2 Sterne geben, so leid es mir tut. Für die glaubhafte Darstellung gibt es 3 Sterne von mir, auch wenn mich das in den Wahnsinn trieb. Wahrheit ist eben Wahrheit, und die tut weh.

Habe ein wenig Frust ausgeschrieben, ohne zu extrem zu werden. Sonst hagelt es noch 💩🌪️. Nicht eine meiner besten Rezensionen, aber einfach nur eine. 👀




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Veröffentlicht am 20.06.2021

Meine Meinung in tausend Worten ...

Dein Herz in tausend Worten.
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Inhaltserzählung und Leseprobe:
Ich rette sie, die Manuskripte, die keiner wollte. Ich befreie sie aus dem Raum des Vergessens und erwecke sie zu neuem Leben, indem ich sie mitnehme und lese.

Auf dem ...

Inhaltserzählung und Leseprobe:
Ich rette sie, die Manuskripte, die keiner wollte. Ich befreie sie aus dem Raum des Vergessens und erwecke sie zu neuem Leben, indem ich sie mitnehme und lese.

Auf dem Dachboden lese ich nur kurz in die Manuskripte rein und wähle die schönsten und seltsamsten Geschichten, um sie in meiner großen Umhängetasche anschließend heimlich aus dem Verlag zu schmuggeln.

Die ich nicht mitnehme, verstaue ich in Kisten und reihe sie ordentlich an der Wand auf, damit sie eine neue Chance bekommen. Vielleicht entdeckt sie eines Tages noch jemand, der sie lesen mag, das wäre doch schon.

"Die abgelehnten Manuskripte. Ich habe sie zufällig entdeckt und aus Neugier reingelesen. Sie sind so ... schützenswert.
Manche Geschichten sind lustig, andere skurril, einige sind gut und einige wirklich schlecht. Aber es sind alles Geschichten. Geschichten, die jemand schrieb, um damit Leser zu erreichen, zu trösten, zu erfreuen, zu schockieren, was auch immer. Sie wurden geschrieben, um gelesen zu werden. Und wenn ich sie nicht rette, wenn sie auf dem Dachboden bleiben oder vernichtet werden, dann ... sind sie tot."


Von den Autoren wird meist ohne Namen gesprochen. "Mein Autor will das und das, mein Autor meint, der Autor lässt fragen, ob", heißt es. Sie sprechen über sie, als seien Autoren seltene, seltsame Tiere. Vermutlich sind sie das auch.
Menschen, die Geschichten schreiben, müssen doch anders sein.
So wie die, die sie lesen.

Ich finde es sehr spannend, Autoren persönlich zu sehen. Wenn man ein Buch liest, hat man eine Vorstellung von den Menschen, der es geschrieben hat. Man weiß schon so viel von ihm. Mir ist natürlich klar, dass Autoren sich ihre Geschichten ausdenken. Sie können über dicke Menschen schreiben, auch wenn sie selber dünn sind. Sie können fröhliche Menschen sein und eine tieftraurige Geschichte schreiben. Und doch verrate, sie viel von sich selbst in ihren Büchern. Es steht zwischen den Zeilen, es ist ein Grundgefühl, das in jedem Satz mitschwingt.

(Seite 10, 17, 18, 31 und 93)


Autorin:
Judith Pinnow wurde in Tübingen geboren und wurde als Moderatorin diverser deutscher Kinder- und Musiksendungen bekannt. Sie schreibt v.a. Kinderbücher und Kurzgeschichten. Auch unter ihrem Geburtsnamen Judith Halverscheid sind bereits mehrere Kurzgeschichten erschienen.


