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Veröffentlicht am 10.11.2020

Eine gute Geschichte für Zwischendurch

Stoneheaven
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Inhaltserzählung:
"Aber ich kann dich jetzt unmöglich allein lassen, es gibt noch so viel zu sagen ..."
"Später", sagte Aidan.
"Und wenn es kein Später gibt?"
"Dann ist es irgendwie doch längst gesagt ...

Inhaltserzählung:
"Aber ich kann dich jetzt unmöglich allein lassen, es gibt noch so viel zu sagen ..."
"Später", sagte Aidan.
"Und wenn es kein Später gibt?"
"Dann ist es irgendwie doch längst gesagt worden, nicht wahr?"


(Seite 264)


"Wenn einem alles genommen wird, ist es wichtig zu begreifen, dass man in seinem Innersten trotzdem unantastbar ist."

(Seite 278)


Autorin:
Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren. Sie studierte Politikwissenschaften und Germanistik und arbeitet in einer Literaturagentur. Bereits als kleines Mädchen war sie eine Büchernarrin und liebt bis heute die Geschichten von Astrid Lindgren, Hans Christian Andersen und Tove Jansson. Von ihrem ersten Taschengeld kaufte sie sich »Die Unendliche Geschichte« von Michael Ende. Mit ihrem Debütroman »Morgenrot« wurde sie bekannt und befand sich monatelang auf den Bestsellerlisten. Zusätzlich schreibt sie auch unter dem Pseudonym Thea Lichtenstein. Zusammen mit ihrer Familie lebt Tanja Heitmann auf dem Land.


Bewertung:
Das Cover ist wirklich sehr gelungen und originell, obwohl es recht einfach gestaltet ist. Ich mag ja kein Gold, aber es passt einfach im Gesamteindruck. Es wirkt auch leicht magisch, was sofort an die Fantasieelemente in der Geschichte denken lässt. Der Schreibstil ist anfänglich holprig und ich habe mich schwer getan, weiterzulesen. Mit den Seiten wird er allerdings fließender und die Autorin scheint ihren Flow entdeckt zu haben.


Wut und das Bedürfnis, den anderen zu verletzen, schufen zumindest eine Verbindung, öffneten ein Tor, über das man einander erreichen konnte.

(Seite 331)


Viel schreiben kann ich hier nicht, außer dass so einiges unstimmig ist. Es gibt Ungereimtheiten wie: Woher weiß Mariella, wie Aidans Fähigkeiten sind und woher? Rätselhaft.

Und: Erst heißt es, sie habe den Siegelring verschlammt - und irgendwann hat sie ihn dann plötzlich. Das kommt auch so aus dem Nichts.

Und natürlich hat sie von heute auf morgen keine Kurven mehr - ne, ist klar!

Auch die Magie ist nicht ausreichend erklärt. Es kommt wie vieles andere einfach aus dem Nichts und wird eingeworfen ohne richtig erklärt zu werden. Ich hatte nur ??, wenn Fähigkeiten erklärt wurden, da immer was fehlt. Das hat mich aus den Lesefluss genommen.


"Du hast die Entscheidung getroffen zu helfen - und das war richtig, es wird nicht falsch dadurch, dass andere etwas Verkehrtes tun."

(Seite 398)


Die Charaktere haben mich nicht begeistert, es waren doch wieder zu viel 08/15-Beschreibungen dabei. Mich hat kein Charakter sehr berührt, aber mir missfiel auch keiner von ihnen. Ich bin da eher neutral geblieben.

Die Geschehnisse schwanken von langweilig zu fesselnd. Bei manchen Szenen wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Bei anderen wiederum musste ich mich zwingen, es in der Hand zu behalten.


Fazit:
An vielen Stellen fehlen Informationen, ausgeschriebene Situationen und Realismus. Auch in Fantasieromanen muss eine gewisse Realität herrschen, besonders wenn es um anatomisch-physiologische Vorgänge geht. Sofern keine Fee mit Zauberstaub daherkommt.

Insgesamt hat mich die Geschichte aber gut unterhalten, verging schnell (dem Geschichtsgott sei gedankt!) und war somit kurzweilig. Hierfür kann ich 3,5 Sterne vergeben.

