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Veröffentlicht am 01.03.2026

Vollkommen absurd!

Nervosipopel
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Dieses Buch entählt mit "Nervosipopel" mehrere Kurzgeschichten (also wirklich "kurz", d.h. 2-4 Seiten) und die Novelle "...liner Roma...".

Die Kurzgeschichten sind komplett verrückt, die Handlungen lassen ...

Dieses Buch entählt mit "Nervosipopel" mehrere Kurzgeschichten (also wirklich "kurz", d.h. 2-4 Seiten) und die Novelle "...liner Roma...".

Die Kurzgeschichten sind komplett verrückt, die Handlungen lassen sich kaum zusammenfassen und überbieten sich an Absurdität. Man wird hineingeworfen und vollkommen überrascht. Gleichzeitig lassen sich diese Geschichten leicht lesen (wenn man die Verwirrung, die diese auslösen, außer Acht lässt) und sind durchaus unterhaltsam in ihrer Absurdität. Ich frage mich wirklich, wie Ringelnatz auf sowas gekommen ist... Diese Kreativität und das Talent sind schon beeindruckend.

Die Novelle "...liner Roma..." ("Berliner Romane haben keinen ordentlichen Anfang und kein rechtes Ende.
") ist etwas leichter zu fassen und handelt von dem Künstler Gustav, der nach Berlin gezogen ist und dort allerlei erlebt. Das Chaos und die grenzenlosen Möglichkeiten in der entfremdeten und lauten Stadt Berlin werden eindrücklich und gehetzt beschrieben. Auch hier wird Ringelnatz' Hang zur Absurdität deutlich, die diese Novelle an manchen Stellen schwer verständlich macht. Auf sprachlich-stilistischer Ebene wird viel aufgefahren, was vermutlich auch der Grund ist, warum "...liner Roma..." eine Abilektüre ist. Nicht das, was ich normalerweise lesen würde, aber im Deutschunterricht macht es Spaß!

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Ich wurde in den Kopf der Protagonistin reingeworfen, habe kurze und intensive Einblicke bekommen und wurde abrupt wieder rausgerissen.

Zusammenkunft
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"Zusammenkunft" erzählt die Geschichte einer namenlosen, britischen, Schwarzen Ich-Erzählerin, die mit ihrem Job im Finanzwesen den "gesellschaftlichen Aufstieg" "geschafft" hat. Die Handlung wird nicht ...

"Zusammenkunft" erzählt die Geschichte einer namenlosen, britischen, Schwarzen Ich-Erzählerin, die mit ihrem Job im Finanzwesen den "gesellschaftlichen Aufstieg" "geschafft" hat. Die Handlung wird nicht wie in einem klassischen Roman erzählt, sondern fragmentarisch und durcheinander. Dazwischen muss die Leser*in viele Leerstellen gedanklich selbst ausfüllen und kommt oft durcheinander.

Ich fand dieses Buch sehr bewegend! Es ist eindrücklich und schlau geschrieben und enthält viele nachdenklich stimmende Themen. Es kritisiert Rassismus, Klassismus, Sexismus, den Kolonialismus des britischen Empires und die fehlende Aufarbeitung dessen. Wenn ich mir das Buch nicht von meiner Geschichtslehrerin ausgeliehen hätte, hätte ich viele Passagen darin markiert, die on point sind! Die Thematik macht wütend, da gesellschaftlicher Druck und Missstände angeprangert werden.

Auf diesen 100 Seiten, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe, steckt sehr viel drin und es ist noch viel mehr Raum da. Ich hätte gerne einen ganzen Roman mit dieser Figur im Fokus gelesen, denn so kam mir das alles viel zu kurz abgehandelt vor. Ich wurde in den Kopf der Protagonistin reingeworfen, habe kurze und intensive Einblicke bekommen und wurde abrupt wieder rausgerissen. Das fühlt sich für mich sehr unbefriedigend an, vor allem mit dem offenen Ende. Ich hätte sehr gerne 100-200 Seiten mehr gelesen, was vermutlich ein Kompliment an das Werk ist.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Der spannendste, witzigste und herzzerreißendste Teil der Reihe!

Skulduggery Pleasant (Band 8) - Die Rückkehr der Toten Männer
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Kaum eine Buchreihe hat meine frühe Jugend so sehr geprägt wie Skulduggery Pleasant. Diese Bücher bedeuten mir sehr viel und ich lese sie auch heute immer wieder gerne.
"Die Rückkehr der Toten Männer" ...