Bewertung:
Das Cover ist ein Hingucker und der Titel passt wunderbar. Der Klappentext stimmt nur teilweise, aber das, was hier steht, ist nicht falsch, daher völlig in Ordnung. Mich stört nur wieder diese Zusatzsätze über dem Klappentext, wie üblich überdramatiersierend! 🙄 Auch dieser Satz "Eine Liebesgeschichte in Notting Hill" auf dem Cover hat mich die Augen verdrehen lassen. Ist der von der Autorin? Meistens sind diese Untertitel vom Verlag hinzugesetzt, gehören also gar nicht zum Titel. Ich frage mich auch immer wieder, wieso man immer neben dem Titel noch was setzen muss ... kann man das Buch nicht einfach so lassen, wie es von der Autorin gedacht war? Mensch ... 😤 Auch wenn es hier nicht der Fall ist, findet sich das überall, diese vom Verlag gesetzten Untertitel. Vor allem weiß ich nicht, ob das eine Marketingstrategie ist, das Buch mehr zu verkaufen - die Erinnerung an den Film "Notting Hill", der triggern und zum Kauf anregen soll - oder ob nur der Ort in dieser Geschichte gemeint ist. Vielleicht auch beides, passt ja.

Die Kapitel sind mit Überschriften gekennzeichnet. Die Erzählform ist hier sehr gemischt. Es gibt die Ich-Form von Millie, die Erzählung über William und eine Mischung über mehrere Personen gleichzeitig. Sehr ungewöhnlich, schon die Mischung von Ich-Form und Über-Erzählform. Im letzten Drittel gibt es sogar die verschiedenen sogar innerhalb eines Kapitels. Hier hätte ich mir statt der Über-Form die Ich-Form von William gewünscht. Warum das nicht so ist, verstehe ich nicht. Millie wäre dadurch nicht weniger im Mittelpunkt. Oder eben direkt alles in Über-Form. Liest sich überraschend und mich hat das irritiert, als es Begann. Dann habe ich mich daran gewöhnt. Die Geschichte spielt in der Gegenwart, es wurde keine Vergangenheitsform genommen.


Ich finde, Bücher haben es nicht verdient, staubig zu sein.
(Seite 8)


Die Idee hat mich am Buch angezogen. Sie ist nicht nur originell, sondern erinnert mich an mich selbst. Ich habe auch schon solche Aktionen gebracht, da habe ich aber statt Buchzitate, Gute-Laune-Sprüche verteilt. Und auch heimlich, weil ich mich vor Kontakt scheute. Auch die Gedanken, die sich dann darum drehen, wie die Sprüche ankommen, kenne ich zu gut. Das gehört dazu. Hier hat mir sehr gefallen, dass die Autorin auch alle Seite zur Aktion eingebracht hat. Die freudigen und die enttäuschten Momente. Denn es ist so, dass nicht alle Menschen solche Aktionen würdigen, sich freuen, sondern es gibt viele, die sie ignorieren und irritiert darauf reagieren. Weil es einfach nie jemand tut. Das verunsichert eben auch. Daher ist die Darstellung der verschiedenen Reaktionen der Menschen wahrheitsgetreu beschrieben. 👌 Die Idee der Geschichte hat mich magisch angezogen, ganz ohne Leseprobe. Ich musste das Buch also einfach haben!

Das Setting ist super, die Geschichte spielt in England. Merkwürdigerweise wird hier nie Großbritannien geschrieben, da sind die Engländer sehr empfindlich. Die englische Atmosphäre kommt auch schön rüber, die geschichtliche Atmosphäre schwankt eher, was den Zeitsprüngen und Fehlern geschuldet ist. Mehr dazu unten.


"Wenn du schreibst, kannst du fliegen, Drachenmädchen Momo."
"Ich kann auch fliegen, wenn ich lese"
, antwortet sie.
(Seite 131)


Millie ist mehr Praktikantin als Assistentin, nur dass sie halt geschätzt wird. Sie macht eigentlich alles, was Praktikanten oder Auszubildende tun. Andererseits trödelt sie so viel herum und arbeitet kaum. Macht ständig Pausen und geht in die Stadt bummeln ... Was sie an Zeit hat und vertrödelt und niemand stört das. Echt seltsam. Wenn wir alle so arbeiten würden, kämen wir nie vorwärts. Sie ist schüchtern und eher sozial verarmt. Sie verkriecht sich lieber in menschenfreien Zonen, als Kontakte zu pflegen.