Wer keine Erwartungen hegt und nicht ganz so scharf mit dem Verstand denkt, tut sich hier einen Gefallen.


"Was man in sich trägt, erkennt man auch in seinem gegenüber."

(Seite 357)


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

Eine Geschichte über das Leben und seine kostbaren Momente ... und wie wir diese erleben wollen

All Your Kisses
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Inhaltserzählung:
Ich wusste nicht, wieso, aber es faszinierte mich, Augenblicke einzufangen. Vielleicht deshalb, weil Augenblicke manchmal alles sind, was wir bekommen. Es gibt keinen zweiten Versuch; ...

Inhaltserzählung:
Ich wusste nicht, wieso, aber es faszinierte mich, Augenblicke einzufangen. Vielleicht deshalb, weil Augenblicke manchmal alles sind, was wir bekommen. Es gibt keinen zweiten Versuch; was auch immer in einem Augenblick geschieht, definiert das Leben - vielleicht ist es das Leben. Doch einen Moment auf Film einzufangen hält diesen Moment für immer lebendig.

(Seite 44)


"Ich gehe nirgendwohin. Versprochen. Für immer und ewig."
"Poppy und Rune für unendlich", sagte ich.
"Für unendlich", wiederholte er.


(Seite 25)


Autorin:
Tillie Cole wuchs im Nordosten Englands in einer Kleinstadt auf. Sie besuchte die Newcastle University und schloss mit einem Bachelor of Arts in Theologie ab. Mit ihrem Mann, einem Profi-Rugby-Spieler, reiste sie lange um die Welt, bis die beiden schließlich nach Kanada zogen. Hier kam ihr dann die Idee für einen eigenen Roman. In ihren Geschichten kommen oft starke Heldinnen und sexy Alpha-Männer vor. In ihrer Freizeit liebt die Autorin es, zu lesen, zu singen und tanzen, Musik zu hören oder sie verbringt ihre Zeit mit Freunden und Familie.

Übersetzerin:
Silvia Gleißner


Bewertung:
Bei der Autorenbeschreibung (steht auf sexy Alpha-Männer) habe ich gestöhnt. Oh nicht doch!, dachte ich. Der Klappentext ist ziemlich kitschig geschrieben - dass den Verlagen auch nie was neues einfällt. Man könnte den Inhalt so berührend beschreiben, ohne die Klischees und 08/15-Artikulationen einzubinden. Schade, dass die Originaltitel oft nicht genommen, sogar total andersartige Titel erstellt werden. Dieser Titel hier ähnelt dem Original "A Thousand Boy Kisses" und passt sehr gut. Das Cover ist sehr schön und explosiv, was noch besser zum Inhalt passt. Denn dieser ist wirklich explosiv.

Was ich doof finde, ist dass die Ebook-Version unter dem Originaltitel veröffentlicht wurde. Ich finde, da muss der Verlag sich auch entscheiden, welchen Titel er haben möchte! Das ist unnötig verwirrend für die Leserschaft! Auch die verschiedenen Cover haben mich persönlich irritiert. Ich hatte das Buch unter dem Originaltitel und -cover in meiner Wunschliste. Meine Wichtelfreundin hat mir das Buch dann in dieser deutschen Ausgabe geschenkt. Ich wusste zuerst gar nicht, dass es ein und dasselbe Buch ist und war überrascht, dass sie mir keines aus der Wunschliste schenkte, da sie mir nie ein Buch außerhalb der Wunschliste schenkt. So viel zum äußeren Eindruck.


"Ich kannte mal einen Jungen, den ich von ganzem Herzen liebte und der für den Moment lebte. Er sagte mir, dass ein einzelner Moment die Welt verändern kann. Ein Leben. Dieser eine Moment kann in dieser kurzen Sekunde ein Leben unendlich besser oder unendlich schlimmer machen."

