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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2025

Die ersten Frauen im All

Atmosphere
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Im Buch geht es um die ersten Weltall Missionen, bei denen Frauen mitfliegen durften. Unsere Hauptcharakterin ist Joan Goodwin, die eine der ersten Frauen auf einer eben jener ist. Wir sehen ihren Weg ...

Im Buch geht es um die ersten Weltall Missionen, bei denen Frauen mitfliegen durften. Unsere Hauptcharakterin ist Joan Goodwin, die eine der ersten Frauen auf einer eben jener ist. Wir sehen ihren Weg zur Astronautin und auch wie sie mit der neuesten Mission umgeht, die verspricht, zu einer Tragödie zu werden.

“Die sieben Ehemänner der Evelyn Hugo” ist eines meiner liebsten Bücher überhaupt. Es war so emotional, bewegend und beeindruckend zu lesen, dass es wirklich mein Herz erobert hat. Auch andere Bücher von Taylor Jenkins Reid habe ich gelesen. Auch wenn sie mir nicht so nah gegangen sind, war doch jedes einzelne ein wunderbares Stück Literatur.
Daher habe ich mich ausgesprochen auf dieses Buch gefreut. Vor allem der Fakt, dass es mal wieder queer wird, hat mich begeistert. Außerdem war das Thema genau mein Fall. Die Weltall Missionen fand ich schon immer faszinierend.
Das Buch beginnt mit Beschreibungen einer Mission im Jahre 1984, die wider Erwarten katastrophale Ausmaße annimmt. Das fand ich sehr gut gewählt, da man beim Lesen von der ersten Minute an total gefesselt ist. Die Beschreibungen dieser Mission werden unterbrochen mit der Geschichte, wie sich Joan auf ihre Stelle bewirbt, Astronautin wird und ihre TeamkollegInnen kennenlernt. In der Mitte des Buches wird dann wieder kurz mit einer Erzählung aus dem Jahre 1984 unterbrochen, die eine viel stärkere Wirkung hat, dadurch dass wir die TeamkollegInnen von Joan inzwischen kennenlernen durften. Danach geht es weiter mit der Geschichte zu ihrer Ausbildung und Beziehungsbildung bis zur Gegenwart, wo wir die Auflösung der katastrophalen Situation sehen.
Diesen Aufbau fand ich sehr gelungen, da er dafür sorgt, dass alle Informationen, die wir im Laufe des Buches erhalten, viel intensivere Gefühle auslösen.
Mir hat gefallen, wie explizit sich das Buch mit Diskriminierung von Frauen und Queerfeindlichkeit zum einen in der Zeitperiode aber auch vor allem bei der NASA auseinandersetzt. Der Subplot, wie Joan ihre Nichte großzieht und versucht, mit dem Charakter ihrer Schwester klarzukommen, war sehr gelungen.
Leider fand ich das Buch insgesamt irgendwie blasser und weniger ergreifend als andere Werke der Autorin. Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, aber ich hatte das Gefühl, dass die hohe Emotionalität, die ich von ihren anderen Büchern gewohnt bin, hier zum Teil etwas zu kurz kam.

Das Buch ist trotz meiner kleinen Kritik ein sehr gelungenes Werk, das absolut lesenswert ist.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Ein Hoch auf Therapieerfolge

No Hard Feelings
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Penny hat Probleme. Probleme im Job, Probleme mit ihrem Freund und Probleme mit ihrem Körper. Bei allen anderen scheint einfach alles in Ordnung zu sein. Ihre Freunde haben tolle Beziehungen und tolle ...

Penny hat Probleme. Probleme im Job, Probleme mit ihrem Freund und Probleme mit ihrem Körper. Bei allen anderen scheint einfach alles in Ordnung zu sein. Ihre Freunde haben tolle Beziehungen und tolle Jobs oder zumindest einfach keine Probleme mit sich. Aber Penny nimmt sich fest vor, dass alles besser wird. In ihrem Job, bei dem sie nicht leidenschaftlich dabei ist, wird sie bestimmt eine Beförderung kriegen und ihr Freund, der sie eigentlich ausschließlich zum Sex einlädt, wird ihr auch bald zu Füßen liegen. Das weiß sie genau. Also bestimmt.