William ist ein Bestseller-Autor und trägt die Nase zuweilen oben. Hier schwankt das Bild aber, sodass ich nicht richtig von seinem Charakter überzeugt bin. Das hin und her seines Verhaltens wirkt auf mich etwas zu gewollt. Vor allem zu gewollt arrogant, weil er in anderen Momenten wieder ganz anders ist.

Die Liebesbeziehung der Beiden (was ja kein Geheimnis ist, dank des Klappentextes) ist nicht so schön natürlich für mich. Das erste Treffen ist berührend, aber auch für mich künstlich aufgebaut. (Ich verrate nicht, worum es geht) Die Szenen mit den Beiden wirkt im Ganzen immer zu gewollt. Das ist so schade! 😢 (Genaueres erfahrt ihr in der Lese-Chronik)

Millies Bruder ist ein Schatz und seine Darstellung hat die Autorin - neben zwei anderen Charakteren, die ich hier nicht verraten möchte - sehr glaubhaft beschrieben. Er gehört auch zu meinen Lieblingen. Und ich meine, welche Frau wünscht sich nicht so einen liebevollen und beschützerischen Bruder, den man mit Anrufen um den Schlaf bringen kann? Auf den man sich verlassen kann und der einem so nimmt, wie man ist? Gerade für uns Frauen eine Besonderheit, wo wir doch für alles kritisiert werden.


"Was hat dir damals geholfen?", flüstert er in ihre Haare, die nach Zitronen riechen.
"Lesen. Und dir?"

Er lächelt. "Schreiben."
(Seite 123)


Die Autorin hält es zu Beginn geheim, was Millie da treibt, versucht Neugier aufzubauen. Das gelingt gar nicht, weil ja im Klappentext steht, was Millie tut. Das wirkt von der Autorin also ziemlich unnötig, aber mir gefällt es trotzdem. Manche Bücher liest man am Besten ganz spontan und ohne Klappentext zu lesen. Das ist so ein Buch. Nur dass es hier nicht möglich ist, derzeit, da es auf Vorablesen angeboten wurde und man sogar die Leseprobe lesen "muss", um sich zu bewerben. Selbst, wenn man Punkte hierfür ausgibt, wie ich es getan habe, liest man ja den Klappentext, bevor man sich dafür entscheidet. Also sehr schwierig mit dem Spontanlesen ohne Drumherum.

Die Zeit vergeht sehr salopp - morgens zu abends. Es gibt keine Übergänge. Hier und da hat mich das etwas irritiert, sodass ich die Sätze danach zweimal lesen musste. Manche Kapitel haben extrem große Zeitsprünge, die mich orientierungslos gemacht haben. Da kam das Gefühl auf, ich hätte was überlesen, was natürlich nicht der Fall war.

Für mich sind viel zu wenig Zitate aus dem Manuskript gezeigt worden. Auch das Verteilen dieser hält sich in Grenzen. Die Autorin führt hier nur wenige Szenen vor, wie Millie die Zitate verteilt. Ich habe auf viel mehr gehofft, sowohl auf die Anzahl an Zitaten als auch ihre Verteilung.


Vielleicht ist das ein Fehler, den man generell im Leben oft begeht. Etwas nicht zu versuchen aus Angst davor, dass es sowieso nicht klappt.
(Seite 71/72)


Die Autorin drückt sich einige Male unglücklich und wirr aus. Beispiel: In einer Szene steht, Millie sieht, was jemand unter die Zeilen geschrieben hat. Dann folgt ein Zitat aus dem Manuskript. Und ich suche und suche das, was unter den Zeilen stehen soll. Ich habe es dreimal gelesen. Aber da steht gar nichts drunter. Die Autorin meint wohl die Zeilen selbst. Dann eine Seite wird gesagt, da habe jemand mit der Hand die Zeilen ergänzt. Und dann dachte ich "Achso!". Die zuvor gedruckten Zeilen von Millie wurden handschriftlich ersetzt, das sind die Zeilen, wo steht, das Millie sieht, was jemand unter die Zeilen geschrieben hat. Oh Mann ... das sieht der Leser aber nicht! Die Autorin hätte hier entweder die gedruckten Zeilen zeigen müssen und die Handgeschriebenen in einer anderen Schrift darunter setzen müssen - dann versteht man das auch. Oder sie hätte ergänzen müssen, dass Millie sieht, wer unter den bereits gedruckten Zeilen etwas handschriftlich drunter geschrieben hat - das wäre genauso deutlich und verständlich. So überlässt die Autorin den Leser der Verwirrung. Und das passiert ein paar Mal. Das ist nicht nur verwirrend, sondern reißt auch total aus dem Lesefluss.