(Seite 205)


Sehr gut ist, dass das Buch eine Trigger-Warnung hat - es ist sicherlich nicht für jeden Leser verträglich und kann heftige Emotionen herbeiführen. Die Geschichte ist in der Sicht von Rune und Poppy geschrieben. Die Kapitel haben alle Überschriften, was ich super schön finde. Der Schreibstil ist fließend und so las ich die Geschichte sehr zügig durch. Was mir hieran gefallen hat ist, dass er einen poetischen Touch hat, weshalb die Geschichte zusätzlich extrem emotional rüberkommt. Es passiert dramatisches, aber es gibt auch viele leise Momente, die zum Nachdenken anregen - genau die werden mit diesem Schreibstil hervorgehoben.

Die beiden Charaktere finde ich gut ausgearbeitet, ihre Gedanken und Gefühle werden gut transportiert. Sehr berührt hat mich der Groll von Rune gegenüber seinem Vater - da habe ich mich auch in anderer Weise wiedergefunden. Diesen tiefen Groll und die Szenen zwischen den beiden hat die Autorin sehr gefühlvoll beschrieben. Mir ging das Platzen dieses Knotens aber etwas zu schnell, hier hat mir doch der ganze Weg bis dahin gefehlt. Eine Entwicklung ist schon vorhanden, aber nicht ausreichend. Die Liebe zur Fotografie war auch wieder etwas, dass mich an mich selbst erinnert hat. Bei Poppy wirkt das Geschehene (kann ich nicht verraten, spoilert sonst) manchmal etwas zu dramatisch bzw. wurde zu dramatisch dargelegt. Mir war das doch hin und wieder zu viel.


Sie wusste, sie hatte mich, ebenso sehr wie ich sie hatte.

(Seite 33)


Ich glaube, auf die meisten Menschen wirkt die Liebe zwischen Poppy und Runde überzogen, weil sie gerade mal Teenager sind. Aber da ich selbst auch so ein tief empfindender Mensch bin, ist es für mich kein Märchen, sondern Realität. Mir ging es in meiner Jugend empfindungsmäßig genauso. Es gibt nun mal Menschen, die tiefer empfinden als andere, auch wenn wir das ungern hören oder lesen. Aber so ist es eben. Genauso wie jeder Mensch Schmerzen anders erfährt oder Enttäuschungen ... all diese ganze Gefühlspalette. Die meisten Menschen können nur nicht so tief empfinden. Es bleibt immer irgendwie eine Oberflächlichkeit vorhanden. Man fühlt tief, aber nicht zerstörerisch. Das sollten wir auch nicht bewerten, sondern einfach als gegeben hinnehmen. Wir müssen nicht alles in positive und negative Schubladen stecken. (Es sei denn, man möchte sein eigenes engstirniges Weltbild nicht zerstören).

Leider wird deswegen die Geschichte auch negativer bewertet, weil viele der Meinung sind, sie sei unrealistisch. Hier hilft, ein wenig über den eigenen Tellerrand zu schauen und nicht bloß von seinen eigenen Erfahrungen zu schließen. Das nennen wir Vorurteile, in eine Schublade schieben etc. Mich hat die Geschichte eben so sehr bewegt, weil ich auch so eine Poppy-Rune bin. Ich habe mich in den beiden wiedergefunden, was natürlich nicht nur schön war.


"Sieh dir deine Fußspurren im Sand an. Du hast mich getragen. In meinen schwersten Zeiten, als ich nicht gehen konnte ... hast du mich getragen."

(Seite 248)


Die Eltern der Beiden haben mich zum einen Teil verständnisvoll und zum anderen Teil verständnislos zurückgelassen. Ihre Sorgen, Ängste und Zerrissenheit war für mich schon deutlich spürbar. Aber andererseits blieb auch einiges unspürbar, sodass ich mich etwas aufgeregt habe. Beide Eltern lieben beide Kinder und suggerieren Verständnis für ihre jeweiligen Lagen. Aber gleichzeitig erschweren sie ihre jeweiligen Lagen und versuchen gar nicht, die Beweggründe der beiden zu verstehen. Das ist der einzige Aspekt im ganzen Buch, der mich zwischen Verstehen und Ärger zerrissen hat. Die anderen Charaktere blieben recht im Hintergrund, was hier aber nicht negativ ist. Der Hauptkern ist einfach die Beziehung zwischen Poppy und Rune und ihre Auswirkungen.