Kaum eine Buchreihe hat meine frühe Jugend so sehr geprägt wie Skulduggery Pleasant. Diese Bücher bedeuten mir sehr viel und ich lese sie auch heute immer wieder gerne.
"Die Rückkehr der Toten Männer" ist der achte Teil der Reihe und mein absoluter Favorit! Er übertrifft die anderen Bände an Abenteuer, Witz und Schmerz um Längen!

Da der Oberste Rat einen Krieg gegen das irische Sanktuarium führt, ist es Zeit für den Skelettdetektiv, seine Mannschaft aus vergangenen Kriegszeiten zusammenzutrommeln: Die "Toten Männer" (der Spitzname kommt daher, dass sie Himmelfahrtkommandos annehmen, der einzige wirklich Tote Mann ist Skulduggery) sind zurück und nehmen Walküre Unruh mit auf!
Doch natürlich ist dieser Krieg nur ein Problem von vielen: Warlocks töten Zauberer, der Beschleuniger muss abgeschaltet werden, Darquise bedroht die Welt und in ihren eigenen Reihen lauert ein Verräter...

In diesem Band laufen alle Fäden aus den vorherigen Teilen zusammen! Alles, was seit Band 1 aufgebaut wurde, entfaltet sich hier. Intrigen zeigen ihre Wirkung, in den vorherigen Bänden weit entfernt wirkende Gefahren treten ein und die unglaubliche Vielzahl an Charakteren tritt so richtig in Aktion! Ein großes Highlight sind für mich die Toten Männer, die weiterhin mit viel Humor von ihren vergangenen Abenteuern erzählen und endlich in Aktion treten. Auch China Sorrows, Fletcher Renn, Erskin Ravel, Grässlich Schneider, Scapegrace und viele andere andere Charaktere machen eine Entwicklung durch, die teilweise unvorhersehbar ist. Auf jeder Seite wartet ein spannender Twist und es gibt unzählige Plots auf dem ganzen Globus verteilt.

Außerdem ist keiner der Bände so herzzerreißend wie dieser. Er hat mich an so vielen Stellen komplett gebrochen, wie es kaum andere Bücher geschafft haben.Doch trotz all meiner Tränen, meinem Schmerz und meiner Wut habe ich an vielen Stellen laut gelacht. Ich liebe es, wenn mich Bücher so viel fühlen lassen. Mein sechste-Klasse-Ich, das im Deutschunterricht für eine Buchvorstellung ein extrem aufwendiges Plakat für dieses Buch gebastelt hat, hatte einen ziemlich coolen Lesegeschmack!

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Nichts für meine schwachen Nerven!

Das Beste sind die Augen
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"Das Beste sind die Augen" handelt von der Studentin Ji-won, deren Vater die Familie verlässt, weshalb ihre Mutter sich einen neuen Mann sucht. Dieser heißt George und ist absolut widerlich. Er fetischisiert ...

"Das Beste sind die Augen" handelt von der Studentin Ji-won, deren Vater die Familie verlässt, weshalb ihre Mutter sich einen neuen Mann sucht. Dieser heißt George und ist absolut widerlich. Er fetischisiert Ji-won, ihre Schwester und ihre Mutter, was einfach nur furchtbar zu lesen ist. Und dann ist da noch Ji-wons Kommilitone Geoffrey, ein perfomative male, wie es im Buche steht, der sich zu einem richtigen Psychopathen entwickelt. Weil all das viel zu viel wird und Ji-won sich ständig Georges Blick ausgesetzt fühlt, entwickelt sie obsessive Gewaltfantasien, in denen sie seine blauen Augen verspeist. Nach und nach eskaliert sie völlig...

Ich mag female rage und weird girl fiction eigentlich sehr gerne, aber hier war mir das alles too much. Jede Figur in dieser Geschichte ist absolut furchtbar und niemand macht in irgendeiner Weise eine Charakterentwicklung durch. Ich mag Bücher, in denen Frauen langsam den Verstand verlieren, aber bei Ji-won habe ich nicht das Gefühl, dass das ein Prozess ist, dessen sie sich bewusst ist. Ich verstehe, woher Ji-wons Gewaltfantasien kommen, kann sie nachvollziehen und fand sie an manchen Stellen angebracht (was ihrer Familie angetan wird, ist wirklich furchtbar), jedoch gingen sie mir zu weit. Auch die Auflösung am Ende hat mir nicht gefallen. Hinzu kommen die Body-Horror/Kannibalismus Aspekte. Es wird sehr detailliert beschrieben, wie Ji-won Augen isst, wie sie sich im Mund anfühlen und wie sie schmecken, was ich sehr eklig und Übelkeit erregend fand.