Auch Wortübersetzungen sind mal gegeben, dann wieder nicht. Und wenn, dann auch nicht nachvollziehbar in Deutsch. Wie kommt die Autorin darauf, eines der Wörter ins Deutsche zu übersetzen? Unverständlich. Ebenso gibt es ein paar unlogische Sätze im Sprachgebrauch und im Verlauf. Ich möchte aber auch nicht verschwiegen, dass es humorvolle Szenen und Dialoge gibt, die mich zum Lachen gebracht haben. Das ist wunderbar! (Mehr in der Lese-Chronik)


"Nichts geht je verloren, und nichts ist je fort, es geht nur etwas weiter, wechselt nur den Ort", sagt Mrs Caine und schaut mich liebevoll an.
(Seite 245, zitiert aus "Mary Poppins")


Das mit dem Manuskript ist nicht näher bearbeitet worden. Ja, wir erfahren, was den Autor bewegt hat, es zu schreiben, aber weiter nichts. Wieso hat er es an Verlage zur Veröffentlichung geschickt? Wieso ist sein Agent froh darüber, dass es nie veröffentlicht wurde? Das bleibt alles unbeantwortet.

Auch das Haupthema, die Verteilung der Zitate, wird hier nicht aufgelöst. Jedenfalls nicht so, wie es realistisch wäre. Es kommt einfach nebenher automatisch raus, dass Millie Diejenige ist, die die Zitate verteilt. Der Autor nimmt das zur Kenntnis? Ich weiß es nicht. Die Autorin schreibt dazu überhaupt nichts. Es ist einfach da, diese Tatsache. Es ist schwer zu erklären, ohne zu spoilern ... 😓 Es folgt keine Überraschung, kein Entsetzen, kein bereits wissendes Nicken, gar nichts! Darüber wird einfach hinweggegangen von den Charakteren und der Autorin selbst. Der Showdown um die anonyme Verteilerin bleibt völlig aus. Als hätte es dieses Rätsel für den Autor und seinem Agenten gar nicht gegeben, obwohl die Autorin es so geheimnisvoll aufbauend schreibt. Man wartet als Leser auf den Showdown, das Entblößen des Geheimnisses und die Reaktionen darauf - aber nichts passiert. Gar nichts.

Das Ende, das letzte Kapitel, kommt sehr salopp und ohne Entwicklung daher. Schon im vorletzten wird was gesagt, dass ich als Leserin nicht verstand, es ist ohne irgendeinen Zusammenhang. Und auch nur kurz eingeworfen, sodass keine Entwicklung für das Ende stattfindet. Das Ende wirkt nicht nur deshalb etwas gekünstelt erstellt auf mich, auch dass alle Leute (verrate nicht, wer) plötzlich alle miteinander gut sind und sich Paarungen bilden. Auch da fand nicht wirklich eine Entwicklung statt. Es gab da minimale Szenen, wo ich schon erraten habe, dass das als Paarschaft endet - das hat die Autorin in meinen Augen nicht rätselhaft geschrieben -, aber da fehlt für mich der Mittelteil bis es zur Paarschaft kommt.