Die Idee mit dem Einmachglas und in ihm die besten Küsse zu sammeln ist wirklich sehr originell und einmalig! ♥ Ich kannte es bisher nur mit Sammeln von schönen Momenten, aber das auf das Küssen zu fixieren, ist wunderschön und hat hier nicht nur hervorragend reingepasst, es ist auch sehr berührend.

Den Epilog, den viele verteufeln, kann ich gar nicht mehr richtig greifen. Ein paar Momente weiß ich noch, aber wenn es mich gestört hätte, hätte ich mir Notizen dazu gemacht. In meiner Erinnerung passt er gut, auch wenn wir Leserinnen gerne ein anderes Ende hätten. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert! Wir können nur darauf hoffen, dass es manchmal unser Lieblingslied spielt. (Und auch in Geschichten haben wir kein Anrecht auf ein Happy End!)


Fazit:
Auch wenn die Geschichte ein paar Schwächen aufweist, hat mich der Verlauf sehr berührt und viel an mich erinnert. Die Charaktere gingen mir wirklich ans Herz, wobei ich gestehen muss, das Rune mein Liebling ist. Die Autorin hat viele Emotionen reingeschrieben und es nie unrealistisch, nur minimal überzogen, werden lassen. Besonders die Liebe und Verzweiflung stechen hervor und haben mich sehr getroffen.

Wer gerne von Handlungen und Charakteren berührt wird und auch mal von einer richtig tiefen Liebe lesen möchte, hat hier ein geeignetes Werk parat.


"Denn auch wenn du noch so sehr protestierst und eine Aura von Finsternis ausstrahlst, strebst du doch nach Glück. Du möchtest glücklich sein."

(Seite 284)



Die Autorin schreibt in ihrer Danksagung: "Ich stell mir vor, wie eure Augen in diesem Moment verquollen und eure Wangen rot sind vom vielen heulen." - Nicht ganz ... aber fast.


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Veröffentlicht am 10.11.2020

Im Sturm der Irrungen und Wirrungen - hä?, hää?, Band 4!

Die Spiegelreisende 4 – Im Sturm der Echos
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Inhaltserzählung:
"Solange du ein Schatten unter Schatten bleibst, stellst du nur für dich selbst ein Problem dar. Gefährlich wird es erst, wenn ein Spiegelbild seinen Spiegel verlässt. Und wenn es, ohne ...

Inhaltserzählung:
"Solange du ein Schatten unter Schatten bleibst, stellst du nur für dich selbst ein Problem dar. Gefährlich wird es erst, wenn ein Spiegelbild seinen Spiegel verlässt. Und wenn es, ohne sich je zu zeigen, zerstört, was aufzubauen Jahrhunderte in Anspruch genommen hat."

(Seite 193)


Autorin:
Christelle Dabos wurde 1980 an der Côte d’Azur geboren. Nach ihrem Studium zog sie nach Belgien und arbeitete als Bibliothekarin. Als sie 2007 an Krebs erkrankte, begann sie zu schreiben. Zunächst veröffentlichte sie Auszüge aus Die Spiegelreisende im Internet. Nachdem sie den Jugendbuchwettbewerb von Gallimard Jeunesse gewonnen hatte, wurde der erste Band der Serie, Die Verlobten des Winters, publiziert und entwickelte sich rasch zu einem Bestseller.

Übersetzerin:
Amelie Thoma studierte Romanistik und Kulturwissenschaften in Berlin und war viele Jahre lang Lektorin, ehe sie sich als Übersetzerin selbständig machte.


Bewertung:
Das Cover passt ja wie die anderen Cover zur ganzen Reihe. Wirklich sehr schön! Hier war auch mal wieder ein Personen-Lesezeichen drin, was mir in Band 3 gefehlt hat.

Nur bei zwei Büchern habe ich bisher massig Notizzettel vollgeschrieben, und das ist eines davon. Ich schaffe es gar nicht, alle meine Gedanken und Gefühle von den Zetteln hier wiederzugeben, aber ein paar davon kriege ich zusammen.