Das Buch zeigt einen sehr faszinierenden und meiner Erfahrung nach sehr realistischen Blick auf psychische Krankheiten. Man sieht Pennys Ängste, Gedankenspiralen und Selbstzweifel ganz genau. Auch wenn ich persönlich nicht ganz so selbstzerstörerisch bin, fand ich es sehr nachvollziehbar. Das Buch setzt sich sehr ehrlich und ungeschönt mit dem Thema auseinander. Was zwischendurch auch teilweise frustrierend ist, da Penny gefühlt immer wieder die gleichen Fehler macht. Letztendlich können wir aber ihre Therapieerfolge sehen, was sehr befriedigend ist. Dabei finde ich es auch schön, wie realitätsnah das Ganze ist. Penny wird nämlich nicht durch die Liebe erlöst und sie hat auch nicht eine plötzliche Eingebung, weswegen ihr ihr Leben plötzlich ganz leicht von der Hand geht. Stattdessen sieht man, dass es ein langer Prozess ist mit Rückschlägen, der sich aber langfristig einfach lohnt.

Das Buch ist sehr empfehlenswert für Leute, die psychische Ängste haben und sich einfach mal gesehen fühlen wollen und sonst natürlich auch für alle, die das vielleicht nicht so kennen, aber gerne etwas mehr nachvollziehen würden.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Eher blass

Faebound
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Yeeran ist die jüngste Colonel ihres Stammes. Leider ist sie dies auch nur kürzeste Zeit, da sie sich einen tödlichen Fehler erlaubt. Aus diesem Grund wird sie verbannt. Ihre Schwester Lettle und ihr Kommandant ...

Yeeran ist die jüngste Colonel ihres Stammes. Leider ist sie dies auch nur kürzeste Zeit, da sie sich einen tödlichen Fehler erlaubt. Aus diesem Grund wird sie verbannt. Ihre Schwester Lettle und ihr Kommandant folgen ihren Spuren. In ihrer Suche nach Vergebung werden die drei von Fae entführt und in ihr verstecktes Land verschleppt. Während Yeeran noch immer nach Vergebung strebt, versucht Lettle ihre Seherfähigkeiten wieder aufleben zu lassen. Umso mehr sie die Fae kennenlernen, umso mehr verschieben sich jedoch ihre Prioritäten und schon bald wissen sie nicht mehr, wo ihre Loyalitäten liegen.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, in das Buch zu finden. Ich fand die Geschichte und die Beschreibungen eher blass und hatte nicht so wirklich vor Augen, wie die Welt aussieht. Das hat sich gebessert, nachdem unsere Hauptcharaktere in die Stadt der Fae entführt wurden, wo die Geschichte dann endlich etwas lebendiger geworden ist. Es gab einige interessante Plottwists, die der Geschichte immer wieder eine neue Dynamik gegeben haben. Leider waren die Charaktere auch weiterhin eher blass. Nur Lettle war nicht so farblos, aber das lag leider eher daran, dass ich sie anstrengend fand.
Das größere Worldbuilding für die ganze Welt war vielversprechend, hat sich aber in diesem Teil irgendwie noch recht unfertig und nicht ganz rund angefühlt.

Letztendlich habe ich es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben, aber ich habe es auch nicht überaus genossen. Den zweiten Teil werde ich wahrscheinlich trotzdem irgendwann mal lesen, weil ich gerne wissen möchte, wie sich bestimmte Dinge auflösen.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Hochemotional und schockierend

Das Echo der Sommer
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Der See hat einst das Dorf verschluckt. Und heute tut er dies wieder. Der See war einst Rávdnás Freund, doch seit die Firma einen Damm gebaut hat, verschluckt er immer und immer wieder Rávdnás Zuhause. ...