Fazit:
Das Buch kam am Samstag Vormittag (gestern) an und ich habe es am selben Tag ganz durchgelesen. Es ist eine kurze und gute Unterhaltung, dennoch wurde ich enttäuscht. Ich habe mir den Verlauf ganz anders vorgestellt. Aber das bewerte ich nicht. Ich finde es unfair, dass viele Leser das tun. Was können die Autoren oder die Geschichte für ihre eigenen Erwartungen und Vorstellungen? Erwartungen und Vorstellungen können nie mit der Realität übereinstimmen, das ist genau ihr Wesen! Es ist unsere Fantasie und kein Wissen. Wir hoffen, dass die Realität an unsere Vorstellungen ran reicht, aber darauf bestehen können wir nicht. Und das zu bewerten ist völlig daneben! Es kommt darauf an, ob gezielt bestimmte Erwartungen geweckt werden, durch Klappentexte - das kommt auch vor, das unterliegt dann auch eher einer Käufer-/Lesetäuschung. Das ist etwas anderes und eher selten der Fall.

Nicht nur einige Beziehungen zueinander sind künstlich erstellt, sondern auch viele kleine Szenen und einiges Gesprochenes, das gar nicht natürlich sein kann, es sei denn, diese Personen besitzen hellseherische Kräfte. (Weiteres in der Lese-Chronik)

Immer wieder wird in der Geschichte "Cinderella" eingeworfen, sodass ich das Gefühl bekam, es ist eine moderne Version des Märchens. Auch "Alice im Wunderland" spielt hier mehrfach eine Rolle und wird auch von den Charakteren aufgenommen. Es tauchen auch viele Metaphern auf, die berührend und poetisch zu lesen sind. Die Geschichte hat einiges vorhersehbares wie unvorhersehbares zu bieten. Und ich bin froh, dass ich nicht alles schon vornerein erkannt habe, sondern auch mal überrascht wurde.


Ein gutes Buch wird nicht unbedingt ein Bestseller. Und ein Bestseller ist nicht unbedingt auch ein gutes Buch. (Seite 75)

Genauso ist es. Wie oft schüttele ich den Kopf, weil angebliche Bestseller einfach nur Abklatsch von anderen Büchern sind und viele Fehler enthält. Während wirklich tolle Geschichten gar keine Aufmerksamkeit bekommen. Da ist auch wieder das Machtsystem am Werk, denn gerade Autoren, die alle Welt kennt, bekommen besondere Aufmerksamkeit und ich bekomme oft den Eindruck, dass ihre Bücher nur deswegen - wegen dem Bekanntheitsgrad der Autoren) auf die Bestsellerlisten landen, nicht wegen der Geschichten an sich. Das ärgert mich! Kleine Autoren haben hier das Nachsehen, egal, wie toll ihre Geschichten sind.

Ich wette, dieses Buch landet auch auf Bestsellerlisten, es wird ja alleine am und im Buch viel Werbung für die Autorin gemacht und ihr Vorwerk gelobt. Die Geschichte hier ist nicht schlecht, also nicht falsch verstehen, aber auf die Bestsellerliste gehört es trotzdem nicht. Leider. Gegönnt hätte ich es der Autorin und der Geschichte, aber es ist eben nicht herausragend. Leider. Ich finde das Auswahlsystem einfach nur unfair und machtverschoben.

Ich kann nur hoffen, dass meine Lesekameradinnen nicht allzu viel spoilern. Sie werden mit Sicherheit Sachen erwähnen, die ich absichtlich weggelassen habe. 😞 Aber darauf habe ich keinen Einfluss. Ich bin sehr traurig, dass ich der Geschichte keine 5 Sterne geben kann, ich habe ein ungemein großes Bedürfnis, das zu tun. Und bin auch an die Geschichte mit der Hoffnung darum rangegangen. Sehr schade! Aber wie mich die Geschichte trotz vieler Makel gut und kurzweilig unterhalten konnte und ich auch mal fünf gerade sein lassen möchte, vergebe ich noch 4 Sterne.

Eine leicht poetische Geschichte über Bücher und ihren Sinn, wie auch die Möglichkeit der Weiterentwicklung und das Finden um einen Platz im Leben. Es ist also nicht einfach eine typische Liebesgeschichte, es ist ein besonderer Mix aus allem. Nach mehr als 3 Stunden Lese-Chronik und Rezension beende ich das hier und hoffe, damit angeregt zu haben, das Buch zu lesen. Trotz allem. Trotz allem empfehle ich es von 💝 weiter!


