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Veröffentlicht am 05.11.2024

Mit der Kraft der Literatur die Welt verändern

Gefährliche Betrachtungen
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Nun kommt es im Leben darauf an, wer eine Wahrheit ausspricht. In gewissem Munde wird auch die Wahrheit zur Lüge (Zitat Thomas Mann). Ein historischer Kriminalroman, der Thomas Mann auf noch nie gelesene ...

Nun kommt es im Leben darauf an, wer eine Wahrheit ausspricht. In gewissem Munde wird auch die Wahrheit zur Lüge (Zitat Thomas Mann). Ein historischer Kriminalroman, der Thomas Mann auf noch nie gelesene Weise lebendig werden lässt, dem kann ich nur zustimmen. Mich hat sofort gereizt eine Geschichte über Thomas Mann zu lesen die gleichzeitig ein Krimi ist, das gab es vorher so nicht. Žydrūnas Miuleris möchte als Übersetzter „Die Buddenbrooks“ ins Litauische übersetzten, aber überhaupt in die Nähe von Thomas Mann zu kommen und ihn gar zu sprechen scheint nahezu unmöglich, dennoch kommt quasi ein Zufall genau richtig. Ich war bereits nach nur ein paar Seiten ganz in das Buch vertieft. Was muss Thomas Mann für ein beeindruckender Mann gewesen sein, die Buddenbrooks war ein Werk der Weltliteratur, für das ihm 1929 der Nobelpreis verliehen wurde. Die erste Begegnung Žydrūnas Miuleris mit Thomas Mann findet an einem besonders schönen Ort statt, am Strand einer ostpreußischen Fischer- und Künstlerkolonie auf der Kurischen Nehrung. Thomas Mann hat Gedanken zu Papier gebracht die nicht für jedermann zu lesen sein sollten. Eigentlich kann man sagen die Gedanken flogen ihm davon, eine Windböe wehte die Seiten weg und das bot für Žydrūnas Miuleris die Möglichkeit diese einzufangen und sie Thomas Mann wiederzugeben. Doch die Gedanken hatten sich schon übertragen was Thomas Mann nicht wissen konnte. Žydrūnas Miuleris verfügt über ein Fotographisches Gedächtnis und ihm wird beim nachdenken klar welch gefährliche Literarische Gedanken er da gerade liest, er schreibt sie nieder, aber bei einer unbedachten Kneipenzehne entwendet man ihm dieses Blatt. Žydrūnas Miuleris und Thomas Mann machen sich auf die Suche. Dieses Buch kann man nicht in eine kurze Rezension packen, es möchte genossen werden und das sollte man tun. Es ist sogar mit etwas mit Humor in einer sehr warmen etwas älteren Schreibart geschrieben, Thomas Mann hätte es sicherlich gefallen. Auch finde ich ist es eine Hommage an alle Übersetzter, die nicht nur großartige Bücher in eine andere Sprache übersetzten, sondern sie müssen sich in das Buch genau so wie der Autor selber einfinden und Handlung und Rahmen gestalten damit das Buch nicht seine Geschichte verliert. Ob Žydrūnas Miuleris die brisanten gedacht und gedruckten Gedanke letztendlich wiederfinden lasse ich selbstverständlich offen. Ich habe mich gerne auf dieses Buch eingelassen, Thomas Mann dachte einmal dazu „Ein gutes Buch werde gleich zusammen mit seinem Titel geboren“. Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Wer bin ich und was ist meine Geschichte

Wo auch immer ihr seid
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In ihrem Debütroman „Wo auch immer ihr seid“ erzählt Khué Pham, warum die Ergründung der eigenen Herkunft entlastend sein kann – aber nicht muss. Kiêus Geschichte beginnt mit einem Geständnis: „Ich kann ...