Fange ich mit dem Anfang an - der war sehr gut. Ich war wirklich erfreut, nach dem enttäuschten Band 3 endlich wieder etwas Aufwind gespürt zu haben. Das erste Drittel des Buches ist die Geschichte spannend und auch logisch geschrieben. Aber dann wird es konfus, kurios, ja recht bescheuert ... und da setzen irgendwann die Medikamente ein. Mir gingen nur noch Fragezeichen durch den Kopf und ich wurde ständig aus dem Lesefluss dadurch genommen. Meine Lesefreude sank und sank und sank und verpuffte am Ende.



ACHTUNG, ENTHÄLT SPOILERANGABEN!

Plötzlich ist Thorn geheilt? Keine Narben/Entstellungen, nichts?? Und von der Familie wieder akzeptiert? Hä?

Woher weiß Ophelia plötzlich, dass sie einen Anderen erschaffen hat? Und wie kommt sie auf den Fakt, wer der Andere wirklich ist, nur mit einem Blick in den Spiegel?? So ganz plötzlich! Das wird hier überhaupt nicht erläutert, sondern einfach die Erkenntnis dargelegt. Und wie ist der Andere in den Spiegel gelangt? Noch so eine unbeantwortete Frage.

Wie kommt sie darauf, dass hinter dem Füllhorn Lazarus steckt? Auch so eine Erkenntnis, die sich meiner Kenntnis entzieht. Und wo ist denn nun das Füllhorn? Sie spricht davon und wie es funktioniert, ohne dass ich als Leserin ganz mitkomme. Das Füllhorn ist verschlossen. In wie fern passt das zum Fakt, dass die Laute sich aussuchen, dort zu bleiben? Was hat Lazarus von dem ganzen Versuchsprogramm ums Füllhorn? Dafür habe ich auch keine Erklärung lesen können. das ganze Drumherum, der ganze Verlauf - wozu genau? Auch die ganzen Zeichnungen von Secunda ergeben für mich keinen Sinn, vor allem die Letzte nicht, bei der ich gehofft hatte, am Ende noch eine Erklärung dazu zubekommen.

Ophelias Gedanken und ihr Wissen tauchen so einfach auf wie der Inhalt bei den Szenen zwischen sie und Thorn einfach verschwindet. Sie zieht Rückschlüsse, die für mich als Leserin nicht richtig nachzuvollziehen sind.

Alle werden aus dem Versuchsgebäude evakuiert und es wird nicht bemerkt, dass Ophelia weg ist? Wo doch hohe Sicherheitsmaßnahmen herrschen und sie auch sonst nie unentdeckt bleibt? Aha.

Von Ophelias Verdrehtheit ist bis zu diesem Zeitpunkt nie die Rede/Schrift gewesen. Das kommt hier ganz plötzlich bei der Untersuchung zu Tage ... einfach mal so. Und ich lag da wieder mit dem Buch und dachte "Hä?"

Was mich in jedem Band bisher gestört hat, sind die unzureichend dargelegten Szenen mit Ophelia und Thorn. Hier auch wieder. Es wird nur ein Davor oder ein Danach beschrieben, aber nie die Szene selbst. Das Wichtige, dass sich zwischen ihnen ereignet und die Beiden in ihrem Sein berührender und verständlicher machen lassen. Der Leser darf daran gar nicht teilhaben. Und gerade bei den Beiden, bei denen die Beziehung zueinander sowieso schwierig ist. Da hofft man sich als Leser bei manchen Szenen etwas Entspannung und ein lächeln, aber diese werden dann einfach übersprungen. Ärgerlich!

Wenn der Andere Eulalia ist, wer ist dann Eulalia, die mit Archibald in der anderen Ebene festsitzt? Eulalia hat mit den Menschen viele Jahrhunderte oder Jahrtausende (ich weiß es nicht mehr) ihre Spielchen getrieben, wird am Ende aber dann einfach als Gute abgestempelt. Keinerlei Aufarbeitung oder Konflikte mit ihren Taten sind zu lesen. Ach kommt schon ... Ach ja, und wie kommt es, dass Eulalia Ophelia so ähnlich sieht? Das wurde auch nie erklärt. Ich platze vor Unerklärtem!

Sehr schade finde ich auch, dass Archibald einfach aufs Glatteis geschoben wurde, wo er doch ein Teil des vorhandenen Charmes der Geschichtsreihe ist.