"Dein Roman ist etwas ganz besonderes. Es hat nicht verdient, im Raum des Vergessens zu liegen. Er hat mich bewegt, und ich wollte, dass er auch andere Menschen erreicht, wenigstens in Teilen."
"Und wie ist es gelaufen?"
"Es war schön. Ich glaube, es hat einige ein bisschen glücklich gemacht für den Moment. Und das ist ja der ganze Grund, warum man liest. Man hofft auf Zeilen, die ein schönes Gefühl in einem wecken."

(Seite 226)


In der Lese-Chronik befinden sich die Fehler von mir ausführlich erläutert, ebenso wie die humorvollen Szenen und viele weitere Zitate zum Träumen.


🧐 Lesen auf eigene und schöne Gefahr:

https://www.lovelybooks.de/bibliothek/WriteReadPassion/lesestatus/2982514722/



Ich bedanke mich beim Vorablese-Team und dem Verlag für das Buch! Ich habe zwei Wochen darauf hin gefiebert und wollte es unbedingt lesen. 🤓





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Veröffentlicht am 19.06.2021

Beim Hören verbrannt ...

Im Regen verbrannt
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Inhaltserzählung:
"Die Welt ist grausam."
"Nicht die Welt, die Menschen."

(Track 4)


"Du kannst sie nicht zurückholen. Und Rache ist eine hinterhältige, gemeine Geliebt. Sie verspricht dir Erlösung, ...

Inhaltserzählung:
"Die Welt ist grausam."
"Nicht die Welt, die Menschen."


(Track 4)


"Du kannst sie nicht zurückholen. Und Rache ist eine hinterhältige, gemeine Geliebt. Sie verspricht dir Erlösung, und reißt dich doch nur in den Abgrund."

(Track 4)


"Sie fordern Ihr Glück gern heraus, oder?"
"Ja, natürlich, dafür ist es da. Woher soll ich wissen, wie weit ich gehen kann, wenn ich nicht einfach gehe oder fahre."


(Track 10)


Autorin:
Vanessa Heintz wurde 1987 im saarländischen Saarlouis geboren und lebt heute in der Rosenstadt Zweibrücken. Ehrenamtlich unterstützt sie mehrere Menschen- und Tierrechtsorganisationen und ist Partnerin des Bündnisses "Gemeinsam gegen Menschenhandel".

Sprecher:
Schon seit dem jungen Erwachsenenalter schreibt Patrick Düppre Zeilen nieder, wobei für ihn die Musik immer die Nr. 1 war. Nun erweitert er seine Pallette und bringt im Rabenwald-Verlag seinen ersten Roman heraus. Dem Verlag ist er bereits durch die Titellieder der Liliana Reihe von Vanessa Heintz und dem Hörbuch zum ersten Teil "Im Regen verbrannt" verbunden. Neu erschienen ist der von Düppre geschriebene Song „Fire Dancer“, dem die Sängerin Pamela ihre Stimme leiht.


Bewertung:
Das Cover ist schlecht, diese zwei geteilten Bilder ...
kopfschüttel und der Titel, was soll der aussagen? Ich verstehe ihn nicht.

Die Eingangsmusik Rock mit Gesang ist merkwürdig, so unpassend. Währenddessen redet der Sprecher die Daten runter ... Die Kapitel sind auch mit dem Lied untertont, aber ohne Gesang. Past überhaupt nicht, was soll das?

Die Erzählung erfolgt zumeist über Merlin, ab dem ersten Drittel kommt die über Liliana dazu. Sie wird neben Merlin zur Protagonistin.

Ich verstehe nicht, wie zwei Menschen, die sich nicht lieben und nur streiten heiraten wollen. Und diese Ausrede, es wegen der Firma zu tun, ist Schrott. Merlin sagt ja noch ständig, er will Annamaria nicht heiraten. Sagt ihr aber, er liebe sie blabla. Heuchlerisch. Was für eine furchtbar respektlose und biestige Person Annamaria ist! Boah, und Merlin steht meistens daneben und sagt nichts dazu. Sie beleidigt den behinderten Vater, seine verschollene Schwester und hält ihn von seinem besten Freund Felix fern. Solche Menschen gehören in die Therapie und auf die Abschussliste, mit denen ich nichts zu tun haben möchte. Merlin ist ein typischer naiver Mensch, der in einer gehobenen Gesellschaft logiert. Er fragt, wieso man diese Menschenhändler nicht aufhält. Ja, weil es Geld bringt! Wie dumm muss man sein? Eine Frage, die besonders bei Merlin immer wieder auftaucht.