Alles in allem habe ich mich beim Lesen des Buches sehr unwohl gefühlt, trotz der Tatsache, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte (diese Sogwirkung hat dafür gesorgt, dass ich es nicht abgebrochen habe). Das Buch behandelt ein wichtiges Thema, nämlich die Fetischisierung von ostasiatischen Frauen und Klassismus, allerdings werden diese schweren Themen in eine noch schwerere Handlung eingewoben. "Das Beste sind die Augen" war daher nichts für meine schwachen Nerven, was ich anhand des Klappentextes und des Covers eigentlich hätte wissen können (aber ich war halt doch neugierig). Ich kann mir allerdings vorstellen, dass Horrorfans hier voll auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Ich habe nicht das Recht dazu, dieses Buch zu bewerten...

Soziopathin
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Memoiren subjektiv zu bewerten ist immer schwierig, denn woher hat man das Recht, das Erlebte, dass eine andere Person teilen möchte, zu beurteilen? Ich bin der Meinung, dass man das als Leser:in nur begrenzt ...

Memoiren subjektiv zu bewerten ist immer schwierig, denn woher hat man das Recht, das Erlebte, dass eine andere Person teilen möchte, zu beurteilen? Ich bin der Meinung, dass man das als Leser:in nur begrenzt tun kann. Bei "Soziopathin" ist es mir allerdings überhaupt nicht möglich, das Gelesene zu bewerten, weil ich mich nicht in die Autorin Patric Gagne hineinversetzen konnte. Und genau das ist der Punkt an diesem Buch.

Patric Gagne ist promovierte Psychologin, Therapeutin - und Soziopathin. Sie erzählt in dieser Autobiographie ihr Aufwachsen und Umgehen mit ihrer Persönlichkeitsstörung. Damit will sie Stigmata abbauen, Verständnis schaffen und anderen Soziopath:innen helfen. Es geht um ihr destruktives Verhalten und wie sie ihr Leben lang versucht hat, sich selbst zu verstehen sowie um Liebe und Freundschaft. Sie zeigt, dass Psychoedukation eine zentrale Säule der Behandlung von psychischen Erkrankungen sein kann, dass das Problem jedoch darin besteht, dass die Forschung sich zu wenig mit Soziopathie befasst. Deshalb widmet Gagne ihr Leben diesem Ziel, um zu zeigen, dass Soziopath*innen nicht per se böse sind.

Ich kann nicht beurteilen, inwiefern dieses Buch Betroffenen helfen kann. Mir persönlich fiel es schwer, in das Buch reinzukommen, weil ich die Abwesenheit von Emotionen, die Gagne erlebt und mit destruktiven Verhalten auszugleichen versucht, nur sehr begrenzt nachvollziehen kann. Hilfreich fand ich hierbei, dass Gagne immer wieder psychologische Einordnungen und Ergebnisse aus ihren Therapiesitzungen teilt.

Ich denke die beste Haltung, um als Nicht-Betroffene an dieses Buch heranzugehen ist diese: unvoreingenommen und nicht verurteilend. Dadurch hat dieses Buch dazu beigetragen, dass ich Soziopathie an sich besser verstehe und als weniger negativ wahrnehme. Ich habe allerdings beim Lesen auch gemerkt, dass ich an manchen Stellen eine gewisse Abneigung verspürt habe, die mir zeigt, dass ich meinen Vorsatz des Nicht-Verurteilens nicht an jedem Punkt einhalten konnte. Trotzdem nehme ich die Lektüre als bereichernd wahr, nicht nur weil sie mir diesen Spiegel vorgehalten hat, sondern auch, weil sie sich sehr fundiert und verständlich mit der Thematik auseinandersetzt und ihrem entstigmatisierenden Vorsatz durchaus nachkommt. Denn es zeigt auf, dass Soziopathie normal und nicht kriminell ist und dass es möglich ist, einen Umgang damit zu finden, sowohl für Betroffene, als auch für die Gesellschaft, um Betroffene zu unterstützen.

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