Fazit:
Schlechtes, gutes, logisches, unlogisches, langatmiges, saloppes ... wieder alles dabei, wie bei den Vorbänden, nur das negative noch extremer. Darum auch 2,5 Sterne. Ich habe noch nie eine Reihe gelesen, bei der ich bei wirklich jedem Buch nicht wusste, ob ich weiterlesen soll oder nicht, und ob ich die Reihe empfehlen soll oder nicht ... Irre.

Vieles kommt aus dem Nichts und lässt sich gar nicht nachvollziehen, besonders das Ende ist vollgesogen davon. Dieses ganze Konzept wird wirrer und wirrer und hat mich mit Fragen zurückgelassen, und Frustration!


"Wir müssen also herausfinden, was genau Eulalia Gort und den Anderen verbindet, verstehen, was sie wollen, was sie sind, wo sie sind, wie und warum sie tun, was sie tun, und dann all diese Erkenntnisse gegen sie verwenden."

(Seite 37)


Ja, schön wäre es auch, wenn diese Fragen beantwortet würden ...


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Veröffentlicht am 10.11.2020

Die Geschichte und Charaktere sprühen vor Asche ... ob in Band 2 oder 3 der Phoenix entspringt?

ASH PRINCESS
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Inhaltserzählung:
"Wir sind alle nur ein Teil des Ganzen. Wir tun, was wir können, aber letztendlich ist jeder entbehrlich. Sogar du."
"Wozu tun wir es denn dann überhaupt?", frage ich sie.
"Weil sich ...

Inhaltserzählung:
"Wir sind alle nur ein Teil des Ganzen. Wir tun, was wir können, aber letztendlich ist jeder entbehrlich. Sogar du."
"Wozu tun wir es denn dann überhaupt?", frage ich sie.
"Weil sich Wasser stets seinen Weg bahnt. Sein Fluss drückt unermüdlich gegen den Stein, auch wenn es ihn nicht bewegen wird. Das muss es nicht. Im Laufe der Zeit gibt selbst der stärkste Stein der Strömung nach. Es mag ein ganzes Leben oder länger dauern, aber Wasser hört nicht auf zu fließen."


(Seite 337)


Autorin:
Laura Sebastian ist in Miami geboren und im südlichen Florida aufgewachsen. Am Savannah College of Art and Design studiert sie Schauspiel und schließt mit einem BFA ab. Anschließend zieht sie für einige Zeit auf Probe nach New York City, jedoch lebt sie bis heute dort und liebt es. In ihrer Freizeit liest sie gerne, backt, kauft neue Klamotten oder zwingt ihren faulen, aber flauschigen Hund Neville zu Spaziergängen.

Übersetzerin:
Dagmar Schmitz lebt und arbeitet nicht weit von Köln in einem kleinen Haus am Wald, durch den sie täglich spaziert, bevor sie sich an die Bücher setzt, die sie aus dem Englischen überträgt, sich ans Sätzetüfteln macht und sich zwischendurch von ihrer Katze auf der Nase herumtanzen lässt.


Bewertung:
Das Cover ist wunderbar passend zum Titel und zur Geschichte gestaltet - und natürlich typisch nach dem Hypegetöse. Hier geht das A-Typische leider schon los ... (auch wenn es mir in diesem Fall sehr gefällt)

Sehr positiv fallen die Karten auf. Ja, gleich zwei; einmal eine Weltkarte des Settings und einmal das Land, in dem die Geschichte spielt. Das gefällt mir sehr! So muss das in solchen Fantasieromanen auch immer sein, finde ich. Leider ist das nicht der Fall, umso erfreuter war ich, hier detaillierte Kartenangaben zu haben. Ich finde, Karten helfen immer sehr, sich in der Geschichtswelt einzufinden.

Eine rechtmäßige Königin, die zu einer Prinzessin degradiert und mit Asche bestreut wird. Eine wirklich irrwitzige Idee, das mit der Asche. Das gab es bisher noch nicht. Ganz im Gegensatz zur Grundidee, die rechtmäßige Königin im eroberten Reich gefangen zu halten, bis sie sich mit Hilfe der Rebellen befreien kann ... und sich auch noch in den Lieblingsrebellen verliebt. Ja, schon mehrfach gelesen. Theo wird von Schatten verfolgt, was für mich auch eine kleine Neuheit in der Umsetzung ist. Ansonsten folgen keine Überraschungen.