Eine Szene, wo ich dachte "Ja, zeig's ihr!": "Aber bitte, bleibt auf deinem Geld sitzen und wir heiraten irgendwo in einer Scheune im Kuhmist." - "Gute Idee, machst du mir in der Hochzeitsnacht dann die Bäuerin oder die Kuh? Oder muss ich auch dann wieder den Acker allein pflügen?", fragte er zynisch.

Über Liliana möchte ich nichts verraten, sie birgt einige Überraschungen.



Viele unlogische Szenen im gesamten Verlauf. Ein Beispiel:

Merlin findet das Amulett seiner Schwester im Wald, wo sie zuvor hingegangen ist, mit Blut dran, aber wir erfahren nicht, dass er zur Polizei geht. Erst nach einem Absatzsprung. Der Zeitsprung ist undurchschaubar. Und dann hatte ein Fremde die Halskette? Merlin hatte sie doch! Und viele andere unlogische Szenen (Siehe Lese-Chronik). Ich dachte immer wieder HÄ? Und die großen Zeitsprünge verstärken das noch. Sie reißen einen aus der einen Szene heraus und setzen einen in die nächste Szene, die man nicht zuordnen kann. Auch viele Verhaltensweisen sind nicht nachzuvollziehen. Dadurch kam auch die Atmosphäre nicht richtig auf, wie es sein sollte.

Riesenaufreger, wie über Frauen gesprochen wird. Selbst Merlins Vater beleidigt Liliana andauernd. Nennt sie Schlampe, Nutte, Miststück, Biest etc. Widert mich sowas von an. Aber auch andere Männer und auch andere Frauen reden so. Das ist sehr wahrheitsgetrau. Und Merlin lässt sie einfach so reden. Männer und Frauen, die sowas geschehen lassen, sind nicht viel besser. Nur dass er hier strikt gegen die Menschenschänder vorgeht, immerhin.



Das Ende ist Friede, Freude, Eierkuchen - und was ist mit den ganzen Kerlen???? Nur nicht wieder großer Sprung, auch ein Ende mit offenen Fragen.

Als ich die Stimme des Sprechers gehört habe, dachte ich "furchtbare Stimme!" Zusätzlich spricht der Sprecher manche Figuren nicht nach Geschlecht. Das irritiert natürlich. An drei Stellen wiederholt der Sprecher dieselben Sätze. Mit der Zeit habe ich mich an den Sprecher gewöhnen können.


Fazit:
Eine Geschichte durchweg mit Irrungen und Wirrungen und abscheuliches Verhalten gegenüber Frauen. Das hat die Autorin auch sehr realistisch wiedergegeben. Furchtbare Geschichte, was auch gut ist, dass es an die Öffentlichkeit kommt - wie insbesondere mit Frauen umgegangen wird, ob von Männern oder Frauen selbst. Und das kommt wirklich sehr penetrant zum Ausdruck - das ist total ungewöhnlich. Das hat mich echt fertig gemacht. Leider sind hier durchweg haufenweise Logikfehler und unnachvollziehbares Verhalten sowie große Zeitsprünge, die irritieren und auch in nachfolgenden Szenen völlig orientierungslos lassen.

Als Hörbuch ist diese Geschichte nicht gut geeignet, mich hat es wahnsinnig gemacht. Ich werde nichts mehr vom Autor hören! Das war echt Katastrophe! Wegen der Geschichtsidee und deren realistische Umsetzung (mit Abzug der Fehler), auch was die Charaktere betrifft, gibt es
2,5 Sterne* (auf 3 Sterne gesetzt) von mir. Absolut nichts für schwache Nerven und naive Menschen, die in ihrer Heile Welt-Blase leben.



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