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Veröffentlicht am 02.09.2025

Familiengeheimnisse

Sonnenküsse im Licht der Toskana (Verliebt in Italien)
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Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt Carlotta, dass diese ihr einen Teil der eigenen Familie verschwiegen hat. Entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, reist sie in die Toskana, um dort ihren leiblichen ...

Nach dem Tod ihrer Mutter erfährt Carlotta, dass diese ihr einen Teil der eigenen Familie verschwiegen hat. Entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen, reist sie in die Toskana, um dort ihren leiblichen Großvater kennenzulernen. Doch der zeigt sich zunächst wenig begeistert von der plötzlichen Enkelin und wirkt ziemlich überfordert. Als wäre das nicht genug, verdreht ihr direkt am ersten Tag auch noch der charmante Koch Agostino den Kopf. Von Entspannung also keine Spur.

Wie gewohnt schafft es die Autorin mit ihrem leichten, bildhaften Schreibstil, mich sofort in die Geschichte zu ziehen. Besonders schön war es, einige vertraute Figuren aus den vorigen Bänden wiederzutreffen. Carlotta ist eine sympathische Protagonistin, deren Unsicherheiten und Selbstzweifel sie authentisch machen, auch wenn ich manchmal genervt davon war, wie sehr sie sich selbst im Weg stand. Zum Glück hat sie aber noch die Kurve bekommen und gezeigt, dass sie weiß auf was es ankommt. Besonders spannend fand ich den Konflikt zwischen ihr und ihrem Großvater. Während zunächst beide recht überfordert mit der Situation wirkten, haben sie es geschafft einen Weg zu finden ein Teil ihres Lebens zu werden. Die Liebesgeschichte mit Agostino war nett zu lesen, wenn auch ziemlich vorhersehbar.

Ein warmherziger Roman über Familie, Geheimnisse und eine unerwartete Liebe. Für alle, die auf der Suche nach einer leichten Sommerlektüre sind und sich nicht an etwas Vorhersehbarkeit stören.

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Veröffentlicht am 27.08.2025

Märchen, Brutalität und Erotik – eine schwierige Mischung

Mountains Made of Glass / Apples Dipped in Gold
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Normalerweise schreibe ich immer eine kurze Zusammenfassung vor meiner Rezension, aber in diesem Fall bin ich damit ehrlich gesagt etwas überfordert. Die beiden Novellen sind irgendwas zwischen Horror, ...

Normalerweise schreibe ich immer eine kurze Zusammenfassung vor meiner Rezension, aber in diesem Fall bin ich damit ehrlich gesagt etwas überfordert. Die beiden Novellen sind irgendwas zwischen Horror, Märchen und Erotikliteratur, wobei das in meine Augen nicht unbedingt die beste Kombi ist. Vor allem die Brutalität in den Geschichten hat dafür gesorgt, dass ich mehrfach am liebsten abgebrochen hätte. Leider kann man das weder dem kurzen Klappentext noch dem Cover oder Titel entnehmen und dadurch wusste ich nicht was mich erwartet. Die Idee einer Neuerzählung bekannter Märchen fand ich wirklich interessant, aber ehrlich gesagt ist es eher eine Mischung aus einzelnen Aspekten vieler Märchen mit vielen erfundenen Ergänzungen.

Die erste Geschichte bestand gefühlt zu 10% Plot und hat sich die restliche Zeit nur darum gedreht, wie die beiden Protagonisten miteinander ins Bett gehen oder wie sie daran denken es zu tun. Dazwischen gibt es noch ein paar unnötig brutale Szenen und das war es auch schon. Dazu kommt, dass Casamir einfach furchtbar unsympathisch ist und sich in Sachen „Liebe“ wie der letzte Idiot anstellt. Dagegen ist Gesela schrecklich naiv und mir ist absolut schleierhaft was sie in Casamir sieht, aber vermutlich hat sie auch einfach kein gutes Beispiel wie ein guter Mann sein sollte. Der einzige Charakter, den ich in der Geschichte mochte war eigentlich Wolf, denn er scheint Gesela immerhin unterstützen zu wollen.