"Mögen die Götter Königin Eirene auf ihrem Thron im Danach für alle Ewigkeit segnen, aber sie hat bis zuletzt über ein friedliches Land geherrscht. Ihre Regentschaft war keinen großen Prüfungen ausgesetzt, sie musste nie einen Krieg erleben - bis die Kalovaxianer kamen und ihr die Kehle durchschnitten. Sie hatte den Luxus, eine barmherzige Königin sein zu dürfen. Du nicht."

(Seite 151/152)


Das Setting ist halt auch gewöhnlich, typisches Königreich, was jetzt nicht negativ zu bewerten ist. Das wusste ich ja vorher. Wenn einem das nicht zusagt, sollte generell solche Bücher meiden. Ich bin an der Art Umsetzung interessiert - und die ist leider bloß A-typisch. Der Schreibstil ist wirklich fließend und hat mich schnell zum Ende gebracht. Die Charaktere sind zu meinem Bedauern nichts herausragendes. Keiner der Personen ist einzigartig, auf gute oder schlechte Weise. Charisma findet sich hier also nicht.

Theo begleiten einen ja durch die Geschichte, aber ich würde nicht ihre Freundin sein, im wahren Leben. Sie ist ... sprunghaft, leichtsinnig und ... schwer zu beschrieben. Mal ist sie sehr oberflächlich und auf sich selbst bezogen, dann überrascht sie mit Selbstreflektion und erwachsendem Verhalten. Ihre Gedankengänge und Gefühle sind manchmal schwer nachzuvollziehen - nicht, dass sie anhand der Gegebenheiten keinen Sinn ergeben, sondern weil sie auf mich Leserin nicht richtig rüberkommen. Ganz schlimm sind sie gegenüber Soren. Da wirken sie dann etwas verquer.

Der Königssohn Soren und Theos "Freundin" Cress erinnern auch nur an Figuren von anderen Büchern, die ich gelesen habe. Auch sie zeigen nichts besonderes auf. Als ob die Menschen nur aus einem bestimmten Muster sind, dabei gibt es so viel Vielfalt ... schade.

Die Begegnungen zwischen den Charakteren sind auch ... (bitte lasst es mich nicht nochmal schreiben!!!). Die Beziehung zwischen Theo und Blaise ist hier nicht anders als schon mehrfach von mir dargelegt. Diese Dreiecks-Geschichte zwischen Theo, Blaise und Soren wirkt auf mich zu gewollt - die Autorin wollte wirklich jedes typische Klischee dieser Geschichten erfüllen. Es hätte hier auch gut sein können, einfach mal auf etwas zu verzichten, statt es wie alle zu machen. So liest sich die Geschichte auch wie alle anderen. Selbst Schuld also.

Richtig magisch wird es auch im Verlauf nicht so richtig. Irgendwie scheint es, als habe sich die Autorin wie die Charaktere nicht getraut, Magie einfließen zu lassen. Immerhin ist sie da in guter Gesellschaft.


Fazit:
Man (ich zumindest) ahnt schon beim Klappentext und dem Cover, wie der Verlauf (bis auf minimale Einzelheiten natürlich) der Geschichte ist und endet. Trotzdem bin ich immer erpicht darauf, den Autoren und Geschichten eine Chance zu geben. Die Geschichte ist ja auch nicht schlecht, nur weil man sie schon in anderen Formen schon mehrfach gelesen hat. Mir hat sie trotz Schwächen dennoch gefallen, daher kann ich auch 3,5 Sterne vergeben. Es ist wie mit den anderen Büchern auch: Wer noch nie solch eine Geschichte gelesen hat, für den ist sie auch neu und überraschend.

Ich wünsche mir wirklich mal eine Geschichte, die mit diesen kleinen Ideen, die sich immer wieder in solchen Romanen wiederholen, eine andersartige Umsetzung. Dass sich die Autoren mal etwas mehr trauen, aus diesen Hypegetöse zu treten und eigene Wege zu gehen. Nur Mut, ich würde es lesen, und viele andere Leser ganz sicher auch!