In ihrem Debütroman „Wo auch immer ihr seid“ erzählt Khué Pham, warum die Ergründung der eigenen Herkunft entlastend sein kann – aber nicht muss. Kiêus Geschichte beginnt mit einem Geständnis: „Ich kann meinen eigenen Namen nicht aussprechen.“ Ihre Eltern kommen aus Vietnam, sie selbst aber ist in Deutschland geboren und aufgewachsen.
Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Kiêu ist 30 und arbeitet in Berlin als Journalistin. Ihr deutscher, blonder Freund imponiert ihr auch, weil er in den ersten sechs Stunden ihres Kennenlernens kein einziges Mal nach ihrer Herkunft fragt (dafür offenbar viel über sich selbst redet). Es ist Kiêu lästig, an ihre vietnamesischen Wurzeln erinnert zu werden. So wie ihr auch die Frage „Wo kommst du her?“ immer lästig ist. Kiêus Umgang mit der vietnamesischen Kultur ist von beinahe abgeklärter Kälte. Da ist kein Schmerz, kaum Wehmut oder Sentimentalität. Weil ein Teil ihrer Familie nun in der kalifornischen Diaspora wohnt, gesteht sie einmal: „Was dort“, also in Kalifornien, „geschieht, berührt weder meinen Alltag, noch – ich sage es ganz ehrlich – mein Herz.“ Wie soll sie beim Tod der Großmutter auch Trauer empfinden, wenn sie doch tausende Kilometer entfernt lebte, sie sie kaum kannte? Für Kiêus Abgeklärtheit ist auch das verantwortlich, was in Familien mit Flucht- und Kriegsgeschichte oft geschieht: die Verdrängung der Vergangenheit zugunsten eines Neuanfangs. Auch Kiêus Eltern schwiegen über ihre Erlebnisse im Vietnamkrieg. Allerdings gelingt das mit dem Verdrängen ja selten so, wie man sich das vorstellt. Denn was einmal in der Versenkung verschwunden ist, taucht mit Sicherheit wieder auf. So funktionieren auch kollektive Traumata, die sich über Generationen hinweg übertragen. Was haben meine Vorfahren erlebt? Was davon haben sie mir verheimlicht? Und wie beeinflusst mich das? Auch Kiêu kommt nicht umhin, sich diesen Fragen zu stellen. Nämlich als sie nach dem Tod der beinahe unbekannten Großmutter dazu genötigt wird, die „fremde Verwandtschaft“ in Kalifornien zu besuchen. Mit dem Tod ihrer Großmutter und einer Nachricht ihres Onkels Son aus Kalifornien beginnt die Reise in ihre eigene Familiengeschichte, und sie fängt an, sich intensiv mit den historischen Geschehnissen in Vietnam auseinanderzusetzen. Neben Kiều berichten auch ihr Vater Minh und ihr Onkel Son von den Erlebnissen. Dabei unterteilt sich das Erzählte in drei Zeitabschnitte: Kiều berichtet über das aktuelle Geschehen der Gegenwart – nämlich der Familienzusammenkunft nach vielen Jahren zur Testamentseröffnung ihrer Großmutter in Kalifornien -, ihr Vater über die Zeit während des Krieges und sein Studium Ende der 1960er-Jahre in Berlin. Die Erzählungen des Onkels Son beginnen mit dem Ende des Vietnamkrieges und dem Beginn der kommunistischen Regierung sowie seinem Fluchtversuch. Ein Einblick in eine fremde Welt, die vor unseren Augen und doch hinter verschlossenen Türen stattfindet. Das Buch ist im btb Verlage erschienen, vielen Dank.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Leise rieselt der Schnee… und darauf hat der Mörder gewartet

Das Sanatorium
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Leise rieselt der Schnee …, halb versteckt im Wald und überragt von dunkel drohenden Gipfeln was Le Sommet schon immer ein unheimlicher Ort heißt es im Klappentext. Ein ehemaliges Sanatorium für Tuberkulosepatienten ...

Leise rieselt der Schnee …, halb versteckt im Wald und überragt von dunkel drohenden Gipfeln was Le Sommet schon immer ein unheimlicher Ort heißt es im Klappentext. Ein ehemaliges Sanatorium für Tuberkulosepatienten hat lange leer gestanden und beherbergt nun ein Luxushotel und ein dunkles Geheimnis. Elin Warner reist zur Verlobungsfeier ihres Bruders zu dem sie ein gespanntes Verhältnis hat an um auch die Situation zu nutzen sich mit ihm auszusprechen. Die Idylle der Abgeschiedenheit wird durch einen anhaltenden Schneefall untermahlt, der sich aber immer weiter zur Katastrophe entwickelt, bis auf einige wenige Gäste wird das Hotel evakuiert, dann wird im Pool die Leiche einer Angestellte entdeckt die eine groteske Maske trägt, was hat es mit der Maske auf sich, eigentlich ist Elin vorübergehend nicht im Polizeidienst, weil das Hotel aber durch einen Lawinenabgang von der Außenwelt abgeschnitten ist beginnt sie Beweise zu sichern und Ermittlungen zu führen, in welcher Gefahr befinden sich die verbliebenen Gäste, ist der Mörder mit ihnen eingeschlossen und was wird er erst einmal angefangen tun. Der erste Mord geschah nicht spontan, hat der Mörder nur auf diese Gelegenheit gewartet, hat er eine alte Rechnung zu begleichen? Vielen Dank.

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Veröffentlicht am 31.10.2024

Eine zweite Chance oder das Leben neu sehen

Immer noch wach
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Eine zweite Chane möchte man fast denken und so scheint es auch. Als ich den Klappentext gelesen hatte habe ich gedacht Alex geht in ein Hospiz und erlebt dort wieviel noch vom Leben da sein kann auch ...