Die zweite Geschichte hat mir dann doch etwas besser gefallen, aber leider war auch sie mir an einigen Stellen einfach etwas zu grausam. Dafür mochte ich die beiden Protagonisten deutlich lieber oder fand sie zumindest weniger anstrengend. Die Anziehung zwischen Samara und Lore war für mich zumindest teilweise nachvollziehbar, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie noch mehr Raum haben sich kennenzulernen und Tiefe zu entwickeln. Auch in dieser Geschichte konnten mich die tierischen Charakter Fuchs, Maus und Gockel wieder begeistern und ich war ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht, dass wir bei zwei von ihnen nicht wirklich erfahren haben, wie die Geschichte für sie ausgeht.

Ehrlich gesagt war das nichts für mich und ich würde es auch nicht unbedingt weiterempfehlen. Die zwei Sterne sind schon recht gut gemeint und liegen hauptsächlich an der zweiten Geschichte und ein paar sympathischen Nebencharakteren.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Viel Drama, wenig Substanz

Strangers Now
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Es sind inzwischen fast zwanzig Jahre vergangen, seit Sophie und Will sich ihre Liebe gestanden haben. Doch trotz allem sind sie nach wie vor kein Paar. Immer wieder treffen sie Entscheidungen, die sie ...

Es sind inzwischen fast zwanzig Jahre vergangen, seit Sophie und Will sich ihre Liebe gestanden haben. Doch trotz allem sind sie nach wie vor kein Paar. Immer wieder treffen sie Entscheidungen, die sie weiter voneinander entfernen. Jeder hat seine eigenen Beziehungen, und doch scheinen sie sich nicht wirklich loslassen zu können.

Den ersten Teil der Dilogie habe ich schon vor einer Weile gelesen und er hatte mir damals recht gut gefallen. Leider kann ich das vom zweiten Teil nicht behaupten. Der Schreibstil wirkt dieses Mal relativ holprig und oft etwas gestellt. Entweder ist es mir damals nicht aufgefallen oder er hat sich tatsächlich verschlechtert. Dazu kommt, dass das Buch vor allem aus mangelnder Kommunikation besteht. Hätten die beiden einfach mal ehrlich miteinander gesprochen, hätte man sich das ganze Hin und Her sparen können. Durch die vielen Wiederholungen zieht sich die Handlung leider ziemlich in die Länge. Auch die ständigen Todesfälle haben mich irritiert – als wollte man die Geschichte zwanghaft noch tragischer machen. Ebenso habe ich nicht verstanden, warum ständig betont werden musste, wie beliebt Will in der Schwulen-Szene ist. Das hatte für mich keinerlei Relevanz für die eigentliche Handlung. Sympathisch wurde mir keiner der beiden. Weder Treue noch Ehrlichkeit scheinen ihnen besonders wichtig zu sein, stattdessen nutzen sie andere Menschen teilweise mehrfach aus. Lediglich Sophies berufliche Entwicklung konnte mich überzeugen, da ich es schön fand, dass sie am Ende ihre Träume verwirklicht hat.

Leider konnte mich dieser Abschlussband nicht überzeugen. Zu viel Wiederholung, zu wenig Entwicklung und Figuren, die mich eher frustriert als berührt haben.

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Veröffentlicht am 25.08.2025

Ein Roman über Mut, Freundschaft und zweite Chancen

Wedding People (deutsche Ausgabe)
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Phoebe ist frisch geschieden, fühlt sich verloren und will ihrem Leben in einem luxuriösen Hotel in Rhode Island ein Ende setzen. Doch ausgerechnet dort trifft sie auf eine komplette Hochzeitsgesellschaft ...

Phoebe ist frisch geschieden, fühlt sich verloren und will ihrem Leben in einem luxuriösen Hotel in Rhode Island ein Ende setzen. Doch ausgerechnet dort trifft sie auf eine komplette Hochzeitsgesellschaft inklusive der Braut Lila, die ihr Leben mehr verändert, als sie je gedacht hätte. Zwei ungleiche Frauen, die doch mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick ahnt.