"Ich weiß nicht, was ich noch tun soll", gestehe ich mit einem vernehmlichen Flüstern.
Die Kaiserin hört mich dennoch. "Du bist ein Lamm in einer Höhle des Löwen, Kindchen. Du überlebst. Ist das nicht genug?"


(Seite 169)


Ein bisschen so wie der Leser in der Geschichte ...


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Veröffentlicht am 09.11.2020

Politik und Lust ... in einem Satz - nur bei diesem Buch möglich!

Weltpolitik – einfach verstehen!
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Klappentext:
Gab es Demokratie schon immer? Wie funktionieren Wahlen? Und was kann ich selbst tun, um positive Veränderungen herbeizuführen? Dieses Buch erklärt dir alles, was du schon immer über Politik ...

Klappentext:
Gab es Demokratie schon immer? Wie funktionieren Wahlen? Und was kann ich selbst tun, um positive Veränderungen herbeizuführen? Dieses Buch erklärt dir alles, was du schon immer über Politik wissen wolltest. Hier erweiterst du dein Grundwissen, erfährst, wie die Welt um dich herum funktioniert, und wie die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines Landes von politischen Entwicklungen geformt wird.


Autoren:
Louie Stowell
Rosie Hore
Alex Frith

Illustrator:
Kellan Stover

Übersetzerin:
Judith C. Vogt (1981 in Langenbroich, Kreis Düren) ist eine deutsche Autorin. Sie verfasst Fantasy- und Science-Fiction-Literatur, Jugendliteratur, historische Romane und ist Rollenspielentwicklerin. Sie wohnt in Aachen und arbeitet zudem als Übersetzerin und Journalistin.


Bewertung:
Das Cover hat mich sofort angesprochen. Es ist kind- und jugendgerecht gestalten, hipp und modern und zeigt eine schöne Übersicht verschiedener Themenfelder. Das hat mir sehr gefallen, da ich annahm, es ist im Innern auch so übersichtlich. Und das ist es auch. Folgende Inhalte sind drin:

Verschiedene Formen der Regierung
Politische Systeme
Wahlen und Wahlsysteme
Politische Veränderungen
Politische Ideologien
Große Fragen
Glossar

Alle Kapitel sind geordnet und wirklich toll illustriert, und mit kurzen Sätzen erläutert. Keine Seite ist wie die andere und selbst die Texte sind immer unterschiedlich dargelegt. Die Erklärungen werden auch unterschiedlich gezeigt: Mal als Dialog, mal als Diagramm, mal als Pro- und Kontraliste, mal als kleiner Verlauf/kleine Geschichte ... so wird es nie langweilig.

Auch ich als Erwachsene hatte riesige Freude mit dem Buch. Es liest sich super schnell und meistens auch sehr verständlich. Es gibt hier auch für uns Erwachsene einiges zu lernen, denn wer versteht wirklich alles in der Politik, wie es läuft und wie die Systemvorgänge sind? National und International? Die Themen beziehen sich ganz umfassend mit Politik national und international. So wird das System in den arabischen Ländern, USA und Großbritannien erklärt.

Am Ende gibt es noch ein kleines Glossar - darüber lässt sich ja immer streiten, mir sind sie meistens ja viel zu ungenau und winzig. Auch hier habe ich mir etwas mehr Nachschlagewörter gewünscht.


Fazit:
Ein reichhaltiges Wissensbuch für Jung und Alt über allgemeine Politik national und international. Ich finde es als Kinderbuch etwas ungeeignet, es sei denn, die Kinder sind ihrer Zeit voraus. Da es doch ein schwieriges Thema ist und einiges nicht so auf Anhieb verständlich ist, ordne ich das Buch eher als Jugendbuch statt Kinderbuch ein. Auf jeden Fall sollte man als Erwachsener mit den Kindern zusammenlesen und die Zusammenhänge erklären.

Frech, bunt, modern, vielfältig und wissensgeladen. Eine Muss-Lektüre in der Schule! so macht Politik verstehen Spaß! Ein Buch, das Lust auf Politik (Götter bewahrt) macht ...


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