Eine zweite Chane möchte man fast denken und so scheint es auch. Als ich den Klappentext gelesen hatte habe ich gedacht Alex geht in ein Hospiz und erlebt dort wieviel noch vom Leben da sein kann auch wenn man sterbenskrank ist, den das ich Alex. Mit 30 Jahren erhält er die Diagnose Magenkrebs, bereits sein Vater ist jung daran gestorben da war Alex gerade sieben Jahre alt. Wie geht man als junger Mensch damit um so eine Diagnose zu bekommen? Alex scheint da zweispaltig zu sein, es hat den Eindruck nur Aufgeben ist sein Weg, weil er keine Behandlung zulässt, sondern sich nachdem er sich von seinen Freunden verabschiedet hat in ein Hospiz zurückzieht zum Sterben. Dann kommt alles anders und es stellt sich die Frage wie geht man damit um abgeschlossen zu haben und dann doch weiterleben zu dürfen? Es hat den Anschein, in sein altes Leben kann er nicht zurück, verabschiedet ist verabschiedet. Alex geht einen neuen Weg, er lebt die Träume oder letzten Wünsche seiner Mitpatienten im Hospiz, er begibt sich auf eine Reise und zwar nicht in den Tod, sondern in das Leben. Lässt er so das Leben der anderen Hospizbewohner ausklingen, eine Zeitlang weitererinnern? Ein sehr nachdenkliches Buch, er gibt bei vielen Hospizen den Leitgedanken „Wir können dem Leben nicht mehr Tage geben, aber den Tagen mehr Leben“. Alex schafft es den neugewonnen Tagen mehr Leben zu geben, vielen Dank.

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Veröffentlicht am 28.10.2024

Manchmal muss man gehen um im alten einen neuen Anfang zu finden.

Das Buch der neuen Anfänge
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Nach dem Roman „Das Glück der Geschichtensammlerin“ hat Sally Page nun einen weiteren sehr einfühlsamen Roman veröffentlicht. Manchmal wartet das Glück an den unwahrscheinlichsten Orten, hier in einem ...

Nach dem Roman „Das Glück der Geschichtensammlerin“ hat Sally Page nun einen weiteren sehr einfühlsamen Roman veröffentlicht. Manchmal wartet das Glück an den unwahrscheinlichsten Orten, hier in einem kleinen Laden mit all seinen Geheimnissen. Man fühlt sich sofort wohl in diesem kleinen Laden den einst ihr Onkel Wilbur betrieben hat, Kindheitserinnerungen werden wieder präsent. Schön fand ich die Wundertüte die ihr Onkel immer für sie gepackt hat, Dinge die eigentlich aussortiert werden sollten, Quittungsblöcke mit Rissen, Hefte mit Eselsohren und ähnliches wurden für Jo zum Abendteuer. Und dass das Sortiment aus der Zeit gefallen ist finde ich nur bedingt, entweder man mag Schreibwaren oder eben nicht, hier liegt das Augenmerk auf Füllfederhalter, etwas Nostalgie ist doch schön. (Ein Satz aus dem Buch) Ah Füllfederhalter, die musst du da aber rausholen, Jo. Da drinnen haben sie doch nichts verloren. Füller muss man jeden Tag benutzen. Jeden Tag. Sonst werden sie einsam, denken, dass sie niemand liebt, und schreiben dann auch nicht gut sollte man hier anhängen. Diese Liebe scheinen die Menschen, die in den Laden kommen zu haben, schnell erweitert sich sogar das Repertoire und Gespräche entstehen. Aber was entsteht noch, die Protagonisten scheinen alle etwas Rätselhaftes zu haben. Jo die nach London gekommen ist um den Laden eine Weile zu übernehmen läuft eigentlich weg vor einer Liebe wo alle sagen, er ist es nicht wert, ihr Freundin bekommt ein Kind, eine Vikarin ist vor etwas davongelaufen, der Optiker im Laden nebenan, das Tattoostudio und ein Autor der sein, vielleicht wird es ein Buch in Kladden festhält. Eine Geschichte die mit viel Wärme geschrieben den Leser mitnimmt in eine etwas mit Weihnachtsglanz verzauberte Reise. Dass das Buch um Weihnachten erzählt wird sollte den Leser nicht davon abhalten es zu jeder Jahreszeit zu lesen, hier ist Weihnachten eher erwähnt um Sehnsucht, Zauber und Zusammenrücken dem Leser näher zu bringen. Ein Lieblingssatz, „Das ist das Problem mit Tränen, sie überrumpeln einen einfach“. Aber es scheint einen Platz für alles zu geben und dann ist alles an einem Platz. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, vielen Dank.

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