Der angenehme Schreibstil der Autorin hat mich sofort abgeholt und ich war gleich mitten in der Geschichte. Phoebe ist eine komplexe Protagonistin, verletzlich, scharfzüngig und gleichzeitig oft urkomisch. Genau diese Mischung hat mir sehr gefallen, weil sie trotz aller Schwere für viele kleine humorvolle Momente sorgt. Auch die Dynamik zwischen Phoebe und Lila ist spannend und hat mich beim Lesen immer wieder berührt. Obwohl sie nur kurze Zeit miteinander verbringen, machen beide Frauen eine enorme und dennoch realistische Entwicklung durch. Gerade ihre unterschiedlichen Lebenserfahrungen lassen sie viel voneinander lernen. Allerdings muss ich gestehen, dass sich die Handlung zwischendurch etwas zieht. Manche Rückblenden und Nebenstränge haben zwar zur Tiefe beigetragen, aber den Lesefluss doch eher gebremst. Auch der Humor war an einzelnen Stellen für meinen Geschmack etwas zu viel des Buten
.
Trotzdem war es für mich eine bewegende Geschichte über Neuanfänge, Freundschaft und den Mut, weiterzumachen. Ein Roman, der zum Nachdenken anregt, ohne jemals zu schwer zu wirken.

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Veröffentlicht am 23.08.2025

Spannende Idee, aber etwas schwierige Protagonistin

Not Quite Dead Yet
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Jet hat immer gedacht, dass sie noch genug Zeit hat, um herauszufinden was sie wirklich in ihrem Leben erreichen möchte. Bis diese eine Nacht ihr ganzes Leben verändert. in Unbekannter bricht in ihr Zuhause ...

Jet hat immer gedacht, dass sie noch genug Zeit hat, um herauszufinden was sie wirklich in ihrem Leben erreichen möchte. Bis diese eine Nacht ihr ganzes Leben verändert. in Unbekannter bricht in ihr Zuhause ein und schlägt sie brutal nieder. Als Jet im Krankenhaus aufwacht, sagen ihr die Ärzte, dass sie ein tödliches Aneurysma hat und dadurch nur noch eine Woche zu leben bleibt. Also beschließt sie, diese letzte Woche zu nutzen, um ihrem Mörder auf die Schliche zu kommen.

Ich habe schon viel von der Autorin gehört und war daher neugierig, mein erstes Buch von ihr zu lesen. Alleine die Grundidee ist ziemlich einzigartig oder wie oft kommt es vor, dass jemand nach seinem eigenen Mörder sucht? Dadurch geht die Handlung direkt spannend los und man ist quasi mittendrin im Geschehen. Gemeinsam mit Jet versucht man herauszufinden wer hinter dem Angriff steckt. Dabei stoßen wir auf mehr als nur ein Familiengeheimnis, das bisher unentdeckt geblieben ist. Es gibt einige unerwartete Wendungen, die allerdings manchmal recht unrealistisch wirken. Ohne sie wäre es aber vermutlich kaum möglich gewesen, den Fall in so kurzer Zeit aufzuklären und gleichzeitig die Spannung hochzuhalten. Darüber hätte man noch hinwegsehen können, aber schwieriger war das mit Jets Charakter. Leider ist sie eine ziemlich unsympathische Protagonistin. Ihre Art, mit anderen Menschen umzugehen, macht es einem schwer, wirklich mit ihr mitzufiebern, gerade angesichts ihrer dramatischen Situation. Erst gegen Ende wird sie etwas nahbarer und man kann sich besser in sie hineinversetzen. Trotzdem oder gerade deswegen fand ich das Ende gelungen und (zumindest für mich) auch erst relativ spät durchschaubar.

Alles in allem ein spannender Thriller mit origineller Idee, der aber durch die unsympathische Hauptfigur und manche unrealistische Handlung etwas an Wirkung verliert. Von mir gibt es daher 3,5 Sterne.

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