Der See hat einst das Dorf verschluckt. Und heute tut er dies wieder. Der See war einst Rávdnás Freund, doch seit die Firma einen Damm gebaut hat, verschluckt er immer und immer wieder Rávdnás Zuhause. Sie versucht ihrer Tochter Iŋgá und ihrer Schwester Ánne, ein echtes Zuhause zu schaffen, das nicht wieder verschlungen wird. Leider stellen sich die Firma und die Behörden ihnen in den Weg. Ein lebenslanger Kampf beginnt.

Die Geschichte der Samen interessiert mich seit einiger Zeit, da ich es faszinierend finde, dass sie das einzige einheimische Volk Europas sind. Und genau wie die meisten einheimischen Völker, werden die Samen leider diskriminiert.
Dieses Buch beschäftigt sich damit. Es ist die fiktionalisierte Geschichte über die reale Stauung mehrerer Seen in Schweden. In unserem Buch ist es ein bestimmter See, der so angestaut wird, dass er die Dörfer der Samen flutet. Dabei können wir sehen, wie ihre Meinung außer Acht gelassen wird, wie ihrem Leben einfach wenig Bedeutung zugemessen wird und wie sie mehr oder weniger über den Tisch gezogen werden. Einfach nur weil sie nicht die dominante Bevölkerungsgruppe in ihrem Land sind. Ihnen wird vorgeschrieben, wie sie ihr Leben leben sollen, weil irgendwelche fälschlichen Annahmen über ihre Charaktere gemacht werden. Dabei können wir eine breite Palette der Auseinandersetzung mit ihrer Realität sehen. Wir sehen Leute, die sich in den Widerstand begeben, aber auch Leute, die sich klein machen und erschöpft und resigniert sind.
Die Beschreibungen im Buch sind dabei so aufwühlend und herzzerreißend, dass man sich wirklich fragt, wie nur irgend jemand so über andere Menschen denken kann.

Das Buch ist wirklich sehr emotional geschrieben und zeigt in seiner Spanne über fast ein ganzes Menschenleben sehr viele Ungerechtigkeiten auf, die die Samen über sich ergehen lassen mussten und die auch leider heutzutage noch geschehen.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Besuch im Matriarchat

Urlaub vom Patriarchat
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Die Autorin dieses Buches braucht Urlaub. Urlaub vom Patriarchat, wie sie selbst sagt. Und wo kann man das besser als in einem der wenigen Matriarchate der Welt? Daher fliegt sie nach Juchitan, einer Stadt ...

Die Autorin dieses Buches braucht Urlaub. Urlaub vom Patriarchat, wie sie selbst sagt. Und wo kann man das besser als in einem der wenigen Matriarchate der Welt? Daher fliegt sie nach Juchitan, einer Stadt in Mexiko, die als Stadt der Frauen bezeichnet wird. Ob die Stadt wirklich ein Matriarchat ist und inwieweit sie sich vom Patriarchat unterscheidet, ist das Thema dieses Buches.

Ich habe inzwischen schon einige feministische Bücher gelesen und bin immer wieder auf der Suche nach einigen, die nicht nur generell über Feminismus sind, sondern einen konkreteren Fokus haben.
Und dieses Buch verspricht genau das. Es hält außerdem, was es verspricht. Das Buch beschäftigt sich vor allem mit dem Matriarchat in Juchitan und macht dabei aber immer wieder kleinere Ausflüge und erklärt uns, welche anderen Matriarchate es gibt, Studien zur Korrelation zwischen Frauenrechten und regressiven Idealen und wie Sprache die Wahrnehmung von Geschlechterverhältnissen beeinflusst.
Das Thema war unheimlich interessant. Es ist spannend zu sehen, was die Autorin über Juchitan herausgefunden hat. Die Dichotomie der Tatsache, dass Frauen “das Sagen” haben und trotzdem tief patriarchale Ideale in ihrer Kultur existieren.

Das Buch ist wirklich lesenswert für jeden, den das Thema interessiert. Alle die feministische Literatur suchen, die nicht immer dasselbe ist, finden hier ein großartiges Buch.